Stand: 25.10.2017

Johann III. Sobieski war ein polnischer König, der eine entscheidende Rolle bei der Abwehr der islamischen Expansion in Südosteuropa im 17. Jahrhundert spielte.

Nach Beginn eines erneuten osmanischen Feldzugs in Richtung Mitteleuropa erließ er 1683 auf Ansuchen von Papst Innozenz XI. das allgemeine Adelsaufgebot und zog mit seinem Heer nach Wien, um die Verteidigung der Stadt gegen die Angreifer zu unterstützen.

In der Schlacht am Kahlenberg schlug eine von ihm geführte multinationale europäische Armee am 12. September 1683 die osmanische Armee unter Großwesir Kara Mustafa, was die osmanische Offensive und die Belagerung Wiens beendete. Von der Bevölkerung Wiens wurde er als „Türkenbefreier“ gefeiert. In der folgenden Gegenoffensive konnte auch das Königreich Ungarn von der osmanischen Herrschaft befreit werden.

Es handelte sich dabei um eine der wichtigsten militärischen Leistungen der abendländischen Geschichte, welche die islamische Expansion im Südosten Europas für lange Zeit beendete.

Mit der islamischen Welt war er aufgrund seiner Tätigkeit als Botschafter im Osmanischen Reich ab 1654 vertraut.

Er ist bis heute einer der beliebtesten historischen Herrscher Polens, nach dem weiterhin zahlreiche Straßen und Schulen benannt sind.

In einer Biographie über ihnen heisst es, er sei „zum Helden geboren und erzogen worden.“ Sein Vater habe ihn von früher Kindheit an auf spätere militärische und politische Führungsämter vorbereitet, indem er ihn zu Tapferkeit und Disziplin erzogen, aber auch einer klassischen Bildung unterzogen habe. Außerdem lernte er früh die türkische Sprache. Er habe sich durch besondere Marienverehrung ausgezeichnet und zudem die osmanischen Invasionen nicht nur als Bedrohung Polens, sondern des gesamten Christentums verstanden.

Die Taten Sobieskis sollen J.R.R. Tolkien zur Beschreibung des Kavallerieangriffs der Rohirrim gegen die Armeen inspiriert haben, die in seiner Herr-der-Ringe-Trilogie die Stadt Minas Tirith belagerten.