Stand: 02.04.2018

Der bekennende Katholik Arnaud Beltrame war als Offizier der paramilitärischen französischen Gendarmerie Nationale am 23.03.2018 am Einsatz gegen einen islamistischen Terroristen im südfranzösischen Trèbes beteiligt. Nachdem der Terrorist in einem Supermarkt Geiseln genommen hatte, entschloss sich Beltrame dazu, sich als Austauschgeisel zur Verfügung zu stellen. Er wurde dabei durch den Terroristen, einem aus Marokko stammenden salafistischen Muslim, tödlich verwundet. Seine Tat trug jedoch dazu bei, dass die meisten Geiseln gerettet werden konnten.

In Frankreich galt Beltrame daraufhin als „Märtyrer der Nation in ihrem Kampf gegen den islamistischen Terror“, wobei der katholische Glaube des Getöteten und seine damit verbundene Bereitschaft zum vorbehaltlosen Dienst am Nächsten hervorgehoben werden. Er wurde posthum zum Oberst ernannt, und der französische Präsident Emmanuel Macron stellte ihn in die Tradition der Helden Frankreichs, wobei er vor allem die heilige Johanna von Orleans hervorhob.

Angehörige sagten über Beltrame:

Beltrames Mutter sagte später: „Als ich gehört habe, dass sich ein Polizist hat eintauschen lassen, wusste ich sofort, dass es mein Arnaud war. Seit seiner Geburt hat er alles für sein Vaterland getan. Das war sein Grund zu leben. Zu mir sagte er immer: ‚Das ist mein Job, Maman.‘“ Sein Bruder Cédric Beltrame sagt: „Er gab sein Leben für jemand anderen. Obwohl er sicherlich wusste, dass er praktisch keine Chance hat. Trotzdem zögerte er keine Sekunde.“

Oberst Beltrame war 2008 im Alter von 33 Jahren Katholik geworden. Der Priester Jean-Baptiste, der ihn und seine Verlobte Marielle im Juni hätte trauen sollen und ihm vor seinem Tod noch die Krankensalbung spenden konnte, schrieb über den Gefallenen:

Als er an die Stelle der Geiseln trat, wurde er wahrscheinlich von seiner heroischen Auffassung des Dienstes als Offizier dazu bewegt, denn ein Gendarm zu sein bedeutete für ihn, zu schützen. Dabei war er sich der enormen Risiken bewusst. Er war sich auch seines Eheversprechens bewusst, das er Marielle gegeben hatte […]. Durfte er also dieses Risiko eingehen? Mir scheint, das nur sein Glaube die Verrücktheit seines Opfers erklären kann, das jetzt alle bewundern. Er wusste das, was Jesus uns sagte: „Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt“ (Joh15,13). Er wusste, das sein Leben begonnen hatte Marielle zu gehören, aber auch Gott, Frankreich und seinen Brüdern im Angesicht der Gefahr. Ich glaube dass nur ein von der Nächstenliebe bewegter christlicher Glaube dieses übermenschliche Opfer von ihm fordern konnte.

Oberst Beltrame werde niemals leibliche Kinder haben, aber sein Heroismus werde zahlreiche Nachfolger finden, die bereit sein werden, sich für ihr Land und sein Christentum zu opfern.

Jean-Baptiste zufolge hätten im spirituellen Leben Beltrames vor allem die heilige Muttergottes, der hl. Erzengel Michael und der hl. Joseph, der Beschützer der Familie Jesu, eine besondere Rolle gespielt.

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer sprach das Opfer Beltrames in seiner Osterpredigt an, wobei er betonte, dass Beltrame auch ein Held sowie ein „ein Beispiel für militärische Tugenden“, vor allem aber ein christlicher Märtyrer gewesen sei. Das Opfer Beltrames mache einen Teil des Ostergeheimnisses sichtbar, in dessen Zentrum der Dienst an anderen stehe. Bischof Voderholzer sagte über Oberst Beltrame und seine Tat:

Die Nachricht aus dem südfranzösischen Trèbes hat mich tief erschüttert: Arnaud Beltrame, Mitglied einer Spezialeinheit zur Terrorbekämpfung, bietet sich als Ersatz für eine als Geisel genommene Frau an. Der Geiselnehmer stimmt dem Tausch zu. Die Frau überlebt. Wenig später eskaliert die Situation. A. Beltrame wird die Kehle durchgeschnitten. Er stirbt wenige Stunden später im Krankenhaus.

Inmitten der Hölle dieses Terrors blitzt ein Licht auf, das in seiner Größe und Menschlichkeit sprachlos und andächtig macht. Für mich wird etwas vom Ostergeheimnis sichtbar.

Ein Mann setzt im vollen Bewusstsein der möglichen Folgen für jemand anders sein eigenes Leben ein. Offenbar war A. Beltrame ein praktizierender Christ. […]

Das Lebensopfer des A. Beltrame ist nicht nur ein Beispiel für militärische Tugenden, sondern macht etwas sichtbar vom Geheimnis der Pro-Existenz, vom Geheimnis des Daseins-Für andere, der Stellvertretung, die im Zentrum der Osterbotschaft steht.

„Es gibt keine größere Liebe, als wenn jemand sein Leben hingibt für seine Freunde“, sagt Jesus im Blick auf seinen nahenden Tod am Kreuz. In Trèbes hat ein Polizist sein Leben geopfert, eine Geisel gerettet und vermutlich noch größeres Unheil verhindert. Beltrame ist ein Held. Er verdient Hochachtung und Bewunderung. Im Licht des Glaubens sehe ich in ihm einen Märtyrer, einen Zeugen für die Leben schenkende und die Welt verwandelnde Kraft der göttlichen Liebe, die im Kreuz unseres Herrn Jesus Christus vollends sichtbar geworden ist. Das Geschehen zeigt, dass die Wehrlosigkeit und Selbstlosigkeit der Liebe machtvoller und kraftvoller strahlt als alle Feuerwaffen. Ich hoffe, dass sein Opfer nicht umsonst war, sondern noch mehr zum Segen wird für viele Menschen.

Ich hoffe, dass dieses Lebenszeugnis alle Kritiker und Bekämpfer des Kreuzes und der Religion des Kreuzes zu einer anderen Sichtweise bekehrt und im Kreuz das Zeichen der wehrlosen, aber letztlich alles bezwingenden Macht der göttlichen Liebe zu sehen lehrt. Ich wünsche Ihnen ein frohes und gesegnetes Osterfest!“

Auch Papst Franziskus lobte die „heldenhafte Geste“ des Gendarmen und verurteilte die von radikalen Muslimen ausgehenden „verblendeten Gewaltakte, die so viel Leid verursachen“.