Stand: 07.08.2018

In der Geschichte des Christentums gab es von Karl Martell bis Claus Schenk Graf von Stauffenberg zahlreiche Personen von historischer Bedeutung, die sich durch militärischen Dienst oder durch andere Taten schützend um das Christentum verdient gemacht haben.

Einige der katholischen Heilige, die in diesem Zusammenhang wirkten, werden an anderer Stelle nocheinmal gesondert erwähnt.

1. Persönlichkeiten des Kampfes gegen die totalitären Ideologien des 20. Jahrhunderts

  • Johannes Paul II. (1920-2005): Der katholische Heilige war geistiger Führer des Westens bei dessen Verteidigung gegen die Herausforderung durch die totalitären Ideologien der Moderne
  • Theodor Groppe (1882-1973): Der Generalleutnant der Wehrmacht wurde wegen seines entschlossenen katholischen Glaubens auch „Schwarzer General“ genannt. Im Ersten Weltkrieg erhielt er den Orden „Pour le Mérite“, die höchste preußische Tapferkeitsauszeichnung. Als Kommandeur der 214. Infanteriedivision erließ er zu Beginn des Zweiten Weltkriegs an der Westfront einen Divisionsbefehl, demzufolge von den Nationalsozialisten geplante Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung mit militärischen Mitteln zu unterbinden seien. Der durch Heinrich Himmler wegen seines Widerstands später angeordneten Erschießung entging General Groppe durch Untertauchen.
  • Konrad Adenauer (1876-1967): Er gehörte zu den katholischen Staatsmännern, unter deren Führung der Wiederaufbau Westeuropas und seine Verteidigung gegen den Kommunismus nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte. Zuvor war Adenauer als Politiker der katholischen Zentrumspartei und als Oberbürgermeister von Köln auch als Gegner des Nationalsozialismus in Erscheinung getreten.
  • Die Märtyrer des Widerstands gegen den Nationalsozialismus in Deutschland (1933-1945): Das „Martyrologium Germanicum“ erfasst 415 katholische deutsche Märtyrer, die neben den vielen Märtyrern anderer Konfessionen und denen aus anderen Ländern Europas durch Nationalsozialisten wegen ihres Glaubens getötet wurden. Es enthält unter anderem Mitglieder der Weißen Rose und des Kreisauer Kreises. Zu den bislang heiliggesprochenen Märtyrern des Widerstands gehört u.a. Alfred Delp.
  • Claus Schenk Graf von Stauffenberg (1907-1944): Stauffenberg stammte aus einer Familie mit jahrhundertelanger Soldatentradition. Er war ein gläubiger Katholik und einer der Führer des militärischen Widerstands gegen den Nationalsozialismus, der durch sein Handeln dazu beitragen wollte Deutschland wieder an seine abendländischen geistigen Wurzeln anzubinden. Der Überlieferung nach waren seine letzten Worte „Es lebe das heilige Deutschland!“
  • Sophie Scholl (1921-1943): Die Protestantin wurde unter dem Eindruck der Schriften des hl. Augustinus und des katholischen Schriftstellers Georges Bernanos zur entschiedenen Gegnerin des Nationalsozialismus. Als Mitglied der christlichen Widerstandsorganisation „Weiße Rose“ strebte sie die Errichtung eines „neuen geistigen Europas“ an. Der ihre Hinrichtung  leitende Beamte sagte später, er habe niemals jemanden so tapfer sterben sehen wie sie. Zu ihren Lieblingszitaten zählte dieses des katholischen Philosophen Jacques Maritain: „Man muss einen harten Geist und ein weiches Herz haben.“
  • Maximilian Kolbe (1894-1941): Der katholische Heilige und unbesiegte Märtyrer von Auschwitz, der ursprünglich Soldat werden wollte und die Militia Immaculatae gründete, ist einer der bekanntesten katholischen Heiligen des 20. Jahrhunderts. „Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.“ (Joh 15,13)
  • Die Märtyrer des Widerstands gegen den Kommunismus in Spanien (1936-1939): Über 6.000 Bischöfe, Priester, Ordensleute und katholische Laien wurden im spanischen Bürgerkrieg von Kommunisten wegen ihres Glaubens getötet. Die Päpste Johannes Paul II., Benedikt XVI. und Franziskus haben bislang über eintausendsiebenhundert von ihnen selig- und elf heiliggesprochen. Bei weiteren zweitausend Märtyrern lief das Seligsprechungsverfahren 2017 noch. Die Seligsprechung von 522 der Märtyrer im Auftrag von Papst Franziskus im Oktober 2013 war die größte Seligsprechungsfeier in der Geschichte der katholischen Kirche. Von dem zum Zeitpunkt seines Todes jüngsten dieser Heiligen, Bartolomé Blanco, sind diese letzten Worte überliefert: „Wer für Jesus Christus stirbt, sollte dies mit dem Gesicht nach vorne und in aufrechter Haltung tun. Lang lebe Christus der König!“

2. Persönlichkeiten des Kampfes gegen die Revolutionen des 18. und 19. Jahrhunderts

  • José Sánchez del Río (1913-1928): Der katholische Heilige kämpfte während der Guerra Cristera auf Seiten der Cristeros gegen das christenfeindliche Calles-Regime in Mexiko. Nach seiner Gefangennahme versuchte man, ihn durch Folter zur Verleugnung seines Glaubens zu zwingen, was nicht gelang.
  • Hermann von Kanzler (1822-1888): Der aus Baden stammende Soldat diente ursprünglich bei den Dragonern, quittierte aufgrund der kirchenfeindlichen Haltung der badischen Regierung jedoch zusammen mit seinem Vorgesetzten den Dienst und trat in die päpstliche Armee ein. Wegen besonderer Leistungen, die er als Offizier bei der Verteidigung des Kirchenstaates gezeigt hatte, wurde er zum General befördert und war später der letzte Oberkommandierende der Päpstlichen Armee im Kirchenstaat.
  • Andreas Hofer (1767-1810): Der gläubige Katholik war der Führer der Widerstandsbewegung in Tirol gegen die bayerische und französische Besetzung seiner Heimat. Ein Motiv des Widerstands war dabei auch die Ablehnung von Eingriffen der revolutionären Ideologien folgenden Besatzer in das religiöse Leben, etwa in Form des Verbotes von Prozessionen, Wallfahrten und des Rosenkranzgebets.
  • Jacques Cathelineau (1759-1793): Er war einer der Kommandeure des katholischen Widerstands gegen den Terror der Französischen Revolution in der Vendée. Wegen seiner besonderen Frömmigkeit wurde er im Volksmund auch als „der Heilige von Anjou“ bezeichnet. Das kirchliche Verfahren zu seiner Heiligsprechung wurde wegen des Verlustes der Unterlagen im Zweiten Weltkrieg abgebrochen.

3. Persönlichkeiten des Abwehrkampfes gegen die Osmanen

  • Gideon Ernst von Laudon (1717-1790)
  • Matthias Johann Graf von der Schulenburg (1661-1747): Er war Generalfeldmarschall im Dienste der Republik Venedig und begann seinen Dienst im Jahre 1687, als er als Freiwilliger mit den kaiserlichen Truppen in Ungarn gegen die Osmanen kämpfte. Die von ihm im Dienste Venedigs erfolgreich geleitete Verteidigung Korfus (vom 25.07.-20.08.1716) gegen die Osmanen  gilt als eine der größten militärischen Leistungen der neuzeitlichen Kriegsgeschichte. Sie wurde von Antonio Vivaldi im Oratorium „Juditha Triumphans“ allegorisch gewürdigt. In späteren Jahren widmete er sich dem Ausbau von Festungen und der Defensivstreitkräfte Venedigs im Adriaraum.
  • Ludwig Andreas von Khevenhüller (1683-1744)
  • Prinz Eugen von Savoyen (1663-1736): Der im Dienst Österreichs stehende Feldherr befreite im Großen Türkenkrieg Ungarn und große Teile des Balkans von osmanischer Herrschaft. Der überzeugte Christ trug als Zeichen seiner Haltung ein Bild der Marienzeller Madonna über dem Herzen auf seinem Brustpanzer. In der Schlacht bei Zenta errangen die kaiserlichen Truppen unter seinem Oberbefehl am 11. September 1697 einen bedeutenden Sieg über die Osmanen. Dieser Sieg führte schließlich zum Frieden von Karlowitz, der den Großen Türkenkrieg (1683–1699) beendete.
  • Maximilian II. Emanuel (1662-1726)
  • Abraham a Sancta Clara (1644-1709): Er wurde unter dem Namen Johann Ulrich Megerle geboren und gilt als bedeutendster katholischer deutscher Prediger und Poet der Barockzeit. Während der türkischen Belagerung Wiens 1683 unterstützte er die Verteidigung der Südostflanke Europas durch öffentlich stark wahrgenommene Predigten, bis letztlich die vereinigten Streitkräfte unter Führung des polnischen Königs Johann III. Sobieski in der Schlacht am Kahlenberg die Stadt befreien konnten. Die Belagerung Wiens durch die Türken inspirierte Abraham zur Kampfschrift Auff, auff, ihr Christen! (1683), in der Darstellungen türkischer Geschichte und Kultur mit Aufforderungen zum Kampf, zur Einigkeit und zur Buße wechselten.
  • Ludwig Wilhelm von Baden-Baden (1655-1707): Er war Generalleutnant aller kaiserlichen Truppen und ein siegreicher Feldherr in den Türkenkriegen und wurde auch „Türkenlouis“ genannt. Die Osmanen nannten ihn wegen seiner roten Uniformjacke, die weit über die Schlachtfelder zu sehen war, den „Roten König“. Zu Lebzeiten wurde er wegen seiner Leistungen bei der Rettung des Abendlandes vor den ssmanischen Invasoren gefeiert, stand später jedoch im Schatten seines Cousins Prinz Eugen.
  • Graf Ernst Rüdiger von Starhemberg (1638-1701): Er war Stadtkommandant von Wien während der Zweiten Wiener Türkenbelagerung und hielt die Stadt gegen zahlmäßig stark überlegene osmanische Kräfte bis zum Eintreffen des Entsatzheeres unter der Führung König Johann III. Sobieskis. Durch einen Ausbruch aus der Stadt nach dem Eintreffen des Entsatzheeres setzten sie die Belagerer zusätzlich unter Druck, so dass diese schließlich besiegt werden konnten.
  • Marco d’Aviano (1631-1699): Der Kapuziner und Ordenspriester war u.a. päpstlicher Legat bei der zweiten osmanischen Belagerung Wiens 1683. Er überzeugte Karl V. von Lothringen , König Johann III. Sobieski den Oberbefehl des Entsatzheeres zu übergeben und dieses nach Wien zu ziehen. Während der entscheidenden Schlacht am Kahlenberg habe er die christlichen Soldaten durch Predigten motiviert und sei ihnen mit einem erhobenen Kreuz vorangegangen. Wegen seines Einsatzes gilt er als einer der Retter Wiens. Bis 1689 nahm er als Prediger und Seelsorger an weiteren Abwehrkämpfen gegen die Osmanen teil. Seine Seligsprechung erfolgte 2003.
  • König Johann III. Sobieski (1629-1696): Der polnische König spielte als Führer eines multinationalen europäischen Heeres u.a. bei der Beendigung der Belagerung Wiens im Jahre 1683 eine entscheidende Rolle bei der Abwehr der islamischen Expansion in Südosteuropa im 17. Jahrhundert.
  • Adolf Graf von Schwarzenberg (1551-1600)
  • Stephan Báthory (1533-1586): Als König von Polen förderte er mit Unterstützung jesuitischer Bildungstätigkeiten die Rekatholisierung des Landes. Er schuf so die kulturellen Grundlagen dafür, dass Polen sich zu einer Bastion des Katholizismus entwickelte und wesentlichen Anteil am christlichen Sieg über die osmanischen Invasionswellen im 17. Jhd. sowie am Ende der kommunistischen Herrschaft über Osteuropa hatte.
  • Ritter Johann von Österreich (1547-1578)
  • Pius V. (1504-1572): Er wurde 1712 heiliggesprochen, wofür auch der als wundersam angesehene Sieg der Heiligen Liga über das Osmanische Reich in der Seeschlacht von Lepanto vom 7. Oktober 1571 eine zentrale Rolle spielte. Dieser Sieg rettete das christliche Europa vor der osmanischen Bedrohung. Man führte diesen auf die Hilfe der Muttergottes, der „Mutter vom großen Sieg“, zurück. Pius V. hatte zu entsprechenden Gebeten aufgerufen und zudem die Heilige Liga europäischer Staaten zur Abwehr dieser Bedrohung ins Leben gerufen, was zuvor als politisch unmöglich gegolten hatte. G.K. Chesterton würdigte seinen Einsatz im Gedicht „Lepanto“.
  • Marco Antonio Bragadin (1523-1571): Als venezianischer Offizier führte er die Verteidigung Zyperns gegen zahlenmäßig weit überlegene osmanische Kräfte in den Jahren 1570 und 1571. Die von ihm und den anderen Verteidigern dabei gezeigten außergewöhnlichen militärischen Leistungen banden starke osmanische Kräfte und ermöglichten den christlichen Verteidigern des ostwärtigen Mittelmeerraums die Vorbereitung weiterer Abwehrmaßnahmen im Vorfeld der entscheidenden Seeschlacht von Lepanto. Als die Osmanen unmittelbar vor der Eroberung Famagustas standen, versuchte er mit ihnen die Evakuierung der christlichen Bevölkerung auszuhandeln. Die von Lala Mustafa Pasha geführten osmanischen Kräfte brachen das Abkommen jedoch, verübten ein Massaker an den Christen der Stadt und folterten Bragadin auf besonders grausame Weise zu Tode. Die Nachricht über die Gräueltaten der Osmanen fanden weitete Verbreitung und trugen maßgeblich zur Entschlossenheit der Soldaten der Heiligen Liga in der Seeschlacht von Lepanto bei.
  • Jean Parisot de la Valette (1494-1568): Er war Admiral der Flotte und später Großmeister des Malteserordens, unter dessen Führung die osmanische Belagerung der für die Verteidigung des westlichen Mittelmeerraumes wichtigen Insel Malta 1565 abgewehrt wurde. Als die Angreifer über eine eingestürzte Bastion in die Festungsanlagen einzudringen begannen, soll er im Alter von über 70 Jahren persönlich den Gegenangriff angeführt haben. Nach hohen Verlusten sollen zuletzt 600 Mann die Insel gegen mehrere zehntausend angreifende Osmanen gehalten haben. Eine Inschrift an seinem Grab bezeichnet ihn als den „Wächter Europas“. Die Hauptstadt Maltas, Valetta, wurde nach ihm benannt.
  • Philipp der Streitbare (1503-1548)
  • Wilhelm von Roggendorf (1481-1541): Er war Befehlshaber der schweren Kavalleriekräfte bei der Abwehr der Ersten Wiener Türkenbelagerung. Auf Anordnung Kaiser Franz Josef I. von Österreich wurde er 1863 in die Reihe der „berühmtesten, zur immerwährenden Nacheiferung würdigen Kriegsfürsten und Feldherren Österreichs“ aufgenommen.
  • Niklas Graf Salm (1459-1530): Er organisierte und leitete die erfolgreiche Verteidigung Wiens gegen die Erste Wiener Türkenbelagerung. Sein Grab befindet sich in der Votivkirche in Wien. Auf Anordnung Kaiser Franz Josef I. von Österreich wurde er 1863 in die Reihe der „berühmtesten, zur immerwährenden Nacheiferung würdigen Kriegsfürsten und Feldherren Österreichs“ aufgenommen.
  • Die Märtyrer von Otranto (1480): 800 Süditaliener, die sich nach der Eroberung ihrer Stadt durch Muslime weigerten, zum Islam zu konvertieren. Sie waren „gehorsam bis zum Tod“ (Phil 2,8) und wurden 2013 von Papst Franziskus heiliggesprochen.
  • Georg Kastriota („Skanderbeg“, 1405-1468): Durch seine Verteidigung Albaniens gegen die Osmanen wurde er berühmt und erhielt 1457 von Papst Calixtus III. sowohl den Titel „Fidei defensor“ (Verteidiger des Glaubens) als auch den Ehrentitel „Athleta Christi“ (Verteidiger des Christentums).
  • Enea Sylvio Piccolomini (Pius II., 1405-1464): Der Humanist und Universalgelehrte trat nach der Eroberung Konstantinopels und der Vernichtung des Byzantinischen Reiches durch die Osmanen sein Amt als Papst Pius II. an. Vor dem Hintergrund der Bedrohung Europas entwickelte er ein humanistisches Bildungskonzept, das Adelige dazu befähigen sollte, den mit der osmanischen Bedrohung verbundenen Herausforderungen in militärischen und politischen Führungsfunktionen sowie als kulturelles Vorbild entgegenzutreten.
  • Johann Hunyadi (ca. 1387/1407-1456): Der ungarische Heerführer und Staatsmann kämpfte vor allem gegen die Osmanen und gilt als beispielhafte Verkörperung des christlichen Rittertums.
  • Johannes von Capestrano (1386-1456): Der katholische Heilige, franziskanische Ordenspriester und Wanderprediger engagierte sich nach dem Fall Konstantinopels in besonderem Maße für die Mobilisierung von Verteidigung gegen die osmanische Bedrohung Europas. So führte er etwa den Reichsfürsten auf mehreren Reichstagen die drohende Gefahr vor Augen. Einer Predigt, welche die fast schon geschlagenen Verteidiger Belgrads im Jahre 1456 gestärkt habe, wird deren Sieg über die Angreifer und die damit verbundene Rettung Europas zugeschrieben.

4. Persönlichkeiten der spanischen Reconquista

  • Juan de Ribera (1533-1611): Der katholische Heilige und Erzbischof von Valencia vermittelte als Missionar das Christentum den nach der Befreiung von der islamischen Besatzung in Spanien verbliebenen Muslimen und organisierte die Umsiedlung derjenigen, welche die Integration in das christliche Spanien verweigerten, nach Nordafrika in den Jahren ab 1609. Pius V. nannte ihn ein „Licht für ganz Spanien“. Er wurde 1960 heiliggesprochen, und sein Gedenktag ist der 6. Januar.
  • Isabella I. von Kastilien (1451-1504): Die auch „Isabella die Katholische“ genannte Königin von Kastilien, Leon und Aragón war zusammen mit ihrem Gatten Ferdinand II. nach fast 800 Jahren Kampf verantwortlich für die endgültige Befreiung Spaniens von islamischer Herrschaft und Präsenz. Sie war zudem ein Förderer von Christoph Kolumbus und trug so zur Schaffung der Grundlagen der Christianisierung der Neuen Welt bei. 1974 eröffnete Papst Paul VI. den Seligsprechungsprozess.
  • Ferdinand III. von Kastilien (1199-1252): Der katholische Heilige habe sich durch besondere Frömmigkeit ausgezeichnet und diente zunächst als Ritter. Als König vereinte er die spanischen Königreiche Kastilien, Léon, Asturien, Galicien und Kastilien und schuf dadurch eine der Voraussetzungen für die Befreiung der iberischen Halbinsel von der islamischen Herrschaft. Als militärischer Führer war er zudem in vielen Schlachten gegen muslimische Heere siegreich, befreite weite Teile der Halbinsel, veranlasste die Auswanderung der muslimischen Besatzer aus den befreiten Gebieten und ermöglichte die Wiederansiedlung von Christen dort. Bereits zu Lebzeiten wurde er als Heiliger verehrt. Sein unverwester Leichnam befindet sich in der Kathedrale von Sevilla. 1671 wurde er von Papst Klemens X. heiliggesprochen.
  • Rodrigo Díaz de Vivar („El Cid“, ca. 1045-1099)
  • Pelagius von Asturien („Pelayo“, gest. ca. 737): Der Überlieferung nach war er der Gründer des ersten christlichen Staates, der auf der iberischen Halbinsel nach der muslimischen Eroberung entstand. Unter seiner Führung gelang zudem der erste Sieg eines christlichen Heeres im Zuge der Abwehr dieser Invasion.

5. Persönlichkeiten des Kampfes um das Heilige Land

  • Franz von Assisi: (ca. 1181-1226): Dem Religionswissenschaftler Lawrence Cunningham zufolge habe der Heilige sich und seine Ordensbrüder als Ritter betrachtet, die einen geistlichen Kreuzzug führen würden. Er betrachtete zudem diejenigen, die im Kampf zur Verteidigung des Christentums getötet wurden, als Märtyrer. In seinem Orden war die Bereitschaft verbreitet, in Folge der geistlichen Herausforderungen des Islams zum Märtyrer zu werden. In diesem Zusammenhang beteiligte auch er sich als Missionar an den Kreuzzügen, wobei es ihm gelang, zum Führer der islamischen Armee in Ägypten, dem Sultan al-Kamil, vorzudringen. Durch die Bekehrung al-Kamils wollte er den Konflikt beenden.
  • Bernhard von Clairvaux (1090-1153): Der aus dem burgundischen Hochadel stammende hl. Bernhard war Sohn des Ritters Tecelin und trat im Jahre 1112 trat er in das Kloster Cîteaux ein. Kurz darauf wurde er zum Vorsteher der Abtei von Clairvaux ernannt, die sich unter seiner Leitung zur bedeutendsten Abtei des Ordens entwickelte. Unter seiner Führung wurden über 300 neue Klöster des Ordens gegründet, dessen Leiter er schließlich wurde. In seinen Predigten setzte er sich vor dem Hintergrund der Herausforderung der Bedrohung durch den Islam auch mit den militärischen Aspekten des Christentums auseinander und war zudem ein Vordenker des ritterlichen Ideals und des christlichen Soldatentums.
  • Hugues de Payns (dt. Hugo von Payns, ca. 1070-1136): Der französische Adelige, der am Ersten Kreuzzug teilgenommen hatte, pilgerte um 1114 nach Jerusalem und ließ sich dort nieder.  Aufgrund islamischer Angriffe auf christliche Pilger entwickelte er den Plan, eine Gemeinschaft von Rittern einzurichten, die nach den Regeln eines Mönchsordens lebten, und die sich dem Schutz der Pilger vor feindlichen Übergriffen widmen sollte. Aus diesem Gedanken heraus entstand der Templerorden, dessen erster Großmeister er wurde.
  • Gottfried von Bouillon (ca. 1060-1100): Er war ein Heerführer beim Ersten Kreuzzug, der durch besondere Tapferkeit in Erscheinung trat und nach der Befreiung Jerusalems der erste Regent des neu gegründeten Königreichs Jerusalem wurde. Er lehnte die Königswürde ab, da er sich nicht in der Stadt, in der Jesus Christus die Dornenkrone getragen hatte, zum König krönen lassen wollte, und nahm statt dessen den Titel „Beschützer des Heiligen Grabes“ an. Seit dem 14. Jahrhundert wurde er zu den idealen Rittern gezählt, die als die Neun Guten Helden bekannt wurden.

6. Die Verteidiger des Ostens

  • Hermann von Salza (1162-1239): Er war ein Hochmeister des Deutschen Ordens und gilt als der Ahnherr des späteren Preußens.
  • Albrecht I. (ca. 1100-1170): Er wurde auch „Albrecht der Bär“ genannt und nahm am Wendenkreuzzug gegen die heidnischen Slawen teil. Unter seiner Führung gelang zudem die Wiedereingliederung der im Großen Slawenaufstand 983 verloren gegangenen Nordmark in das Reich.

7. Persönlichkeiten des Abwehrkampfes gegen die Wikinger

  • Byrhtnoth (gest. 991): Er war ein im Dienst König Æthelreds stehender Führer der christlichen Angelsachsen in der Schlacht von Maldon im Osten Englands gegen eine Invasion heidnischer Wikinger und wurde in der Schlacht getötet. Seine Taten sind Gegenstand des altenglischen Gedichts „The Battle of Maldon“.
  • Die Ebstorfer Märtyrer (880): 879 fielen heidnische Normannen im Zuge der Wikingerüberfälle in Niedersachsen ein und griffen die dort lebenden Christen an. Unter der Führung von Herzog Bruno von Sachsen und mehrerer Bischöfe stellte sich ihnen am 02. Februar 880 mutmaßlich im Raum Stade ein christliches Heer entgegen, das von den Normannen geschlagen wurde. Die Gefallenen wurden als Märtyrer heiligesprochen, darunter auch Bruno von Sachsen sowie die Bischöfe Theoderich und Markward. Insgesamt sind 32 der Heiligen namentlich bekannt. Um die Schlacht und die Märtyrer bildeten sich zahlreiche Legenden.

8. Die Begründer und ersten Beschützer des Abendlandes

  • Kaiser Otto I. (912-973): Im Jahre 955 wurde unter seiner Führung bei er Schlacht auf dem Lechfeld der endgültige Sieg über die Magyaren errungen, deren Invasionen damit endeten. Otto I. erwarb sich dadurch den Ruf eines Retters des Christentums. Der Überlieferung zufolge sei er während der Schlacht mit der Heiligen Lanze seinem Heer vorangegangen. Er wurde im Jahre 962 durch den Papst zum ersten römisch-deutschen Kaiser gekrönt. Er schuf die Voraussetzungen für die Christianisierung der Slawen und der Magyaren, und unter seiner Herrschaft setzte eine kulturelle Blütezeit ein.
  • König Heinrich I. (876-936): Als König des Ostfrankenreichs bestand eine seiner Leistungen darin, die Einfälle der damals noch nicht christianisierten, als praktisch nicht besiegbar geltenden Magyaren abzuwehren und damit die Ostgrenze des christlichen Europas zu sichern. Dies gelang ihm u.a. durch eine Reform der Wehrorganisation, ein umfangreiches Burgenbauprogramm, die Einigung der ostfränkischen Stämme auf der Grundlage des Christentums sowie durch den Sieg eines von ihm geführten Heeres über die Magyaren in der Schlacht bei Riade im Jahr 933. Sein Wirken spielte zudem eine entscheidende Rolle bei der Schaffung des christlichen Heiligen Römischen Reiches.
  • Kaiser Karl der Große (747-814): Der Kaiser des Frankenreiches entsprach laut dem Historiker Johannes Fried dem Urbild des „weisen Königs“ und war ein Mann des „Schwertes und der Religion“, der Europa erstmals seit dem Untergang des Römischen Reiches wieder eine Ordnung gab. Die kulturellen Werke, die er ermöglichte, wirken bis heute nach, und er unterstützte auch die Rettung des verbliebenen Wissens der Antike. An den damaligen Papst schrieb er: „Unsere Aufgabe ist es […] die heilige Kirche Christi […] nach außen mit den Waffen zu verteidigen und nach innen mit der Erkenntnis des katholischen Glaubens zu festigen.“ Zudem unterstützte er die Christen Spaniens gegen die Angriffe der Mauren und schuf mit der Spanischen Mark eine Grenzregion, die Nordeuropa gegen weitere islamische Expansion sicherte und den Ausgangspunkt für die Reconquista bildete.
  • Karl Martell (ca. 688-741): Der Historiker Edward Gibbon bezeichnete ihn wegen seines Sieges in der gegen angreifende Araber und Berber geführten Schlacht von Tours und Poitiers im Jahr 732 als den „Retter des Abendlandes“.
  • Cassiodor (ca. 485-580): Der römische Staatsmann und Gelehrte gründete um das Jahr 554 in Kalabrien das klosterähnliche Bildungsinstitut Vivarium, das den Beginn des mittelalterlichen Klosterbibliothekwesens darstellt und eine entscheidende Rolle bei der Rettung antiker Schriften und Bildungsgutes über den Untergang des Weströmischen Reiches hinaus spielte.
  • Benedikt von Nursia (ca. 480-547): Heiliger, Ordensgründer und „Vater Europas“, dessen Orden im Chaos nach dem Untergang des Römischen Reiches das „Licht der Welt“ (Mt 5,14) war

9. Sonstige Persönlichkeiten

  • Georg von Frundsberg (1473-1528): Der Katholik war einer wichtigsten Kommandeure Kaiser Karls V. und gilt als einer der bedeutendsten Infanterietaktiker der frühen Neuzeit sowie als ein Vordenker des Offiziertums und der Inneren Führung, deren Grundlagen er in seinen „Artikelbriefen“ formulierte. Auf Anordnung Kaiser Franz Josef I. von Österreich wurde er 1863 in die Reihe der „berühmtesten, zur immerwährenden Nacheiferung würdigen Kriegsfürsten und Feldherren Österreichs“ aufgenommen.
  • Kaspar Röist (1478 – 1527): Als Offizier der Schweizergarde führte er die Verteidigung des Papstes gegen plündernde Söldner am 06.05.1527. Beim entscheidenden Gefecht auf dem Petersplatz fielen 147 der insgesamt 189 Soldate der Schweizergarde. Die Tat ermöglichte es dem Papst, sich an einen sicheren Ort zu begeben. Der verwundete Röist wurde später von den Söldnern ermordet.
  • Johanna von Orléans (1412-1431): Die Rettung Frankreichs war unmittelbarer Gegenstand der Berufung der katholischen Heiligen, der sie durch den Dienst als Soldatin folgte.
  • Ludwig IX. von Frankreich (1214-1270): Er gilt als einer der bedeutenden europäischen Monarchen des Mittelalters, und die Zeit seiner Herrschaft blieb als „goldenes Zeitalter“ in Erinnerung. Er war ein Verteidiger des Glaubens und der Kirche u.a. während der Katharer-Krise, führte zwei Kreuzzüge an und galt unter den Königen Europas wegen seiner moralischen Integrität als primus inter pares sowie als „ungekrönter Kaiser des Abendlandes“. Unter seiner Führung wurden Kathedralen errichtet, Universitäten wie die Sorbonne gegründet, Verwaltung und Justiz reformiert und das Heilige Land befestigt. Sein Leben war von tiefer Frömmigkeit und strenger Askese gekennzeichnet, und er galt als Idealtyp des christlichen Königs, der Disziplin, Vernunft, Tapferkeit und ritterliche Haltung in sich vereinte.