Das Gedenkjahr 2018: Ein Rückblick aus der Sicht des katholischen Geschichtsverständnisses

Der einhundertste Jahrestag der historischen Umbrüche des Jahres 1918 sowie andere Jahrestage waren im nun zu Ende gehenden Jahr europaweit Anlass für öffentliches Gedenken sowie für Versuche, Lehren aus der Geschichte für Gegenwart und Zukunft zu ziehen. Aus der Perspektive des katholischen Geschichtsverständnisses betrachtet war der allgemeine Blick auf das historische Geschehen dabei jedoch meist verengt, weshalb auch die daraus gezogenen Lehren unvollständig blieben.

Das Gedenkjahr 2018 in Deutschland

Mehrere historische Ereignisse, die sich 2018 jährten, spielten in den Teilen des Koalitionsvertrags der neuen Bundesregierung, die geschichtspolitische Fragen behandelten, keine besondere Rolle. In einem Kapitel des Koalitionsvertrages mit der Überschrift „Ohne Erinnerung keine Zukunft“ wurden die Aufarbeitung der NS-Terrorherrschaft und der SED-Diktatur sowie der deutschen Kolonialgeschichte und auch positive Momente der deutschen Demokratiegeschichte erwähnt. Der Kampf gegen den Antisemitismus wurde im Vertrag ebenfalls festgehalten.

Kein Erinnern war hingegen an das Jahr 1918 und an das Ende des preußischen Deutschen Reiches vorgesehen, ebensowenig wie eine Aufarbeitung oder gar Verurteilung des Kommunismus anlässlich des 200. Geburtstages von Karl Marx oder der neomarxistischen 68er-Bewegung, die 2018 50 Jahre alt geworden ist. Außerdem wurde der Anfang des Dreißigjährigen Krieges im Jahr 1618 nicht erwähnt.

Von Goethe stammt dieses Wort, mit dem dieser verengte geschichtspolitische Ansatz kommentiert werden kann:

Wer nicht von dreitausend Jahren sich weiß Rechenschaft zu geben, bleib im Dunkeln unerfahren, mag von Tag zu Tage leben.

Einem Katholiken stellt sich bei der Betrachtung der geschichtlichen Entwicklungen mit dem hl. Don Bosco die Frage: „Was wiegt vor dem Ewigen?“. Katholiken glauben, dass Gott in der Menschheitsgeschichte wirksam ist, auch wenn sich die Menschen immer mehr von Ihm abzukehren scheinen. Die Geschichte unterliegt einem Heilsplan und hat somit einen Sinn, der dem Menschen jedoch oft verhüllt bleibt.

Der Erste Weltkrieg: Europas Urkatastrophe

Das Jahr 1918 markierte für Europa und die ganze Welt eine politische Zeitenwende, deren Auswirkungen bis in die Gegenwart reichen. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs kam es zum Zusammenbruch der Monarchien in Österreich und Deutschland und somit zu einem Kappen der Wurzeln, die bis in die römische Antike zurückreichen, denn die katholischen Habsburger verstanden sich als Erben des Heiligen Römischen Reiches. Das Lebensverständnis und -gefühl in diesem Reich und seiner Epoche beschrieb der katholische Denker Erik Kuehnelt-Leddihn folgendermaßen:

Da war Gott-Vater im Himmel, der Heilige Vater in Rom, der Monarch als ‚Vater des Vaterlands‘ und der Vater als ‚König‘ in der Familie. Man sah hinauf und hinunter mit liebender Treue oder verantwortlicher Liebe.1

Es sei in diesem Zusammenhang an das spezifische Herrscherverständnis der Habsburger, die Pietas Austriaca, erinnert. Diese Tugend des österreichischen Herrscherhauses drückt den Willen des Herrschers aus, die Handlungen seiner politischen Tätigkeit auf Gott auszurichten und sein ganzes öffentliches Tun zu einer Verehrung Gottes zu machen.

Sie gründet auf der Glaubensüberzeugung, dass alle Macht und politische Autorität von Gott kommt und von Ihm abhängig ist. Konkret bedeutet dies nicht nur die Sakralisierung des Staates, sondern für den Monarchen die Unterordnung unter den Willen Gottes. Dieses Herrscherverständnis der Habsburger war getragen von Sendungsbewusstsein und der Teilnahme des Herrschers am Heilsgeschehen, das heißt an den großen Auseinander-setzungen der streitenden Kirche auf Erden.2

Doch durch die Ermordung des Thronfolgers Franz Ferdinand und seiner Gemahlin am 28. Juni 1914 in Sarajewo brach der Erste Weltkrieg aus und es setzte ein bisher kaum da gewesener Bruch mit der Tradition ein. Es wurden drei christliche Herrscher gestürzt.

Dieses Attentat war der Auslöser, jedoch nicht der Grund des Weltkriegs. So wie auch der Zweite Weltkrieg sollte dieser mehrere Väter haben.3

Imperialistische Überheblichkeit war einer der Gründe sowie auch ein Kosmopolitismus, der gegen den Nationalismus Krieg führen musste. Papst Benedikt XV. unternahm alle Anstrengungen, um den Krieg zu verhindern bzw. zu einem Ende zu führen. Entscheidend wirkte sich der Kriegseintritt der USA aus. Er entschied den bekannten Ausgang des Krieges mit allen verheerenden Folgewirkungen.

Das unbewältigte Erbe des Kommunismus und dessen anhaltendes Wirken in der Geschichte Europas

Mit deutscher Unterstützung wurde Wladimir Ilyich Uljanow, genannt Lenin, im Jahr 1917 nach Russland geschleust und es kam im Zuge des Weltkrieges zur kommunistischen Oktoberrevolution in Russland. Russland sollte, wie die Gottesmutter in Fatima prophezeite, seine Irrtümer über die ganze Welt verbreiten.

Mitnichten sind diese Irrtümer des Kommunismus 200 Jahre nach der Geburt seines bedeutenden Urhebers, Karl Marx, ausgestorben. Der Kommunismus hat durch „Verpuppungen und oder Mutationen“4 in der 68er-Bewegung eine neue Wirkmächtigkeit entfaltet und neue egalitäre Ideologien wie den Feminismus oder die Genderideologie in entscheidendem Maße befruchtet.

Während der totalitäre, real existierende Sozialismus im Osten bis zu 100 Millionen Menschenopfer5 forderte, sollte im Westen, insbesondere in Deutschland, ein nicht minder totalitärer Neomarxismus das Bewusstsein der Menschen verändern und zu einem Kulturbruch führen, wobei im Namen der angestrebten Emanzipation des Menschen die massenhafte Tötung ungeborener Kinder im Mutterleib propagiert wurde.

Doch was beinhaltet diese Ideologie des Kommunismus, die in diesem Jahr kaum einer Bewältigung würdig zu sein scheint? Sie wurzelt im modernen Denken, das keine überindividuellen Wahrheitsquellen, etwa eine Offenbarungsreligion oder die geschichtliche Erfahrung gelten lässt – außer der Vernunft des autonomen Subjekts oder der Naturwissenschaften.

In der Tradition des Deismus stehend wird dieser „Vernunftglauben“ (etwa in der kommunistischen Theorie des dialektischen Materialismus) mit einer Fortschrittsvorstellung verknüpft. Diese ist eine „Immantisierung des Eschaton“ (Eric Voegelin) und bewirkt ein Verdrängen höherer menschlicher Ziele wie der Tugendhaftigkeit, der Heiligkeit und des Himmels. In jenen Denkvorstellungen findet sich auch eine falsche atheistische und utopische Anthropologie, die den Menschen (mit Jean-Jacques Rousseau) als von Natur aus gut erachtet. Nicht durch die Sünde oder Erbsünde wird der Mensch von sich selbst entfremdet, sondern durch „die Gesellschaft“, einen „Kapitalismus“ oder eine falsche Erziehung – „der Sozialismus bleibt stets die Philosophie der Schuld der anderen.“6

Die Ideale der Französischen Revolution „Freiheit – Gleichheit – Brüderlichkeit“ mit ihrem Gottes- und somit Wirklichkeitsbruch finden sich in jener anti-metaphysischen und somit anti-christlichen Ideologie wieder. Für den konservativen Denker Karlheinz Weißmann mündet die Ideologie der 68er in einem heute geltenden Heptalog einer neuen Zivilreligion:

  • Das Einheitsgebot legt fest, dass Abweichen vom uniformen Denken bestraft wird.
  • Das Individualitätsgebot sieht den Menschen emanzipatorisch nur als Atom.
  • Das Gleichheitsgebot wird durch Gleichmacherei durchgesetzt und führt zu einer Mittelmäßigkeit.
  • Das Alteritätsgebot besagt, dass Randgruppen sittlich überlegen sind und führt zu einem Eigenhass.
  • Das Anthropologieverbot verbietet wissenschaftliche Erkenntnisse über den Menschen, der willkürlich neu formbar sein soll.
  • Das Gebot des „selektiven Humanismus“ fordert Intoleranz (gegenüber dem politischen Gegner).
  • Das Modernitätsgebot lässt daran glauben, auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen.7

Die Einhaltung dieser Gebote löst einen Zerstörungsprozess der Normen und Institutionen der Gesellschaft aus – und somit den Verlust des Bewusstseins für die christlichen Ideale einer Gesellschaft (wie etwa den Dekalog). 8

Der katholische Sinn der Geschichte

Bei offiziellen staatlichen Gedenkbemühungen geht es um Geschichtspolitik und somit auch immer um eine parteiische sowie selektive Interpretation von Geschichte – doch nach welchem Maßstab? In unseren Breiten geht es geschichtspolitisch meistens um „Vergangenheitsbewältigung“, auch wenn man dieses Wort expressis verbis nicht mehr so häufig hört – womit sich die Frage stellt, ob man denn nicht die Vergangenheit, sondern nur die Zukunft bewältigen kann.

Daher stellt sich uns immer auch die Frage nach dem Nutzen und auch Sinn von Geschichte für die Gegenwart und Zukunft. Es gibt keine Zukunft ohne Herkunft. Wer die Geschichte nicht kennt, wird das Hier und Jetzt für absolut und wahr halten. Er wird ferner alle, die anderer Auffassung sind, als ewig gestrig bekämpfen, um seine Ideologie durchzusetzen.

Wir sind als Menschen individuell und kollektiv, was wir historisch geworden sind. Doch sind wir dabei das Ergebnis einer rein immanenten Evolution? Papst Pius XI. verneinte in seiner Enzyklika Humani generis diese Frage. Mit dem als Historismus bezeichneten Irrtum meint der Papst jenen, der „nur auf das Geschehen im menschlichen Leben achtet und die Grundlage jeder Wahrheit und jedes allgemein gültigen Gesetzes vernichtet, sowohl für die Philosophie als auch für die christlichen Grundsätze.“10

Wir sollten nie vergessen, dass der Mensch nie gänzlich seiner Gesellschaft und seiner Zeit versklavt ist.11 Die Geschichte ist demnach auch nicht durch den Zeitgeist zu verstehen. Es gibt eine Wahrheit, die einen Anspruch auf Zeitlosigkeit erhebt und die in der Geschichte wie in der Gegenwart zu finden ist. Das menschliche Denken kann immer etwas Ewiges erfassen.

Für den Christen findet die Geschichte ihren Sinn in der Transzendenz, die erst Wirklichkeit erkennen lässt und Quelle einer politischen Ordnung ist, wie sie etwa die Habsburger verstanden. Oder in anderen Worten: Was in der Geschichte bleibt, ist Gott, der König der Welt, wie der Psalmist bekennt.12

Die geschichtliche Entwicklung selbst mag Schwankungen unterworfen sein, sie bleibt jedoch immer offen. Und in dieser Geschichte leben wir als Christen hoffend in der Erwartung der Wiederkunft des Heilands und sollen stets bedenken: „Wird jedoch der Menschensohn, wenn er wiederkommt, auf der Erde noch Glauben vorfinden?” (Lk 18,8) Bis zur Apokalypse, dem Ende der Zeit, gilt es sich im Glauben zu bewähren und Gottes Heilswillen nach Möglichkeit in die Gegenwart zu „übertragen“ – „Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen, dann wird euch alles andere dazugegeben“ (Mt 6, 33). Und dieses Reich ist eines „der Wahrheit und des Lebens, das Reich der Heiligkeit und der Gnade, das Reich der Gerechtigkeit und des Friedens“.13.

Der Autor dieses Beitrags, der Politikwissenschaftler Daniel Führing, ist Experte für katholische Soziallehre sowie  Herausgeber des Werkes „Gegen die Krise der Zeit: Konservative Denker im Portrait“.

1 Kommentar

  1. Ich denke, dieser Rückblick, so gut er auch ist, geht hier zu wenig auf die Folgen der Evolutionstheorie ein, die wohl die Urmutter des wissenschaftlichen Atheismus bezeichnet werden kann. Alles andere sind letztlich Folgeerscheinungen sowohl der Kommunismus als auch die 68-er Bewegung. Gott als Schöpfer war „out“, wurde an die Seite gestellt. Jetzt konnte das Menschenwerk beginnen. Jetzt wussten die Menschen endlich, dass der kosmische Zufall des Urknalls für die Existenz verantwortlich und brauchten das Transzendente nicht mehr. Die Evolutionstheorie, deren Richtigkeit niemals endgültig bewiesen werden konnte und auch nicht bewiesen werden kann, scheint der willkommene Anlass gewesen zu sein, den Menschen als intelligentes aber eben auch manipulierbares Tier anzusehen und diesen durch Ideologie und mittels entsprechender Politik zu steuern, jedoch nicht als Individuum, sondern nach des Menschen links-gleichmacherischen Gesellschaftswillen. Daher auch die Folgegesetze der Abtreibung, Euthanasie, der Weltkriege und der Genderideologie, die jeglicher Naturwissenschaft „den Rest“ ihrer Freiheit und Ursprünglichkeit gibt. Wissenschaft ist nicht mehr frei, denn sie wird von gleicher Ideologie gesteuert. Wer den Schöpfer aus der gedanklich-philosophisch-religiösen „Schusslinie“ nimmt, hat die atheistisch-humanistisch-menschliche Ideologie am Hals, die den Wert des Geschöpfes, hier die Menschenwürde, zu der letztlich auch die Tier- und Pflanzenwürde gehören, herabsetzt und nach Kosten-Nutzen-Faktor bemisst. Wie soll der Wert eines Geschöpfes denn bemessen werden, wenn es keinen Schöpfer gibt? Der göttliche Schöpfer, erst recht der Dreieine göttlicher Schöpfer, der noch im Glauben begründet ist, fällt aus und Menschen können nach Herrschaftsdünken der Mächtigen gesteuert werden wie wir ja jetzt im Globalen Migrationspakt mehr als deutlich erkennen können, der ja auch leider unter dem Segen des Vatikans steht. Nicht mehr religiös-kulturell Gewachsenes, sondern menschlich Willkürliches, dem politkorrekten Zeitgeist des Jetzt unterworfen, wird der menschlichen Entwicklung als heilsbringende Strategie verordnet. Der Vatikan lässt sich durch die von der Evolutionstheorie hörige Politik vor deren Karren spannen und nickt fleißig alles ab, was im Grunde in der Menschheit gehöriges Gewaltpotenzial freisetzen kann. Nicht umsonst wird der Vatikan als religiöser Gleichmacher angeprangert, teilweise zu Recht. Auch hier wieder diese wenigen, aber letztlich für die Zukunft sehr prägenden synkretismusaffinen Sätze aus den Dokumenten des 2. Vatikanums. Steht der Vatikan der katholischen Lehre sogar im Weg? Diese Frage sollte erörtert werden dürfen. Wer den kath. Glauben in eine Reihe mehr oder weniger gleichwertig mit anderen Religionen stellt, handelt innerreligiös nicht viel besser als diejenigen, die glaubenslose Gleichmacherei betreiben. Diese Einstellung nimmt Gott die Vollkommenheit, der er zwar immer hatte (er ist nicht auf Menschen angewiesen), aber für den Menschen nie erkennbar war, bis er sich in seinem Sohn Jesus auf Erden für die Menschen sichtbar in Krippe, Kreuz und Auferstehung manifestierte. Eine Religion mit einem fernen Gott ist leicht aus den Angeln zu heben.

    Die christliche Religion eben nicht und darum ist es mehr als unverständlich, warum Kirchenführerkreise gerade dem christlichen Glauben die Führungsrolle in Spiritualität und Transzendenz absprechen. Und in diesem Zusammenhang sollte wieder auf Wunder verwiesen werden, weil Gott noch heute Wunder wirkt, ohne wundersüchtig zu werden. Aber die Negation hilft wahrlich auch nicht weiter.

    Auch interessant in diesem Zusammenhang die Josephstreppe:
    https://www.youtube.com/watch?v=o2rTWALNN34
    https://de.catholicnewsagency.com/story/kommentar-die-werkstatt-in-der-man-wunder-produziert-0608

    Leider verkündigen Kirchen diese Transzendenz als Fakt auch nicht mehr. Die Himmelfahrt Christi wird wie andere Wunder Jesu nur noch als Metapher verwendet. Irgendwie schämit man sich der Jungfrauengeburt, der Wunder der Bibel und der Kirchengeschichte oder selbst die historische Auferstehung Jesu wird doch eher stiefmütterlich behandelt. Die Formeln in der hl. Messe sind noch wie eh und je richtig. Aber ist dieser Glaube, der das hl. Altarsakrament ausmacht, noch vorhanden oder wird diese Messer heute eher als Gedächtnisfeier angesehen? Das Schämen, das Verschweigen, das Gefühl des „out-Seins“, diese m. E. leicht feige Bedrücktheit, wenn es um das Transzendente und um die eigenen kath. Positionen geht, scheint auch innerhalb der Kirche „gesellschaftsfähig“ sein. Wie kann man im Atomzeitalter noch an Wunder glauben? Die eigene Identität innerhalb des kath. Spektrums muss erst abgeklärt werden, bevor es zu einer echten wahren sich auf die Tradition zurückbesinnende Glaubens-„Reformation“ in Liebe zu Gott und den Menschen kommen kann. Eine halbherzige Verkündigung des Evangeliums reicht bei Weitem nicht mehr aus. Eine gleichmacherische Anbiederung an weltliche Politideologien, aber eben auch an andersreligiöse Religionsideologien reicht nicht mehr aus. Das sind die Gründe, die die Frage erst überhaupt aufkommen lässt. Wird Jesus bei seiner Wiederkunft noch Glauben vorfinden? Wenn dieser breite Weg des religösen „Menschen-in-den-Mittelpunkt-Stellens“ weitergegangen wird, wohl kaum, denn bei dieser Strategie werden „die Barmherzigkeit, die Liebe“, also alle Tugenden verselbständigt und von Gott losgelöst und ihrerseits vergöttlicht. Diese Gefahr besteht bei Sprüchen wie „Gott ist die Liebe“. Äußerungen wie diese sind wahr und birgt zugleich Gefahren in sich. Die Personalität der Größe Gottes, von dem die Liebe ausgeht, wird dadurch geschwächt, ins Abstrakte verwiesen. Wenn Gott die Liebe ist, können wir Gott ja weglassen, denn das Größte aber ist die Liebe. Und wenn diese sich verselbstständigt, muss Gott mit dem Lasso wieder eingefangen werden. Gott ist nicht auf den ersten Blick erfahrbar, Liebe schon. Liebe wird wichtig, Gott kann dann zu einer marginalen Größe verkommen. Darum auch ist Glaubenswissen so wichtig!!!!
    Für die sehr interessanten und gut strukturieren Beiträge bedanke ich mich und
    wünsche dem Organisationsteam, der Leserschaft und den Mitkommentatoren eine frohes, gesundes und vom Dreieinen Gott gesegnetes Jahr 2019.

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