1. Hintergrund

Guido Reni – Der Erzengel Michael besiegt Satan (Wikimedia Commons/gemeinfrei)

Das Bund Sankt Michael wurde im September 2017 gegründet. Er geht auf einen Gesprächskreis von in Sicherheitsberufen tätigen Personen zurück, der sich ursprünglich mit sicherheitsbezogenen Herausforderungen für Europa auseinandersetzte. Später erweiterten wird das betrachtete Themenspektrum auf Fragen gesellschaftlicher Resilienz.

Mit zunehmendem Bewusstsein dafür, dass die behandelten Phänomene Teil einer größeren geistig-kulturellen Krise sind, die den gesamten europäischen Kulturraum betrifft, begannen wir ab 2015 damit, aus einer christlich-abendländischen Perspektive heraus mögliche praktische Antworten auf diese Krise zu suchen und entsprechende Ansätze zu entwerfen.

Unter einer christlich-abendländischen Perspektive verstehen wir dabei:

  • Die Wahrnehmung Europas als eines im Christentum wurzelnden und durch es geformten und geeinten Kulturraums;
  • Die Wahrnehmung der Krise Europas als primäre Folge des Wirkens geistiger Faktoren sowie der Abwendung und Abtrennung von seinen geistigen Wurzeln;
  • Die Ansicht, dass die Überwindung dieser Krise aus diesen Wurzeln und den daraus gewachsenen kulturellen Beständen heraus gelingen kann;
  • Die Ansicht, dass diese Überwindung christliches Handeln in Form von Dienst am Nächsten und am Gemeinwesen erfordert.

2. Das Christentum als Erbe und Auftrag

Wir betrachten das Christentum als unser Erbe und seine Kontinuität in Europa als unseren Auftrag.

Das Christentum ist die Verwirklichung des christlichen Glaubens im Leben der Menschen, in der Kultur und in der gesellschaftlichen Ordnung. Es entstand und wächst aus der Berührung des Menschen durch das Heilige, das über die Jahrhunderte hinweg das, was es in allen Kulturen und allen menschlichen Werken an Gutem vorfand, in seinen Dienst stellte, veredelte, formte, vollendete und zu einer Einheit verband.

Große Opfer wurden erbracht, damit das Christentum seine Größe und Kulturhöhe erreichen und behaupten konnte, und entsprechend groß ist die Verantwortung jeder neuen Generation von Christen, der dieses Erbe anvertraut ist, um es fortzusetzen.

Papst Franziskus rief vor dem Hintergrund der Herausforderungen, denen das Christentum in Europa immer stärker ausgesetzt ist, dazu auf, „die europäische Identität zu bewahren und wachsen zu lassen“. Auch Papst Johannes Paul II. hatte diesen Auftrag betont:

Doch dieses Erbe gehört nicht nur der Vergangenheit an; es ist ein Zukunftsplan zum Weitergeben an die künftigen Generationen, weil es der Ursprung des Lebens der Menschen und Völker ist, die miteinander den europäischen Kontinent geschmiedet haben.

Unser Vorhaben richtet sich unabhängig von Konfession oder Herkunft an alle, die sich mit dem christlich-abendländischen Erbe Europas identifizieren und einen tätigen Beitrag dazu leisten wollen, dieses Erbe auch unter schwierigen Bedingungen zu pflegen und weiterzugeben.

Bitte nehmen Sie Kontakt mit uns auf, falls Sie das Vorhaben unterstützen möchten.

Stand: 18.10.2017