Glaube und Ethos

Nikolai Berdjajew: Das heroische Wesen des Christentums

Der Philosoph Nikolai Berdjajew (1874–1948) übte starken geistigen Einfluss auf Teile des christlichen Widerstands gegen den Nationalsozialismus aus. In einer ursprünglich 1931 erschienenen und kürzlich neu unter dem Titel „Im Herzen die Freiheit“ herausgegebenen Schrift beschreibt er das heroische Wesen des Christentums. In Europa habe das Christentum jedoch die Prüfungen nicht bestanden, die mit seinen früheren historischen Erfolgen hier verbunden gewesen sei. Es habe sich in Folge dessen verweltlicht und verbürgerlicht, was die Ursache seiner gegenwärtigen Krise sei. […]

Glaube und Ethos

Peter Kwasniewski: Unmännliche Tendenzen im modernen Katholizismus

Der katholische Philosoph Peter Kwasniewski kritisiert in einem aktuellen Aufsatz unmännliche Tendenzen im modernen Katholizismus. Diese kämen vor allen in Versuchen zum Ausdruck, das Christentum attraktiver machen zu wollen, indem man seine harten und fordernden Aspekte leugne oder zu verbergen versuche. Diese „Inversion und Perversion“ stelle eine existenzielle Bedrohung für die Kirche in westlichen Gesellschaften dar. […]

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James H. Toner: Das militärische Ethos als Impuls zur Erneuerung der Kirche

James H. Toner lehrte Militärethik an der Führungsakademie der amerikanischen Luftwaffe. In einem Beitrag im „Crisis Magazine“ beschreibt er das militärische Ethos als einen möglichen Impuls für die Erneuerung der katholischen Kirche. Die gegenwärtige Krise der Kirche ähnele der Krise, die das amerikanische Heer im Zuge des Vietnamkriegs durchlaufen habe und in deren Verlauf dort Disziplin und Moral zusammengebrochen seien. […]

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Der Prophet Ezechiel und die christliche Berufung zum schützenden Dienst

Der damalige Priester und spätere Prophet Ezechiel war im Jahre 597 v. Chr. Zeuge des Falls Jerusalems und der existenziellen Krise, die das Volk Israel an den Rand der Vernichtung brachte. Das Buch des Alten Testaments, das seine Worte wiedergibt, schildert diese Katastrophe, aber auch die Berufung zum Wächtertum und zum schützenden Dienst. Die Wächter seien jene, die Gott damit beauftrage, Krisen frühzeitig zu erkennen und die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, damit „mein Volk Israel in Sicherheit wohnt“. […]

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Charles Péguy: Das Christentum als Festung im Meer des Chaos

Der französische Schriftsteller Charles Péguy (1873-1914) veröffentlichte kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs einen weitsichtigen Aufsatz, in dem er „bisher ungekannte Prüfungen“ für das Christentum ankündigte. Angesichts der bevorstehenden Verwerfungen gleiche das Christentum einer „Festung im Meer“. Es werde künftig kein unverbindliches Christentum mehr geben können. Jeder Christ werde an der Grenze des Königreiches stehen und Soldat im Kampf gegen die Mächte des Bösen sein. […]

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Josef Pieper: Der verborgene Dienst und das Geheime Deutschland

Der katholische Philosoph Josef Pieper (1904-1997) setzte sich in seinem 1955 erschienenen Aufsatz „Der Same bedarf des Erdreichs“ anlässlich des zehnten Jahrestags des 20. Juli 1944 aus einer christlichen Perspektive mit Grundfragen des schützenden und bewahrenden Dienstes am Gemeinwohl auseinander. Das Beispiel der Männer des 20. Juli 1944 zeige, dass das Gemeinwohl einen Dienst „verborgener Herkunft“ erfordere, der von „Schweigenden und Verborgenen“ im Hintergrund geleistet werde. […]

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Heinrich David: Das Herrentum des dienenden Mannes

Der katholische Theologe Heinrich David beschrieb in seinem ursprünglich 1953 im Herder-Verlag erschienenen und kürzlich neu aufgelegten Werk mit dem Titel „Das Bild des christlichen Mannes“ das katholische Ideal der Männlichkeit. Der Mann sei nur dort ein Herr, wo er im Dienst stehe. „Christliches Herrentum“ fände „sein Wesen und seine Erfüllung im Dienst am Kleinen und Hilfsbedürftigen“. Weil er der christliche Mann Verantwortung für die Schwachen trage, dürfe er selbst nicht schwach sein. […]

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Ulrich Lehner: Die liberale Häresie der Weichheit

Der aus Bayern stammende Ulrich Lehner lehrt Religionsgeschichte und Theologie an der jesuitischen Marquette University in den USA. In seinem kürzlich erschienenen Buch „God Is Not Nice“ setzt er sich mit liberalen Verfallsformen des Christentums auseinander, die dessen maskuline sowie harte, ernste und fordernde Inhalte ausblenden und durch die Suche nach angenehmen Gefühlen ersetzen würden. Strömungen dieser Art würden die Kirche in allen westlichen Gesellschaften zunehmend prägen und stellten eine „tödliche Gefahr“ für das Christentum dar, weil sie seinen Kern aushöhlten. […]

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Iwan Iljin: Das christliche Ethos des militärischen Dienstes

Der russisch-orthodoxe Philosoph Iwan Iljin (1883-1954) wurde 1922 aus der Sowjetunion verbannt und setzte sich in seiner Arbeit unter anderem mit Fragen der Bekämpfung totalitärer Ideologien auseinander. In seinem 1925 veröffentlichten und jetzt erstmals in deutscher Übersetzung erschienenen Werk „Über den gewaltsamen Widerstand gegen das Böse“ entwirft er ein christliches Ethos für die Verteidiger des Gemeinwesens in Militär, Polizei, Nachrichtendiensten und Justiz. […]

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Henri de Lubac: Europa braucht ein männlicheres Christentum

Kardinal Henri de Lubac (1896-1991) war einer der wichtigsten katholischen Theologen des 20. Jahrhunderts. In seinem 1944 erschienenen Buch „Über Gott hinaus – Die Tragödie des atheistischen Humanismus“ warnte er, dass die Abwertung männlicher Spiritualität und maskuliner Tugenden durch liberale Strömungen in der Kirche destruktive neuheidnische Ideologien begünstige. Viele Männer würden sich aufgrund unmännlicher Tendenzen in der Kirche vom Christentum abgestoßen fühlen und fragwürdigen Weltanschauungen zuwenden. Dieser Herausforderung wirksam zu begegnen erfordere ein „männliches und kraftvolles Christentum“. […]

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Das Verschwinden der Tapferkeit aus der deutschen Kultur

In der “Welt am Sonntag” beschreibt die Journalistin Sarah Maria Brech das Verschwinden der christlichen Kardinaltugend der Tapferkeit aus der deutschen Kultur. Sie stützt sich dabei auf die Erkentnisse von Historikern und Sozialpsychologen. Tapferkeit sei in Deutschland “aus der Mode gekommen”, würde als unerwünscht oder sogar als kontraproduktiv gelten und sei zum „Anti-Wert geworden“. […]

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Papst Franziskus: Dienst, Kampf und Opfer sind der Weg der Heiligen

In seinem heute veröffentlichten Lehrschreiben mit dem Titel „Gaudete et Exsultate“ äußert sich Papst Franziskus über die allgemeine Berufung des Menschen zur Heiligkeit. Dabei betont er, dass der Weg der Heiligen ein Weg des Dienstes, des Kampfes und des Opfers sei. Gott fordere vom Menschen die totale Indienststellung seines Lebens zum Wohl des Nächsten. Um diesen Auftrag ausführen zu können, müsse der aus eigener Kraft dazu nicht fähige Mensch diesen Auftrag annehmen und sich von Gott nach und nach verwandeln lassen. […]

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Oberst Beltrame: Soldat, Held und christlicher Märtyrer

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer hat den Opfergang des französischen Obersts Arnaud Beltrame in seiner Osterpredigt angesprochen. Dabei betonte er, dass Beltrame auch ein Held sowie „ein Beispiel für militärische Tugenden“, vor allem aber ein christlicher Märtyrer gewesen sei. Das Opfer Beltrames mache einen Teil des Ostergeheimnisses sichtbar, in dessen Zentrum der Dienst an anderen stehe. […]

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Frankreich: Der Opfergang des katholischen Offiziers Arnaud Beltrame

Der bekennende Katholik Arnaud Beltrame war als Oberstleutnant der paramilitärischen französischen Gendarmerie Nationale am vergangenen Freitag am Einsatz gegen einen islamistischen Terroristen im südfranzösischen Trèbes beteiligt. Nachdem der Terrorist in einem Supermarkt Geiseln genommen hatte, entschloss sich Oberstleutnant Beltrame dazu, sich als Austauschgeisel zur Verfügung zu stellen. Er wurde dabei durch den Terroristen, einen marokkanischen Muslim, tödlich verwundet. Seine Tat trug jedoch dazu bei, dass die meisten Geiseln gerettet werden konnten. […]

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Walter J. Ciszek: Die Konfrontation mit dem Bösen in der Gestalt des Kriminellen

Der katholische Priester Walter J. Ciszek (1904-1984) war von 1939 bis 1963 im verdeckten Einsatz als Missionar in der Sowjetunion tätig. Rund 20 Jahre dieser Zeit verbrachte er in kommunistischen Straf- und Arbeitslagern. Seine Erfahrungen schildert er in seinem Buch „Mit Gott im Gulag“. Dem Bösen sei er während dieser Zeit vor allem in Gestalt von Mitgliedern der russischen organisierten Kriminalität begegnet. […]

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Jordan B. Peterson: Der Kampf gegen das Chaos und die Berufung des Mannes

Der Psychologe Jordan B. Peterson lehrt an der Universität von Toronto in Kanada. In seiner Arbeit behandelt er mit Schwerpunkt den geistigen Kampf des Menschen gegen die chaotischen Kräfte, die seine Seele angreifen. Der Mensch brauche dazu Religion und Kultur. Eine Religion bilde den Kern jeder Hochkultur. Die Berufung des Mannes bestehe darin, Verantwortung zu übernehmen, das eigene Leben einer Ordnung zu unterwerfen und dem Wirken des Chaos in der Welt entgegenzutreten. […]

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Charles J. Chaput: Das Rittertum und die Berufung des Mannes

Charles Joseph Chaput ist Erzbischof von Philadelphia und einer der führenden katholischen Denker in den USA. Im Rahmen eines Vortrags behandelte er vor einigen Tagen die Berufung des Mannes zum Dienst am Nächsten und am Gemeinwesen. Dabei erinnerte er daran, dass das Christentum in Form des Rittertums ein zeitloses Bild von dienstbereiter Männlichkeit geschaffen habe, das angesichts der sich ankündigenden Verwerfungen in westlichen Gesellschaften an Bedeutung gewinne. […]