Stand: 22.09.2018

Über den Kreis der Heiligen hinaus beschreiben Altes und Neues Testament viele Personen, die einen Bezug zur christlichen Spiritualität und zum Kulturerbe des schützenden und bewahrenden Dienstes haben. Zu nennen sind hier etwa der Prophet Hesekiel, der eine militärische Spiritualität formulierte; oder Nehemia, der das schutzlos seinen Feinden ausgelieferte Jerusalem befestigen ließ und ein umfassendes militärisches, kulturelles und religiöses Programm zu seiner Verteidigung entwarf.

  • Nehemia: Der im Dienst der Babylonier tätige Jude wurde im Jahre 444 v. Chr. zum babylonischen Statthalter von Juda ernannt. Er sorge dafür, dass die Mauern der ihren Feinden schutzlos ausgelieferten Stadt wieder aufgebaut wurde, und organisierte ein militärisches, kulturelles und politisches Programm zu Wiederherstellung ihrer Wehrfähigkeit. Die Philosophin Hannah Arendt hob die „Überlebens-Leidenschaft“, die im Wirken Nehemias sichtbar werde, und die das Volk Israel überleben habe lassen.
  • Judas Makkabäus: Bezüge auf die Makkabäerbücher des Alten Testaments dominieren Schriften über das Rittertum in der mittelalterlichen Literatur.
  • Hesekiel: Der Sohn eines Priesters ist einer der großen Propheten im Alten Testament. Er wurde der Überlieferung nach im 6. Jhd. v. Chr. von den Babyloniern ins Exil verschleppt. Das Buch Hesekiel beschreibt eine schützende Spiritualität, die auf einer Berufung zum Wächtertum beruht (Hesekiel 33,2-7). Gott beruft mit den Worten im Buch Hesekiel den zum Dienst bereiten Mann, damit er „eine Mauer baut oder für das Land in die Bresche springt“ (Hesekiel 22,30).
  • Der Hauptmann von Kafarnaum: Laut Mt 8,5-13 und Lk 7, 1-10 bittet ein römischer Zenturio, dessen Name nicht überliefert ist, Jesus Christus um Hilfe für einen ihm unterstellten Kranken. In seinem Gespräch mit Jesus Christus vergleicht er diesen mit einem Offizier, der wie er Befehlen gehorchen müsse und Soldaten führe. Weil der Hauptmann seine Macht erkennt, antwortete Jesus Christus ihm: „Einen solchen Glauben habe ich in Israel noch bei niemand gefunden.“ Einige der Worte des Hauptmanns sind in der heiligen Messe Teil des Gebets vor der Kommunion.