Stand: 24.02.2018

Die hier vorgestellten Denker haben sich mit Fragen des schützenden und bewahrenden Dienstes des Christentums sowie mit Herausforderungen für das Christentum und Antworten auf sie auseinandergesetzt. Einige dieser Denker waren selbst nicht Christen, standen jedoch christlicher Weltanschauung nahe.

  • Patrick Deneen (geb. 1964): Der an der Universität Notre Dame in den USA lehrende Politikwissenschaftler hat sich vor allem mit den destruktiven Tendenzen des Liberalismus auseinandergesetzt.
  • Jordan Peterson (geb. 1962): Der an der Universität von Toronto in Kanada lehrende Psychologe setzt sich vor allem mit der Berufung des Mannes auseinander. Er ist gegenwärtig einer der wesentlichen Vordenker männlicher Spiritualität, wobei er seine Gedanken vor allem psychologisch begründet.
  • Martin Rhonheimer (geb. 1950): Der aus der Schweiz stammende Philosoph hat sich vor allem mit den christlichen Grundlagen des freiheitlichen Staates sowie mit der prinzipiellen Unvereinbarkeit islamischer und freiheitlicher Konzepte politischer Ordnung auseinandergesetzt.
  • Ryszard Legutko (geb. 1949): Der polnische Philosoph setzt sich unter anderem mit totalitären Tendenzen in modernen Ideologien auseinander, etwa in seinem Werk „The Demon in Democracy: Totalitarian Temptations in Free Societies“.
  • Robert Sarah (geb. 1945): Der Kardinal gilt als eine der wichtigsten Stimmen geistiger Erneuerung in der katholischen Kirche der Gegenwart. So betonte er etwa die Gefahren, die dem Christentum durch das Wirken utopischer Ideologien sowie islamistische Strömungen und Akteure drohen, und rief zu stärkerer Auseinandersetzung mit diesen auf. Papst Benedikt XVI. bezeichnete Sarah in einer seiner wenigen öffentlichen Äußerungen nach seiner Emeritierung als „geistlichen Lehrer“.
  • Roger Scruton (geb. 1944)
  • Papst Franziskus (geb. 1936): Franziskus hat sich bei vielen Anlässen im Rahmen einer Spiritualität des schützenden und bewahrenden Dienstes am Nächsten und am Gemeinwesen geäußert.
  • Ernst-Wolfgang Böckenförde (geb. 1930): Der katholische Staats- und Verwaltungswissenschaftler und ehemaliger Richter am Bundesverfassungsgericht formulierte das sog. Böckenförde-Diktum: „Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann.“
  • Thomas Sowell (geb. 1930)
  • Alasdair MacIntyre (geb. 1929): Der Philosoph wurde vor allem durch seine moralphilosophische Kritik des Relativismus der Aufklärung und seine Gedanken über die Fortsetzung der abendländischen Tradition bekannt.
  • Leszek Kolakowski (1927-2009)
  • Robert Spaemann (geb. 1927): Der katholische Philosoph und Berater Benedikts XVI. betonte die Bedeutung des Christentums als Gegenpol zu totalitären Utopien. Zudem schrieb er über die für Europa und das Christentum identitätsstiftenden „heiligen Erzählungen“ des Christentums, zu denen auch der „tausendjährige Abwehrkampf der christlichen Zivilisation gegen den islamischen Imperialismus“ gehöre.
  • Benedikt XVI. (Joseph Ratzinger, geb. 1927): Als Theologe war er einer der bedeutendsten Päpste in der Geschichte der Kirche. Der Historiker Peter Watson stellte ihn in eine Reihe mit Beethoven und Kant als einen Vertreter des „deutschen Genius“.
  • Gerd-Klaus Kaltenbrunner (1939-2011): Der katholische Schriftsteller und Philosoph trat vor allem als konservativer Publizist in Erscheinung, etwa als Herausgeber der Schriftenreihe „Initiative“ im Herder-Verlag zwischen 1974-1988. Nach einer Glaubenserfahrung in den 1990er Jahren sprach er über die  „bestürzenden Folgen der progressiven Entchristlichung Deutschlands“ und das „Totschweigen, die gnadenlose Austilgung und Bannung weiter Bereiche des europäischen Geistes“. Nur der Katholizismus sei diesen Auflösungserscheinungen potenziell noch gewachsen.
  • Thomas Molnar (1921-2010)
  • Alexander Solschenizyn (1918-2008): Der Schriftsteller verfasste u.a. das Werk „Der Archipel Gulag“, in dem er die Verbrechen des Kommunismus aufarbeitet, und trug als Dissident dazu bei, die Grundlagen für die kulturelle Erneuerung Russlands nach dem Ende des Kommunismus zu schaffen. In einer 1978 an der Universität Harvard gehaltenen Rede sagte er der westlichen Welt existentielle Krisen voraus, deren Ursache sei, dass sie ähnlich wie der Kommunismus auf dem fehlerhaften Welt- und Menschenbild der Moderne aufgebaut seien.
  • Philip Rieff (1922-2006): Der Soziologe schuf das Konzept der „Antikultur“ zur Beschreibung der auf die Auflösung gewachsener Tradition gerichteten weltanschaulichen Strömungen der Moderne und erklärte ihr Wirken psychologisch als Ausdruck eines kollektiven Todestriebs.
  • Erik von Kuehnelt-Leddihn (1909-1999): Der Staatswissenschaftler und Katholik verband in seinem Werk liberales und konservatives Denken miteinander und betonte deren Charakter als christlich-inspirierte, menschenwürdige Gegenpole zu atheistischen, utopischen und totalitären Ideologien. Er ging zudem davon aus, dass die Wurzeln der totalitären Bewegungen des 20. Jahrhunderts bei allen Unterschieden in den politischen Ideen der Moderne, insbesondere in denen der Französischen Revolution, zu finden seien. Mit großer Sympathie betrachtete er die ursprüngliche Verfassung der USA, wohin er 1937 emigrierte und dort als Autor erste Bekanntheit erlangte.
  • Joseph Pieper (1904-1997): Der christliche Philosoph vermittelte in seinen Werken die Weisheitstradition des Abendlandes in klarer Sprache und zeigte ihre zeitlose Aktualität auf. Dabei berührte er auch Fragen der Spiritualität des schützenden Dienstes, etwa in seinen Werken über die Tugenden der Tapferkeit und der Disziplin.
  • Plinio Corrêa de Oliveira (1908-1995)
  • Nicolás Gómez Dávila (1913-1994): Der kolumbianische Philosoph und katholische Traditionalist, der sich selbst als „Reaktionär“ bezeichnete, ist vor allem für seine konsequente Kritik der Moderne sowie moderner Ideologien bekannt, die er vorwiegend in Form von Aphorismen vortrug.
  • Russell Kirk (1918-1994): Politischer Philosoph, der sich auf der Grundlage der katholischen Naturrechtslehre mit den Prinzipien guten politischen Handelns und den Voraussetzungen guter Gesellschaften auseinandersetzte
  • Henri de Lubac (1896-1991)
  • Hans Urs von Balthasar (1905-1988)
  • James Burnham (1905-1987): Der Philosoph und Soziologe untersuchte kulturelle Auflösungstendenzen in westlichen, liberalen Gesellschaften in seinen Werken „Begeht der Westen Selbstmord?“ und „Die Revolution der Manager“.
  • Mircea Eliade (1907-1986): Er gehörte zu den Religionswissenschaftlern, die bei ihrer Erforschung religiöser Phänomene von der Möglichkeit ausgingen, dass religiöse Erfahrungen auf der Wahrnehmung eines nichtmateriellen Teiles der Wirklichkeit beruhen. In diesem Zusammenhang untersuchte er u.a. die Mythen der Menschheit auf Gemeinsamkeiten.
  • Eric Voegelin (1901-1985): Der Politikwissenschaftler setzte sich auf Grundlage des christlichen Menschenbildes mit den geistigen Verfallserscheinungen der Moderne auseinander. Modernen Ideologien warf er vor, elementare Aspekte der Wirklichkeit auszublenden, was dazu führe, dass diese der Wirklichkeit nicht gerecht würden. Politikwissenschaft betrachtete er als die Wissenschaft der auf ein transzendentes Ziel ausgerichteten sozialen Ordnung der Welt. Mit der Trennung von diese Ziele löse sich auch die entsprechende Ordnung auf.
  • Christopher Dawson (1889-1970): Er gilt als bedeutendster katholischer Historiker des 20. Jahrhunderts und hat sich vor allem mit der Entstehung Europas bzw. des Abendlandes und seinen christlichen Wurzeln auseinandergesetzt.
  • Romano Guardini (1885-1968): Der katholische Theologe beschrieb in seinem Werk „Das Ende der Neuzeit“ die besonderen spirituellen Herausforderungen, die mit der Krise Europas verbunden seien. Tapferkeit, „die sich dem heraufdrohenden Chaos entgegenstellt“, beschrieb er dabei als eine zentrale Eigenschaft einer dieser Lage gerecht werdenden Spiritualität. Sie habe gegen „den universellen Feind, das im Menschenwerk selbst aufsteigende Chaos zu bestehen“ und „die Öffentlichkeit, die in Parolen und Organisationen verdichtete Unwahrheit“ gegen sich.
  • Pitirim Sorokin (1889-1968)
  • T.S. Eliot (1888-1965)
  • C.S. Lewis (1898-1963): Der Philosoph und Schriftsteller war ein Verteidiger der christlichen Geistestradition gegen die von ihm kritisierte „Abschaffung des Menschen“ durch die Reduzierung der Wirklichkeit auf empirisch Fassbares seitens moderner Ideologien.
  • Hilaire Belloc (1896-1953): Der Historiker schrieb über die Bedeutung des Christentums für Europa: „Der Glaube ist Europa und Europa ist der Glaube.“ Er sah zudem bereits in den 1930er Jahren das Erstarken radikaler Strömungen im Islam voraus.
  • Nikolai Berdjajew (1874-1948): Philosoph und Künder eines „neuen Mittelalters“ im Sinne einer Renaissance der Religion und des Geistigen in Europa nach dem bevorstehenden Scheitern moderner Ideologien
  • Simone Weil (1909-1943)
  • Rudolf Otto (1869-1937)
  • G.K. Chesterton (1874-1936)
  • Charles Péguy (1873-1914)
  • William James (1842-1910):
  • Juan Donoso Cortés (1809-1853)
  • Joseph de Maistre (1753-1821): Ein von den Gedanken Burkes geprägter Philosoph, der sich v.a. mit totalitären Tendenzen moderner Ideologien sowie deren Tendenz zur Auflösung der kulturellen Fundamente von Gesellschaften kritisch auseinandergesetzt hat.
  • Edmund Burke (1729-1797): Staatsphilosoph, der nach der Französischen Revolution die totalitären Tendenzen moderner, utopischer Ideologien beschrieb