In der Antike war die Annahme verbreitet, dass der Pelikan seine Jungen mit Blut füttert. Grund dafür ist vermutlich, dass sich beim Krauskopfpelikan während der Brutzeit das Gefieder im Kehlenbereich rot färbt. In der christlichen Symbolik und Ikonographie gilt der Pelikan daher als Symbol für opferbereiten Dienst im Allgemeinen und für den Opertod Jesus Christi im Speziellen.

Nach dem Physiologus, einem frühchristlichen Tierkompendium, öffnet sich der Pelikan mit dem Schnabel die eigene Brust, lässt sein Blut auf seine toten Jungen tropfen und holt sie so wieder ins Leben zurück. Dies wurde allegorisch in Bezug zum Opfertod Jesu Christi verstanden, wodurch der Pelikan zu einem in der christlichen Ikonographie häufig verwendeten Motiv wurde. Als Symbol für Christus und die Eucharistie findet er sich oft auch Abendmahlskelchen sowie an Altären und Tabernakeln.

Im Matthäus-Evangelium heißt es:

Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet und reichte ihn den Jüngern mit den Worten: Trinkt alle daraus; das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.

Matthäus 26, 27-28

Dante erwähnt in seiner Göttlichen Komödie den Pelikan als Symbol für Jesus Christus:

Er ruht am Busen unsers Pelikan; Ihn hat der Herr zur großen Pflicht erlesen, als er den Martertod am Kreuz empfah’n.

Der hl. Thomas von Aquin dichtete im Hymnus „Adoro te devote“:

Gleich dem Pelikane starbst du, Jesu mein.
Wasch mit deinem Blute mich von Sünden rein.
Schon ein kleiner Tropfen sühnet alles Schuld,
bringt der ganzen Erde Heil und Huld.

Stand: 15.03.2017