Michel Houellebecq: Der Niedergang und die kommende christliche Erneuerung Europas

Carl Blechen - Stürmische See mit Leuchtturm (gemeinfrei)

Der französische Schriftsteller Michel Houellebecq ist vor allem durch Romane bekannt geworden, in denen er kulturelle Auflösungserscheinungen moderner Gesellschaften beschreibt. In seiner gestern gehaltenen Dankesrede anlässlich der Verleihung des Oswald-Spengler-Preises stellt er den Niedergang Europas auch als Folge seiner Abwendung vom Christentum dar. Historische Vorbilder würden jedoch Anlass zur Hoffnung geben, dass auf dem Höhepunkt der Krise die Möglichkeit einer religiösen Erneuerung Europas aus dem Geist des Christentums bestehen werde.

Houllebecq zufolge begehe Europa gegenwärtig zusammen mit dem Rest der westlichen Welt einen kulturellen Selbstmord:

Ich würde sogar sagen, dass der Begriff „Niedergang“ […] noch zu sanft ist. Die westliche Welt in ihrer Gesamtheit bringt sich um, soviel ist sicher, und übrigens werden meine Bücher auf genau dieselbe Weise in der Gesamtheit der westlichen Welt verstanden.

Houllebecq knüpft zur Erklärung dieses Geschehens an das Denken des Soziologen Auguste Comte an. Dieser habe die Religion als den entscheidenden Faktor zur Erklärung historischer und gesellschaftlicher Entwicklungen betrachtet:

Um den Gesundheitszustand einer Gesellschaft zu bewerten, bezieht er sich allein auf den Gesundheitszustand der Religion, die diese Gesellschaft begründet und ausmacht.

Was eine Gesellschaft ohne besondere Religion betrifft – was man heute eine laizistische Gesellschaft nennt –, so erscheint diese ihm offensichtlich bestimmt, ein unglückliches und kurzes Leben zu führen. Wenn dieser Standpunkt Auguste Comtes, so simpel und sogar simplistisch er scheinen mag, mich verführt hat, so nicht aufgrund der Finesse seiner Argumentation […]. Es ist, weil ich Gelegenheit hatte, in meinem privaten Leben festzustellen, dass die Religion das Verhalten eines menschlichen Wesens verändern konnte – und dass es tatsächlich die einzige Sache war, die dazu fähig war, abgesehen von der Liebe.

Sowohl religiös als auch demographisch betrachtet befände sich die gesamte westliche Welt gegenwärtig „in einem sehr fortgeschrittenen Zustand des Niedergangs.“ Die Geschichte, etwa Entwicklungen innerhalb des Islam in den vergangenen Jahrzehnten, würden jedoch zeigen, dass kulturelle und gesellschaftliche Krisen mit einem raschen und unerwarteten Erstarken religiöser Erneuerungsbewegungen verbunden sein könnten.

Noch vor wenigen Jahrzehnten sei auch der islamische Kulturraum von Säkularisierung und kultureller Auflösung geprägt gewesen. Der „Islam schien wie ein archaischer Atavismus, verdammt dazu, sehr schnell zu verschwinden“, was bekanntermaßen aber nicht geschehen sei:

Wer kann allen Ernstes behaupten: „Was mit dem Islam geschehen ist, kann keinesfalls mit dem Christentum geschehen?“ Bescheidenheit scheint mir in solchen Fragen unumgänglich.

Ein echter Katholik würde […] sagen: „Gott wird vorsehen. Die Mediokrität des gegenwärtigen Papstes hat keinerlei Bedeutung. Im letzten Moment wird Gott Heilige für uns hervorbringen.“

Ein optimistischer Katholik würde hinzufügen, dass er vielleicht schon in der gegenwärtigen Stunde ganz diskret welche hervorbringt.

Die Weltgeschichte entfalte sich nicht nach den Regeln der Vernunft, sondern sei anderen Gesetzmäßigkeiten unterworfen. Auch der Mensch reagiere auf historische Krisen nicht nur mit rational begründetem Pessismus, sondern vor allem mit trotziger Hoffnung, so „wie man ein letztes Mal die Würfel fallen lässt, wie man eine letzte Karte ausspielt, während man eigentlich überzeugt ist, das Spiel verloren zu haben.“

Hintergrund

In seiner Dankesrede anlässlich der Auszeichnung mit dem Frank-Schirrmacher-Preis hatte Houellebecq 2016 vor einem möglichen Erlöschen Europas in Folge seiner kulturellen und demographischen Schwäche gewarnt. In seinem dystopischen Roman „Unterwerfung“ hatte er zuvor ein satirisch zugespitztes Szenario der Islamisierung Frankreichs beschrieben.

Im November 2017 hatte Houellebecq außerdem von katholischen Akteuren ausgehende Ansätze kultureller Erneuerung in Frankreich beschrieben. Die Hinwendung vieler Franzosen zu ihren kulturellen und religiösen Wurzeln sei „einer der interessantesten Momente in der jüngsten Geschichte“:

Es gibt eine bemerkenswerte Wiederkehr des Katholizismus in Frankreich. Es ist ein Phänomen, das ich fühle, ohne es wirklich zu verstehen, und es ist weniger reaktionär, als vielfach behauptet wird. […] Die Demonstrationen gegen die Ehe für alle und das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare haben die Politik durch ihre Massenmobilisierung überrascht. Niemand hätte derlei für möglich gehalten. Die Katholiken in Frankreich sind sich ihrer Stärke so wieder bewusst geworden. Das war wie eine unterirdische Strömung, die plötzlich zutage trat. Für mich einer der interessantesten Momente in der jüngsten Geschichte.

Die Zeitung „Le Figaro“ hatte in diesem Zusammenhang von einer „stillen Revolution“ unter Frankreichs Katholiken berichtet. Es seien ein Erstarken religiöser Bindungen sowie eine Hinwendung zu theologisch und politisch konservativem bzw. traditionellem Denken und die verstärkte Bereitschaft zu beobachten, für den eigenen Glauben und die eigene Kultur öffentlich einzutreten.

Der Politikwissenschaftler Samuel Gregg hatte darauf hingewiesen, dass die erneute Zuwendung zur christlichen Tradition in Frankreich auch eine Antwort auf die exzessive Anpassung an moderne Ideologien durch Teile der Kirche in den vergangenen Jahrzehnten sei. Die jüngere Generation von Katholiken würde aufgrund der Erfahrung des Scheiterns dieser Ideologien zunehmend nicht mehr Anpassung an diese anstreben, sondern sei dazu bereit, Widerstand gegen ihr destruktives Wirken zu leisten. (ts)

4 Kommentare

  1. Der hier von @ Th. Bode verwandte Begriff der „Menschheitskrise“ trifft die Problematik für meine Begriffe ziemlich gut, denn die Auflösung natürlicher und vernünftiger Strukturen und Traditionen betrifft ja längst nicht nur Europa. Fast überall ist das Bewusstsein vom richtigen Maß und vom nicht auflösbaren Eingebundensein in eine höhere physikalische und geistige Ordnung verloren gegangen. Der „Verlust der Mitte“ (Sedlmayr) ist beinahe universal.

    Mag auch sein, dass der durch die Zeiten überlieferte uralte Begriff „Gott“ als Wort zu sperrig, zu alt geworden ist, sodass die Menschen den Begriff nicht mehr begreifen können und überdies allein schon wegen des archaischen Alters dieses Wortes an dem dahinter Liegenden zweifeln bzw. seinen Gehalt noch nicht mal mehr ahnen können …

    Europa und die USA sind als die alten Kerngebiete von Materialismus und Liberalismus in der Entwicklung lediglich etwas voraus.
    Man könnte vielleicht auch sagen, dass Teile ihres Territoriums allmählich innerlich ausgebrannten und bald absterbenden alten Tumorherden in einem bereits „ausgesaugten“ und zerstörten Bereich des kranken Körpers ähneln.
    Das Zerfallen dieser Räume verändert nun allerdings die „Statik“ und bewirkt beispielsweise jene desaströsen Wanderungsbewegungen hin in die ausgebrannten und in gewisser Weise ausgehöhlten Räume. Doch ist die Einwanderung weit davon entfernt sind, die zerstörten Gebiete – bzw. „Organe“ um im Bild zu bleiben – regenerieren zu können. Das eindringende Wasser rettet auch nicht das scheiternde Schiff!

    Gleichzeitig haben sich andernorts auf dem Globus zuhauf Metastasen in noch halbwegs gesundem Gewebe gebildet. Man könnte auch sagen:
    Die Musik spielt nun woanders und der Krebs ist dort am Wuchern.

    Mancher mag einwenden, dass Europa doch heute immer noch eine große wirtschaftliche und vielleicht(!) auch kulturelle Leistungsfähigkeit zeigt. Wirklich?
    Nun, man kennt das sehr seltsame Phänomen, dass längst taumelnde Lebewesen und Systeme sich kurz vor ihrem Ende noch einmal für kurze Zeit vital und in scheinbar alter Kraft präsentieren …

    So fällt mir aus der Geschichte beispielsweise der eher unerwartete Sieg des längst schwer kranken weströmischen Reiches gegen die Hunnen auf den Katalaunischen Felder ein (451) – nur 24 Jahre vor 476.
    Ein anderes Beispiel ist die zunächst staunend machende deutsche Westoffensive „Michael“ im Frühling 1918. Auch erhebt sich manchmal ein Sterbender noch mal im Krankenbett.

    Erholungsanzeichen im französischen Katholizismus dürften real sein und doch eher ein letztes Aufbäumen gegenüber eines überlegenen Umfeld von Niedergang, Verirrung und Zerfall darstellen als an eine tatsächliche Renaissance.

    Für meine Begriffe zeugt die Wahl Houellebecqs für den „Oswald-Spengler-Preis“ übrigens von bemerkenswerter Treffsicherheit … !

  2. Zwischen Pessimismus und Optimismus schon lange schwankend, was eine christliche Erneuerung in Europa angeht, bin ich doch mehr und mehr geneigt, die optimistische Seite zu pflegen. Dies schon allein aus pragmatischen Gesichtspunkten, hebt es doch das Gemüt und beugt Verzweiflung vor. Freilich wird erst wohl ein weiterer, schwer zu ertragender Niedergang, wahrscheinlich in Kombination mit einem wirtschaftlichen Abschwung die Basis für eine Kehrtwende schaffen. Es bleibt auch dann noch vorstellbar, dass christliche Gemeinschaften durch ihr Vorbild und Festhalten an herkömmlicher Familie, durch Demut, Güte, Wahrhaftigkeit, Christus bezogener Liebe und Klarsichtigkeit die linken, laizistischen, dekadenten, ökodiktatorisch-sozialistischen Heilsversprechungen entlarven bzw. diese eines Tages sowieso für weite Teile der Bevölkerung offensichtlich gescheitert vorliegen. Dass dieses Scheitern über kurz oder lang bitter eintreffen muss, ist für mich gesichert. Meine Hoffnung ist, dass Christen durch ihr Vorbild und argumentativ-intellektuelle Kraft als Gegenmodell dienen. Durch unseren Glauben wird Christus zur Geltung kommen. Dazu kann ich auch persönliches Zeugnis ablegen, denn bevor ich meinen katholischen Glauben wieder fand, hatte ich zuerst die Erkenntnis, dass sich die Gesellschaft, der Westen, das Abendland verlieren wird, findet es nicht zu seinem zentralen Bezugspunkt Jesus Christus zurück. Wer nicht verloren gehen will, mache und macht sich auf zu Jesus!

  3. Ich schätze Houellebecq sehr, aber hier liegt er leider knapp daneben.

    Der Laizismus, oder die persönliche Freiheit, sind zwar zu anstrengend für die Mehrheit, die sich daher zur Religion zurück wendet oder Multikulti und Klimaschutz zur Religion macht, aber sie können nicht durch Religion sinnvoll ersetzt werden.

    Wir erleben eine Menschheitskrise in der der Westen als Erster zerstört wird, weil er als Erster den Schritt hinaus aus der Religion als Gesellschaftsideologie gemacht hat. Eine Hoffnung bestünde in der Reifung der Bürger die individuelle Freiheit als Wert erkennen der ebenso leidenschaftlich verteidigt werden kann und muss wie eine Religion.
    Das wird aber nicht passieren.
    Der gescheiterte Sozialismus steht leider auch nicht mehr zur Verfügung als halb rationales quasi-religöses Modell.

  4. Ein hoffnungsfrohes Zeichen?
    Noch vor wenigen Jahrzehnten sei auch der islamische Kulturraum von Säkularisierung und kultureller Auflösung geprägt gewesen. Der „Islam schien wie ein archaischer Atavismus, verdammt dazu, sehr schnell zu verschwinden“, was bekanntermaßen aber nicht geschehen sei:

    Wer kann allen Ernstes behaupten: „Was mit dem Islam geschehen ist, kann keinesfalls mit dem Christentum geschehen?“ Bescheidenheit scheint mir in solchen Fragen unumgänglich.

    Ja, die wenigen Jahrzehnte und das „Wie“ sind für mich entscheidend. Die radikalen Elemente des Islams waren es, die sich zunehmend durchgesetzt haben und noch immer durchsetzen werden. Wer die Gründungsgeschichte der Muslimbrüder verfolgt, könnte zu der Erkenntnis kommen, wie diese Radikalisierung des Islams vonstatten ging.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Muslimbr%C3%BCder

    Man sollte die Länderprofile von open doors des Öfteren näher in Augenschein nehmen:
    https://www.opendoors.de/christenverfolgung/weltverfolgungsindex/laenderprofile/2018/aegypten

    Die stille Revolution der Katholiken in Frankreich mag wegweisend sein. Sie wird sich jedoch kaum durchsetzen. Der Islam agiert immer religiös-politisch. Das bringt dem Islam immer die innere und eben äußere Überlegenheit gegenüber den Kräften der Katholiken, die letztlich immer rein geistig sein kann, weil sie von Gott her inspiriert werden muss. Darum immer mein Statement: Gott selbst muss eingreifen, will er das Christentum nicht nur in Europa retten. Wenn Gott eingreift, kann es Hoffnung geben. Aber wie oft hat er bei katastrophalen Verhältnissen nicht eingegriffen?

    Schließlich hat er Menschen die Verantwortung für diese Erde geschenkt. Und dieser Verantwortung seit Adam und Eva ist wohl mehr schlecht als recht nachgekommen worden.

    Der globale Migrationspakt, der bislang auf Erden noch nie beschlossen wurde und dessen politische Agenda hier besonders durch Merkel, der EU und der UN betrieben wird, wird die aufkeimende Sitution der Katholiken noch erschweren, welcher von Merkel und Co. Mitte Dezember 18 in Marrakesch unterschrieben wird, mit Sicherheit nicht fördern, weil eine patriarchalisch-islamreligiös-politische Gesellschaft, die politisch bestens strukturiert sein wird, Europa, welches wie eine faule Frucht übergeben wird, übernehmen wird. Und dann werden halt Länderprofile wie das von Ägypten auch für Europa erstellt werden müssen.

    Nach menschlichem Ermessen wird jeder katholische oder auch christliche Widerstand im Keim erstickt werden sowohl von islamischen als auch von links-politischen Kräften. Selbst sachliche Islamkritik wird ja heute schon als Rechtsradikalität und als spalterisch bezeichnet. Alles andere wäre ein Überraschung für mich jedenfalls.

    https://www.youtube.com/watch?v=P9sa2ev8d-k

    Das Christentum kennt keinen Dschihad (Geburtendschihad, Kampfdschihad ( – eben nicht nur wie Muslime gern behaupten den Selbstbeherrschungsdschihad des Inneren -). Man scheint noch immer nicht verstanden zu haben, dass Christentum und Islam völlig unterschiedliche Religionskonzepte sind. Das Christentum ist freiwilliges Folgen des einzelnen Gläubigen den Gesetzen, der Verkündigung des Jesus von Nazareth, dem Sohn Gottes, der mit den 10 Geboten, der Feindes- und Gottesliebe ausgestattet mit einem völlig gegensätzlichen Gottesbild ausgestattet ist als Allah, der die Welt -kaum zum Menschen Kontakt haltend – „religionsrassistisch“ einteilt und den militärischen Kampf als Stilmittel von Beginn in seine Eroberungsstrategie hier zumindest legitimiert hat. Mohammed war schließlich am Ende seines irdischen Lebens Feldherr. Das scheint man in christlichen Kreisen gern zu verdrängen und noch lieber zu vergessen, weil nicht sein kann, was nicht sein darf und es nicht so in die rosarote Wunschallgemeinrealität hineinpasst.

    Bemerkenswert ist ebenfalls, dass die 10 Gebote und die Segnung Gottes seiner Schöpfung, die die Menschenwürde begründet und sogar bis ins Grundgesetz geschafft hat, eben nie angenommen hat. Denn der Prophet des Islams hat gegen alle dieser Gebote verstoßen. Die 10 Gebote sind ja letztlich nichts anderes als die kulminierte Zusammenfassung der Regeln des zivilisierten Zusammenlebens von Menschen unter Einbeziehung der Ehrfurcht vor Gott.

    Eine vitalere Gesellschaft wie die islamische, die durch Kinderehe, Zwangsehe, Poligamie und die arrangierte Ehe für jeden einfach mehr für die Zukunft (Kinder) steht einer abgeschlafften, senilen und schon längst wie komatös agierenden Gesellschaft gegenüber, die ihren gesellschaftlichen christlichen Wertesuizid schon lange akzeptiert hat.

    So jedenfalls stellt sich mir persönlich diese Agenda des Globalen Migrationspakt mit dem Ziel einer Einheitsregierung in Europa dar. Die alten Politiker wie Juncker – Zitat:
    Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil DIE MEISTEN GAR NICHT BEGREIFEN, WAS DA BESCHLOSSEN WURDE, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.
    zitiert von Dirk Koch: Die Brüsseler Republik. Der SPIEGEL 52/1999 vom 27. Dezember 1999, S. 136, spiegel.de
    sind es, die durch ihre 68er-Bewegung in die Ämter gekommen sind und jetzt hier über Genderideologie und Globalpakt genau das erreicht haben, was sie schon jahrzehntelang geplant haben. Die wird es auch nicht mehr treffen. Und Kinder und Kindeskinder sind denen völlig egal.

    Herr Juncker ist ehrlich. Denn er sagt auch unverhohlen: Wenn es ernst wird, muss man lügen.

    Das mag alles in anderen Zusammenhängen gesagt worden sein. Die Strategie, die hinter diesen Zitaten steckt, ist jedoch real.
    Im Bekanntenkreis noch am Donnerstag (5 Personen), habe ich in die Runde die Frage gestellt, ob der Globale Migrationspakt irgend ein Begriff für sie sei? Niemand wusste davon. Und diese Bekannten stehen im Berufsleben des öffentlichen Dienstes. Ja, das war eine echte Neuigkeit für die Damen und Herren. Ungläubiges Kopfschütteln, aber dann war wieder Tagesordnung angesagt. Ob die wirklich den Ernst der Lage erkannt haben, vermag ich nicht zu sagen.

    Dieses Desinteresse, diese Gleichgültigkeit, dieses: „Hauptsache, mir geht es gut“ und nicht zuletzt, dieses „Weiter so!“ sind der Tod eines mündigen Bürgers so auch eines mündigen Christen, aber eben auch der Tod der Demokratie, ja, und eben auch des Christentums.

    Wurde die Bevölkerung befragt, ob sie den Euro wollte? Wurde sie befragt, ob irgendwelche europäischen Länder der EU beitreten sollen? Wurde die Bevölkerung befragt, ob immer mehr nationalstaatliche Kompetenz nach Brüssel abgegeben werden soll? Wurde die Bevölkerung befragt, ob sie seit September 2015 Merkels Entscheidung mitträgt? Und sie wird auch nicht gefragt, ob der Globale Migrationspakt unterzeichnet werden soll. Warum auch? Die Mehrheit kennt ihn offensichtlich nicht einmal.

    Es mag ein Hoffnungsschimmer sein, welcher sich in Frankreich auf der Straße artikuliert hat. In Deutschland wäre eine solche Teilnahme nicht möglich. Der Marsch für das Leben zeigt es jährlich. Zu wenige und kaum ein Bischof, der da mal mitläuft. Die Anfeindungen von Links sind enorm und werden jährlich gesteigert.

    Die Zukunft wird angesichts eines solchen Paktes mit Sicherheit das Gesicht Europas wesentlich verändern. Die Vorbereitungen sind in Westeuropa bereits seit Jahrzehnten mit der muslimischen Einwanderung getroffen worden und setzen sich konsequent in diesem Globalen Pakt fort.

    Ich nenne dies „satanisches Wirken“, weil es einfach in den Köpfen zuviele faschistische Mentalschranken gibt. Hat ein Vielvölkerstaat, in dem der Islam beteiligt war, funktioniert? Dieser Pakt ist ein sozialistisch-kommunistisches menschliches Machwerk aus der Schmiede der Frankfurter Schule.

    Wie beim Euro wird auch dieser Pakt in die Katastrophe führen. Genau wie beim Euro wurde das Ziel vorweggenommen, obwohl die Euro-Staaten wirtschaftlich viel zu unterschiedlich waren, um eine gemeinsame Währung zu bekommen, nimmt auch dieser Pakt – hier nur beim Menschen selbst ansetzend – ideologisch und auch leider offensichtlich auch praktisch das Ziel vorweg – und lässt bewusst zu, dass viel zu unterschiedliche Kulturen auf engem Raum eingepferchst sein werden und nimmt die vielen Verwerfungen, von denen Yasha Mounk im Februar in den Tagesthemen so leger berichtete, billigend in Kauf, also Blut, Mord, Vergewaltigung u. a. Dass dieser Einheitsstaat letztlich ein diktatorischer Staat mit absoluter Meinungszensur sein wird, scheint wohl selbstverständlich zu sein.

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