Stand: 09.04.2018

Papst Benedikt XVI. schrieb über das Werk Toynbees:

Toynbee stellt die Differenz zwischen materiellem-technischem Fortschritt einerseits, wirklichem Fortschritt andererseits heraus, den er als Vergeistigung definiert. Er räumt ein, dass sich das Abendland – die „westliche Welt“ – in einer Krise befindet, deren Ursache er im Abfall von der Religion zum Kult der Technik, der Nation und des Militarismus sieht.

Die Krise heißt für ihn letztlich: Säkularismus. Wenn man die Ursache der Krise kennt, kann man auch den Weg der Heilung angeben: Das religiöse Moment muss neu eingeführt werden, wozu für ihn das religiöse Erbe aller Kulturen gehört, besonders aber das, „was vom abendländischen Christentum übriggeblieben ist.“
Benedikt nannte die Gedanken Toynbees als Grundlage seiner Annahme, dass die Kulturen Europas durch das Wirken christlicher kreativer Minderheiten erneuert werden könnten und nicht wie u.a. von Oswald Spengler vermutet aufgrund von kultureller Erschöpfung zwangsläufig untergehen müssten.