Stand: 04.12.2017

Der Dienst des Christen ist häufig ein Dienst auf scheinbar verlorenem Posten.

Dienende Nachfolge führt Christen auch dann an ihr Ziel, wenn sie scheinbar keine Wirkung erzielt, da diese Nachfolge aus christlicher Sicht der einzige Weg für die Seele des Menschen ist, zu Gott zu gelangen. Christen können ihren Dienst somit auch und gerade dann verrichten, wenn er nicht mit der Aussicht auf sonstigen Erfolg verbunden ist.

Wir sind in diese Zeit geboren und müssen tapfer den Weg zu Ende gehen, der uns bestimmt ist. Es gibt keinen andern. Auf dem verlorenen Posten ausharren ohne Hoffnung, ohne Rettung, ist Pflicht. Ausharren wie jener römische Soldat, dessen Gebeine man vor einem Tor in Pompeji gefunden hat, der starb, weil man beim Ausbruch des Vesuv vergessen hatte, ihn abzulösen. Das ist Größe, das heißt Rasse haben. Dieses ehrliche Ende ist das einzige, das man dem Menschen nicht nehmen kann.

Oswald Spengler

Charles Péguy schrieb 1911, die Kirche sei „vereinsamt wie ein Leuchtturm, der seit bald drei Jahrhunderten vergeblich von einem ganzen Meer berannt wird“.

J.R.R. Tolkien schrieb, dass das Christentum die Geschichte als „langsames Erliegen“ wahrnehme.

Es ist eines der schlechten Argumente gegen das Aufhalten, dass man sagt: Naja, man kann ja nur aufhalten, am Ende kommt es ja doch. Das ist gerade kein Argument. Erstens weiß man nicht mit Sicherheit, ob es doch kommt. Denn: Kommt Zeit, kommt Rat. Zeit gewinnen heißt, nochmal nachdenken können. Und außerdem ist das Aufhalten auch dann wertvoll, wenn langfristig alles den Bach runtergeht: Nämlich für eine bestimmte Zeit, eine bestimmte Epoche hat man noch eine gute Form des Lebens. Aufhalten ist alles!

Robert Spaemann

Der jüdische Psychologe Viktor Frankl beschrieb im Zusammenhang mit seiner Auseinandersetzung mit seinen Erfahrungen im Konzentrationslager Auschwitz, dass der Mensch unter solchen Extrembedingungen erkennen könne, dass er nur durch die Entscheidung zu Dienst und Opfer seine Würde auch unter extremen Bedingungen bewahren und dadurch zum Ziel seiner Existenz gelangen könne. Das Leben habe immer und unter allen Umständen einen Sinn, auch unter den Bedingungen von „Leiden und Sterben, Not und Tod“. Die an den Menschen gerichtete Forderung sei damit verbunden, „dass wir nicht armselig, sondern stolz zu leiden und zu sterben verstehen!“ Es läge im Wesen des Opfers, „unter der Voraussetzung gebracht zu werden, dass scheinbar, dass in dieser Welt – in der Welt des Erfolgs – nichts damit erreicht würde. […] Freilich, derjenige unter uns, der im religiösen Sinne gläubig ist, der könne dies leicht einsehen […].“