Kulturelle Erneuerung

Robert Spaemann (1927-2018): Ein Verteidiger des christlichen Europas

Der katholische Philosoph Robert Spaemann ist gestern im Alter von 91 Jahren verstorben. Er war ein entschiedener Kritiker spät- und postmoderner Weltanschauungen sowie ein Berater Benedikts XVI. und lehrte zuletzt an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. In den vergangenen Jahren hatte er sich auf der Grundlage einer kämpferischen katholischen Spiritualität wiederholt zur Krise des christlichen Europas geäußert, für dessen Verteidigung er sich bis zuletzt einsetzte. […]

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Mark Lilla: Europas verborgene christliche Erneuerungsbewegung

Der Politikwissenschaftler Mark Lilla lehrt an der Columbia University in New York und wurde vor allem durch seine kritische Auseinandersetzung mit postmodernen Ideologien bekannt. In einem aktuellen Aufsatz beschreibt er die in Westeuropa entstehende, derzeit überwiegend noch im Verborgenen wirkende konservative christliche Erneuerungsbewegung. […]

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Christentum und kulturelle Kontinuität in Krisenzeiten: Das polnische Vorbild

In einem gestern in allen Kirchen des Landes vorgelesenen Hirtenbrief stellten die polnischen Bischöfe anlässlich des hundertsten Jahrestages der polnischen Unabhängigkeit die Bedeutung des Christentums für die Kontinuität der polnischen Nation und ihrer Kultur heraus. In den über 120 Jahren, in denen das polnische Volk nicht über einen eigenen Nationalstaat verfügt habe, sei die Kirche der wesentliche Träger und Bewahrer der christlichen Identität Polens gewesen. […]

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Michel Houellebecq: Der Niedergang und die kommende christliche Erneuerung Europas

Der französische Schriftsteller Michel Houellebecq ist vor allem durch Romane bekannt geworden, in denen er kulturelle Auflösungserscheinungen moderner Gesellschaften beschreibt. In seiner gestern gehaltenen Dankesrede anlässlich der Verleihung des Oswald-Spengler-Preises stellt er den Niedergang Europas auch als Folge seiner Abwendung vom Christentum dar. Historische Vorbilder würden jedoch Anlass zur Hoffnung geben, dass auf dem Höhepunkt der Krise die Möglichkeit einer religiösen Erneuerung Europas aus dem Geist des Christentums bestehen werde. […]

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Nikolai Berdjajew: Die Krise Europas und das neue Rittertum

Der Philosoph Nikolai Berdjajew (1874–1948) stand der konservativen katholischen Erneuerungsbewegung seiner Zeit nahe. In seinem Werk „Das neue Mittelalter“ setzte er sich 1923 mit der geistig-kulturellen Krise Europas auseinander und suchte nach „Wegen zu einem neuen Rittertum“, das diese Krise überwinden könne. Das Buch übte einen starken Einfluss auf Teile des christlichen Widerstands gegen den Nationalsozialismus aus. […]

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Erzbischof Gänswein: Die christliche Zivilisation ist in Gefahr

Erzbischof Georg Gänswein gilt als einer der engsten Vertrauten des emeritierten Papstes Benedikt XVI., dem er als Privatsekretär dient. In einem gestern in Rom gehaltenen Vortrag warnte er, dass angesichts der gegenwärtigen Lage des Christentums in westlichen Gesellschaften „das ganze Projekt unserer Zivilisation auf dem Spiel“ stehe. Die Kirche durchlaufe derzeit „eine wahrhaft endzeitliche Krise“. Die „Benedikt-Option“ stelle einen geeigneten Ansatz zur Bewältigung dieser Krise dar. […]

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Werner J. Patzelt: Die Sehnsucht nach der Bewahrung Europas

Der Politikwissenschaftler Werner J. Patzelt lehrt an der Technischen Universität Dresden. In einem Vortrag am katholischen Institut für Gesellschaftswissenschaften Walberberg betonte er vor einiger Zeit, dass die Zukunft Europas angesichts der gegenwärtigen Herausforderungen vor allem davon abhänge, dass es in ihm Kräfte gebe, in denen die „Sehnsucht nach dem Bewahren“ lebendig sei. […]

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Die Benedikt-Option – Teil 3: Das Licht der Welt

In seinem Buch „Die Benedikt-Option“ entwirft der Autor Rod Dreher eine Strategie für christliches Leben in dem schwierigen Umfeld, das westliche Gesellschaften künftig darstellen könnten. Der dritte und abschließende Teil unserer Serie über das Buch behandelt praktische Aspekte dieser Strategie. Dreher setzt sich in diesem Zusammenhang vor allem mit Gemeinschaftsbildung, dem Aufbau von Netzwerken und der Ausbildung jener auseinander, die unter den künftigen Krisenbedingungen im Sinne ihrer christlichen Berufung als „Licht der Welt“ die Erneuerung und den Wiederaufbau westlicher Gesellschaften leisten sollen. […]

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Die Benedikt-Option – Teil 2: Krisenfeste christliche Gemeinschaften

In seinem Buch „Die Benedikt-Option“ entwirft der Autor Rod Dreher eine Strategie für christliches Leben in dem schwierigen Umfeld, das westliche Gesellschaften künftig in immer größerem Maße darstellen könnten. Der zweite Teil unserer Serie behandelt die Gedanken Drehers darüber, wie das Christentum gestützt auf Netzwerke resilienter kleiner Gemeinschaften die unabwendbar gewordene Krise westlicher Gesellschaften überdauern soll, um diese Gesellschaften anschließend wieder aufzubauen zu können. […]

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Die Benedikt-Option – Teil 1: Archen für die dunklen Jahrhunderte

In seinem kürzlich in deutscher Übersetzung erschienenen Buch „Die Benedikt-Option“ entwirft der Autor Rod Dreher eine Strategie für christliches Leben in postchristlichen Gesellschaften. Dreher geht davon aus, dass der westlichen Welt eine Zeit gravierender Verwerfungen bevorstehe, die auch das Christentum treffen würden. Es brauche in dieser Lage „jemanden der Archen baut, die sie und den lebendigen Glauben durch das Meer der Krise tragen können – durch ein Dunkles Zeitalter, das Jahrhunderte andauern könnte“. […]

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Cassian Folsom: Europa als Erbe und Auftrag

Der Benediktinerpater Cassian Folsom ist Gründer und ehemaliger Prior des Klosters San Benedetto im italienischen Norcia, wo eine junge internationale Gemeinschaft katholischer Mönche aktiv ist. In einem kürzlich veröffentlichten Aufsatz mit dem Titel „Erbe und Auftrag“ setzt er sich mit der „entmutigenden, so düsteren Lage“ Europas auseinander und untersucht, was „die innere Identität Europas wieder beleben könnte“. Er entwirft ein Modell von Netzwerken von Gemeinschaften, die um geistliche Kerne herum entstehen und diese Aufgabe leisten könnten. […]

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Konrad Lorenz: Traditionsverlust und Kulturabbruch als Risiken für Europa

Der Verhaltensforscher Konrad Lorenz (1903-1989) war Direktor des Max-Planck-Instituts für Verhaltensphysiologie und erhielt 1973 für seine Arbeit den Nobelpreis. In seinem im gleichen Jahr erschienenen Werk „Die acht Todsünden der zivilisierten Menschheit“ setzte er sich mit Herausforderungen auseinander, die unsere Kultur mit Vernichtung bedrohen“. Zu diesen Herausforderungen zähle auch das drohende „Abreißen der Tradition“. Dieses könne dazu führen, dass die europäische Kultur ausgelöscht werde „wie eine Kerzenflamme“. […]

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Eric Voegelin: Die Apokalypse der modernen Zivilisation

Der Politikwissenschaftler Eric Voegelin (1901-1985) gilt als einer der wichtigsten christlich-konservativen Denker des 20. Jahrhunderts. Er lehrte an der Ludwig-Maximilians-Universität München, wo er das Geschwister-Scholl-Institut für Politische Wissenschaft gründete. In seinem 1952 erschienenen Werk mit dem Titel „Die Neue Wissenschaft der Politik“ setzte er sich mit der kulturellen Krise der westlichen Welt und ihren Ursachen sowie der bevorstehenden „Apokalypse der Zivilisation“ auseinander. […]

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Michel Onfray: Aufstieg und Fall der abendländischen Kultur

Der atheistische Philosoph Michel Onfray setzt sich in seinem kürzlich in deutscher Übersetzung erschienenen Werk „Niedergang“ (frz. „Décadence“) mit dem Aufstieg und Fall der abendländischen Kultur auseinander. Europa habe den religiösen Kern seiner Identität verloren, weshalb seine Kultur sich „im Endstadium ihres Niedergangs“ befinde. Spät- und Postmoderne würden von den Resten christlicher Kultur leben und diese dabei verzehren. Ein Ausweg sei nicht in Sicht: „Das Schiff sinkt. Uns bleibt nur, möglichst elegant unterzugehen.“ […]

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Studie: Christliche Identität in Westeuropa

Das „Pew Research Center“ hat eine Studie über christliche Identität in Westeuropa vorgelegt. Aus ihr geht hervor, dass praktizierende Christen noch rund 20 Prozent der Bevölkerung der Region ausmachen. Diese würden sich vom Rest der Bevölkerung nicht nur durch ihren Glauben an den Gott der Bibel unterscheiden, sondern auch durch stärkere Identifikation mit den Kulturen ihrer Länder sowie durch eine konservativere Einstellung in gesellschaftspolitischen Fragen und eine skeptischere Haltung gegenüber Migration. […]

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Jacob Burckhardts Krisentheorie: Die „Sturmlehre der Geschichte“

Anlässlich des 200. Geburtstags des Schweizer Kulturhistorikers Jacob Burckhardt (1818-1897) bezeichnete der Historiker Jürgen Osterhammel dessen Theorie historischer Krisen in der Tageszeitung „Die Welt“ als die „Sturmlehre der Geschichte“ und hob die Aktualität seiner Gedanken vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Lage in Europa hervor. Burckhardt habe zudem die geistig-kulturellen Kräfte, die historisches Geschehen bestimmten, zutreffend erkannt. […]

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Peter J. Brenner: Die Krise und Selbstbehauptung Europas

Der Germanist Peter J. Brenner lehrte zuletzt an der Universität zu Köln und hat sich in seiner Arbeit vor allem mit kulturtheoretischen Fragen auseinandergesetzt. In seinem kürzlich erschienenen Buch „Fremde Götter – Religion in der Migrationsgesellschaft“ analysiert er das Unvermögen der liberalen und postmodernen Eliten Europas zur kulturellen Selbstbehauptung und untersucht Perspektiven einer kulturellen Erneuerung. […]

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Richard Dawkins: Das Christentum als „Bollwerk gegen Schlimmeres“

Der Evolutionsbiologe Richard Dawkins lehrte an der Universität von Oxford und ist der wichtigste Vordenker des „Neuen Atheismus“. Vor einigen Tagen warnte er vor den Folgen der Krise des Christentums in Europa, da das Christentum im Vergleich zu anderen Religionen einen „gutartigen“ Charakter besitze. Bereits 2016 hatte er das Christentum als „Bollwerk gegen Schlimmeres“ bezeichnet. […]

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Kulturelle Homogenität als Voraussetzung des Gemeinwohls: Fallstudie Orange City

Die Publizistin Larissa MacFarquhar hat sich im Magazin „The New Yorker“ mit der Frage auseinandergesetzt, welche Faktoren kulturelle Kontinuität und die Sicherstellung des Gemeinwohls in einem Gemeinwesen begünstigen. Sie tat dies am Beispiel der vorwiegend von den Nachkommen niederländischer Protestanten bewohnten amerikanischen Stadt Orange City im Staat Idaho, deren Sozialindikatoren sich entgegen dem allgemeinen Trend in den ländlichen USA in den vergangenen Jahrzehnten positiv entwickelt hatten. Die wesentlichen Ursachen dafür seien die Kultur der Bewohner, die kulturelle Homogenität des Ortes und die erfolgreiche Bindung von Leistungsträgern an das Gemeinwesen. […]