Stand: 10.01.2018

Das Prinzip der Religionsfreiheit ist eng mit dem Prinzip der Trennung von Kirche und Staat verbunden. Die Religionsfreiheit schützt die Kirche und die Gläubigen vor staatlichen Eingriffen in Fragen des Glaubens und der Religion. Die Vorstellung, dass Staaten religiöse Fragen beantworten und Glaubensinhalte definieren sollten, ist ein Wesensmerkmal totalitärer Ideologien.

Gleichzeitig schützt die Religionsfreiheit die Bürger eines Staates vor Versuchen, den Staat unter Verletzung des christlichen Ideals der Gewissensfreiheit zur Durchsetzung eines religiösen Bekenntnisses zu instrumentalisieren. Laizistische Konzepte, die Religion aus dem öffentlichen Leben verdrängen wollen, stehen im Widerspruch zur Religionsfreiheit.

Die katholische Position zur Religionsfreiheit ist vor allem in der Erklärung „Dignitatis Humanae“ von 1964 festgehalten:

Das Vatikanische Konzil erklärt, dass die menschliche Person das Recht auf religiöse Freiheit hat. Diese Freiheit besteht darin, daß alle Menschen frei sein müssen von jedem Zwang sowohl von seiten einzelner und gesellschaftlicher Gruppen, wie jeglicher menschlicher Gewalt, so dass in religiösen Dingen niemand gezwungen wird, gegen sein Gewissen zu handeln, noch daran gehindert wird, privat und öffentlich, als einzelner oder in Verbindung mit anderen […] nach seinem Gewissen zu handeln.