Stand: 12.02.2018

Der Dienst des Christen ist ein ewiger Dienst, der nicht mit dem körperlichen Tod endet.

Gott hat Interesse am Schicksal jeder einzelnen Seele und jeden Menschen zum Dienst berufen. Möglicherweise dient das Leben des Menschen in der Welt dem Zweck, Seelen heranzubilden, die Gott für andere Aufgaben einsetzen will. Das Leben wäre dann in erster Linie eine Schule des Dienstes um den Menschen auf seine eigentlichen Aufgaben vorzubereiten, die ihn in seiner eigentlichen Heimat erwarten.

Nach katholischer Lehre ist der körperliche Tod des Menschen die Trennung des Leibes von der Seele. Die nicht mehr an die materielle Welt gebundene Seele findet sich nach dem Tod Gott gegenüber. Sie tritt anschließend als Ergebnis ihrer Entscheidung im Leben nach Maßgabe Gottes entweder in die Gemeinschaft mit Gott, einen zur Gemeinschaft mit Gott erforderlichen Zwischenzustand der Reinigung oder in einen Zustand der Ablehnung Gottes und der Gemeinschaft mit ihm ein. Der Endzustand ist der leiblichen Auferstehung des Menschen in einer anderen, erneuerten Welt, die im Neuen Testament mit dem Bild des „himmlischen Jerusalems“ beschrieben wurde.

Welche Aufgaben den Christen dort genau erwarten ist unbekannt, aber die Offenbarung des Johannes berichtet davon, dass es sich dabei um große Aufgaben für diejenigen handelt, die Jesus Christus als ihrem König dienen. Über sie heisst es dort: „Und sie werden herrschen in Ewigkeit.“ Sie werden Macht über Völker erhalten und „Säulen im Tempel meines Gottes“ seien sowie „mit mir auf meinem Thron sitzen“. Jesus Christus selbst sagt in Mt 25,23, dass diejenigen, welche die Anliegen Gottes auch in scheinbar kleinen Dingen zuverlässig und gut verwaltet haben, große Aufgaben erhalten werden.

Diese Vorstellung strahlte vom Christentum auch auf andere Religionen aus. Die in der germanischen Religion vorhandene Vorstellung, dass eine Auslese der tapferen gefallenen Kämpfer (die „Einherjer“) Teil einer Armee im Jenseits werde, die sich in Walhall auf Odins Burg Gladsheim in Asgard auf einen letzten endzeitlichen Kampf gegen ein Riesenheer vorbereite, entstand vermutlich erst im 9. Jahrhundert unter dem Einfluss des Christentums. Sie weist deutliche Anklänge an die christliche Vorstellung des Dienstes der Heiligen im Jenseits auf, so wie auch die späte Darstellung Odins Elemente von Christus-Darstellungen aufweist.