Stand: 16.01.2018

1. Oper

  • Richard Wagner – Parsifal: Das Bühnenweihfestspiel Wagners beruht auf dem christlichen Gralsmythos.

2. Lieder

Allgemein ist die Zahl der Lieder sowohl katholischen als auch protestantischen Hintergrundes, die in Stil und Inhalt im weitesten Sinne einer männlichen Spiritualität gerecht werden, überschaubar. Bei den „Kreuzliedern“ des Mittelalters, die oft inhaltliche Bezüge zum Rittertum hatten, handelte es sich um durch Minnesängern vorgetragene lyrische Texte und nicht um geistliche Lieder.

  • Friedrich Spee – Unüberwindlich starker Held, Sankt Michael: Das katholische Lied aus dem 17. Jahrhundert ruft den Erzengel Michael als Kämpfer Gottes für die Kirche und als Beistand gegen das Böse an.
  • Mir nach, spricht Christus unser Held: Die im neuen Gesangbuch enthaltene Version wurde sprachlich entmilitarisiert.
  • Martin Rinckart – Nun danket alle Gott: Das ursprünglich protestantische und später ökumenisch verwendete Friedenslied zählt zu den bekanntesten deutschsprachigen geistlichen Liedern. Es fand durch Übersetzungen in viele Sprachen über Deutschland hinaus Verbreitung. Als „Choral von Leuthen“ hat es auch einen militärischen Bezug.
  • Friedrich Gundolf – Schließ Aug und Ohr: Das Lied war zunächst im aus der katholischen Jugendbewegung hervorgegangenen „Grauen Orden“ verbreitet, dessen Leiter Willi Graf später der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ angehörte. Hier war es dann auf Sophie Scholl zurückzuführen, dass das Lied bis heute als das „Lied der Weißen Rose“ gilt. Aus dem Text: „Die Stunde kommt, da man dich braucht, dann sei du ganz bereit. Und in das Feuer, das verraucht, wirf dich als letztes Scheit.“
  • Prinz Eugen, der edle Ritter: Die von einem unbekannten Dichter vermutlich im 18. Jahrhundert verfasste Ballade behandelt die Taten Prinz Eugens im Zusammenhang mit der Befreiung Belgrads von den Osmanen.
  • Nachts steht Hunger starr in unserm Traum: Das ursprünglich im Umfeld der Pfadfinderbewegung und der Bündischen Jugend verbreitete Lied behandelt die Verfolgung der christlichen Kosaken durch die Kommunisten in Russland. Aus dem Text: „Ach! Dahin ist stolze Macht, keine Glocken klingen durch die rote Nacht. […] Noch fliegt Russlands heiliger Adler!“ Das Lied wurde später auch mit Bezug zu Untergrundaktivitäten der durch die Nationalsozialisten verbundenen Bündischen Jugend gesungen.
  • Cecil Spring Rice – I vow to thee, my country: Das von Gustav Holst vertonte Gedicht entstand um 1910 unter dem Titel „Urbs Dei“ oder „The Two Fatherlands“. Es behandelt den Dienst des Christen am Reich Gottes und an seiner Nation. Der Dienst am Reich Gottes wird dabei im Sinne christlicher Lehre als übergeordnet dargestellt. Der Text betont zudem die Themen Dienst, Liebe und Opfer. Es wird vor allem in Großbrittanien gesungen, ist aber in seiner gegenwärtig verbreiteten Form national neutral gestaltet und erwähnt nur „my country“.
  • Die Bogurodzica: Das im 13. Jahrhundert entstandene polnische Lied war die Krönungshymne des polnischen Königs Wladyslaw I. und wurde unter anderem bei der Schlacht von Warna 1444 gegen die Osmanen als Kampflied gesungen. Es ist an die Muttergottes und an Jesus Christus gerichtet.
  • Venantius Fortunatus – Vexilia Regis: Der vermutlich im 6. Jahrhundert entstandene „Hymnus zu Ehren des heiligen Kreuzes“ beginnt mit den Worten: „Die Standarten des Königs treten vor….“. Der lateinische Begriff „Vexilia“ ist eine Bezeichung für Feldzeichen oder Kriegsbanner.