Stand: 12.07.2018

Das Personalitätsprinzip der katholischen Soziallehre fordert von politischem Handeln, die Natur des Menschen zu berücksichtigen. Zu dieser Natur gehört seine Eingebundenheit in natürliche Bindungen, etwa in die von Familie und Nation, seine Identität als Mann oder Frau oder auch seine Angewiesenheit auf Gemeinschaft.

Gleichzeitig fordert die Personalitätsprinzip die Achtung der Menschenwürde, über die alle Menschen unterschiedslos verfügen. Zudem beinhaltet es die Anerkennerung seiner individuellen Rechte und seiner Autonomie in seinem Verantwortungsbereich, aber auch seiner individuellen Verantwortung für sein Handeln.

Johannes Paul II. betonte 1991 im Dokument „Centesimus Annus„, dass der Mensch in christlicher Weltanschauung nicht wie in modernen Ideologien nur Produzent und Konsument oder ein Mittel zum Zweck sei:

Der einzelne wird heute oft zwischen den beiden Polen Staat und Markt erdrückt. Es hat manchmal den Anschein, als existierte er nur als Produzent und Konsument von Waren oder als Objekt der staatlichen Verwaltung. Es wird vergessen, daß das Zusammenleben der Menschen weder den Markt noch den Staat zum Endziel hat. Es besitzt in sich selber einen einzigartigen Wert, dem Staat und Markt dienen sollen.

  •  Individull, nie wiederholt und nie wiederholbar, frei zu entscheiden und verantwortlich für Entscheidungen die nicht rückgängig zu machen sind.
  • Die Ordnung der Dinge muss der Ordnung der Personen dienen und nicht umgekehrt1. Der Mensch darf nicht erniedrigt werden, indem er zu Mittel oder Gegenstand staatlicher, gesellschaftlicher oder wirtschaftlicher Prozesse gemacht wird. 2

1. Der Mensch als Ebenbild Gottes und die Würde des Menschen

Die Personalität des Menschen ist Folge seiner „Teilnahme am Licht des göttlichen Geistes“.3 Der Mensch verfügt über Verstand und ist dazu in der Lage, Gott zu erkennen und ihm zu dienen. Er ist von Gott „zum Herrn über alle irdischen Geschöpfe gesetzt“.4

2. Die Freiheit des Menschen

Inhalt folgt

3. Der Mensch als Gemeinschaftswesen

Als Gemeinschaftswesen ist der Mensch in natürliche Gemeinschaften wie die Familie und die Nation eingebunden. Utopische Ideologien leugnen diese Bindungen oder wollen sie zerstören, weil sie angeblich die Freiheit des Menschen einschränken.

In den ersten Jahren seines Lebens könnte der Mensch nicht ohne Gemeinschaft bzw. ohne den Schutz und die Unterstützung durch eine Familie überleben. Familien wiederum benötigen zu ihrem Schutz eine noch größere Gemeinschaft.

Der Evolutionspychologe E.O. Wilson beschrieb in seinem Werk „The Social Conquest of Earth” die Gemeinschaftsnatur des Menschen als eine Voraussetzung menschlichen Überlebens. Eine Forschergruppe um den Biologen Christopher Boehm untersuchte Naturvölker auf ihr Sozialverhalten und stellte dabei fest, dass ausnahmslos alle untersuchten Völker ein gemeinschaftsorientiertes Ethos pflegten. Wer sich altruistisch verhalte und der Gemeinschaft diene, gewinne in ihnen an Ansehen. Wer sich hingegen egoistisch verhalte, würde durch Ächtun und, Ausschluß aus der Gemeinschaft bestraft.

3. Die Dualität der Geschlechter

Gott hat den Menschen als Mann und Frau erschaffen (Gen 2,22). Die Dualität der Geschlechter ist wesentlich für das Menschsein und für die Familie und kein kulturelles oder soziales Produkt oder das Ergebnis einer einer Willensentscheidung, wie die Gender-Ideologie behauptet.

Papst Benedikt XVI. sagte:

Wenn es die natürliche Dualität von Mann und Frau nicht mehr gibt, dann gibt es auch Familie als von der Schöpfung vorgegebene Wirklichkeit nicht mehr. Dann hat aber auch das Kind seinen bisherigen Ort und seine ihm eigene Würde verloren.