Stand: 17.05.2018

Diese Portalseite enthält Beiträge für die Formulierung einer tätigen christlichen Laienspiritualität des schützenden und bewahrenden Dienstes am Nächsten und am Gemeinwesen. Diese Beiträge werden im Dialog zwischen katholischen Geistlichen und vorwiegend in Sicherheitsberufen tätigen Menschen formuliert.

Der katholische Theologe Hans Urs von Balthasar sagte über die Bedeutung eines solchen Leitbildes für die Spiritualität christlicher Gemeinschaften:

Wenn mein Christsein der weltlichen Welt dienen soll, muss ich ein verstehbares, überblickbares Leitbild davon haben. Diese muss aber menschlicher Vernunft und menschlichem Handeln angemessen sein […].

Die hier dargestellten Inhalte sollen in diesem Sinne ein Leitbild für den Bund Sankt Michael und seinen Dienst sein.

Es gibt sowohl eine männliche als auch eine weibliche Spiritualität des schützenden Dienstes. An dieser Stelle wird vorerst nur die männliche Form dargestellt.

1. Grundlagen der Spiritualität des schützenden Dienstes

Der heilige Erzengel Michael und der Drache – Schule von Siena, 14. Jhd. (Wikimedia Commons/gemeinfrei)

In ihrer Spiritualität verwirklicht und beweist sich eine Religion. Eine Spiritualität umfasst die bewusste Gestaltung aller Bereiche des eigenen Lebens in Bezug auf das Transzendente und ist ein bestimmter Weg, das eigene Leben und Handeln aus dem Glauben heraus und in Übereinstimmung mit den Anforderungen zu gestalten, die Gott daran stellt. Es geht in christlicher Spiritualität darum, einen konkreten Weg zu beschreiben, wie Jesus Christus, der „sich selbst entäußerte und Knechtsgestalt annahm […] und gehorsam wurde bis in den Tod“ (Phil 2,7-8) dienend nachgefolgt werden kann, um die Bestimmung des Menschen zu erfüllen. (Weiterlesen: Grundlagen der Spiritualität des schützenden Dienstes)

2. Das Streben des Menschen zum Absoluten

Das Streben nach dem Wahren, Guten und Schönen sowie die Suche nach dem Absoluten, Ewigen, Uralten und Heiligen und nach Dingen und Aufgaben, die größer und wichtiger sind als die eigene Person, ist in der Seele des Menschen angelegt. Dieses Streben, das den Menschen über sich hinausweist, ist eine seiner besten Eigenschaften und gehört zu den Dingen, die ihn wesentlich ausmachen. Laut Romano Guardini gebe es in der Seele des Menschen „einen sehr edlen Drang: unmittelbar zu dem aufzusteigen, was hoch und vollkommen ist.“ (Weiterlesen: Das Streben des Menschen zum Heiligen, Ewigen und Erhabenen)

3. Der Mensch und die Ordnung des Kosmos

Jede Religion beinhaltet eine bestimmte Vorstellung von kosmischer Ordnung und der metaphysischen Beschaffenheit der Welt. Das Christentums geht davon aus, dass die Wirklichkeit nicht auf ihre materiellen Aspekte beschränkt ist, sondern dass diese sich auch einen immateriellen, für den Menschen nicht unmittelbar wahrnehmbaren Anteil umfasst. Der immaterielle Teil der Wirklichkeit ist vertikal und hierarchisch geordnet. Der Mensch verfügt nach christlicher Auffassung zudem über eine unsterbliche Seele, weshalb sein Leben nicht nur in der materiellen Welt stattfindet. Für den Menschen geht es in allen Religionen darum, sein Leben im richtigen Verhältnis zu Gott zu gestalten. (Weiterlesen: Der Mensch und die Ordnung des Kosmos)

4. Jesus Christus: Der Weg, die Wahrheit und das Leben

Der Weg des Christen ist es, Jesus Christus nachzufolgen, der sein Leben in bedingungslos geleistetem Dienst an den Menschen hingab. Alle Menschen sind dazu aufgerufen, es ihm gleichzutun, der „sich selbst entäußerte und Knechtsgestalt annahm […] und gehorsam wurde bis in den Tod“ (Phil 2,7-8). (Weiterlesen: Jesus Christus: Der Weg, die Wahrheit und das Leben)

5. Der Dienst als Berufung des Menschen

Der Dienst ist der Weg des Menschen zu Gott. Das Christentum ist die Religion des Dienstes am Nächsten und am Gemeinwesen. Ein christliches Leben ist ein im Dienst stehendes Leben, das mehr gibt als es nimmt, sich härtere Pflichten auferlegt, mehr Verantwortung übernimmt und größere Opfer erbringt. (Weiterlesen: Der Dienst als Berufung des Mannes)

6. Der schützende und bewahrende Dienst

Es gibt viele unterschiedliche Wege, auf die Berufung zum Dienst zu antworten. Jeder Mensch muss seine Berufung erkennen, und eine davon kann die zum schützenden und bewahrenden Dienst sein, zu dem insbesondere der Mann berufen ist. Zu den Formen dieses Dienstes gehören der Schutz der Schwachen, der Schutz der Kirche und des christlichen Erbes, der Schutz des Gemeinwohls und die Verteidigung des Gemeinwesens. (Weiterlesen: Der schützende und bewahrende Dienst)

7. Dienst und Tauglichkeit

Damit ein Mann in seinem Dienst Wirkung erzielen und Frucht bringen kann, muss er zunächst für diesen Dienst tauglich werden. Der Dienst des Christen fordert den ganzen Menschen, der dafür geistig, seelisch und körperlich bereit werden und in Form kommen muss. (Weiterlesen: Dienst und Tauglichkeit)

8. Wesen und Identität des christlichen Mannes

Der römische Dichter Ennius hatte beobachtet, dass „Sitte und Männer von alter Art“ Gemeinwesen schaffen und erhalten. Wo es an dienstbereiten und -tauglichen Männern fehlt, zerfällt ein Gemeinwesen, und schwere Zeiten sind die Folge. Der christliche Dienst am Nächsten kann auch darin bestehen, sein eigenes Leben so zu gestalten, dass es gerade in solchen Zeiten zu einer Stütze des Gemeinwesens wird. (Weiterlesen: Wesen und Identität des christlichen Mannes)

9. Die dienende Gemeinschaft: Der Männerbund

Der Männerbund ist eine auf den Dienst am Nächsten und am Gemeinwesen sowie die Herausbildung der Tauglichkeit seiner Mitglieder ausgerichtete hierarchische Gemeinschaft. Solche Bünde haben zu allen Zeiten und in allen Kulturen die tragenden, dienenden Elemente des Gemeinwesens geformt und organisiert. (Weiterlesen: Die dienende Gemeinschaft)