1. Der heilige Erzengel Michael

Sankt Michael ist einer der Erzengel genannten, vom Christentum und anderen Religionen angenommenen geistigen Wesenheiten. In der christlichen Wahrnehmung gilt er als Streiter Gottes, der das Volk Gottes und die christliche Ordnung beschützt. Er repräsentiert zudem die das christliche Gemeinwesen schützenden männlichen Tugenden.

Als Gott die Engel auf ihre Bereitschaft zu dienen prüfte, antwortete Luzifer der Überlieferung nach, dass er nicht zu dienen bereit sei. Sankt Michael hingegen war gehorsam und stellte sich in den Dienst. Sein Name bedeutet in hebräischer Sprache: „Wer ist wie Gott?“, was als Antwort auf die überzeitliche Revolte gegen die im Transzendenten wurzelnde Ordnung und als Leitsatz des Kampfes der treu zu Gott und seiner Ordnung stehenden geistigen Kräfte zu verstehen ist. Sankt Michael wird zudem die Antwort „serviam“ („ich werde dienen“) als Antwort auf das „non serviam“ Luzifers zugeschrieben.

2. Sankt Michael als Drachentöter

Josse Lieferinxe – Sankt Michael tötet den Drachen (Wikimedia Commons/gemeinfrei)

Das Bild des Drachen als Feind des Menschens findet sich im christlichen Kontext im Alten Testament (etwa in Gen 3,1) sowie in der Offenbarung des Johannes (etwa in Offb 12), wo der heilige Erzengel Michael als Drachentöter beschrieben wird. Der Drache ist hier insbesondere der Feind Evas (in Gen 3,1) sowie der Feind der als Maria gedeuteten apokalyptischen Frau.

In der Kunst wird auch Jesus Christus bzw. das Lamm Gottes vereinzelt als Drachentöter dargestellt.

3. Andere Drachentöter in christlichen Legenden

Drachentöter treten in der christlichen Überlieferung darüberhinaus in vielfacher Gestalt auf. Der bekannteste legendäre Drachentöter ist der heilige Georg.

Die heilige Margareta von Antiochia ist eine der seltenen Drachentöterinnen. Gelegentlich wird die heilige Martha von Bethanien als Drachentöterin genannt, jedoch hat sie den Drachen Tarasque stattdessen gezähmt. Auch dem heiligen Marcellus von Paris wird das Wunder der Drachenzähmung zugeschrieben.

4. Das Motiv des Drachentöters außerhalb des Christentums

Bei den Drachentötern der Legenden und Mythen handelt sich um Männer, die gegen das Böse kämpfen und dazu Tugend aufbringen müssen. Ein Drachentöter befreit zumeist durch seine Tat die Menschen aus der Umgebung vor Überfällen und Verwüstungen durch den feuerspeienden Drachen oder aus einer langanhaltenden Dürre. Manchmal rettet er (Jung)Frauen aus der Gefangenschaft in der Drachenhöhle oder gewinnt Zugang zu einem Schatz, der vom Drachen verwahrt und bewacht wurde.

Das Motiv ist wie das Motiv des Drachens offenbar universell verbreite und so tief in der europäischen Kultur verwurzelt, dass es auch in den populären Mythen der Gegenwart eine promimente Rolle spielt.

Stand: 11.08.2017