Stand: 10.01.2018

Das politische Leben ist nach christlicher Weltanschauung vor allem Ausdruck der geistig-kulturellen Verhältnisse in einer Gesellschaft. Wo diese Verhältnisse defekt sind, könnte auch die beste Politik und Gesetzgebung dies nicht korrigieren. Gesellschaftliche Probleme haben meist kulturelle Ursachen und sind die Folge falscher oder mangelhafter Vorstellungen über die Natur des Menschen sowie mangelhafte Praktiken, was gute und richtige Lebensführung angeht.

In jeder Gesellschaft ist es daher ein Auftrag für Christen, Räume intakten Lebens zu bilden, die auf ihr Umfeld ausstrahlen.

Christliche Weltanschauung geht zudem davon aus, dass bei der Gestaltung des gesellschaftlichen Lebens sowie zur Erklärung gesellschaftlicher Entwicklungen und Phänomene geistige Faktoren wichtiger sind als materielle Faktoren.

Versuche moderner Ideologien, das Verhalten von Menschen und gesellschaftliche Entwicklungen in erster Linie oder ausschließlich materiell zu erklären (etwa mit ökonomischen oder biologischen Faktoren), griffen zu kurz.  Eine Gesellschaft, die den Menschen nur als materielles Wesen und als Träger materieller Bedürfnisse betrachtet, kann dem Menschen nicht gerecht werden. Ebenso würden jedoch Ansätze zu kurz greifen, welche die materiellen Aspekte der Wirklichkeit ausblenden, etwa die biologische Identität des Menschen als Mann und Frau.