Glaube und Ethos

Jordan B. Peterson: Der Kampf gegen das Chaos und die Berufung des Mannes

Der Psychologe Jordan B. Peterson lehrt an der Universität von Toronto in Kanada. In seiner Arbeit behandelt er mit Schwerpunkt den geistigen Kampf des Menschen gegen die chaotischen Kräfte, die seine Seele angreifen. Der Mensch brauche dazu Religion und Kultur. Eine Religion bilde den Kern jeder Hochkultur. Die Berufung des Mannes bestehe darin, Verantwortung zu übernehmen, das eigene Leben einer Ordnung zu unterwerfen und dem Wirken des Chaos in der Welt entgegenzutreten. […]

Glaube und Ethos

Das Staatsethos des hl. Ludwig IX. und der Auftrag des Christen zum militärischen Dienst

Der Historiker Andrew Willard Jones untersucht in einem kürzlich erschienenen Werk „Before Church and State“ das christliche Staatsethos des hl. Ludwig IX., der im 13. Jahrhundert König von Frankreich war. Er gilt als einer der bedeutendsten europäischen Monarchen des Mittelalters sowie als Idealbild eines christlichen Königs. In seinen Ausführungen erläutert Jones vor dem historischen Hintergrund der Katharer-Krise, warum Pazifismus mit einem christlichen Staatsethos unvereinbar ist und der militärische Dienst an einer gerechten Ordnung ein Auftrag für Christen ist. […]

Glaube und Ethos

Charles J. Chaput: Das Rittertum und die Berufung des Mannes

Charles Joseph Chaput ist Erzbischof von Philadelphia und einer der führenden katholischen Denker in den USA. Im Rahmen eines Vortrags behandelte er vor einigen Tagen die Berufung des Mannes zum Dienst am Nächsten und am Gemeinwesen. Dabei erinnerte er daran, dass das Christentum in Form des Rittertums ein zeitloses Bild von dienstbereiter Männlichkeit geschaffen habe, das angesichts der sich ankündigenden Verwerfungen in westlichen Gesellschaften an Bedeutung gewinne. […]

Glaube und Ethos

Daniele Giglioli: Der Verlust männlicher Tugend in der postmodernen Gesellschaft

Daniele Giglioli lehrt Literaturwissenschaften an der Universität Bergamo. In einem aktuellen Aufsatz kritisiert er, dass westliche Gesellschaften durch Anstrengungen zur Zerstörung ihres traditionellen Männlichkeitsverständnisses erhebliche Risiken eingingen. Die damit verbundene Tendenz zur Effeminisierung mache diese Gesellschaften zunehmend unfähig dazu, existenziellen Herausforderungen zu begegnen. […]

Christliches Erbe

Der Gralsmythos und die Spiritualität des christlichen Rittertums

Der englische Historiker Richard Barber gilt als einer der führenden Experten auf dem Gebiet der mittelalterlichen höfischen Kultur. In seinem Werk „Der Heilige Gral: Geschichte und Mythos“ analysiert er die verschiedenen Strömungen des Gralsmythos. Dieser sei entgegen moderner Verzerrungen eindeutig als Werk der katholischen Kultur des Hochmittelalters zu identifizieren, in dem die Kultur und Spiritualität des christlichen Rittertums zum Ausdruck komme. […]

Glaube und Ethos

Apostel Paulus: Das Problem der unmännlichen Weichheit und die Tugend der Härte

In einer der frühesten Schriften des Christentums, dem um das Jahr 54 n. Chr. entstandenen 1. Korintherbrief, rief der hl. Apostel Paulus christliche Männer dazu auf, Neigungen zu unmännlicher Weichheit in sich zu bekämpfen. Die Weichen würden nicht zu den Erben des Reiches Gottes gehören. Auch wenn man die Freiheit habe, sich für ein entsprechendes Leben zu entscheiden, so sei eine solche Entscheidung doch falsch. Christliche Männer seien zum vorbehaltlosen Dienst berufen, und dazu tauge nur, wer „standhaft und unerschütterlich“ sowie „mannhaft“ sei. […]

Glaube und Ethos

Der heilige Stephanus: Erster Märtyrer des Christentums

Der 26. Dezember ist der Stephanstag, an dem die Kirche das Fest des heiligen Stephanus feiert. Er war der erste Märtyrer in der Geschichte des Christentums und einer der sieben Diakone der Jerusalemer Urgemeinde sowie einer jener Männer „von gutem Ruf und voll Geist und Weisheit“, die im Auftrag der Gemeinde Dienstvorhaben durchführten. Er wurde um das Jahr 36 n. Chr. getötet, nachdem er eine Verteidigungsrede zugunsten des Christentums gehalten hatte. […]

Glaube und Ethos

Jesaja: „Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein großes Licht.“

Der Prophet Jesaja äußerte um das Jahr 700 v. Chr. die folgenden Worte, die wahrscheinlich über viele Jahrhunderte lang unverstanden blieben, bis sich vor rund zweitausend Jahren endlich ihr Sinn offenbarte: „Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären […]. Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein großes Licht. Die im Land der Finsternis wohnen, Licht leuchtet über ihnen.“ […]

Glaube und Ethos

Hans Urs von Balthasar: Christ ist, wer im Dienst steht

Der katholische Theologe Hans Urs von Balthasar suchte 1965 in seiner Schrift „Wer ist ein Christ?“ nach dem Kern der christlichen Identität. Christ sei von Balthasar zufolge derjenige, der im Dienst stehe. Die Forderung nach Selbstlosigkeit und ständigem „Zur-Verfügung-Stehen“ im Rahmen einer dienenden Berufung würde die Identität des Christentums prägen. […]

Glaube und Ethos

Herfried Münkler: Europa fehlt eine Kultur des Heldentums

Der Politikwissenschaftler Herfried Münkler lehrt an der Humboldt-Universität zu Berlin und gehört zu den wenigen in seinem Fach in Deutschland, die sich mit Fragen im Bereich Strategie und Sicherheit auseinandersetzen. In einem aktuellen Aufsatz in der „Neuen Zürcher Zeitung“ schreibt er über die Verwundbarkeit der postheroischen Gesellschaften Europas und kritisiert, dass diesen „Heldenerzählungen“ und ein Konzept des Heldentums fehlen würden. […]

Glaube und Ethos

Hans Urs von Balthasar: Der Ernstfall als Maßstab des Glaubens

Der Theologe Hans Urs von Balthasar veröffentlichte 1966 seine Schrift „Cordula oder der Ernstfall“. In ihr setzte er sich vor dem Hintergrund des kulturrevolutionären Geschehens der 1960er Jahre und dessen Eindringens in die Kirche in der Nachkonzilszeit mit der Frage auseinander, was der höchste Maßstab des Glaubens sei, mit dem man gute von schlechten religiösen Impulsen unterscheiden könne. Er kam zu dem Ergebnis, dass dieser Maßstab der Ernstfall und die eigene Bereitschaft zum Tod sei. […]

Glaube und Ethos

Rolf Dobelli: Krisenerwartung als Voraussetzung wirklichkeitsgerechten Denkens

Christliche Weltanschauung rechnet grundsätzlich mit der Möglichkeit krisenhafter Verläufe des Weltgeschehens. Sie unterscheidet sich dabei deutlich vom Fortschrittsoptimismus säkularer Weltanschauungen. In einem Beitrag in der „Neuen Zürcher Zeitung“ erklärt der Philosoph Rolf Dobelli, der vor allem durch sein Werk „Die Kunst des klaren Denkens“ bekannt geworden ist, warum solche Krisenerwartung eine Voraussetzung wirklichkeitsgerechten Denkens und guter Entscheidungen ist. […]

Glaube und Ethos

Viktor Frankl: Dienst und Opfer als Sinn des Lebens

Der jüdische Psychologe Viktor Frankl lehrte unter anderem an der Universität Wien und ist vor allem für seine Auseinandersetzung mit psychischen Herausforderungen in Extremsituationen bekannt geworden. In seinem Werk „… trotzdem Ja zum Leben sagen“ beschreibt er seine Gedanken dazu, die auf persönlichen Erfahrungen im Konzentrationslager Auschwitz beruhen. Sein Werk stellt dabei keine Anleitung zum physischen, sondern zum seelischen Überleben dar. Er betont, dass der Mensch nur durch die Entscheidung zu Dienst und Opfer seine Würde auch unter extremen Bedingungen bewahren und dadurch zum Ziel seiner Existenz gelangen könne. […]

Glaube und Ethos

Romano Guardini: Das Europa der Nationen und das abendländische Dienstethos

Der Theologe Romano Guardini (1885-1968) gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der Disziplin der katholischen Weltanschauung im 20. Jahrhundert, dessen Werk unter anderem Hannah Arendt und Benedikt XVI. beeinflusste. In seinem Aufsatz „Europa – Wirklichkeit und Aufgabe“ untersuchte er die sittliche Bedeutung des Nationalstaates, dessen Rolle in Europa sowie die historische Berufung Europas. Diese sah er darin, das christlich-abendländische Dienstethos weiterzuentwickeln und zu verbreiten, das politische Macht in Abgrenzung zu totalitären Ideologien als „dienende Stärke“ verstehe. […]

Glaube und Ethos

Bischof Hans-Jürgen Abromeit: Christen müssen bereit sein, für ihren Glauben zu sterben

Der evangelisch-lutherische Bischof Hans-Jürgen Abromeit hat in einer im Rahmen des ökumenischen Kongresses „Christenverfolgung heute“ gehaltenen Predigt dazu aufgerufen, die Worte Jesu Christi zum Martyrium ernst zu nehmen. Das Christentum sei keine „Wohlfühlreligion“. Christen müssten dazu bereit sein, für ihren Glauben notfalls auch zu sterben. Im Ernstfall „muss ich um der Nachfolge Jesu willen bereit sein, auch diesen Weg zu gehen. […] Es ist schon ernst gemeint, wenn Jesus sagt: Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir, der ist meiner nicht wert.“ […]

Glaube und Ethos

Robert Spaemann: Die heilige Erzählung vom „tausendjährigen Abwehrkampf der christlichen Zivilisation“

Der katholische Philosoph Robert Spaemann ist ein Berater Benedikts XVI. und lehrte zuletzt an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Im 2016 erschienenen zweiten Band seiner „Meditationen eines Christen“ schreibt er unter anderem über christliche Identität und ihre Weitergabe durch „heilige Erzählungen“. Dazu gehöre auch der „tausendjährige Abwehrkampf der christlichen Zivilisation gegen den islamischen Imperialismus“. […]

Glaube und Ethos

Romano Guardini: Der ritterliche Mann

Romano Guardini (1885-1968) lehrte katholische Weltanschauung an verschiedenen deutschen Universitäten und gilt als einer der bedeutendsten Vertreter dieses Faches im 20. Jahrhundert. Sein Werk beeinflusste unter anderem Hannah Arendt und Papst Benedikt XVI. In seinem an junge Männer gerichteten Aufsatz „Vom ritterlichen Manne“, der im Band „Briefe über Selbstbildung“ enthalten ist, beschrieb er das traditionelle, das Dienstethos betonende abendländische Konzept von Männlichkeit. […]

Glaube und Ethos

Philosoph Josef Pieper: Disziplin als christliche Tugend

Disziplin ist ein wesentlicher Bestandteil des militärischen Ethos. Die Auseinandersetzung mit diesem Ethos erfolgt in den Streitkräften westlicher Nationen zunehmend auf der Grundlage postmoderner Weltanschauungen. Dabei zeigt sich jedoch, dass diese aufgrund ihrer Betonung individueller Ansprüche als Grundlage eines Dienstethos ungeeignet sind. Dass das Christentum auch auf diesem Gebiet wertvolle Impulse liefern kann, belegt das Werk „Zucht und Maß. Über die vierte Kardinaltugend“ des katholischen Philosophen Josef Pieper (1904-1997). […]

Glaube und Ethos

Papst Pius II.: Die Ausbildung der Verteidiger Europas

Der Humanist und Universalgelehrte Enea Sylvio Piccolomini trat kurz nach der Eroberung Konstantinopels und der Vernichtung des Byzantinischen Reiches durch die Osmanen im Jahre 1453 sein Amt als Papst Pius II. an. Vor dem Hintergrund der Bedrohung Europas entwickelte er ein humanistisches Bildungskonzept, das Adelige dazu befähigen sollte, den mit der osmanischen Bedrohung verbundenen Herausforderungen in militärischen und politischen Führungsfunktionen sowie als kulturelles Vorbild entgegenzutreten. […]

Glaube und Ethos

Polen: 150.000 Menschen beten für den Schutz Europas

Am 7. Oktober haben in Polen anlässlich des Rosenkranzfestes ersten Angaben zufolge rund 150.000 Menschen im Rahmen der Aktion „Rosenkranz an der Grenze“ ein gemeinsames Gebet für den Schutz Europas durchgeführt. Die Organisatoren betonten, dass Europa gegenwärtig existentiellen Herausforderungen in Form des Wirkens eines radikalen Säkularismus sowie radikaler Strömungen im Islam gegenüberstehe. […]

Glaube und Ethos

Das Böse in der Welt und die christliche Berufung zum schützenden Dienst

Im Zusammenhang mit Terroranschlägen oder vergleichbaren Taten, bei denen zahlreiche Zivilisten getötet werden, wird häufig die Frage gestellt, wie diese aus christlicher Perspektive zu bewerten sind. Dabei wird das Geschehen teilweise zum Anlass genommen, an der Existenz Gottes zu zweifeln, von dem erwartet wird, dass er solches Geschehen verhindere. Das Christentum verspricht aber keine sichere Welt, sondern stellt dem Menschen in Aussicht, durch die Annahme der Berufung zum selbstlosen Dienst am Nächsten und damit verbundene Opfer Gott näher zu kommen. […]