Stand: 25.10.2017

1. Leben und Persönlichkeit

Don Juan de Austria (Ritter Johann von Österreich; geb. 24.02.1547 in Regensburg; gest. 01.10.1578 in Bouge) war Befehlshaber der spanischen Flotte. Er war der außereheliche Sohn Kaiser Karls V. und der aus Regensburg stammenden Barbara Blomberg.

Er soll sich durch besondere Manieren und Marienverehrung ausgezeichnet und vor allem Ritterromane gelesen haben. Er galt zudem als besonders tapfer und habe sich schon früh zum Kriegswesen hingezogen gefühlt.

Seinen Wunsch, im Jahr 1565 an der Verteidigung von Malta gegen die türkische Belagerung teilzunehmen, lehnte König Philipp II. ab. Er ernannte Juan aber 1568 zum Befehlshaber der spanischen Mittelmeerflotte. Von 1569 bis 1571 leitete Juan de Austria den Kampf gegen aufständische Mauren in den andalusischen Alpujarras.

2. Die Seeschlacht von Lepanto

Wegen der wachsenden osmanischen Bedrohung Europas im Mittelmeer wurde im Vatikan die Heilige Liga gegründet, die ein frühes europäisches Verteidigungsbündnis darstellt. Auf Veranlassung von Papst Pius V. wurde der junge Don Juan de Austria 1571 als Generalkapitän der Meere zum Oberbefehlshaber der Flotte ernannt.

Er führte diese Flotte mit Schiffen aus Spanien, Venedig, Savoyen, Genua, Malta, Toskana sowie aus päpstlichen Schiffen am 7. Oktober 1571 siegreich in der Seeschlacht von Lepanto gegen die Osmanen, was den Beginn des Niedergangs der osmanischen Herrschaft über den östlichen Mittelmeerraum und Südosteuropa und somit einen entscheidenden Wendepunkt im Kampf um die Verteidigung Europas gegen Invasionen aus dem Nahen Osten markiert.

  • Papst Pius V. nannte Don Juan de Austria mit den Worten der Bibel einen „von Gott gesandten Menschen, dessen Name war Johannes.“
  • Seinen Anteil an der Kriegsbeute überließ er den Verwundeten, zu denen auch der spanische Dichter Miguel de Cervantes gehörte, der in dieser Schlacht seine linke Hand verlor.
  • Nach seinem Sieg bei Lepanto planten ihn die Päpste Pius V. und Gregor XIII. mit einem Königreich zu belohnen.
  • Zum ersten Jahrestag seines Sieges wurde 1572 das Rosenkranzfest eingeführt, um die Fürsprache der heiligen Mutter Gottes während der Schlacht zu unterstreichen. Der Tag des Sieges bleibt bis heute der katholische „Gedenktag Unserer Lieben Frau vom Sieg“, später in „Gedenktag Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz“ umbenannt.

3. Einsatz im Kampf gegen arabische Piraten in Nordafrika

1573 brach er mit der spanischen Flotte von Neapel nach Nordafrika zum Kampf gegen die dortigen, mit den Osmanen verbündeten arabischen Piraten auf. Hier gelang ihm die Eroberung von Tunis, das jedoch bald darauf wieder von den Osmanen zurückerobert wurde. Ein neuerlicher Angriff wurde Don Juan vom König untersagt.