Stand: 28.06.2018

Christliche Weltanschauung betrachtet den Menschen als Gemeinschaftswesen. Der Staat ist die höchste Form politischer Gemeinschaft und notwendig, um vor dem Hintergrund der Natur des Menschen in ihr Ordnung und Recht zu bewahren sowie das Gemeinwohl zu fördern.

Für den Staat und das Handeln seiner Regierung gelten dabei andere moralische Gesetze als für den einzelnen.  Der Apostel Paulus schreibt, dass der Staat der Diener Gottes zu deinem Besten sein soll, der das „Schwert“ – die staatliche Gewalt dazu einsetzen soll, gegen jene einzusetzen, welche das Zusammenleben gefährden.

Christen haben die staatlichen Gesetze zu befolgen, so lange von ihnen nicht verlangt wird, gegen die Gebote Gottes zu verstoßen. In diesem Fall ist Gott mehr zu gehorchen (Apg 4,19).

Die christliche Soziallehre geht davon aus, dass das die Einhegung unrechtmäßiger Gewalt (lat. violentia) durch rechtmäßige Gewalt (lat. potestas) des Staates eine Voraussetzung des Gemeinwohls ist.

Die Deutsche Bischofskonferenz betonte angesichts der Bedrohung der öffentlichen Ordnung in Deutschland durch Linksterroristen in den 1970er Jahren, dass die katholische Soziallehre den Staat und seine Ordnung als schutzwürdig einstufe, weil die Alternative dazu ein Chaos sei, in dem auch der Einzelne nicht mehr geschützt sei und zugrunde gehen müsse.1