Stand: 11.01.2018

Die Position der katholischen Soziallehre zur gemeinwohlorientierten Gestaltung von Migration geht zurück auf den hl. Thomas von Aquin, der als bedeutendste Philosoph unter den Kirchenlehrern mit seinem im 13. Jhd. entstandenen Werk die Soziallehre mitbegründet hat.

  • Der Umgang mit Fremden sei ihm zufolge nach den Erfordernissen des Gemeinwohl zu gestalten. Fremden, die als Reisende auftreten und sich an das Gesetz halten, sei Gastfreundschaft zu gewähren.
  • Fremde, die sich dauerhaft niederlassen wollten, müssten sich kulturell assimilieren, damit ihre Präsenz nicht im Widerspruch zum Gemeinwohl stehe, und damit sie zu diesem einen Beitrag leisten könnten.
  • Eine Präsenz von Fremden, die mit Bedrohungen für die Sicherheit eines Gemeinwesens verbunden sei, schade dem Gemeinwohl und sei daher abzulehnen.

Auf diesen Gedanken beruht die im Katechismus der Katholischen Kirche festgehaltene Position der Soziallehre, der zufolge ein Gemeinwesen nach seinen Möglichkeiten auch Fremden in Not helfen solle. Ein Migrant habe als Gast jedoch auch Verpflichtungen gegenüber seinen Gastgebern, etwa „das materielle und geistige Erbe seines Gastlandes dankbar zu achten, dessen Gesetzen zu gehorchen und die Lasten mit zu tragen.“

Johannes Paul II sagte in diesem Zusammenhang, dass Staaten sittlich verantwortlich seien, eine “Kontrolle der Zuwanderungsströme unter Berücksichtigung der Erfordernisse des Gemeinwohls durchzuführen. Die Aufnahme muß immer unter Einhaltung der Gesetze erfolgen und daher, wenn nötig, mit der Ausschaltung von Mißbräuchen einhergehen.“ Es müsse zudem das „besondere kulturelle Erbe jeder Nation bewahrt werden“.

Migration aus anderen Kulturkreisen ohne Assimilation schadet dem Gemeinwohl grundsätzlich, weil sie seine kulturellen Voraussetzungen schwächt und Konflikte fördert.