Sand: 12.01.2018

1. Religion und Philosophie

Hier werden sowohl Werke mit unmittelbarem christlichen Bezug als auch Werke aufgeführt, deren Gedanken in das Christentum integriert wurden oder integrierbar sind oder sonstige Bezüge zur christlichen Kultur des schützenden Dienstes aufweisen.

  • Hans Urs von Balthasar – Cordula oder der Ernstfall
  • Edmund Burke – Betrachtungen über die französische Revolution
  • Epiktet – Handbüchlein der Moral: Viele der Vorstellungen des heidnischen griechischen Autors der Antike bzw. der stoischen Philosophie wurden später in Konzepte christlicher Lebensführung integriert. Die stoische Philosophie prägte zudem abendländische Vorstellungen des Soldatentums und wurde in den vergangenen Jahren im Rahmen von Überlegungen zur Stärkung psychischer Resilienz in Krisensituationen wieder verstärkt beachtet.
  • Josemaría Escrivá – Der Weg: Es handelt sich um den ersten Band einer Trilogie, in welcher der katholische Heilige in Form von Leitsätzen und Aphorismen eine männliche Spiritualität des Dienstes beschreibt. „Dein Leben darf kein fruchtloses Leben sein. – Sei nützlich. – Hinterlasse eine Spur. – Leuchte mit dem Licht deines Glaubens und deiner Liebe. Tilge durch dein Leben als Apostel den zähen Unrat, den die verseuchten Prediger des Hasses verbreitet haben. […] Sei stark. – Sei aufrecht. – Sei männlich. – Und dann … sei ein Engel.“
  • Romano Guardini – Das Ende der Neuzeit: Guardini beschrieb hier die besonderen spirituellen Herausforderungen, die mit der Krise Europas verbunden seien. Tapferkeit, „die sich dem heraufdrohenden Chaos entgegenstellt“, beschrieb er dabei als eine zentrale Eigenschaft einer dieser Lage gerecht werdenden Spiritualität. Sie habe gegen „den universellen Feind, das im Menschenwerk selbst aufsteigende Chaos zu bestehen“ und „die Öffentlichkeit, die in Parolen und Organisationen verdichtete Unwahrheit“ gegen sich.
  • Romano Guardini: Der Herr: In einer Reihe von Betrachtungen setzt sich Guardini in diesem Werk mit dem Leben Jesu Christi auseinander. Insbesondere in den Kapiteln fünf („Auferstehung und Verklärung“) und sechs („Zeit und Ewigkeit“) stellt Guardini dabei die Herrlichkeit des Herrn auf beeindruckende Weise heraus.
  • René Guenon – Die Krisis der Neuzeit
  • Scott Hahn – Das Mahl des Lammes: Der katholische Theologe beschreibt die Bezüge zur Offenbarung des Johannes, welche die heilige Messe bestimmen und sie zu einem Ausdruck und Teil des überzeitlichen Kampfes zwischen Gott und den Kräften des Bösen machen. „Gottesdienst ist Kampf. Wir sind hier um verwandelt zu werden: uns selbst abzusterben, für andere zu leben und so wie Gott zu lieben. Das geschieht auf dem Altar der Erde, und es geschieht auf den Altären unserer Kirchen.“
  • Ernst Jünger – Der Waldgang
  • C.S. Lewis – Die Abschaffung des Menschen
  • Platon – Der Staat
  • Philip Rieff – My Life among the Deathworks

2. Geschichte

  • Christopher Dawson: Die Religion im Aufbau der abendländischen Kultur. Der Historiker beschreibt in diesem Werk die Rolle des Christentums bei der Entstehung Europas und seiner Kultur in der Zeit zwischen der Spätantike und dem Mittelalter.

3. Dienendes Leben

Die folgenden Titel behandeln praktische Aspekte der Gestaltung des schützenden und bewahrenden Dienstes.

  • Asfa-Wossen Asserate: Manieren
  • James Bowman: Honor – A History
  • Loren W. Christensen: Warriors. More on Living with Courage, Discipline, and Honor. Das Buch besteht aus zahlreichen kurzen Aufsätzen von Menschen, die in risiko-orientierten dienenden Berufen tätig sind und über ihre Erfahrungen schreiben. Dabei kommen vor allem Soldaten und Polizisten zu Wort.
  • Walter J. Ciszek: Mit Gott im Gulag. Der katholische Priester war verdeckt als Missionar in der Sowjetunion eingesetzt und verbrachte deshalb insgesamt 20 Jahre in Haft unter schwierigsten Bedingungen. In seinem Buch schildert er seine Erfahrungen, wobei er ausführlich auf die spirituellen Aspekte der Bewältigung extremer Bedingungen eingeht.
  • Elmar Dinter: Held oder Feigling. Die körperlichen und seelischen Belastungen des Soldaten im Krieg
  • Viktor E. Frankl – …trotzdem ja zum Leben sagen. Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager: Der Autor behandelt die Frage nach dem Sinn des Lebens vor dem Hintergrund scheinbar auswegloser Lagen und sieht im dienenden Leben den einzigen Weg sinnvoller Lebensgestaltung. „Wir müssen lernen […], dass es eigentlich nie und nimmer darauf ankommt, was wir vom Leben zu erwarten haben, vielmehr lediglich darauf: was das Leben von uns erwartet!“
  • Shannon E. French: The Code of the Warrior. Exploring Warrior Values Past and Present. In ihrem Buch stellt die Philosophin das Kriegerethos verschiedener Kulturen dar.
  • Eric Greitens: Resilence. Der ehemalige Kampfschwimmer und promovierte Philosoph schreibt in seinem Buch aus einer militärischen Perspektive und unter Rückgriff auf antike griechische Philosophie über den Aufbau von dienstorientierter psychischer Tauglichkeit und Belastbarkeit.
  • Romano Guardini: Vom ritterlichen Manne. Der katholische Theologe beschreibt in seinem im Buch „Briefe über Selbstbildung“ veröffentlichten Aufsatz das christliche Idealbild des zum Kampf bereiten Mannes, dessen Leben von Werken und Taten des Dienstes bestimmt ist.
  • Dave Grossman: On Combat. Der Militärpsychologe schreibt über Extremsituationen und ihre Bewältigung durch Soldaten. Grossman vergleicht hier u.a. in Anknüpfung an christliche Konzepte den schützenden Dienst mit dem des Schäferhundes, der die Herde gegen die Wölfe schützt.
  • Michael Klonovsky: Der Held. Ein Nachruf
  • Inazo Nitobe: Bushido. Die Seele Japans. Der aus einem Samurai-Clan stammende und zum Christentum konvertierte Autor beschreibt in diesem Werk unter Betonung von Parallelen zum christlichen Rittertum und anderen christlichen Konzepten die Grundlagen des Dienstethos der japanischen Samurai.
  • Josef Pieper: Vom Sinn der Tapferkeit.
  • Josef Pieper: Zucht und Maß. Über die vierte Kardinaltugend. Der katholische Philosoph erschließt in diesem Werk die Tugend der Mäßigung bzw der Disziplin aus christlicher Perspektive. Er beschreibt sie dabei als die „Tugend reifer Mannhaftigkeit“, die Voraussetzung eines dienenden Lebens sei.
  • Nancy Sherman: Stoic Warriors. The Ancient Philosophy Behind the Military Mind
  • James B. Stockdale: The Stoic Warrior’s Triad, Master of my Fate und Courage under Fire. Der Philosoph, Marineflieger und Admiral bereitet in seinen Schriften die Philosophie der Stoa für Soldaten auf. Seine Texte beruhen vor allem auf seinen im Vietnamkrieg im Zuge mehrjähriger Gefangenschaft unter schwierigsten Bedingungen gewonnenen Erfahrungen.

4. Romane

Hier werden Romane vorgestellt, die im weitesten Sinne unter Bezug auf christliche oder christlich-geprägte Gedanken und Konzepte das Thema des schützenden Dienstes behandeln.

  • Werner Bergengruen – Der letzte Rittmeister
  • Ray Bradbury – Fahrenheit 451: In diesem dystopischen Roman beschreibt der christlich-geprägte Bradbury einen fiktiven totalitären Staat der Zukunft, dessen Bevölkerung durch totale Unterhaltung seelisch so korrumpiert ist, dass sie nicht mehr aktiv unterdrückt werden muss, weil sie ihren Zustand gutheißt. Gleichzeitig steht dieser Staat vor einer unabwendbaren Katastrophe. In dieser Lage bereitet sich eine kleine Gemeinschaft darauf vor, den späteren geistigen Wiederaufbau vorzubereiten.
  • Dino Buzzati – Die Tatarenwüste: Ein Roman über einen Offizier, der sein Leben damit verbringt, in einer abgelegenen Festung auf den Angriff des Gegners zu warten. Es geht um die „bittersüße Lust des höchsten Opfers […]. Dieser Roman ist eine gefährliche Lektüre für Menschen mittleren Alters, vor allem, wenn sie männlich sind.“ (Aus der Rezension von Hubert Spiegel in der FAZ).
  • Ernst Jünger – Auf den Marmorklippen: Eine Betrachtung des später katholisch gewordenen religiösen Mystikers Ernst Jünger über den Dienst im Angesicht von moralischem Verfall und Barbarei, die er zur Zeit des Dritten Reiches verfasste, und die deutliche Verweise auf dieses enthält.
  • Franz Kafka – Beim Bau der Chinesischen Mauer
  • Jochen Klepper – Der Vater: Der Autor, der auch evangelischer Theologe war, zeichnete in diesem 1937 erschienenen Roman das Bild eines preußischen Königs, der in allem nach Gott fragt und sich als ersten Diener im Staat begreift. Klepper stellte dieses Bild dem totalitären Führerkultur seiner Zeit gegenüber.
  • Alexander Lernet-Holenia – Die Standarte
  • Jean Raspail: Sieben Reiter verließen die Stadt: Der traditionell orientierte Katholik Raspail ergründet in diesem Roman die Ursachen des Zerfalls von Kulturen und verschiedene Möglichkeiten, sich dem auf dienende Weise zu stellen.
  • J.R.R. Tolkien – Der Herr der Ringe: Der Autor sagte über sein Werk: „Der Herr der Ringe ist natürlich von Grund auf ein religiöses und katholisches Werk; unbewusstermaßen zuerst, aber bewusst im Rückblick.“ In der Tradition europäischer Mythologie beschreibt er den Dienst einer Gemeinschaft im Kampf gegen das Böse und integriert dabei vorchristliche antike und heidnische Motive auf der Grundlage eines christlichen Weltbildes.
  • Franz Werfel – Die vierzig Tage des Musa Dagh: Der Roman behandelt den Widerstand der christlichen Armenier gegen den an ihnen von den Türken verübten Völkermord Anfang des 20. Jahrhunderts.