Herausforderungen

Paul Collier: Gemeinwohl, Solidarität und die Schwächen des Liberalismus

Der Ökonom Paul Collier lehrt Wirtschaftswissenschaften an der Universität Oxford. In einem in der Neuen Zürcher Zeitung erschienenen Aufsatz kritisiert er das Welt- und Menschenbild des Utilitarismus, der eine der weltanschaulichen Grundlagen des Liberalismus ist. Utilitaristisches Denken, das bestimmten Formen der Globalisierung sowie der Forderung nach offenen Grenzen zugrunde liege, führe tendenziell zur Entsolidarisierung mit der eigenen Gemeinschaft sowie zur Vernachlässigung ihrer Sorgen und Nöte und füge dem Gemeinwohl europäischer Gesellschaften dadurch großen Schaden zu. […]

Herausforderungen

Wolfgang Streeck: Postdemokratie und die Zerstörung der politischen Kultur Deutschlands

Der Soziologe Wolfgang Streeck ist Direktor emeritus am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln. In einem heute in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ erschienenen Aufsatz kritisiert er den seiner Ansicht nach nahezu totalen Verlust von Gemeinwohlorientierung und die Zerstörung der politischen Kultur in der „substanzentleerten und deshalb sentimentalisierungsbedürftigen deutschen Postdemokratie“. […]

Christliche Impulse

Heinrich August Winkler: Das Europa der Nationen als kulturelle Errungenschaft

Der Historiker Heinrich August Winkler lehrte an der Humboldt-Universität zu Berlin. In der aktuellen Ausgabe des Magazins Der Spiegel beschreibt er die „historisch gewachsene nationale Vielfalt“ als eine der kulturellen Errungenschaften Europas und warnt vor Bestrebungen zur Auflösung des Nationalstaates. Winkler kritisiert in seinem Beitrag neomarxistische Stimmen wie den Schriftsteller […]

Christliche Impulse

Philosoph Ryszard Legutko: Christentum und totalitäre Moderne

Ryszard Legutko lehrt Philosophie an der Jagiellonen-Universität in Krakau, war im Widerstand gegen den Kommunismus in Polen aktiv und ist einer der Unterzeichner der Pariser Erklärung. In einem jetzt im „New Oxford Review“ veröffentlichten Gespräch beschreibt er totalitäre Tendenzen in progressiven Ideologien der Gegenwart und die damit verbundenen Herausforderungen für das Christentum. […]

Allgemeine Krisentendenzen

Sozialgeograph Christophe Guilluy: Migration, kulturelle Verunsicherung und gesellschaftliche Konflikte in Europa

Der französische Sozialgeograph Christophe Guilluy ist vor allem durch seinen Ansatz zur Erklärung der allgemeinen Krisentendenzen in westlichen Gesellschaften bekannt geworden. In einem Gespräch mit der Tageszeitung Die Welt hat er seine Thesen jetzt präzisiert. Er sagt Deutschland und anderen europäischen Gesellschaften dabei langfristig weiter zunehmende gesellschaftliche Polarisierung und Konflikte in Folge von Migration und Globalisierung voraus. […]

Herausforderungen

Pankraj Mishra: „Modernisierung heißt, Wurzeln auszureißen“

Der indische Essayist Pankraj Mishra ist vor allem durch Aufsätze bekannt geworden, in denen er sich mit den Folgen der Globalisierung auseinandersetzt. In einem aktuellen Gespräch mit der Frankfurter Rundschau äußert er sich in diesem Zusammenhang über die Entwurzelung des Menschen durch Modernisierung und Globalisierung. Letztere betrachtet er als revolutionäre Ideologien, welche die Auflösung von Bindungen anstreben würden, um traditionelle Solidarstrukturen zu zerstören und Macht über Menschen zu gewinnen. […]

Herausforderungen

Die „Ehe für alle“ und die Auflösung der Ordnung von Staat und Gesellschaft

Die Abwendung der staatlichen Ordnung in Deutschland vom naturrechtlichen Verständnis von Ehe und Familie markiert einen entscheidenden Schritt in der sich seit langem vollziehenden Trennung des Landes von seinen geistigen und kulturellen Wurzeln. In der staatlichen Ordnung ist an die Stelle der ursprünglichen naturrechtlichen Grundlage der Gesetzgebung seit heute eine Berufung auf beliebige „gesellschaftliche Realitäten“ getreten, unter deren Vorbehalt diese Ordnung nun steht. […]

Allgemeine Krisentendenzen

Historiker Caspar Hirschi: „Kosmopolitischer Liberalismus“ als Treiber gesellschaftlicher und politischer Auflösungsprozesse

Der Historiker Caspar Hirschi lehrt an der Universität St. Gallen in der Schweiz. In der Neuen Zürcher Zeitung analysiert er den zunehmenden Verlust des gesellschaftlichen Zusammenhalts und die Erosion der Demokratie in westlichen Gesellschaften. Als wesentlichen Treiber dieser Entwicklung betrachtet er den “kosmopolitischen Liberalismus” der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Eliten. […]

Herausforderungen

Migrationsforscher Ruud Koopmans: „Die stabilen Staaten haben alle eine nationale Kultur“

Der Migrationsforscher Ruud Koopmans ist Professor für Soziologie und Migration an der Humboldt-Universität zu Berlin und zudem am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) tätig. Vor einigen Tagen äußerte er sich zur Leitkulturdebatte in Deutschland und betonte dabei, dass jeder funktionierende und stabile Staat auf einer nationalen Kultur beruhe. […]

Christliche Impulse

Erzbischof Ludwig Schick: Leitkultur und Christentum

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat sich vor einigen Tagen zur Leitkulturdebatte geäußert und darauf hingewiesen, dass eine Kultur nicht auf Gesetzestexten wie dem Grundgesetz beruhe, sondern dass umgekehrt vielmehr die Kultur solche und andere Werke hervorbringe. […]

Allgemeine Krisentendenzen

Soziologe Wolfgang Streeck: Die Selbstzerstörung liberaler Gesellschaften und das heraufziehende Chaos

Der am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln tätige Soziologe Wolfgang Streeck behandelt in seinem Ende 2016 erschienenen Buch „How Will Capitalism End?“ Auflösungsprozesse in liberalen westlichen Gesellschaften, die ihre eigenen Grundlagen und damit am Ende auch sich selbst zerstören würden. Adam Tooze fasste die wichtigsten Gedanken Streecks in einer Besprechung […]

Herausforderungen

Staatsrechtler Udo Di Fabio: Bei weiterer Erosion öffentlicher Sicherheit „wird die Systemfrage gestellt“

Der ehemalige Richter am Bundesverfassungsgericht und Staatsrechtler Udo Di Fabio warnt vor einem Legitimationsverlust des Staates im Zuge dessen zunehmender Unfähigkeit, die Sicherheit seiner Staatsbürger zu garantieren. Setze sich die Erosion des Rechtsstaates fort, “wird die Systemfrage gestellt”. Der Sinn des Staates ist es, eine Friedensordnung zu garantieren, in der […]