Stand: 15.11.2017

Apostolat ist die dienende Tätigkeit in der Nachfolge Jesu Christi. Der Bund und seine Mitglieder betreiben Laienapostolat, d.h. einen Dienst an diesen Zielen, der nicht an ein kirchliches Amt oder eine Ordensgemeinschaft gebunden ist. Alle Gläubigen sind durch die Taufe zu diesem Dienst berufen.

Das Apostolat umfasst diese folgenden Bestandteile (siehe auch CIC Can. 298):

  • Ausbreitung des Glaubens;
  • Heiligung der Gläubigen;
  • Gemeinsamer und persönlicher tätiger Dienst am Nächsten;
  • Belebung der weltlichen Ordnung mit christlichem Geist.

Christen sind insbesondere dazu aufgerufen, Verantwortung für die Welt zu übernehmen und sie zu gestalten (siehe etwa Gen 1,28). Sie haben einen Kulturauftrag, der die geistige Durchdringung der Welt sowie den Aufbau und die Vervollkommnung menschengemäßer Ordnung umfasst (Apostolicam actuositatem, Punkt 7).

Sie haben zudem den Auftrag, sich der Nöte des Volkes Gottes anzunehmen das „Leben in Familie, Beruf, Kultur und Gesellschaft“ glaubensmäßig zu durchdringen und durch dienende Taten zu beleben (Apostolicam actuositatem, Punkt 16).

Die Mitglieder des Bundes setzen dafür ihre besonderen Fähigkeiten, ihr Fachwissen und ihre Erfahrungen ein, um im Sinne des Auftrags des Zweiten Vatikanischen Konzils in ihrem Umfeld und im öffentlichen Leben eine gottgemäße Regelung der zeitlichen Dinge zu fördern (Lumen Gentium, Punkt 31). Papst Franziskus bekräftigte diesen Auftrag, als er erklärte, dass die Aufwertung des sozialen, politischen und wirtschaftlichen Lebens durch christliche Werte den Dienst der Laien erfordere (Evangelii Gaudium, Punkt 102).

Die Vordenker des Laienapostolates lebten und wirkten in schwierigen Zeiten. Der hl. Vinzenz Pallotti etwa erlebte den Zusammenbruch der staatlichen und religiösen Ordnung in Folge der Besetzung des Kirchenstaats durch französische Truppen. Der hl. Josémaria Escriva wirkte zur Zeit des spanischen Bürgerkriegs, als Kommunisten tausende Geistliche und Ordensleute ermordeten.

  • Papst Pius X schrieb über die Katholische Aktion, die zu den Vorläufern des im II. Vatikanischen Konzils formulierten Konzepts des Laienapostolats gehört, dass die Kirche „in der Welt bedrängt werden wird, dass ihre Apostel wie Schafe unter die Wölfe gesandt sind, dass ihre Anhänger mit Hass und Verachtung bedacht werden, wie ihr göttlicher Gründer mit Hass und Verachtung überhäuft wurde.“  Der Dienst der Laien müsse daher „die antichristliche Zivilisation bekämpfen“, von der diese Verfolgung ausgeht, und „auf alle Weise die schweren Schäden auszugleichen, die diese verursacht“.
  • Die Idee des Laienapostolats bezieht sich auch daher insbesondere auf den Dienst in schwierigen Lagen, in denen „die Freiheit der Kirche schwer behindert ist“ sowie auf Situationen der Bedrängnis, in denen das Apostolat  der Laien „von größter und dringender Notwendigkeit“ ist (Apostolicam actuositatem, Punkt 17). Auch die Herausforderungen der zunehmend säkularisierten Welt werden als Anlaß für organisiertes Laienapostolat hervorgehoben (Apostolicam actuositatem, Punkt 18).