Stand: 29.07.2018

Die christliche Kultur des schützenden Dienstes wurde auch in zahlreichen Werken der bildenden Kunst ausgedrückt.

1. Der Bamberger Reiter

Der Historiker und Mediävist Ernst Kantorowicz sah in dem Reiterstandbild im Bamberger Dom aus dem 13. Jahrhundert das Idealbild des Rittertums dargestellt.

2. Die Statue der Uta von Naumburg

Die allgemein als “Uta von Naumburg” bekannte Statue im Dom zu Naumburg gilt als eines der bedeutendsten Kunstwerke der deutschen Gotik. Gelungene Aufnahmen des Werkes finden sich hier. Wie wenige andere Kunstwerke hat dieses über Jahrhunderte die Menschen inspiriert und wurde als Ausdruck verschiedener Aspekte deutschen Wesens immer wieder neu gedeutet, aber auch politisch instrumentalisiert. Die FAZ sprach von “übereifrigen Selbstanklagen” im Zusammenhang mit dem zeitgenössischen Umgang mit dem Werk.

Der Kunsthistoriker Wolfgang Ullrich würde das Werk in der Wochenzeitung „Die Zeit“:

Ihre Ausstrahlung von Klarheit, Kühle und Strenge führte dazu, ihr übermenschliche Unnahbarkeit zu attestieren; zugleich war dies aber auch die Unnahbarkeit einer anmutig-schüchternen, fast ätherisch-zarten Gestalt. So lassen Beschreibungen der Uta an die griechische Göttin Artemis denken: Wie diese sich als abstandgebietend und lieblich, als scheu und hart zeigt, immer einsam und zivilisationsfern, so wird auch Uta als “scheues Wild” bezeichnet, mit “scharfen und doch sanften Augen”, voll “abweisender Strenge und lockender Fraulichkeit”, “zugleich fern und nah”. Die Frauenrechtlerin Gertrud Bäumer sah 1928 in Uta gar ein Wesen “des deutschen Waldes, mit langem, hartem Winter voll Einsamkeit und Grauen im Finstern, Frühlingsstürmen über tauendem Schnee, hart und herb, aber mit innerster Lindheit getränkt”.

Die Wirkung des Werkes ist trotz aller Angriffe ungebrochen:

Uta ist keusch verhüllt bis auf Gesicht und Hand, und doch legt man zu ihren Füßen noch heute Rosen nieder. Ältere Herren gestehen Domführern flüsternd, damit es die angegraute Gattin nicht hört, dass ihre wirkliche und einzige Liebe eben diese Uta ist.

3. Andrea del Verrocchio – Das Reiterstandbild Bartolomeo Colleonis

Colleoni war General der Republik Venedig und gilt als eine der fähigsten militärischen Gestalten des Europas des 15. Jahrhunderts. Er soll zeitweise als militärischer Führer eines nicht zustande gekommenen Kreuzzugs zur Abwehr osmanischer Angriffe in Erwägung gezogen worden sein. Das Reiterstandbild in Venedig, das ihn zeigt, gehört zu den bedeutendsten Reiterstandbildern überhaupt und betont in idealisierter Weise die soldatischen Tugenden des Dargestellten.

4. Matthias Grünwald – Der Isenheimer Altar

Inhalt folgt

5. Jan van Eyck – Der Genter Altar

Inhalt folgt

6. Das Harbaville-Triptychon (ca. 950)

Das Kunstwerk aus Elfenbein wurde in der Mitte des 10. Jahrhunderts in Konstantinopel mutmaßlich für den kaiserlichen Hof geschaffen. Es zeigt das Motiv Jesu Christi auf seinem Thron als Herrscher, flankiert u.a. von Soldatenheiligen.

7. Albrecht Dürer – Ritter, Tod und Teufel (1513)

Der Ritter symbolisiert das aktive, dienende Leben, das sich Risiken stellt und dabei mit dem Tod, aber auch mit der Versuchung zum Bösen konfrontiert ist.

8. Die Apokalypse von Angers (Wandteppich-Zyklus)

Der durch den Weber Nicolas Bataille realisierte und durch den Maler Jan Bondol gestaltete Wandteppich wurde 1382 fertiggestellt. Das Werk wurde im Auftrag des Herzogs Ludwig I. von Anjou für den Ritterorden vom Kreuz hergestellt.

Der ursprünglich rund 140 Meter lange Teppich zeigt zahlreiche Motive aus der Offenbarung des Johannes. Die Darstellungen betonen die heroischen Aspekte des überzeitlichen Kampfes zwischen den Kräften des Guten und Bösen. Kunsthistoriker bewerteten ihn als eine der bedeutendsten Umsetzungen des Themas.