Stand: 22.04.2018

Diese Seite stellt den hl. Josef von Nazareth vor und behandelt seine Bedeutung für die christliche Spiritualität des schützenden und bewahrenden Dienstes.

1. Leben und Persönlichkeit des heiligen Josef

Der heilige Josef von Nazareth unterscheidet sich von anderen Heiligen der Kirche. Er war weder Märtyrer, Kirchenlehrer noch Ordensgründer. Im Vergleich zu vielen anderen Heiligen führte er ein wenig Aufsehen erregendes Leben, doch sein Dienst mit seinen scheinbar alltäglichen Taten war so wichtig war wie der kaum eines anderen Menschen. Im römischen Meßkanon als dem ewigen Erinnerungsbuch der Erlösung wird der Name des hl. Josef daher neben dem Marias vor den Namen der Apostel, der Päpste und der Märtyrer erwähnt.

  • Der hl. Josef führte ähnlich wie Maria ein Leben im Gehorsam gegenüber Gott und war der Beschützer und Versorger zunächst Marias und später der Familie Jesu unter den gefährlichen Bedingungen (etwa angesichts der möglichen Konsequenzen der Schwangerschaft Marias sowie während der Verfolgung durch Herodes), die in den Evangelien beschrieben sind. Er war er auch derjenige, der Jesus Christus erzog und ausbildete.
  • Papst Johannes Paul II. schrieb 1989 in seinem apostolischen Schreiben „Redemptoris Custos“, dass Josef zum „Beschützer des Erlösers berufen“ gewesen sei. Gott habe ihm „den Schutz seiner kostbarsten Schätze anvertraut“ und ihn mit Maria zum „Hüter des Geheimnisses“ gemacht, dass der Erzengel Gabriel beiden in Ankündigung des Auftretens Jesu Christi mitteilte. Er habe „sein Leben zu einem Dienst, zu einem Opfer an das Geheimnis der Menschwerdung und an den damit verbundenen Erlösungsauftrag gemacht“. Sein Leben habe „völlige Übereignung seiner ganzen Existenz an die Erfordernisse des Kommens des Messias in sein Haus“ bedeutet.
  • Er war ein Mann der Tat, von dem kein einziges Wort überliefert ist, ohne dessen schützenden Dienst das wichtigste Geschehen in der Geschichte der Menschheit jedoch nicht möglich gewesen wäre. Der hl. Josef unterstreicht dadurch, dass es im Leben des Mannes vor allem auf Taten ankommt.

Im Neuen Testament wird darauf verwiesen, dass er ein Nachkomme König Davids sei (Mt 1,1).

2. Die Verehrung des heiligen Joseph

José de Ribera – Der heilige Joseph und das Jesuskind (Wikimedia Commons/gemeinfrei)

Der hl. Josef gilt seit dem I. Vatikanum als besonderer Schutzpatron der Kirche. Papst Leo XIII sagte dazu:

Die Gründe dafür, daß der heilige Josef als besonderer Patron der Kirche angesehen werden und die Kirche ihrerseits sich von seinem Schutz und Beistand sehr viel erwarten darf, rühren hauptsächlich daher, daß er der Mann Mariens und vermeintliche Vater Jesu ist […]. Josef war zu seiner Zeit rechtmäßiger und natürlicher Hüter, Haupt und Verteidiger der göttlichen Familie […]. Es ist daher für den heiligen Josef angebracht und seiner höchst würdig, daß er so, wie er einst die Familie von Nazaret in allen Belangen heiligmäßig zu beschützen gewohnt war, jetzt die Kirche Christi mit seinem himmlischen Beistand beschützt und verteidigt.

Papst Franziskus und sein Vorgänger Benedikt XVI. segneten am 5. Juli 2013 gemeinsam eine Statue und weihten den Vatikan dem hl. Josef und dem Erzengel Michael, der für Gott gegen den Teufel kämpft.

Bereits Papst Pius IX. hatte den hl. Joseph 1870 zum Patron der gesamten katholischen Kirche erhoben. Papst Pius XI. (1922-1939) erklärte den hl. Josef 1937 zum Patron jener, die den Kommunismus bekämpfen.

Papst Piux X. hatte 1909 die Litanei vom hl. Josef approbiert, die ihn „Beschützer der Jungfrau“, „Verteidiger Christi“ und „Schutzherr der heiligen Kirche“ nennt.

Der Gedenktag des hl. Josef ist der 19. März.