Stand: 13.12.2018

Diese Seite beschreibt Werke, die sich mit dem christlichen Kulturerbe des schützenden und bewahrenden Dienstes befassen. Es werden Werke aus Literatur, Musik, Lyrik, Film, Architektur und bildender Kunst sowie Mythen, Sagen und Legenden vorgetellt.

1 Literatur

Hier stellen wir Sachliteratur (etwa zu den Themen Philosophie, Geschichte und Kultur und praktischen Fragen des dienenden Lebens) sowie Romane vor, die Fragen des schützenden und bewahrenden Dienstes im Zusammenhang mit dem christlichen Glauben behandeln oder für diese relevant sind.

Es werden sowohl Werke mit unmittelbarem christlichen Bezug als auch Werke aufgeführt, deren Gedanken in das Christentum integriert wurden oder integrierbar sind oder sonstige Bezüge zur christlichen Kultur des schützenden Dienstes aufweisen.

1.1 Religion

  • Augustinus: Vom Gottesstaat
  • Hans Urs von Balthasar – Cordula oder der Ernstfall
  • Ignatius von Loyola – Geistliche Übungen: Die Spiritualität des hl. Ignatius, der bis zu einer schweren Verwundung als Offizier diente, ist im Wesen und im Stil soldatisch geprägt. P. Markus Keller schrieb über das Werk: „Soldatisch ist die klare Zielstrebigkeit der ignatianischen Aszese. Nie handelt Ignatius ins Blaue hinein: Immer geht er ohne Umschweife auf ein Ziel zu. So hat jede Besinnung oder Betrachtung ein fest umrissenes Ziel. Soldatisch ist auch die Kürze. Nichts ist dem ritterlichen Verfasser fremder als breitschlagende Umständlichkeit. Doch diese bündige Knappheit hat ungeahnten Tiefgang. Soldatisch ist auch oft die Ausdrucksweise. Ignatius sagt nicht: „sich verleugnen“, er sagt: „sich besiegen“, „gegen die Natur angehen wie mit Stich und Hieb“. Betrachtungen erscheinen in militärische Formen und Farben gekleidet: „Der Ruf des Königs“, „die zwei Banner“. Der scharfe Gegensatz und die Entscheidung zwischen Gott und Satan, Christus und Welt wird geschildert als ein Kampf unter der Fahne Christi und Luzifers. Man muß das Ganze lesen auf dem Hintergrund des spanischen Heldenzeitalters der Reconquista, nicht aber der Erfahrungen des modernen Militarismus.
  • Josemaría Escrivá – Der Weg: Es handelt sich um den ersten Band einer Trilogie, in welcher der katholische Heilige in Form von Leitsätzen und Aphorismen eine männliche Spiritualität des Dienstes beschreibt. „Dein Leben darf kein fruchtloses Leben sein. – Sei nützlich. – Hinterlasse eine Spur. – Leuchte mit dem Licht deines Glaubens und deiner Liebe. Tilge durch dein Leben als Apostel den zähen Unrat, den die verseuchten Prediger des Hasses verbreitet haben. […] Sei stark. – Sei aufrecht. – Sei männlich. – Und dann … sei ein Engel.“
  • Romano Guardini: Der Herr: In einer Reihe von Betrachtungen setzt sich Guardini in diesem Werk mit dem Leben Jesu Christi auseinander. Insbesondere in den Kapiteln fünf („Auferstehung und Verklärung“) und sechs („Zeit und Ewigkeit“) stellt Guardini dabei die Herrlichkeit Gottes auf beeindruckende Weise heraus.
  • Scott Hahn – Das Mahl des Lammes: Der katholische Theologe beschreibt die Bezüge zur Offenbarung des Johannes, welche die heilige Messe bestimmen und sie zu einem Ausdruck und Teil des überzeitlichen Kampfes zwischen Gott und den Kräften des Bösen machen. „Gottesdienst ist Kampf. Wir sind hier um verwandelt zu werden: uns selbst abzusterben, für andere zu leben und so wie Gott zu lieben. Das geschieht auf dem Altar der Erde, und es geschieht auf den Altären unserer Kirchen.“

1.2 Philosophie

  • Epiktet – Handbüchlein der Moral: Viele der Vorstellungen des heidnischen griechischen Autors der Antike bzw. der stoischen Philosophie wurden später in Konzepte christlicher Lebensführung integriert. Die stoische Philosophie prägte zudem abendländische Vorstellungen des Soldatentums und wurde in den vergangenen Jahren im Rahmen von Überlegungen zur Stärkung psychischer Resilienz in Krisensituationen wieder verstärkt beachtet.
  • Romano Guardini – Das Ende der Neuzeit: Guardini beschrieb hier die besonderen spirituellen Herausforderungen, die mit der Krise Europas verbunden seien. Tapferkeit, „die sich dem heraufdrohenden Chaos entgegenstellt“, beschrieb er dabei als eine zentrale Eigenschaft einer dieser Lage gerecht werdenden Spiritualität. Sie habe gegen „den universellen Feind, das im Menschenwerk selbst aufsteigende Chaos zu bestehen“ und „die Öffentlichkeit, die in Parolen und Organisationen verdichtete Unwahrheit“ gegen sich.
  • Ernst Jünger – Der Waldgang
  • C.S. Lewis – Die Abschaffung des Menschen
  • Philip Rieff – My Life among the Deathworks

1.3 Geschichte

  • Jacob Burkhardt – Weltgeschichtliche Betrachtungen: Der Autor setzte sich mit dem Wesen historischer Krisen auseinander, also mit Lagen, welche die politische und kulturelle Kontinuität von Gemeinwesen gefährden.  Er argumentierte dabei auf einer konservativen Grundlage und warnte unter anderem vor dem totalitären Potenzial utopischer Ideologien und einer bevorstehenden geistig-kulturellen Krise Europas in Folge seiner Abwendung vom Christentum.
  • Christopher Dawson: Die Religion im Aufbau der abendländischen Kultur. Der Historiker beschreibt in diesem Werk die Rolle des Christentums bei der Entstehung Europas und seiner Kultur in der Zeit zwischen der Spätantike und dem Mittelalter.
  • William und Ariel Durant: Die Lehren der Geschichte

1.4 Dienendes Leben

Die folgenden Titel behandeln praktische Aspekte der Gestaltung des schützenden und bewahrenden Dienstes.

  • Asfa-Wossen Asserate: Manieren
  • James Bowman: Honor – A History
  • Loren W. Christensen: Warriors. More on Living with Courage, Discipline, and Honor. Das Buch besteht aus zahlreichen kurzen Aufsätzen von Menschen, die in risiko-orientierten dienenden Berufen tätig sind und über ihre Erfahrungen schreiben. Dabei kommen vor allem Soldaten und Polizisten zu Wort.
  • Walter J. Ciszek: Mit Gott im Gulag. Der katholische Priester war verdeckt als Missionar in der Sowjetunion eingesetzt und verbrachte deshalb insgesamt 20 Jahre in Haft unter schwierigsten Bedingungen. In seinem Buch schildert er seine Erfahrungen, wobei er ausführlich auf die spirituellen Aspekte der Bewältigung extremer Bedingungen eingeht.
  • Elmar Dinter: Held oder Feigling. Die körperlichen und seelischen Belastungen des Soldaten im Krieg
  • Viktor E. Frankl – …trotzdem ja zum Leben sagen. Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager: Der Autor behandelt die Frage nach dem Sinn des Lebens vor dem Hintergrund scheinbar auswegloser Lagen und sieht im dienenden Leben den einzigen Weg sinnvoller Lebensgestaltung. „Wir müssen lernen […], dass es eigentlich nie und nimmer darauf ankommt, was wir vom Leben zu erwarten haben, vielmehr lediglich darauf: was das Leben von uns erwartet!“
  • Shannon E. French: The Code of the Warrior. Exploring Warrior Values Past and Present. In ihrem Buch stellt die Philosophin das Kriegerethos verschiedener Kulturen dar.
  • Eric Greitens: Resilence. Der ehemalige Kampfschwimmer und promovierte Philosoph schreibt in seinem Buch aus einer militärischen Perspektive und unter Rückgriff auf antike griechische Philosophie über den Aufbau von dienstorientierter psychischer Tauglichkeit und Belastbarkeit.
  • Romano Guardini: Vom ritterlichen Manne. Der katholische Theologe beschreibt in seinem im Buch „Briefe über Selbstbildung“ veröffentlichten Aufsatz das christliche Idealbild des zum Kampf bereiten Mannes, dessen Leben von Werken und Taten des Dienstes bestimmt ist.
  • Dave Grossman: On Combat. Der Militärpsychologe schreibt über Extremsituationen und ihre Bewältigung durch Soldaten. Grossman vergleicht hier u.a. in Anknüpfung an christliche Konzepte den schützenden Dienst mit dem des Schäferhundes, der die Herde gegen die Wölfe schützt.
  • Michael Klonovsky: Der Held. Ein Nachruf
  • Inazo Nitobe: Bushido. Die Seele Japans. Der aus einem Samurai-Clan stammende und zum Christentum konvertierte Autor beschreibt in diesem Werk unter Betonung von Parallelen zum christlichen Rittertum und anderen christlichen Konzepten die Grundlagen des Dienstethos der japanischen Samurai.
  • Josef Pieper: Vom Sinn der Tapferkeit
  • Josef Pieper: Zucht und Maß. Über die vierte Kardinaltugend. Der katholische Philosoph erschließt in diesem Werk die Tugend der Mäßigung bzw der Disziplin aus christlicher Perspektive. Er beschreibt sie dabei als die „Tugend reifer Mannhaftigkeit“, die Voraussetzung eines dienenden Lebens sei.
  • Alexander von Schönburg: Die Kunst des lässigen Anstands. 27 altmodische Tugenden für heute.
  • Nancy Sherman: Stoic Warriors. The Ancient Philosophy Behind the Military Mind
  • James B. Stockdale: The Stoic Warrior’s Triad/Master of my Fate/Courage under Fire. Der Philosoph, Marineflieger und Admiral bereitet in seinen Schriften die Philosophie der Stoa für Soldaten auf. Seine Texte beruhen vor allem auf seinen im Vietnamkrieg im Zuge mehrjähriger Gefangenschaft unter schwierigsten Bedingungen gewonnenen Erfahrungen.

1.4 Strategie, Politik und Staatsführung

In der Politikwissenschaft setzt sich insbesondere die Denkschule des Realismus mit Fragen des Schutzes bzw. der Verteidigung und des Überlebens des Gemeinwesens auseinander. Diese Denkschule baut auf dem skeptischen Menschenbild des Christentums bzw. dessen Verständnis der Natur des Menschen auf und geht davon aus, dass Gemeinwesen zu allen Zeiten bedroht sein werden und ihre Verteidigung daher immer erforderlich sein wird.

  • Zbigniew Brzeziński – Die einzige Weltmacht: Amerikas Strategie der Vorherrschaft: Eine praxisorientierte Einführung in geopolitisches und geostrategisches Denken aus amerikanischer Perspektive
  • Edmund Burke – Betrachtungen über die französische Revolution
  • Carl von Clausewitz: Vom Kriege: Insbesondere die ersten Kapitel des Buches sind von zeitloser Gültigkeit
  • Marcus Tullius Cicero: Von den Pflichten
  • Lawrence Freedman – Strategy: A History
  • Niccolò Machiavelli: Discorsi
  • Hans Morgenthau Macht und Frieden: Einer der wesentlichen Vordenker des politischen Realismus beschreibt hier Macht und Interesse als die Kernprinzipien des Politischen.
  • Platon: Der Staat
  • Carl Schmitt: Der Begriff des Politischen
  • Oswald Spengler – Politische Schriften/Jahre der Entscheidung: Spengler setzte sich in diesen Werken vor dem Hintergrund der Krise Deutschlands im und nach dem Ersten Weltkrieg mit den Erfordernissen der Krisenfestigkeit eines Gemeinwesens auseinander.

1.5 Romane

Hier werden Romane vorgestellt, die im weitesten Sinne unter Bezug auf christliche oder christlich-geprägte Gedanken und Konzepte das Thema des schützenden Dienstes behandeln.

  • Werner Bergengruen – Der letzte Rittmeister
  • Ray Bradbury – Fahrenheit 451: In diesem dystopischen Roman beschreibt der christlich-geprägte Bradbury einen fiktiven totalitären Staat der Zukunft, dessen Bevölkerung durch totale Unterhaltung seelisch so korrumpiert ist, dass sie nicht mehr aktiv unterdrückt werden muss, weil sie ihren Zustand gutheißt. Gleichzeitig steht dieser Staat vor einer unabwendbaren Katastrophe. In dieser Lage bereitet sich eine kleine Gemeinschaft darauf vor, den späteren geistigen Wiederaufbau vorzubereiten.
  • Dino Buzzati – Die Tatarenwüste: Ein Roman über einen Offizier, der sein Leben damit verbringt, in einer abgelegenen Festung auf den Angriff des Gegners zu warten. Es geht um die „bittersüße Lust des höchsten Opfers […]. Dieser Roman ist eine gefährliche Lektüre für Menschen mittleren Alters, vor allem, wenn sie männlich sind.“ (Aus der Rezension von Hubert Spiegel in der FAZ).
  • Ernst Jünger – Auf den Marmorklippen: Eine Betrachtung des später katholisch gewordenen religiösen Mystikers Ernst Jünger über den Dienst im Angesicht von moralischem Verfall und Barbarei, die er zur Zeit des Dritten Reiches verfasste, und die deutliche Verweise auf dieses enthält.
  • Franz Kafka – Beim Bau der Chinesischen Mauer
  • Jochen Klepper – Der Vater: Der Autor, der auch evangelischer Theologe war, zeichnete in diesem 1937 erschienenen Roman das Bild eines preußischen Königs, der in allem nach Gott fragt und sich als ersten Diener im Staat begreift. Klepper stellte dieses Bild dem totalitären Führerkultur seiner Zeit gegenüber.
  • Alexander Lernet-Holenia – Die Standarte
  • Jean Raspail: Sieben Reiter verließen die Stadt: Der traditionell orientierte Katholik Raspail ergründet in diesem Roman die Ursachen des Zerfalls von Kulturen und verschiedene Möglichkeiten, sich dem auf dienende Weise zu stellen.
  • J.R.R. Tolkien – Der Herr der Ringe: Der Autor sagte über sein Werk: „Der Herr der Ringe ist natürlich von Grund auf ein religiöses und katholisches Werk; unbewusstermaßen zuerst, aber bewusst im Rückblick.“ In der Tradition europäischer Mythologie beschreibt er den Dienst einer Gemeinschaft im Kampf gegen das Böse und integriert dabei vorchristliche antike und heidnische Motive auf der Grundlage eines christlichen Weltbildes.
  • Franz Werfel – Die vierzig Tage des Musa Dagh: Der Roman behandelt den Widerstand der christlichen Armenier gegen den an ihnen von den Türken verübten Völkermord Anfang des 20. Jahrhunderts.

2. Lyrik

  • Die höfische Dichtung und die Ritterepik: Die als „Chansons de geste“ in altfranzösischer und okzitanischer Sprache formulierten Gedichte des Mittelalters behandeln vorwiegend die Taten fränkischer Könige beim Schutz der christlichen Länder gegen die Angriffe der Sarazenen während der Karolingerzeit. Dieser Abwehrkampf hat für die ritterliche Epik eine ähnliche Bedeutung wie der Trojanische Krieg für die altgriechische Dichtung. In entsprechenden Gedichte komme dem Historiker Christopher Dawson zufolge ein nicht auf Nationen oder Staaten, sondern auf die gesamte Christenheit bezogener religiöser Patriotismus zum Ausdruck. Zu dieser Art von Lyrik gehört etwa das Rolandslied. Auch der spanische „Cantar de Mio Cid“ und das mitteldeutsche Werk „Parzival“ des Wolfram von Eschenbach fallen in diesen Bereich. Diese Art von Lyrik entstand im nördlichen Frankreich und wurde vor allem im 12. Jahrhundert gepflegt.

3 Musik

3.1 Oper

  • Richard Wagner – Parsifal: Das Bühnenweihfestspiel Wagners beruht auf dem christlichen Gralsmythos.

3.2 Märsche

  • Der Marsch des Brian Boru: Dieser war der Begründer der Dynastie der O’Brien und der einzige Hochkönig in der Geschichte Irlands. Er fiel am Karfreitag des Jahres 1014 in der Schlacht von Clontarf im Abwehrkampf gegen die heidnischen Wikinger. Die Schlacht beendete die Zeit der heidnischen Besatzung Irlands. Der Überlieferung zufolge sollen christlich-irische Barden nach dem Sieg drei Tage lang den Marsch des Brian Boru an dessen Grab gespielt haben.

3.3 Lieder

Allgemein ist die Zahl der Lieder sowohl katholischen als auch protestantischen Hintergrundes, die in Stil und Inhalt im weitesten Sinne einer männlichen Spiritualität gerecht werden, überschaubar. Bei den „Kreuzliedern“ des Mittelalters, die oft inhaltliche Bezüge zum Rittertum hatten, handelte es sich um durch Minnesängern vorgetragene lyrische Texte und nicht um geistliche Lieder.

  • Friedrich Spee – Unüberwindlich starker Held, Sankt Michael: Das katholische Lied aus dem 17. Jahrhundert ruft den Erzengel Michael als Kämpfer Gottes für die Kirche und als Beistand gegen das Böse an.
  • Mir nach, spricht Christus unser Held: Die im neuen Gesangbuch enthaltene Version wurde sprachlich entmilitarisiert.
  • Martin Rinckart – Nun danket alle Gott: Das ursprünglich protestantische und später ökumenisch verwendete Friedenslied zählt zu den bekanntesten deutschsprachigen geistlichen Liedern. Es fand durch Übersetzungen in viele Sprachen über Deutschland hinaus Verbreitung. Als „Choral von Leuthen“ hat es auch einen militärischen Bezug.
  • Friedrich Gundolf – Schließ Aug und Ohr: Das von Friedrich Gundolf (1880-1931) geschaffene Lied war zunächst im aus der katholischen Jugendbewegung hervorgegangenen „Grauen Orden“ verbreitet, dessen Leiter Willi Graf später der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ angehörte. Da es auch das Lieblingslied von Sophie Scholl war, gilt es als das „Lied der Weißen Rose“.Dieses Gedicht war in der Weißen Rose beliebt. Dort heißt es: „Die Stunde kommt da man dich braucht/Da sei du ganz bereit/und in das Feuer das verraucht/wirf dich als letztes Scheit.“
  • Prinz Eugen, der edle Ritter: Die von einem unbekannten Dichter vermutlich im 18. Jahrhundert verfasste Ballade behandelt die Taten Prinz Eugens im Zusammenhang mit der Befreiung Belgrads von den Osmanen.
  • Nachts steht Hunger starr in unserm Traum: Das ursprünglich im Umfeld der Pfadfinderbewegung und der Bündischen Jugend verbreitete Lied behandelt die Verfolgung der christlichen Kosaken durch die Kommunisten in Russland. Aus dem Text: „Ach! Dahin ist stolze Macht, keine Glocken klingen durch die rote Nacht. […] Noch fliegt Russlands heiliger Adler!“ Das Lied wurde später auch mit Bezug zu Untergrundaktivitäten der durch die Nationalsozialisten verbundenen Bündischen Jugend gesungen.
  • Cecil Spring Rice – I vow to thee, my country: Das von Gustav Holst vertonte Gedicht entstand um 1910 unter dem Titel „Urbs Dei“ oder „The Two Fatherlands“. Es behandelt den Dienst des Christen am Reich Gottes und an seiner Nation. Der Dienst am Reich Gottes wird dabei im Sinne christlicher Lehre als übergeordnet dargestellt. Der Text betont zudem die Themen Dienst, Liebe und Opfer. Es wird vor allem in Großbrittanien gesungen, ist aber in seiner gegenwärtig verbreiteten Form national neutral gestaltet und erwähnt nur „my country“.
  • Die Bogurodzica: Das im 13. Jahrhundert entstandene polnische Lied war die Krönungshymne des polnischen Königs Wladyslaw I. und wurde unter anderem bei der Schlacht von Warna 1444 gegen die Osmanen als Kampflied gesungen. Es ist an die Muttergottes und an Jesus Christus gerichtet.
  • Venantius Fortunatus – Vexilia Regis: Der vermutlich im 6. Jahrhundert entstandene „Hymnus zu Ehren des heiligen Kreuzes“ beginnt mit den Worten: „Die Standarten des Königs treten vor….“. Der lateinische Begriff „Vexilia“ ist eine Bezeichung für Feldzeichen oder Kriegsbanner.

4 Mythen, Sagen und Legenden

Mythen sind traditionell, ursprünglich meist mündlich überlieferte Erzählungen, die das Heilige zum Inhalt haben. Legenden sind überlieferte Erzählungen über Personen. Die Brüder Grimm definierten Sagen als „Kunde von Ereignissen der Vergangenheit, welche einer historischen Beglaubigung entbehrt“ und von „naiver Geschichtserzählung und Überlieferung, die bei ihrer Wanderung von Geschlecht zu Geschlecht durch das dichterische Vermögen des Volksgemüthes umgestaltet wurde“. Hier kommt es vor allem auf geistige Wahrheit und Aussagen über das Heilige an. Historisches Geschehen bildet allenfalls den Rahmen der Erzählung. Solche Erzählungen wurden daher auch als Formen narrativer Theologie bezeichnet.

4.1 Mythen, Sagen und Legenden des schützenden und bewahrenden Dienstes

  • Der Gralsmythos: Der Mythos ist ein Werk der katholischen Kultur des Hochmittelalters, in dem die Kultur und Spiritualität des christlichen Rittertums zum Ausdruck kommt, die er mit prägte.
  • Die Artussage
  • Orpheus in der griechischen Mythologie: Orpheus versuchte, seine Frau aus der Unterwelt zu retten, was ihm beinahe auch gelang. Seit Klemens von Alexandrien wurde Orpheus als Präfiguration Christi gedeutet und entsprechende Interpretationen finden sich auch bei Eusebius von Caesarea, Kyrill von Alexandria und Augustinus. Sein Abstieg in die Unterwelt wurde mit dem Abstieg Christi in die Totenwelt verglichen. Während Orpheus seine Geliebte schließlich zurücklassen musste, war Christus erfolgreich und führte die Gefangenen der Tiefe in den Himmel. So erscheinen auch klassische Orpheus-Motive in der frühchristlichen Kunst, die als Christus-Darstellungen zu sehen sind. Oft sind diese mit dem Motiv des Guten Hirten verbunden und zeigen einen Leierspieler mit Schafen an seiner Seite. Das christliche Orpheus-Motiv hält sich bis ins späte Mittelalter. Mit der Renaissance und der erneuten Beschäftigung mit antiken Motiven sind die Orpheus-Darstellungen seit ca. dem 16. Jahrhundert überwiegend nicht mehr christlich gedacht.1
  • Die Legende von Sankt Georg dem Drachentöter: Der historische Georg, über den wenig bekannt ist, starb vermutlich um das Jahr 303 herum als Märtyrer. Im Mittelalter gab es eine ausgeprägte Verehrung Sankt Georgs. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Legenden um ihn. In der „Legenda Aurea“ rettet er eine jungfräuliche Königstochter vor einem Drachen, den er tötet. Der Drache hatte sie als Opfer gefordert. nach der Tötung des Drachen ist das Land vom Bösen befreit und viele Menschen lassen sich taufen. Die Georgslegende spielte eine wichtige Rolle im Selbstverständnis des christlichen Rittertums.
  • Die Jakobuslegende: Der Legende zufolge, die Grundlage des Jakobsverehrung im spanischen Santiago de Compostela ist, wurde der Apostel Jakobus der Ältere im Nordwesten Spaniens beigesetzt, wo sein Grab im 9. Jahrhundert wiederentdeckt worden sei. Der Ort entwickelte sich später zur Pilgerstätte Santiago de Compostela, dem Ziel der Jakobswege.  König Alfons III. von Asturien (866-910) führte seine Siege gegen die Mauren auf das Eingreifen des Heiligen zurück. Einer aus dem 12. Jahrhundert stammenden Legende zufolge griff Jakobus auch im Jahre 844 in der historisch nicht zweifelsfrei belegten Schlacht von Clavijo auf der Seite der Christen gegen die Mauren ein und führte den Sieg herbei, wobei er als Ritter auf einem Schimmel erschienen sei. Jakobus erhielt den Beinamen „Matamoros“ (Maurentöter). ¡Santiago y cierra, España! (Sankt Jakob und greif an, Spanien!) entwickelte sich später zum traditionellen Schlachtruf der spanischen Streitkräfte.
  • Die Rolandslegende: Die Legende des fränkischen Grafen Roland, deren historischer Hintergrund der Abwehrkampf Karls des Großen gegen die Sarazenen ist, wird unter anderem im Rolandslied (einem mittelalterlichen Versepos) wiedergegeben.
  • Die Beowulf-Legende: Das frühmittelalterliche angelsächsische Gedicht beschreibt den Kampf des Helden Beowulf gegen das Monster Grendel und vereint dabei nordische mit christlichen Traditionen. Christliche Motive finden sich vor allem in der Beschreibung positiver Charaktereigenschaften Beowulfs und in der moralischen Bewertung von Entscheidungen. Zudem wird das Monster Grendel als Nachkomme des Brudermörders Kain aus dem Alten Testament dargestellt.
  • Die Legenden um Dietrich von Bern: Die Legenden beschreiben Dietrich als Königssohn und Helden, der zwölf Mitstreiter um sich sammelt und gegen Drachen und Riesen kämpft. Bert Nagel sah in den Darstellungen Dietrichs von Bern im ca. um das Jahr 1200 herum in Süddeutschland entstandenen Nibelungenlied den Ausdruck eines vom Christentum geprägten ritterlichen Ethos der Stauferzeit. Das Nibelungenlied, in dem Dietrich unter anderem erwähnt wird, geht nach Ansicht von Forschern auf ältere völkerwanderungszeitliche Sagen zurück, die später mit christlichen Einflüssen verbunden worden seien. Historisches Vorbild für die Darstellungen Dietrichs war möglicherweise der ostgotische König und arianische Christ Theoderich der Große.
  • Die Legende der heiligen Zehntausend Märtyrer: Sie entstand im Umfeld der Kreuzzüge im 12. Jhd. und berichtet vom Martyrium eines römischen Heeres unter der Führung seines Kommandeurs Achatius auf dem Berg Ararat. Die Legende hatte zur Zeit der Kreuzzüge große kultur- und frömmigkeitsgeschichtliche Bedeutung. Das Fest der Märtyrer ist der 22. Juni.2
  • Die Sage der zwölf Tempelritter der Burg Lahneck: Der Legende nach entschlossen sich zwölf Tempelritter nach der Auflösung ihres Ordens um das Jahr 1312 dazu, diesem nicht abzuschwören und sich auch nicht in Gefangenschaft zu begeben. Sie hätten sich statt dessen auf die Burg Lahneck bei Lahnstein zu begeben und beschlossen, diese nicht lebend zu verlassen. Nachdem elf von ihnen im Kampf gegen Soldaten gefallen seien, die sie töten oder gefangen nehmen sollten, sei ein Bote des Bischofs von Mainz eingetroffen, der die Botschaft überbracht habe, dass der Kaiser befohlen habe, die Ritter nicht zu töten. Der letzte noch kämpfende Ritter habe jedoch erklärt, dass er den Kampf nicht einstellen werde, da seine Brüder gefallen seien, und habe bis zum Tod weitergekämpft. Die Ritter sollen auf dem Hof der Burg bestattet worden seien.
  • Die Sage vom treuen Hund Guinefort: Guinefort war ein Hund, der ab dem 13. Jahrhundert in der Landschaft Dombes in Frankreich entgegen der Lehre der Kirche als Heiliger verehrt wurde, nachdem sich an seinem Grab Wunder ereignet haben sollen. Der Legende nach gehörte der Hund ursprünglich dem im Volksglauben verehrten Rochus von Montpellier, der an Pest erkrankten Menschen geholfen habe. Als er selbst erkrankte und zum Sterben in einen Wald vertrieben wurde, habe ihm sein Hund Guinefort Nahrung gebracht, bis er sich wieder erholte. Guinefort sei später in den Besitz eines Ritter gelangt, der in der Nähe von Villars-les-Dombes nördlich von Lyon lebte. Dieser habe sich eines Tages auf die Jagd begeben und seinen kleinen, schlafenden Sohn der Obhut Guineforts überlassen. Bei seiner Rückkehr fand er sein Heim verwüstet vor. Sein Sohn war verschwunden und der Hund war blutverschmiert, weshalb der Ritter davon ausging, dass der Hund ihn getötet hatte. Der Ritter tötete daraufhin den Hund. Nur einen Augenblick später hörte der Ritter sein Kind schreien. Er folgte dem Geräusch und fand seinen Sohn, wohlbehalten, unter seinem Bett – und in der Nähe eine totgebissene Schlage. Der Ritter  bereute seinen Fehler, bestattete den Hund, pflanzte zur Erinnerung an dieses Ereignis Bäume rund um die Grabstätte und ließ einen Schrein für seinen treuen Gefährten errichten. Später wurde das Schloss zerstört und die Gegend verfiel wieder in ihren Urzustand. Die Verehrung Guineforts hielt jedoch an. „Die örtlichen Bauern … begannen, den Ort zu besuchen und den Hund als Märtyrer zu verehren“, schrieb im 13. Jahrhundert der Dominikaner und Inquisitor Stephan von Bourbon. So wurden etwa kleine Kinder zum Grab gebracht wurden, um dadurch geheilt zu werden. Der Hund wurde lokal bis in die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg als Heiliger und Beschützer der Kinder verehrt. Stephan von Bourbon berichtete alerdings auch, dass manche Menschen ihre Kinder an der Stätte dort unbeaufsichtigt auf Stroh nahe eines Feuers liegen ließen, mutmaßlich, als Teil eines okkulten Rituals. Als Inquisitor hätte er alle mögliche Strafen über solche okkulten Rituale, die Kinderleben kosteten, verhängen können. Doch Pater Stephan entschied, dass die Menschen eher verzweifelt und schlecht informiert waren denn boshaft. Somit verbot er einfach die Ausübung der Rituale, die einen Hund verehrten, der zwar kein Heiliger sein konnte, aber treu gedient hatte. Die Sage des treuen Hundes, der von seinem Herrn zu Unrecht getötet wird, ist ein sehr altes und weitverbreitetes Erzählmotiv. In der Sammlung Die sieben weisen Meister, die ab ca. 1200 in Europa nachweisbar ist, wird die Geschichte in einer Fassung erzählt, die weitgehend mit der Legende von Guinefort übereinstimmt und ihr wahrscheinlich die Grundlage lieferte.

4.2 Waffen in der christlichen Überlieferung sowie in Mythen und Legenden mit christlichem Bezug

In der christlichen Überlieferung sowie in Mythologie und christlichen Legenden gibt es das Motiv des Schwertes und anderer Waffen. Zu nennen sind hier vor allem die folgenden Schwerter und Waffen:

  • Die zwei Schwerter der Apostel: In Lk 22,35 fordert Jesus Christus die Apostel dazu auf, Schwerter zu kaufen. Sie präsentieren Jesus Christus anschließend zwei Schwerter, worauf er ihnen befiehl: „Genug davon!“ Vermutlich trägt Petrus eines der beiden Schwerter und versucht damit, Jesus Christus gegen die zu verteidigen, die ihn gefangen nehmen wollen. Über den weiteren Verbleib der Schwerter ist nichts bekannt. Es gibt diesbezüglich auch keine bekannten Legenden. Es wird vermutet, dass es der Wille Christi war, dass die Apostel die Schwerter nach seiner Kreuzigung zu ihrem Schutz bei sich tragen sollten.
  • Das Schwert der hl. Johanna von Orléans: Ihrer eigenen überlieferten Aussage nach habe die hl. Johanna in einer Vision den Auftrag erhalten, ein in der Kirche von Sainte-Catherine-de-Fierbois verborgenes Schwert an sich zu nehmen, das sich dort hinter dem Altar im Boden befunden habe. Auf dem zu diesem Zeitpunkt bereits alten Schwert hätten sich ihrer Beschreibung nach fünf Kreuze befunden. In ihrem Prozess weigerte sie sich, nähere Angaben zum Verbleib des Schwertes zu machen. Einer späteren Legende nach habe es sich um das Schwert Karl Martells gehandelt. Dieser habe die Kirche errichten lassen und sein Schwert dort für einen künftigen Retter Frankreichs verborgen. Einer anderen Legende nach habe er es dort als Dankesopfer für seinen Sieg in der Schlacht von Tours und Poitiers hinterlassen.
  • Die heilige Lanze: Einer Legende aus dem apokryphen Nikodemusevangelium zufolge soll der römische Zenturio Longinus Jesus Christus mit einem Speer in die Seite gestochen haben. Durch das Heilige Blut sei der kranke Longinus geheilt worden, der sich anschließend taufen ließ und später als Märtyrer starb. Seit dem frühen Mittelalter ist eines von mehreren der als Speer des Longinus angenommenen Objekte eines der Herrschaftsinsignien des Heiligen Römischen Reiches. Ein Herrscher, der diese Lanze besaß, galt als unbesiegbar.
  • Ascalon: Das Schwert oder die Lanze, mit der Sankt Georg der Legende nach den Drachen tötete und das Land, das er terrorisierte, vom Bösen befreite.
  • Durendal: Die Erzählung über das legendäre, wundertätige Schwert Rolands ist Teil mehrerer Überlieferungen und findet sich auch im Rolandslied. Laut der nordischen „Karlamagnús saga“, die den Stoff vieler verlorengegangener altfranzösischer Epen aufgenommen hat, wurde Durendal zusammen mit Almace und Curtana von Wieland dem Schmied hergestellt und an Karl den Großen übergeben. Als dieser die Schwerter testete, habe sich Durendal als das tauglichste erwiesen, gefolgt von Almace und Curtana. Er habe Durendal zunächst für sich behalten und später an Roland übergeben. Curtana habe er an seinen Paladin Holger den Dänen und Almace an Turpin, den Erzbischof von Reims der ihn auf seinem Feldzug in Spanien begleitete, übergeben.
  • Almace: Im Rolandslied ist dies der Name des Schwertes von Turpin, des Erzbischofs von Reims, der zusammen mit Roland im Kampf fällt.
  • Hauteclere: Im Rolandslied der Name des Schwertes des Ritters Oliver, der in vielen altfranzösischen Heldenliedern vorkommt
  • Curtana: Ein Schwert dieses Namens wird bei der Krönung britischer Könige verwendet. Der Legende nach soll es zuvor dem Ritter Tristan aus der Artussage sowie Holger dem Dänen, einem Paladin Karls des Großen, gehört haben und aus dem gleichen Stahl geschmiedet worden sein wie die Schwerter Joyeuse und Durendal.
  • Nagelring: Ein legendäres Schwert Dietrichs von Bern, mit dem dieser den Riesen Grim tötet
  • Mimung: Eines der legendären Schwerter Dietrichs von Bern
  • Eckesachs: Eines der legendären Schwerter Dietrichs von Bern
  • Joyeuse: Das legendäre Schwert Karls des Großen soll der Erzählung zufolge aus demselben Stahl geschmiedet worden sein wie die Schwerter Durendal und Curtana. Es wird auch im Rolandslied erwähnt.
  • Sauvagine: Einer altfranzösischen Legende nach der Name eines weiteren Schwertes von Holger dem Dänen
  • Froberge: Einer altfranzösischen Legende nach der Name des Schwertes des Ritters Renaud de Montauban (dt. Reinold von Montalban oder Reinhold von Köln, der Stadtpatron von Dortmund)
  • Tizona: Eines der Schwerter des spanischen Ritters El Cid, der im 11. Jahrhundert gegen die Mauren kämpfte. Das Schwert Tizona soll ursprünglich einem Maurenkönig gehört haben, den El Cid besiegte.
  • Colada: Ein weiteres legendäres Schwert El Cids.
  • Lobera: „Wolfstöter“; der Name des historischen Schwertes Ferdinands des III. von Kastillien
  • Excalibur: Das Schwert von König Artus in der Artussage, in anderen Überlieferungen auch „Caliburn“ genannt
  • Pridwen: Einer Legende zufolge der Schild von König Artus, auf dem sich ein Bild der Muttergottes befand
  • Rhongomiant: Einer walisischen Legende nach der Speer von König Artus, den er von Gott verliehen bekommen habe; in anderen Legenden als „Ron“ bezeichnet
  • Carnwennan: Einer walisischen Legende nach der Dolch von König Artus, den er von Gott verliehen bekommen habe
  • Der Schild des Judas Makkabäus: Laut Artussage fand ihn der Ritter Gawan, nachdem er einen bösen Ritter besiegt hatte. Der Legende nach handelt es sich um einen roten Schild, der einen goldenen Adler zeigt.
  • Der Schild des Joseph von Arimathäa: Wird in der Artussage erwähnt, wo der Schild von Parzival entdeckt wird

5 Bildende Kunst

Die christliche Kultur des schützenden Dienstes wurde auch in zahlreichen Werken der bildenden Kunst ausgedrückt.

  • Der Bamberger Reiter: Der Historiker und Mediävist Ernst Kantorowicz sah in dem Reiterstandbild im Bamberger Dom aus dem 13. Jahrhundert das Idealbild des Rittertums dargestellt.
  • Andrea del Verrocchio – Das Reiterstandbild Bartolomeo Colleonis: Colleoni war General der Republik Venedig und gilt als eine der fähigsten militärischen Gestalten des Europas des 15. Jahrhunderts. Er soll zeitweise als militärischer Führer eines nicht zustande gekommenen Kreuzzugs zur Abwehr osmanischer Angriffe in Erwägung gezogen worden sein. Das Reiterstandbild in Venedig, das ihn zeigt, gehört zu den bedeutendsten Reiterstandbildern überhaupt und betont in idealisierter Weise die soldatischen Tugenden des Dargestellten.
  • Albrecht Dürer – Ritter, Tod und Teufel (1513): Der Ritter symbolisiert das aktive, dienende Leben, das sich Risiken stellt und dabei mit dem Tod, aber auch mit der Versuchung zum Bösen konfrontiert ist.
  • Jan van Eyck – Der Genter Altar
  • Matthias Grünwald – Der Isenheimer Altar
  • Die Apokalypse von Angers (Wandteppich-Zyklus, 1382): Der durch den Weber Nicolas Bataille realisierte und durch den Maler Jan Bondol gestaltete Wandteppich wurde 1382 fertiggestellt. Das Werk wurde im Auftrag des Herzogs Ludwig I. von Anjou für den Ritterorden vom Kreuz hergestellt. Der ursprünglich rund 140 Meter lange Teppich zeigt zahlreiche Motive aus der Offenbarung des Johannes. Die Darstellungen betonen die heroischen Aspekte des überzeitlichen Kampfes zwischen den Kräften des Guten und Bösen. Kunsthistoriker bewerteten ihn als eine der bedeutendsten Umsetzungen des Themas.
  • Das Harbaville-Triptychon (ca. 950): Das Kunstwerk aus Elfenbein wurde in der Mitte des 10. Jahrhunderts in Konstantinopel mutmaßlich für den kaiserlichen Hof geschaffen. Es zeigt das Motiv Jesu Christi auf seinem Thron als Herrscher, flankiert u.a. von Soldatenheiligen.

6 Architektur

  • Burgen
  • Wehrkirchen und Kirchenburgen: Kirchen, die so verstärkt sind, dass sie zur Abwehr von Angriffen sowie als Schutzbauten geeignet sind, bezeichnet man als Wehrkirchen. Ist eine Kirche von einer für Verteidigungszwecke geeigneten Mauer umgeben, die auch andere Wehrbauten umschließt, spricht man von Kirchenburgen. Sie finden sich vor allen an den früheren Kulturgrenzen Europas; insbesondere in Regionen, die islamischen Invasionen ausgesetzt waren wie etwa in Teilen Österreichs und Rumäniens. Dort dienten sie vor allem als Schutzbauten für die Bewohner ihrer Umgebung.
  • Befestigungsanlagen: Die Befestigungsanlagen der Insel Malta wurden zwischen 1530 und 1798 durch den Johanniterorden zur Abwehr osmanischer Angriffe auf die für Europa strategisch wichtige Insel angelegt und gelten als eines der beeindruckendsten Werke militärischer Architektur weltweit. Die Festungsanlagen sind bis heute fast vollständig erhalten.

7 Film

  • Gran Torino (2008): Clint Eastwood spielt hier den Katholiken, Kriegsveteranen und Witwer Walt Kowalski, der in einem von kulturellem, moralischen und religiösen Zerfall geprägten Umfeld lebt. Alles, wofür er sein Leben lang gekämpft hat, ist gescheitert oder existiert nicht mehr. Dies hat ihn zynisch und verbittert gemacht, doch als er sich näher mit den Nöten in seiner Umgebung auseinandersetzt und persönlich mit diesen konfrontiert wird, wendet er sich wieder einem mannhaften Glauben zu und entscheidet sich zu einer letzten Tat des schützenden Dienstes und des Opfers.
  • Civilisation – A Personal View (1969-1977): In dieser von der britischen BBC produzierten Dokumentationsserie erzählt der Kunsthistoriker Kenneth Clark die Geschichte des Abendlandes als die Geschichte seiner Helden und seiner großen Werke, wobei der zentrale Beitrag des Christentums zu dieser Geschichte betont wird.

8 Handwerk

In den Klöstern des Mittelalters wurde auch das Handwerk der Waffenherstellung gepflegt und vervollkommnet. Beispiele dafür sind die hochwertigsten Schwerter der damaligen Zeit, die mutmaßlich in Klöstern hergestellt wurden.

  • Die Ulfberht-Schwerter: „Ulfberht“ ist eine moderne Transkription der Inschrift +VLFBERH+T, welche typischerweise auf frühmittelalterlichen Schwertern des 8. bis 11. Jahrhunderts zu finden ist. Es existieren viele Variationen der Inschrift, wie zum Beispiel +VLFBERHT+ oder auch VLFBERH+T. Allgemein vermutet man, dass es sich dabei ursprünglich um eine fränkische Person handelte, deren Name und Werkstatt später eine Art Handelsmarke begründeten. Es könne sich um den Schmied, aber auch um einen Herrscher oder Bischof handeln. Auf eine Werkstatt in kirchlichem Besitz verweist der Gebrauch von Kreuzen in der Signatur der Inschrift. Metallurgische Untersuchungen deuten darauf hin, dass einige der Schwerter im Kloster Fulda oder im Kloster Lorsch hergestellt wurden, wo eine Waffenproduktion historisch belegt ist. Die Charakteristika und das metallurgische Wissen der frühmittelalterlichen Schmiede machten die Schwerter zu den hochwertigsten Waffen der damaligen Zeit. Rund 170 Exemplare sind mittlerweile bekannt.
  • Die Ingelrii-Schwerter: Die Ingelrii-Gruppe besteht aus etwa 20 bekannten mittelalterlichen Schwertern aus dem 10. bis 12. Jahrhundert mit tauschierter Klingeninschrift INGELRII. Die Inschrift wird als Name des Klingenschmiedes gedeutet.

Zum entsprechenden Handwerk gehören auch Ritterrüstungen oder Kirchenglocken, die auch eine warnende und somit schützende Funktion hatten, oder die im Zusammenhang mit Ereignissen des schützenden Dienstes gefertigt wurden.