Stand: 11.04.2018

Diese Seite behandelt die Lage des Umfelds des Christentums in Europa in den Bereichen Wirtschaft und Soziales. Sie befindet sich noch in einem frühen Entwurfsstadium.

Die Mittelschichten europäischer Gesellschaften, die in der Vergangenheit Stützen dieser Gesellschaften waren, erodieren im Zuge der Globalisierung zunehmend, und ihre ihre Angehörigen sind immer stärker von sozialem Abstieg bedroht und Konkurrenz mit sich ausweitenden einheimischen und migrantischen Unterschichten ausgesetzt. Dies wird die ohnehin schon vorhandenen gesellschaftlichen Bruchlinien weiter vertiefen.

Die Folgen dieser Polarisierung können derzeit noch durch die verbliebene wirtschaftliche Leistungsfähigkeit westlicher Gesellschaft kontrolliert werden. Fällt diese weg bzw. tritt eine größere Wirtschaftskrise ein, könnten Konflikte entlang kultureller und sozialer Bruchlinien eskalieren.

1. Zunehmende soziale Polarisierung

Soziale Polarisierung nimmt in Deutschland zu. Während das Vermögen der wohlhabendsten Bevölkerungsschicht ebenso wächst wie deren durchschnittliches Einkommen, wird die Mittelschicht in Deutschland kleiner und Aufstiegschancen werden schlechter.

Laut Angaben des Paritätischen Gesamtverbands, stieg die Armutsquote trotz vergleichsweise günstiger wirtschaftlicher Bedingungen 2015 in Deutschland auf einen neuen Höchstwert. Obwohl das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland zwischen 2006 und 2015 um über 25 Prozent anstieg, stieg im gleichen Zeitraum die Armutsquote von 14 auf 15,7 Prozent. Als armutsgefährdet beziehungsweise arm werden dabei Haushalte erfasst, deren Einkommen geringer ist als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung. Die Armutsquote misst somit vor allem soziale Ungleichheit.

1.1 Erosion der Mittelschicht

Laut einer 2012 erschienenen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) schrumpfte die Mittelschicht in Deutschland in den 15 Jahren davor deutlich. Ihr Anteil an der Bevölkerung sei zwischen 1997 und 2012 von 65 auf 58 Prozent zurückgegangen. Besonders ausgeprägt sei dieser Rückgang in der unteren Hälfte der Einkommensmittelschichten gewesen.

Die wirtschaftlich und sozial absteigenden Teile der Mittelschicht werden zunehmender Konkurrenz mit der wachsenden migrantischen Unterschicht um Arbeitsplätze und bezahlbarem Wohnraum ausgesetzt sein.

1.2 Ausweitung des Niedriglohnsektors

Der Niedriglohnsektor in Deutschland wird größer, weshalb der Anteil der Renter, die auf Grundsicherung angewiesen sind, künftig steigen wird.

Gleichzeitig geht die Nachfrage nach niedrig qualifizierten Tätigkeiten zurück, während das Angebot an Arbeitskräften durch Migration und den Abstieg von Teilen der Mittelschicht größer wird. Löhne im Niedriglohnsektor werden daher tendenziell eher sinken.

2. Überschuldung öffentlicher Haushalte

Zahlreiche Städte vor allem in Nordrhein-Westfalen (NRW) sind faktisch bankrott. Dazu gehören u.a. Essen, Köln, Duisburg, Dortmund und Oberhausen. Die fünf am höchsten verschuldeten Städte Deutschlands liegen alle in NRW.

3. Mangelnde Nachhaltigkeit sozialer Sicherungssysteme

In Deutschland findert seit 2015 noch stärker als in den Jahrzehnten davor Zuwanderung zulasten der System sozialer Sicherung statt. Während 2013 in Deutschland der Empfänger von Arbeitslosengeld II mit Migrationshintergrund rund 43 Prozent betragen hatte, stieg er bis 2017 auf über 55 Prozent an.

Wegen schlechter Voraussetzungen was Bildung und Qualifikation angeht, wird der Großteil der seit 2015 nach Deutschland gekommenen Asylsuchenden voraussichtlich dauerhaft von Transferleistungen abhängig sein. Dies gilt auch für im Rahmen des Familiennachzugs nach Deutschland kommende Angehörige sowie voraussichtlich auch für viele ihrer Nachkommen.

In der Folge dieser Entwicklung bzw. als deren Folge wird sowohl die Finanzierbarkeit als auch die politische Unterstützung sozialer Sicherungssysteme bei deutschen Wählern sinken.

4. Entstehung und Ausweitung sozialer Brennpunkte

In den Städten Westeuropas entstehen vor allem als Folge von Migration und ausbleibender Integration zunehmend soziale Brennpunkte.

4.1.1 Bildung sozialer Brennpunkte als Migrationsfolge

Der Kölner Stadtteil Vingst wies 2014 bei Minderjährigen einen Migrantenanteil von rund 70 Prozent auf. Diese stammten vor allem aus Subsaraha-Afrika, der Türkei oder dem arabischen Raum. Sozialarbeitern zufolge seien 80 bis 90 Prozent der Bewohner “völlig ungebildet, arm, psychisch instabil, stigmatisiert oder alles zusammen”. Insbesondere die Kinder würden fast alle “intensive Förderung” benötigen.

Der Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte, Stephan von Dassel, sagte 2017, dass es in Berlin vor allem aufgrund von nicht integrierbaren Migranten zunehmend Bereiche gäbe, in denen Polizei und andere Behörden wie das Ordnungsamt „nur noch kurzfristig und nur mit geballten Kräften noch ordnungsgemäße Zustände herstellen können“. Kontext seiner Äußerungen waren Verlendungstendenzen im Bereich Tiergarten, wo sich informelle Siedlungen südosteuropäischer Migranten gebildet hatten.

Als Folge der seit 2015 anhaltenden Migrationswelle werden sich in Deutschland neue soziale Brennpunkte herausbilden und bestehende ausweiten. Ein Beispiel dafür ist Hamburg-Billwerder, wo die konzentrierte Ansiedlung mehrerer tausend Migranten geplant ist. Die konzentrierte Ansiedlung junger Männer aus kulturellen Risikogruppen, die meist über keine Kenntnisse der deutschen Sprache oder beruflich verwertbare Qualifikationen und insgesamt in ihrer großen Mehrzahl auch langfristig kaum integrierbar sein werden wird daher voraussichtlich dazu führen, dass die von der Neuansiedlung betroffenen Räume sich zu sozialen Brennpunkten entwickeln werden.

4.1.2 Bedingungen an sozialen Brennpunkten

Im Zuge der Entwicklung eines Raumes zu einem sozialen Brennpunkt treten die folgenden Phänomene auf:

  • Im Umfeld sozialer Brennpunkte entstehen „Arbeiterstriche“, an denen Arbeitslose darauf warten, Beschädigung als Tagelöhner zu finden.
  • Es entstehen teilweise informelle Siedlungen, zunächst in unbewohnten Häusern oder auf nicht mehr genutzten Fabrikgeländen.
  • Geschäfte schließen wegen sinkender Kaufkraft und Nachfrage oder aufgrund von Kriminalität.
  • Bestimmte Dienstleistungen, etwa Postzustellung oder auch Anbindung an den ÖPNV werden aufgrund von Sicherheitsrisiken eingestellt oder reduziert.
  • Auch der Einsatz von Rettungsdiensten wird aus Sicherheitsgründen schwieriger und kann z.T. nur noch unter Polizeischutz erfolgen.
  • Immobilienpreise sinken gegenläufig zum aktuellen Trend. Insbesondere Angehörige der Mittelschicht, die Immobilien in einem entsprechenden Raum erworben haben, werden in diesem Zusammenhang wirtschaftliche Verluste erleiden. Sinkende Immobilienpreise sorgen gleichzeitig für verstärkten Zuzug von Risikogruppen.
  • Die Qualität des Unterrichts an Schulen wird wegen des steigenden Anteils problematischer Schüler schlechter.