Abendländisches Erbe

Abendländisches Erbe: Der Marsch des Brian Boru

Brian Boru (ca. 940-1014) war der Begründer der Dynastie der O’Brien und der einzige Hochkönig in der Geschichte Irlands. Er fiel am Karfreitag des Jahres 1014 in der Schlacht von Clontarf im Abwehrkampf gegen die heidnischen Wikinger. Die Schlacht beendete die Zeit der heidnischen Besatzung Irlands. Der Überlieferung zufolge soll der Marsch des Brian Boru nach dem Sieg drei Tage lang an dessen Grab gespielt worden sein. Das Orchester der „Nederlandse Fluit Academie“ erinnerte 2014 mit einer Aufführung des Marsches an den eintausendsten Jahrestag dieses Ereignisses. […]

Kulturelle Erneuerung

Mark Lilla: Europas verborgene christliche Erneuerungsbewegung

Der Politikwissenschaftler Mark Lilla lehrt an der Columbia University in New York und wurde vor allem durch seine kritische Auseinandersetzung mit postmodernen Ideologien bekannt. In einem aktuellen Aufsatz beschreibt er die in Westeuropa entstehende, derzeit überwiegend noch im Verborgenen wirkende konservative christliche Erneuerungsbewegung. […]

Glaube und Ethos

Nikolai Berdjajew: Das heroische Wesen des Christentums

Der Philosoph Nikolai Berdjajew (1874–1948) übte starken geistigen Einfluss auf Teile des christlichen Widerstands gegen den Nationalsozialismus aus. In einer ursprünglich 1931 erschienenen und kürzlich neu unter dem Titel „Im Herzen die Freiheit“ herausgegebenen Schrift beschreibt er das heroische Wesen des Christentums. In Europa habe das Christentum jedoch die Prüfungen nicht bestanden, die mit seinen früheren historischen Erfolgen hier verbunden gewesen sei. Es habe sich in Folge dessen verweltlicht und verbürgerlicht, was die Ursache seiner gegenwärtigen Krise sei. […]

Kulturelle Erneuerung

Christentum und kulturelle Kontinuität in Krisenzeiten: Das polnische Vorbild

In einem gestern in allen Kirchen des Landes vorgelesenen Hirtenbrief stellten die polnischen Bischöfe anlässlich des hundertsten Jahrestages der polnischen Unabhängigkeit die Bedeutung des Christentums für die Kontinuität der polnischen Nation und ihrer Kultur heraus. In den über 120 Jahren, in denen das polnische Volk nicht über einen eigenen Nationalstaat verfügt habe, sei die Kirche der wesentliche Träger und Bewahrer der christlichen Identität Polens gewesen. […]

Kulturelle Erneuerung

Michel Houellebecq: Der Niedergang und die kommende christliche Erneuerung Europas

Der französische Schriftsteller Michel Houellebecq ist vor allem durch Romane bekannt geworden, in denen er kulturelle Auflösungserscheinungen moderner Gesellschaften beschreibt. In seiner gestern gehaltenen Dankesrede anlässlich der Verleihung des Oswald-Spengler-Preises stellt er den Niedergang Europas auch als Folge seiner Abwendung vom Christentum dar. Historische Vorbilder würden jedoch Anlass zur Hoffnung geben, dass auf dem Höhepunkt der Krise die Möglichkeit einer religiösen Erneuerung Europas aus dem Geist des Christentums bestehen werde. […]

Herausforderungen

Das Christentum als „Aberglaube“: Thilo Sarrazins antireligiöse Weltanschauung

Der Volkswirt Thilo Sarrazin setzt sich in seinem Buch „Feindliche Übernahme“ mit islambezogenen Herausforderungen für Europa auseinander. Dabei betont er, dass sein Ziel nicht die Bewahrung, sondern die weitere Auflösung des christlichen Erbes Europas sei. Er lehnt alle Religionen als Ausdruck von „Aberglaube“ ab und vertritt eine radikale materialistische Weltanschauung, die volkswirtschaftlichen Erfolg über alles andere stellt. Auf kultureller Ebene treibt er dadurch das voran, was er in anderem Zusammenhang als die „Abschaffung Deutschlands“ kritisiert hatte. […]

Herausforderungen

Metropolit Hilarion: Zur Lage des Christentums in Europa

Hilarion Alfejew ist russisch-orthodoxer Metropolit von Wolokolamsk und Leiter des Außenamtes des Moskauer Patriarchats. In einem kürzlich in Lissabon gehaltenen Vortrag äußerte er sich zur Lage des Christentums in Europa. Er warnte in diesem Zusamenhang davor, dass sich ein „säkularer Totalitarismus“ in Europa herausbilde und kritisierte die Kirchen Westeuropas dafür, vor den damit verbundenen Herausforderungen weitgehend kapituliert zu haben. […]

Katholische Soziallehre

Kardinal Marx: Christlicher Patriotismus als Dienst an Europa

Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, hat vor einigen Tagen in Danzig den polnischen Freiheitskampf gegen den Kommunismus gewürdigt. In diesem Zusammenhang betonte er die Bedeutung des Patriotismus für den europäischen Gedanken und rief Christen dazu auf, „im guten Sinn des Wortes Patrioten“ zu sein. Dies sei Teil des christlichen Dienstes in der Welt. […]

Kulturelle Erneuerung

Cassian Folsom: Europa als Erbe und Auftrag

Der Benediktinerpater Cassian Folsom ist Gründer und ehemaliger Prior des Klosters San Benedetto im italienischen Norcia, wo eine junge internationale Gemeinschaft katholischer Mönche aktiv ist. In einem kürzlich veröffentlichten Aufsatz mit dem Titel „Erbe und Auftrag“ setzt er sich mit der „entmutigenden, so düsteren Lage“ Europas auseinander und untersucht, was „die innere Identität Europas wieder beleben könnte“. Er entwirft ein Modell von Netzwerken von Gemeinschaften, die um geistliche Kerne herum entstehen und diese Aufgabe leisten könnten. […]

Kulturelle Erneuerung

Michel Onfray: Aufstieg und Fall der abendländischen Kultur

Der atheistische Philosoph Michel Onfray setzt sich in seinem kürzlich in deutscher Übersetzung erschienenen Werk „Niedergang“ (frz. „Décadence“) mit dem Aufstieg und Fall der abendländischen Kultur auseinander. Europa habe den religiösen Kern seiner Identität verloren, weshalb seine Kultur sich „im Endstadium ihres Niedergangs“ befinde. Spät- und Postmoderne würden von den Resten christlicher Kultur leben und diese dabei verzehren. Ein Ausweg sei nicht in Sicht: „Das Schiff sinkt. Uns bleibt nur, möglichst elegant unterzugehen.“ […]

Glaube und Ethos

Heinrich David: Das Herrentum des dienenden Mannes

Der katholische Theologe Heinrich David beschrieb in seinem ursprünglich 1953 im Herder-Verlag erschienenen und kürzlich neu aufgelegten Werk mit dem Titel „Das Bild des christlichen Mannes“ das katholische Ideal der Männlichkeit. Der Mann sei nur dort ein Herr, wo er im Dienst stehe. „Christliches Herrentum“ fände „sein Wesen und seine Erfüllung im Dienst am Kleinen und Hilfsbedürftigen“. Weil er der christliche Mann Verantwortung für die Schwachen trage, dürfe er selbst nicht schwach sein. […]

Kein Bild
Abendländisches Erbe

Christopher Dawson: Die Apostel des Abendlandes – Teil 2: Der Kampf um Europa

Christopher Dawson (1889-1970) lehrte an der Harvard University und gilt als einer der bedeutendsten christlichen Historiker des 20. Jahrhunderts. In seinen Werken „Die Religion im Aufbau der abendländischen Kultur“ und „Die Gestaltung des Abendlandes“ schildert er unter anderem den Überlebenskampf des christlichen Europas im neunten und zehnten Jahrhundert. Europa habe damals in Folge der Invasionen der Wikinger, der Ungarn und der Muslime sowie außer Kontrolle geratener Dekadenz innerhalb der Kirche zeitweise am Rand der Vernichtung gestanden. […]

Herausforderungen

Ross Douthat: Die existenzielle Krise des westlichen Christentums

Ross Douthat ist Kolumnist der „New York Times“ und gilt als einer der führenden konservativen amerikanischen Beobachter von Entwicklungen im Christentum. In seinem kürzlich erschienenen Buch „To Change the Church – Pope Francis and the Future of Catholicism“ analysiert er die gegenwärtige Lage der katholischen Kirche. Vor allem in westlichen Gesellschaften befinde sich die Kirche in Folge des Wirkens liberaler Ideologien in ihrem Inneren im „Zusammenbruch“. Ihr würden hier einige sehr schwierige Jahrzehnte bevorstehen. Im westlichen Protestantismus sei die Lage nicht besser. […]

Kulturelle Erneuerung

Studie: Christliche Identität in Westeuropa

Das „Pew Research Center“ hat eine Studie über christliche Identität in Westeuropa vorgelegt. Aus ihr geht hervor, dass praktizierende Christen noch rund 20 Prozent der Bevölkerung der Region ausmachen. Diese würden sich vom Rest der Bevölkerung nicht nur durch ihren Glauben an den Gott der Bibel unterscheiden, sondern auch durch stärkere Identifikation mit den Kulturen ihrer Länder sowie durch eine konservativere Einstellung in gesellschaftspolitischen Fragen und eine skeptischere Haltung gegenüber Migration. […]

Kulturelle Erneuerung

Jacob Burckhardts Krisentheorie: Die „Sturmlehre der Geschichte“

Anlässlich des 200. Geburtstags des Schweizer Kulturhistorikers Jacob Burckhardt (1818-1897) bezeichnete der Historiker Jürgen Osterhammel dessen Theorie historischer Krisen in der Tageszeitung „Die Welt“ als die „Sturmlehre der Geschichte“ und hob die Aktualität seiner Gedanken vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Lage in Europa hervor. Burckhardt habe zudem die geistig-kulturellen Kräfte, die historisches Geschehen bestimmten, zutreffend erkannt. […]

Glaube und Ethos

Ulrich Lehner: Die liberale Häresie der Weichheit

Der aus Bayern stammende Ulrich Lehner lehrt Religionsgeschichte und Theologie an der jesuitischen Marquette University in den USA. In seinem kürzlich erschienenen Buch „God Is Not Nice“ setzt er sich mit liberalen Verfallsformen des Christentums auseinander, die dessen maskuline sowie harte, ernste und fordernde Inhalte ausblenden und durch die Suche nach angenehmen Gefühlen ersetzen würden. Strömungen dieser Art würden die Kirche in allen westlichen Gesellschaften zunehmend prägen und stellten eine „tödliche Gefahr“ für das Christentum dar, weil sie seinen Kern aushöhlten. […]

Abendländisches Erbe

Christopher Dawson: Die Apostel des Abendlandes – Teil 1: Der lange Winter

Christopher Dawson (1889-1970) lehrte an der Harvard University und gilt als einer der bedeutendsten christlichen Historiker des 20. Jahrhunderts. Sein Werk beeinflusste unter anderem J.R.R. Tolkien und T.S. Eliot. In seinen Büchern „Die Religion im Aufbau der abendländischen Kultur“ und „Die Gestaltung des Abendlandes“ schildert er, wie christliche Mönche und Herrscher im Frühmittelalter inmitten der Trümmer des untergegangenen Römischen Reiches Europa schufen und in einem jahrhundertelangen Überlebenskampf verteidigten. […]

Katholische Soziallehre

Ludger Schwienhorst-Schönberger: Christentum, Gesinnungsethik und Migration

Ludger Schwienhorst-Schönberger lehrt katholische Theologie an der Universität Wien. In der Maiausgabe der jesuitischen Kulturzeitschrift „Stimmen der Zeit“ setzt er sich mit dem Problem gesinnungsethischer Tendenzen in der Kirche auseinander. Diese hätten die rationale Ethik der katholischen Soziallehre in Deutschland weitgehend verdrängt und in der Migrationspolitik zu falschen Entscheidungen beigetragen. […]

Katholische Soziallehre

Felix Dirsch: Der christliche Patriotismus der katholischen Soziallehre

Der Politikwissenschaftler und Theologe Felix Dirsch ist unter anderem Lehrbeauftragter an der Hochschule für Politik München. In der katholischen Wochenzeitung „Der Tagesspiegel“ argumentiert er, dass es in der katholischen Soziallehre einen „Dreiklang von Heimatliebe, Vaterlandsliebe und Liebe zur Kirche“ gebe. Der damit verbundene christliche Patriotismus wirke den extremen Tendenzen sowohl progressiver als auch nationalistischer Ideologien entgegen. […]

Abendländisches Erbe

Zerfall und Bedrohung: Franz Kafka und die Spiritualität des schützenden Dienstes (Teil 2)

Der jüdische Schriftsteller Franz Kafka zählt zu den bedeutendsten Autoren der deutschen Literaturgeschichte. In einigen seiner Erzählungsfragmente setzt er sich mit Fragen der Spiritualität des schützenden Dienstes auseinander. Sein Text „Ein altes Blatt“ behandelt den Zerfall eines Gemeinwesens, das seine religiöse Kraft verloren hat, und dessen daraus resultierende Wehrlosigkeit gegenüber der Bedrohung durch das feindselige Fremde. […]