Stand: 09.04.2018

Der Politikwissenschaftler Allan Bloom, ein Schüler von Leo Strauss, beschrieb 1987 in seinem Werk „The Closing of the American Mind“ kulturelle Auflösungserscheinungen vor allem in den Bereichen Geistes- und Sozialwissenschaften an amerikanischen Universitäten, die auch in Europa zu beobachten sind.

Die abendländische universitäre Tradition mit ihren Wurzeln im Denken der griechischen Antike mit ihrem Ziel des Streben nach Wahrheit werde im Zuge der Durchsetzung zunächst neomarxistischer und dann postmoderner Ideologie seit späten 1960er Jahren zunehmend durch Ideologisierung von Fächern sowie durch die Ablehnung der Vorstellung der Existenz einer objektiven Wirklichkeit verdrängt. An die Stelle der abendländischen Tradition des Denkens würden Relativismus und die Berufung auf die eigenen Gefühle treten.

Die Weitergabe des abendländischen kulturellen Erbes fände an Universitäten in immer geringerem Maße statt. Ein Erbe, das man nicht kenne, könne man jedoch nicht bewahren oder verteidigen.