Dušan Dostanić : Das Wesen des christlichen Konservatismus

Alfons Mucha - Die Einführung der slawischen Liturgie (gemeinfrei)

Der Politikwissenschaftler Dušan Dostanić ist am Institut für politische Studien in Belgrad tätig. In einem im Magazin „Cato“ erschienenen Aufsatz setzt er sich aus einer serbisch-orthodoxen Perspektive heraus mit dem Wesen des christlichen Konservatismus auseinander. Dieser strebe in erster Linie danach, in Übereinstimmung mit der göttlichen Ordnung Dinge zu schaffen, die zu erhalten es sich lohne.1

Das allgemeine Wesen des christlichen Konservatismus

Mit Karl Jaspers gesprochen sei Gott „der einzige feste Punkt“. Der authentische christliche Konservative rücke davon nicht ab, denn „wer Gott vergißt, der vernichtet seine Seele, seine Identität, sich selbst“. Das Christentum als solches sei in seinem bedingungslosen Bezug auf Jesus Christus „gottmenschlich konservativ“ ausgerichtet. Auch die Kirche sei konservativ, weil es ihr Auftrag sei, der heiligen Überlieferung treu zu bleiben und diese zu bewahren und zu erhalten.

  • Der christliche Konservatismus strebe die Verwirklichung des Christentums im gesellschaftlichen Raum durch „Hinordnung des Zeitlichen und Wandelbaren auf das Ewige und Unwandelbare“ an.
  • Dieser Konservatismus gehe dabei von der Annahme aus, dass eine „ewige, göttliche Ordnung“ existiere, die vom Menschen nicht verändert werden kann“.
  • Versuche zur Emanzipation von dieser Ordnung müssten aus christlich-konservativer Sicht grundsätzlich scheitern. Das Christentum habe dem gesamten abendländischen Kulturraum seine geistige Form aufgeprägt. Man könne diese Verbindung nicht auflösen, ohne diese Kulturen dabei zu zerstören.

Die linken und rechten weltanschaulichen Gegner des christlichen Konservatismus

Die Gegner des christlichen Konservatismus seien alle materialistischen Ideologien, die im Grunde säkulare Ersatz- und Gegenreligionen darstellen würden. Atheisten könnten nicht konservativ sein, weil es in ihrem Denken die Möglichkeit einer positiven Bindung an das Transzendente ausgeschlossen sei. Es gebe davon abgesehen jedoch im Konservatismus auch antichristliche Strömungen:

Manche konservative Denker verwarfen das Christentum generell mit dem Vorwurf, staatsfeindlich, universalistisch und egalitaristisch zu sein […]. Seit Nietzsche gibt es bekanntlich extreme antichristliche Positionen wie etwa die, die christliche ‚Sklavenmoral‘ sei die Ursache des westlichen Niedergangs überhaupt.

Ich halte das für einen Irrweg. Konservative sollten das Christentum verteidigen – nicht einfach aus Sentimentalität, sondern weil die Verleugnung der christlichen Religion und Moral zwangsläufig zu Atheismus, Materialismus, Relativismus und schließlich zu Nihilismus führt. […]

Europäische Erneuerung und wahrer Konservatismus sind nur im Zeichen eines ernstgenommenen Christentums zu erwarten. Wer Dinge schaffen will, die zu erhalten sich lohnt, kann meiner Ansicht nur auf diesen einen geistigen Boden bauen.

Der wichtigste religiöse Gegner des christlichen Konservatismus sei der Modernismus. Dieser stelle einen im Widerspruch zum konservativen Wesen des Christentums stehenden Versuch dar, Kompromisse mit dem Zeitgeist und säkularen Ideologien auf Kosten der Bindung an die Tradition und letztlich an Gott einzugehen.

Christlicher Konservatismus aus serbisch-orthodoxer Perspektive

Für die orthodoxen Völker sei die Kirche „das Wesen ihrer Identität“, die „eigene Stimme, das Ewige im Wandel der Zeit“ und der „Bewahrer des Gelübdes“. Allein die Kirche habe das Überleben dieser Völker und ihrer christlichen Kulturen während der Zeit der kommunistischen Herrschaft ermöglicht.

Die serbisch-orthodoxe Kirche sei die einzige Institution in Serbien gewesen, welche die Herrschaft des Kommunismus überstanden habe, ohne kompromittiert worden zu sein, weshalb sie glaubwürdig dazu in der Lage sei, Staat und Gesellschaft geistige Orientierung zu geben und sie wieder an ihre religiösen Wurzeln anzubinden.

In der serbisch-orthodoxen Tradition gelte die Verbindung von Christentum und politischem Konservatismus als ebenso selbstverständlich wie die Verbindung von Nationalstaat und Nationalkirche. Religiöse und gesellschaftliche Erneuerung der Gesellschaft würden als einander bedingende Ziele betrachtet:

Wenn jedes Volk eine Stimme Gottes und jede Kultur ‚ein Lied an Gott‘ ist, so der serbische Philosoph Božidar Knežević (1862-1905), dann wird die Erhaltung dieser Eigentümlichkeit zur metaphysischen Aufgabe eines jeden Volkes. Um ihre eigene Stimme zu erhalten und auf diese Weise Gott treu zu bleiben muß die Nation zu dem zurückkehren, wovon sie so lange als Gemeinschaft beschützt wurde und was ihr die Kraft gab, sich zu erhalten. Diese Tradition soll auch in Zukunft ein sicherer Wegweiser sein. Doch Tradition allein genügt nicht. Es geht um die Überlieferung, die von den ewigen, überzeitlichen, nichtweltlichen, heiligen Geschehnissen und Gestalten spricht.

Das Konzept des „Svetosavlje“ und die organische Verbindung von Christentum und Kultur

Der christliche Konservatismus in Serbien gehe vom Konzept des „Svetosavlje“ aus, das als Antwort auf die Herausforderung durch moderne materialistische Ideologien formuliert wurde. Dieses Konzept beruhe auf der Orientierung am serbisch-orthodoxen Heiligen Sava von Serbien, der die Serben christianisiert und dadurch zu einem Teil des Leibs Christi gemacht habe.

  • Das Svetosavlje sei das orthodoxe Christentum, das sich mit serbischer Lebensart und Erfahrung verbunden habe. Es sei die Konkretisierung des Christentums durch seine Verwirklichung in der vorgefundenen Kultur, die es veredelt habe, bzw. „die fruchtbare Christianisierung der eigentümlichen nationalen Kultur“.
  • Dem serbisch-orthodoxen Theologen Justin Popović zufolge sei dieses Konzept das „Lebensprinzip“ und „die Achse, um die sich unsere Geschichte dreht“ sowie „die Kraft unserer Seele, unserer Geschichte, unseres Volkes, unseres Menschen; es ist die Seele unserer Seele, das Herz unseres Herzens, das Leben unseres Lebens“.
  • Das Svetosavlje umfasse alle lebensstiftenden Kräfte in Volksseele, Kultur und Geschichte und habe alle großen Werke der serbischen Kultur hervorgebracht.

Das Ziel dieser spezifischen Form des christlichen Konservatismus sei das „himmlische Serbien“. Das real existierende Serbien sei allerdings „vom konservativen Wunschbild weit entfernt“.

Bewertung und Hintergrund

Das Konzept des „Svetosavlje“ erinnert in der Beschreibung Dostanićs zum Teil an das Konzept des „geheimen Deutschlands„. Dieses beschreibt die aus christlichem Geist heraus geschaffenen Werke und Ideale deutscher Kultur bzw. das über die Jahrhunderte gewachsene „ewige Deutschland“, das oft im Widerspruch zum zeitlichen Deutschland stand und weiterhin steht. Der Historiker Ernst Kantorowicz beschrieb das „geheime Deutschland“ so:

Es ist die geheime Gemeinschaft der Dichter und Weisen, der Helden und Heiligen, der Opferer und Opfer, welche Deutschland hervorgebracht hat und die Deutschland sich dargebracht haben […]. Es ist […] ein Geisterreich wie der mittelalterliche Heiligen- und Engelsstaat, ist ein Menschenreich wie Dantes als ‚Humana civilitas‘ erschaute Jenseitswelt der drei Bezirke […] es ist die in Stufen und Ränge geordnete Heroenwelt des heutigen, des künftigen und des ewigen Deutschland.

Christlich-konservative Ansätze auf katholischer Grundlage ähneln darüber hinaus weitgehend den von Dostanić beschriebenen serbisch-orthodoxen Ansätzen. Eine Ausnahme stellt allerdings die nationalkirchliche Ausrichtung der serbischen Orthodoxie dar.

  • Die katholische Soziallehre, die dem christlichen Konservatismus zugrundeliegt, betont in diesem Zusammenhang, dass das Christentum nationale Besonderheiten nicht einebnen, sondern sie veredeln wolle. Sein Ziel sei es laut Piux XII., „das religiöse Leben auf jede Weise mit dem Brauchtum der Heimat zu verbinden“.2
  • Gleichzeitig wird das Nationale im christlichen Konservatismus katholischer Prägung stets in einem abendländischen Kontext gedacht. In Europa seien die Nationen Romano Guardini zufolge nicht nicht auf sich bezogen entstanden, sondern im Rahmen einer im Christentum wurzelnden abendländischen Einheit. Diese sei durch moderne nationalistische Ideologie zerstört worden. Die Nationen Europas sollten die Nation so denken, „dass sie ihre Vergangenheit auf das Werden dieser großen Lebensgestalt hin verstehe“.3

Martin Mosebach betonte in diesem Zusammenhang, dass nationalkirchliche Tendenzenmit dem Risiko verbunden seien, dass die Kirche unter den Einfluss von Staat und Politik gerate und durch diese instrumentalisiert bzw. von dren Ideologien geistig überformt werde. Ultramontanismus sei „die große antitotalitäre Verweigerung“.4(ts)

3 Kommentare

  1. Werter Waldgänger,
    Dank für Ihren Kommentar. Ja, es wird m. E. wohl kaum noch eine Umkehr geben können, ohne dass Jesus oder seine Mutter direkt eingreifen.

    http://www.kath.net/news/25063

    Denn noch in dieser Zeit geschehen „Zeichen und Wunder“. Für mich ein gut dokumentierter Artikel über das Hostienwunder von Buenos Aires, bei dem Papst Franziskus, damals noch als Weihbischof und Bischof tätig, Gutachten in Auftrag gegeben hatte. Hier geht es um die Realpräsenz Jesu in der Hl. Eucharistie, die hier so „lebendig“ durch Jesus selbst beglaubigt wird. Nur die Kirche verschweigt das alles. Weshalb!?

    https://katholisches.info/2013/07/05/eucharistisches-wunder-von-buenos-aires-erzbischof-bergoglio-und-die-wissenschaftlichen-analysen/

    Ich denke, diese „Schiene“ sollte zumindest endlich einmal, wenn wir hier schon das christliche Rittertum bemühen, „in Stellung gebracht“ werden, natürlich nur sachlich und nüchtern.

    Es wäre möglicherweise ein Versuch wert!

    Die Menschen sind einfach zu zerstritten, zu verwirrt. Jeder bastelt sich – so wohl auch ich – seinen eigenen Glauben zurecht.

    Ich meinte mit meinem Kommentar nicht, dass die Kirche zur Wundersucht aufrufen sollte, aber ich prangere im Grunde das feige Verschweigen von existenziell realen Wundern an, nicht um die Wundersucht zu stillen, sondern um den Glauben durch dieses Wissen entweder zu erneuern oder zu stärken. Denn die Glaubenszweifel werden bei vielen Christen nicht geringer.

  2. Das Christentum als solches sei in seinem bedingungslosen Bezug auf Jesus Christus „gottmenschlich konservativ“ ausgerichtet. Auch die Kirche sei konservativ, weil es ihr Auftrag sei, der heiligen Überlieferung treu zu bleiben und diese zu bewahren und zu erhalten.

    Hört sich gut an. Aber was wird denn heute konkret in der Kirche als „konservativ“ verstanden? Diese Zeit zeichnet sich dadurch („ab“)aus, alles in Frage zu stellen, selbst Jesus Christus und nicht zuletzt in der Kirche. Was ist „konservativ“? Was ist „heilige Überlieferung“? Ja, sogar: Wer ist Jesus Christus? Heute kann und wird auch alles zur Disposition gestellt, was überhaupt möglich ist. Selbst der vom Autor Dostanic mit Jaspers beschworene Fixpunkt „Gott“ ist bereits ein viel zu schwammiger Begriff geworden, um überhaupt „fix“ sein zu können. Zugegeben, etwas „nihilistisch“ nachgefragt. Aber im Kern ist diese Geisteshaltung des ständigen Hinterfragens doch die geistige Macht, die den Kern Gottes schon fast in die Gottvergessenheit führt, weil sie ihn in die Marginalität des Glaubens im alltäglichen Leben der meisten Menschen in Ost und West führt. Der Fixpunkt „Gott“ des christlichen Gottesbildes ist bereits seit den Vatikanischen Kozil durch die hier schon benannten Dokumente kräftig so ins Wanken geraten, dass die Konturen dessen, was wir aus christlicher Sicht über Gott zu wissen glauben, immer unschärfer und damit immer weniger als „Fixpunkt“ angesehen werden können. Es begann mit der sukzessiven Auflösung der Heiligenverehrung, insbesondere der Marienverehrung, die m. E. eminent wichtig ist, weil sie direkt auf Jesus Christus hindeutet im bedingungslosen „Ja“ zu ihm hinweist. Mit der Marginalisierung dieser Verehrung, die zuweilen allerdings auch fehlgeleitet war, wie sich selbst in einigen Marienliedern auch heute noch finden lässt, stand Jesus dann „nackt“ da, will sagen, er selbst wurde heftig hinterfragt. Und dann war da der Vater, der zu einem Fixpunkt aller monotheistischen Religionen wurde und damit vordergründig zum göttlichen Superstarbild aufstieg unter gleichzeitiger Entwertung, sorry eher Abschwächung der Gleichwertigkeit Jesu im Gottesbild des Dreieinen Gottes. Jesus war eine Zeitlang der Kumpel von nebenan, der Prophet, der Menschensohn, der Revolutionär gegen die herrschende damalige Klasse, derjenige, der auch Fehler machte, derjenige der auch mal Fünfe gerade sein ließ. Und so kam es dann langsam aber sicher zur Aufweichung des als fix-konservativ geltenden Gottesbildes des Christentums zumindest hier in der westlichen Kirche. Die westliche Kirche zeichnet sich durch Anbiederung an den Staat (Abtreibung, kein echter Widerstand gegen Ehe für alle), ja sogar innerkirchlich durch Feigheit der Benennung von Sünden aus, denn die könnte ja als „konservativ“ erscheinen- Sex vor der Ehe ist natürlich keine Sünde mehr und aufgrund dieser Aufweichung wird das Christentum auch vom Islam und vom Judentum letztlich auch nicht mehr ernst genommen. Die orthodoxen Kirchen sind da wohl etwas streng-konservativer. Mit dem Gutmenschenbild Jesu ergab es sich zwangsläufig, dass sowohl Gottes Strafen als auch die Gerechtigkeit Gottes immer in Barmherzigkeit münden musste, denn der aufgeweichte Jesus und der aufgeweichte nach menschlichen Regeln agieren müssende Gott (das wurde ihm aufoktroyeert) war nicht mehr der Fixpunkt im Jenseits mit Auswirkung auf das Diesseits, sondern ein menschlich manipulierbarer irgendwie transzendentes Wesen, welches dem immer zur Bequemlichkeit neigenden menschlichen Willen zu Diensten zu sein hatte.

    Das im Grunde Nichternstnehmen auch der nicht nur hart klingenden, sondern auch hart seienden Aussagen Jesu im Neuen Testament wurden einfach beiseite geschoben, denn die konnte Jesus ja nach dem mo(r)dernen Gottesbild geltenden Anschauungen nie gesagt haben und überhaupt, die mündliche Überlieferung kann ja nie so genau gewesen sein, wie es im NT geschrieben steht. Das muss ja Platz zur Interpretation im Sinne von Schlaraffenlandchristentum bieten.

    Wenn hier vom „christlichen Konversativsmus“ gesprochen wird, bedarf es erst einer Definition, die für alle gilt. Wenn sich selbst die Großkirchen nicht daran halten, was bleibt da noch? Diese aber ist in diesen wirren Zeiten kaum noch vorhanden, so dass das Projekt Jesu, das Christentum letztlich verloren scheint, wenn er nicht selbst eingreift. Menschen zerreden, legen zu ihren Gunsten aus, wollen Gott so gestalten, wie es ihnen passt.

    Letztlich kann ich nichts Neues zu diesen Artikeln schreiben, weil es letzlich immer aus das Gleiche hinausläuft, auf die zunehmende Indifferenz der Definition von Christentum. Wer auch als Muslim oder als Buddhist oder als Hindu, als Atheist oder Agnostiker in den Himmel kommen kann, warum sollte er sich auf Erden überhaupt anstrengen und den von Jesus dargestellten steilen Weg gehen müssen. Kann man doch viel einfacher haben. Wir werden die größten Menschenverbrecher und die größten Heiligen im Himmel wiedertreffen, so die moderne Lesart des Christentums. Warum sich also noch sorgen?

    Also, das muss erst einmal innerhalb der westlichen Kirche genauestens klargestellt werden. Wenn jeder den Himmel betreten kann, ist alles Gute, ja sogar das Böse letztlich sinnlos. Im Gegenteil: Dann kann zahlt sich das Böse sogar noch aus. Dann kann ich ohne Rücksicht auf die Befindlichkeiten Anderer auf Kosten Anderer bestens egoistisch – die Ellenbogen gebrauchend – leben und komme zur Belohnung sogar noch in den Himmel entgegen jeglicher Aussage Jesu. Da zählt dann ja eh nur die Gnade Gottes. Also legen wir uns bequem zurück. Jedes Wort ist überflüssig, denn wir alle haben ein himmlisches Jenseits – entgegen ausdrücklicher Weisung Jesu – zu erwarten. Das ist Kirche heute. Ich denke, die Theologie muss sich endlich entscheiden und diese Theologie muss auch endlich einmal die Wahrheit sagen über die Kehrseite himmlischer Jenseitsvorstellungen, nicht als Angstmacherei, sondern als Darstellung der Realität. Ansonsten sind Begriffe wie Fixpunkt Gott, Vater, Jesus, Heiliger Geist, Jehova, Allah, die Götter der Hindus, das Nirwana des Buddhismus und die vielen Gottesbilder letztlich alles und nichts.

    Ich weiß, dass sich hier auf diesem Blog alle redlich bemühen, das Konservative im Sinne Jesus Christi hochzuhalten und für die Öffentlichkeit inspirierend darzustellen, was auch gut gelingt. Aber das „Wie sag ich’s meinem Kinde“ ist wohl noch immer das größte Problem.

    Aber das alles muss den Christen einfach rübergebracht werden. Die meisten beschäftigen sich eben nicht mit theologischen oder philosphischen Ausführungen. Im muslimischen Bereich wirkt Jesus des Öfteren durch Erscheinungen oder Träumen, durch Bekehrungen, der er selbst initiiert.

    http://www.kath.net/news/37423
    https://www.idea.de/glaube/detail/jesus-begegnet-vielen-muslimen-im-traum-98055.html
    http://www.balkanforum.info/f26/muslimen-erscheint-jesus-christus-weg-mekka-125077/ (Die dort verlinkten Quellen funktionieren jedoch wohl nicht mehr)
    https://www.youtube.com/watch?v=6UiP93P3igA
    https://obristlink.wordpress.com/2012/07/23/persische-muslime-sehen-jesus-im-traum-und-lassen-sich-zu-tausenden-taufen/

    Das also meine ich. Ich denke, dass die besten theologischen Aussagen, so wichtig sie auch sind den individuellen Glauben nie werden ersetzen und möglicherweise nicht einmal initiieren können. Menschen wollen reale Begegnungen so wie die Jünger damals mit Jesus. Daran krankt unsere intellektuelle Welt. Wir hoffen auf Jesu Wiederkehr in welcher Form auch immer. Die Kirche macht den Fehler, die Wunder Jesu, die Wunder, die nach Jesus geschehen sind im Laufe der Kirchengeschichte einfach nicht zum Thema zu machen. Das waren direkte Begegnungen von Menschen mit Jesus. Die alle gründen auf dem NT. Ein Schatz, der nicht angetastet wird. Ein Schatz, der nicht gehoben wird. Ein Schatz, der wohl die eigene bequeme christliche Lebenseinstellung ins Wanken bringen würde. Denn was nicht sein kann, darf auch nicht sein. Die Kirche „schämt“ sich offensichtlich, solchen Schatz zu haben. Hostenblutwunder, die gut bezeugt sind oder Erscheinungen, Heilungswunder. All das könnte den Glauben wieder mit Leben erfüllen. Statt dessen leugnen viele Predigten die Existenz von Wundern bis hin zur historisch stattgefundenen Auferstehung Jesu von den Toten.

    Selbst Darstellung von Exorzismen können Glauben wieder in der Spur zurechtrücken.
    http://www.kath.net/news/12171
    http://www.kathpedia.com/index.php/Exorzismus
    https://www.blick.ch/news/nur-zwei-teufelsaustreiber-in-der-schweiz-vatikan-braucht-mehr-exorzisten-id5847817.html

    Interessanterweise ist die Nachfrage nach Exorzisten wohl gestiegen.

    Das mag der falsche Weg sein. Aber viele Menschen wollen Transzendentes erfahren. Graue Theorie im Glauben zieht niemanden an. Wie soll zu Jesus eine persönliche Beziehung aufgebaut werden? Das Gebetshaus in Augsburg mag ein Beispiel sein.

    Die Kirchen trauen sich nicht mehr, von diesen Dingen zu sprechen und das fällt ihnen auf die Füße. Sie vertrauen letztlich der Kraft Jesu nicht. Die Heiligenprozessakten, die im Vatikan verstauben beinhalten eidesstattliche Versicherungen von Menschen aus vorigen Jahrhunderten, die sich der Bedeutung des Eides mit Gottesformel bewusst waren und sich in der Hölle sahen, wenn sie nicht die Wahrheit angesichts von Wundern gesagt hätten. Somit glaubwürdigere Zeugen als heute möglicherweise.

    Wohlgemerkt: Ich bin kein wundersüchtiger Mensch. Aber viele Theologen leugnen einfach ohne jemals einen Blick in Heiligsprechungsprozessakten geworfen zu haben oder einmal einen Exorzismus mitgemacht zu haben. Sie ziehen sich einfach in ihre Gedankenblase zurück und propagieren irgendwelche letztlich auch nicht belastbaren Aussagen.

    Ich schreibe nicht umsonst des Öfteren vom direkten Einschreiten Gottes. Auch die Gottesmutter sollte nicht unterschätzt werden. Die Kirche sitzt auf einem Schatz, den sie nicht antastet. Richtig damit umgegangen, würden möglicherweise auch unter dem Gesichtswinkel wieder mehr Christen gewonnen werden können.

    Vielleicht an diesem gelehrigen Ort einige Links, die die Leserschaft auch interessieren könnten. Man sollte auch von dieser Seite das Christentum betrachten dürfen, um ein vollständiges Bild erhalten zu können.

    Für mich persönlich der Superstar unter den nachtestamentarischen Wundern:
    http://www.kath-info.de/guadalupe.html

    Diese Wunder bewirkte seinerzeit Milliionen Bekehrungen der Indios zum christlichen Glauben, während sich die Missionare größtenteils vergeblich mühten.

    • @ Kemmer, Hermann-Josef

      Ihr kraftvoller theologischer Kommentar hat mich beeindruckt, auch wenn Sie damit bei Dušan Dostanić vermutlich offene Türen einrennen.

      Bemerkenswert beispielsweise diese Passage;:
      “ … denn der aufgeweichte Jesus und der aufgeweichte nach menschlichen Regeln agieren müssende Gott (das wurde ihm aufoktroyiert) war nicht mehr der Fixpunkt im Jenseits mit Auswirkung auf das Diesseits, sondern ein menschlich manipulierbarer irgendwie transzendentes Wesen, welches dem immer zur Bequemlichkeit neigenden menschlichen Willen zu Diensten zu sein hatte.“

      Man könnte sagen: Der moderne Mensch schafft sich mal wieder einen Gott nach seinem eigenen Bilde, eine Art goldenes Kalb.

      Dass Perser und andere Orientalenn nennenswertem Maße und glaubwürdig zum Christentum konvertieren, war mir neu. Glauben Sie, dass das ein Trend ist, der auch heute noch anhält?
      Die Quellen wirken ja albwegs seriös und doch bin ich verwundert.

      Ihre Betonung der Wichtigkeit von persönlicher Erfahrung (… Menschen wollen reale Begegnungen …“) liegt ganz auf meiner Linie.
      Das Wunder von Guadalupe war mir persönlich neu.
      Danke für die Info!
      Ja: „Die Kirche sitzt auf einem Schatz, den sie nicht antastet.“

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