Stand: 01.02.2018

Der Gedanke der unveräußerlichen Würde des Menschen beruht auf der christlichen Vorstellung seiner Gottesebenbildlichkeit, die ihn von allen anderen Lebewesen unterscheidet.

Im Buch Genesis (1 Mose 1,27 ) heißt es:

Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn.

Alle Menschen sind nach christlicher Annahme ausnahmslos als Ebenbilder Gottes geschaffen worden und verfügen daher über eine unveräußerliche Würde. Der hl. Thomas von Aquin sah in der Gottesebenbildlichkeit vor allem das Ziel, auf das hin der Mensch erschaffen worden sei. Die Gottesebenbildlichkeit des Menschenkäme zudem in seinem freien Willen und in seinem Verstand zum Ausdruck, wodurch er zum Guten fähig sei.

Der Mensch kann sich dazu entscheiden, in dieser Gottesebenbildlichkeit zu wachsen oder ihr entgegenzuwirken, aber er kann sie niemals ganz zerstören oder sie aus anderen Gründen verlieren.

Ohne die Annahme der Gottesebenbildlichkeit ist die Annahme einer universellen und unveräußerlichen Menschenwürde nicht plausibel begründbar, weshalb diese von vielen modernen, materialistischen Ideologien bestritten wird, etwa in Bezug auf Angehörige bestimmter Gruppen von Menschen, aber auch in Bezug auf ungeborene Kinder.

Einige moderne Ideologien haben erfolglos versucht, Menschenwürde ohne Gottesbezug durch irrationale Idealisierung des Menschen zu begründen.

Neben der allgemeinen Würde des Menschen gibt es auch eine spezifische Würde, die davon abhängt, ob ein Mensch bestimmten Anforderungen gerecht wird. Diese spezifische Würde muss verdient und erworben werden.