Stand. 12.01.2018

  • Maria vom Siege: Darstellungen in der Offenbarung des Johannes, welche die als Maria gedeutete apokalyptische Frau auf einem Halbmond stehend beschreiben („Mondsichelmadonna“), trugen mutmaßlich dazu bei, dass sich viele Gläubige vor allem im Zusammenhang mit der Bedrohung des Christentums durch die Osmanen an Maria wandten. Der Überlieferung nach habe bei der Belagerung der Johanniter auf der Insel Rhodos durch die Osmanen im Jahr 1480 eine „mit glänzendem Schild und Lanze bewaffnete Jungfrau gefolgt von den ‚Himmlischen'“ die Osmanen in die Flucht geschlagen. Die Verehrung der „Mutter vom Großen Sieg“ war in Europa nach der erfolgreichen Abwehr der osmanischen Bedrohung bei Lepanto 1571 und bei Wien 1683, die auf ihr Wirken zurückgeführt wurde, weit verbreitet. Nach dem Sieg rief Papst Pius V. das Fest „Beatae Mariae Virginis de Victoria“, („Unserer Heiligen Frau der Siege“) aus, das „an jedem ersten Sonntag im Oktober in allen Kirchen mit einem Rosenkranzaltar gefeiert werden sollte. Nach der zweiten Wienbelagerung im Jahre 1683, die 30 Tage nach Mariä Himmelfahrt für die Christen entschieden worden war, ordnete Papst Innozenz XI. für die ganze Kirche das Gnadenfest Mariä Namen an, das jährlich in Gedenken an Wien begannen werden sollte. Die über die Osmanen triumphierende Muttergottes wurde in diesem Zusammenhang in der Kunst auch als „Türkenmadonna“ dargestellt.
  • Die Schutzmantelmadonna: Es handelt sich um eine Form der Mariendarstellung, die die Gläubigen unter ihrem ausgebreiteten Mantel birgt. Diese Haltung symbolisiert den Schutz Mariens. Während des 30-jährigen Krieges entstand dieses Lied, welches das Schutzmantelmotiv aufgreift (GL 534): „Maria breit den Mantel aus/mach Schirm und Schild für uns daraus/lass uns darunter sicher stehn/bis alle Stürm vorüber gehn.“
  • Die neun guten Helden: Ein seit dem 14. Jahrhundert in ganz Europa verbreitetes kunstgeschichtliches Motiv, das ritterliche Idealgestalten beschreibt
  • Sankt Michael der Drachentöter: Das Bild des Drachen als Feind des Menschen findet sich im christlichen Kontext im Alten Testament (etwa in Gen 3,1) sowie in der Offenbarung des Johannes (etwa in Offb 12), wo der heilige Erzengel Michael als Drachentöter beschrieben wird. Der Drache ist hier insbesondere der Feind Evas (in Gen 3,1) bzw. des Volk Gottes sowie der Feind der als Muttergottes gedeuteten apokalyptischen Frau und ihrer Nachkommen. Gelegentlich wird in der Kunst auch Jesus Christus als Drachentöter dargestellt.