Stand: 10.01.2018

  • Friedrich Gundolf: Schließ Aug‘ und Ohr für eine Weil
  • Die höfische Dichtung und die Ritterepik: Die als „Chansons de geste“ in altfranzösischer und okzitanischer Sprache formulierten Gedichte des Mittelalters behandeln vorwiegend die Taten fränkischer Könige beim Schutz der christlichen Länder gegen die Angriffe der Sarazenen während der Karolingerzeit. Dieser Abwehrkampf hat für die ritterliche Epik eine ähnliche Bedeutung wie der Trojanische Krieg für die altgriechische Dichtung. In entsprechenden Gedichte komme dem Historiker Christopher Dawson zufolge ein nicht auf Nationen oder Staaten, sondern auf die gesamte Christenheit bezogener religiöser Patriotismus zum Ausdruck. Zu dieser Art von Lyrik gehört etwa das Rolandslied. Auch der spanische „Cantar de Mio Cid“ und das mitteldeutsche Werk „Parzival“ des Wolfram von Eschenbach fallen in diesen Bereich. Diese Art von Lyrik entstand im nördlichen Frankreich und wurde vor allem im 12. Jahrhundert gepflegt.