Kardinal Marx: Christlicher Patriotismus als Dienst an Europa

Frank Craig - La Pucelle (gemeinfrei)

Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, hat vor einigen Tagen in Danzig den polnischen Freiheitskampf gegen den Kommunismus gewürdigt. In diesem Zusammenhang betonte er die Bedeutung des Patriotismus für den europäischen Gedanken und rief Christen dazu auf, „im guten Sinn des Wortes Patrioten“ zu sein. Dies sei Teil des christlichen Dienstes in der Welt.

Kardinal Marx äußerte sich auch positiv zur 2017 veröffentlichten Erklärung der polnischen Bischöfe mit dem Titel „Patriotismus in christlicher Gestalt“. Der europäische Gedanke und Patriotismus würden einander nicht ausschließen, sondern einander bedingen:

Wir alle dürfen und sollen im guten Sinn des Wortes Patrioten sein. Aber wir müssen auch über den eigenen Tellerrand hinausschauen, um unserer Verantwortung für das gemeinsame Haus gerecht zu werden.

Christliche Solidarität erfordere zudem die Anerkennung der Verschiedenheit zwischen Kulturen. Der „Respekt gegenüber der Verschiedenheit ist das Ja zum Nächsten“.

Diese Solidarität verwirkliche sich in abgestufter Form bzw. im Rahmen von Verantwortungskreisen und beginne im unmittelbaren Umfeld des Menschen. Nationalismus sei abzulehnen, weil er die entfernteren Verantwortungskreise negiere. Die Kirche habe „einen Dienst zu leisten in der Welt“ und könne daher „nicht auf der Seite extremer Nationalismen“ stehen.

Der Freiheitskampf gegen den Kommunismus in den 1980er Jahren sei ein Beispiel dafür, dass es in der Geschichte immer wieder Momente gebe, in denen der Mensch Stellung beziehen und tun müsse, „was der politische Moment der Geschichte von uns fordert.“ Christen dürften sich in Krisenzeiten nicht zurückziehen, sondern müssten handeln.

In von zunehmender Auflösung gekennzeichneten Gesellschaften könnten von christlicher Weltanschauung wertvolle Impulse für die Stärkung von Bindungen und innerem Zusammenhalt ausgehen.

Hintergrund

Die Lehre der katholischen Kirche bejaht Patriotismus als Ausdruck der Forderung des Vierten Gebotes, das von Christen verlange, „den Vorfahren Ehre, Liebe und Dank zu erweisen“.

Auf der Grundlage des Solidaritätsprinzips der katholischen Soziallehre hatte der hl. Johannes Paul II. einen christlichen Patriotismus entworfen, der dem Wohl einzelner Menschen, dem Gemeinwohl einzelner Nationen und dem globalen Gemeinwohl gleichermaßen dient. Dieser Patriotismus wirkt sowohl den Extremen eines auf Kosten anderer Nationen betriebenen Nationalismus als auch den Extremen der nach Auflösung von Nationen und Entgrenzung strebenden neo-marxistischen und neo-liberalen Ideologien entgegen.

Das Subsidiaritätsprinzip der katholischen Soziallehre bejaht in diesem Zusammenhang den Nationalstaat als einen auf natürlichen Bindungen beruhenden Rahmen zur Verwirklichung des Gemeinwohls.

Die katholische Soziallehre hat gleichzeitig Nationalismus, der in Europa im Zuge der Französischen Revolution entstand und im 19. Jahrhundert die Züge einer modernen Ersatzreligion annahm, von Beginn an abgelehnt. Die als Antwort auf nationalistische Ideologie formulierte Enzyklika „Mit brennender Sorge“ betont die Achtung der christlichen Weltanschauung gegenüber natürlichen Bindungen, die weder geleugnet noch aufgelöst, sondern geheiligt werden sollen:

Gottes Sonne leuchtet über alles, was Menschenantlitz trägt. Sein Gesetz gilt unabhängig von Raum und Zeit, Land und Rasse, es kennt keine Vorrechte und Ausnahmen […]. Unter dem Kuppelbau der vom Erlöser gestifteten einen Kirche ist Platz und Heimat für alle Völker, Nationen und Sprachen, ist Raum für die Entfaltung aller vom Schöpfer in die Einzelnen und die Volksgemeinschaften hineingelegten besonderen Eigenschaften, Anlagen, Vorzüge, Aufgaben und Berufungen.

Erzbischof Charles Chaput aus Philadelphia (USA) hatte 2017 Christen in westlichen Gesellschaften zu mehr Patriotismus und zum Dienst an den Gemeinwesen aufgerufen, in denen sie leben. Es läge in der Natur des Menschen, an einen Ort und eine Gemeinschaft gebunden zu sein. Die eigenen Wurzeln abzulehnen und keine Liebe gegenüber der eigenen Heimat zu haben sei Ausdruck einer fragwürdigen Einstellung, die nicht zum Dienst an einem Gemeinwesen in der Lage sei. (ts)

8 Kommentare

  1. Kardinal Marx:
    „Der Respekt gegenüber der Verschiedenheit ist das Ja zum Nächsten. Die andere Person anzuerkennen, ist der einzige Weg für ein friedliches Zusammenleben zwischen Menschen, Kulturen, Kontinenten. In solidarischer Überzeugung muss ich Verantwortung für den anderen übernehmen. Das gilt auch in der europäischen Flüchtlingsdebatte.“

    Interessant, wie anders seine Worte im Gegensatz zur christlichen Ausdrucksweise sind. Begriffe wie „Respekt gegenüber Verschiedenheit“, das „Ja zum Nächsten“, die „andere Person anzuerkennen“ und „in solidarischer Überzeugung […] Verantwortung für andere übernehmen.“ Das ist Regierungs- und Grünensprech – vor allem aber ist es sozialistisch. Es muss doch vielmehr heißen: „den Nächsten zu lieben“ PUNKT. Aus Marx‘ seinem Duktus wird daraus ein Schuh, da er ideologisiert ist. Es ist auf Europa ausgerichtet und auf die „Verschiedenheit“ – einer nicht erwähnten aber doch gegenwärtig neu und künftig konstruierten Gesellschaft. Vor allem fehlt aber der Begriff der „christlichen Nächstenliebe“ (in diesen wesentlichen Zeilen). Nächstenliebe ist jedoch ein individueller Akt, kein institutionalisierter, vom Staat ersetzbarer Akt. Und da setzt doch das Denkproblem an: Christliche Werte werden mit sozialem Engagement gleichgesetzt und auf die staatliche Ebene gehoben. Der einzelne Christ selbst findet darin aber keinen Platz; er ist nicht mehr Subjekt sondern Objekt. Wohl auch darum sind die Kirchen im Westen so leer.
    Würde dieser Mann als Theologe theologisch Denken, muss sich ihm zwangsläufig die Frage stellen, ob dieses andere „vielfältige“ Europa ein menschliches Konstrukt darstellt. Also eine Ordnung, die eine neue Gesellschaft formt und einen neuen Menschen. Dieses Denken ist jedoch völlig nihilistisch, da es auf dem Akt jeglicher Zerstörung von Gewesenem, von Kultur beruht; ein revolutionärer Akt ist, der in Europa schon so viel zerstört hat. Ich will diesem Kardinal nicht absprechen, Christ zu sein; das kann, darf und will ich nicht. Aber als Theologe und Hierarch (heilige Ordnung) befindet er sich m.E. völlig auf dem Holzweg.

  2. Hmm?
    Ich muss da leider etwas Wasser in den Wein schütten.

    Habe mir jetzt mal die Rede von Marx in Danzig durchgelesen.
    Mein erster Eindruck ist, dass darin zwar das Wort „Patriotismus“ vorkommt, doch dass dieser Begriff dort keineswegs bestimmend ist. Und schon gar nicht bestimmend in seinem eigentlichen Sinne.

    Weit häufiger sind Appelle an „Solidarität“ oder „Akzeptanz“ der Multikulti-Vielfalt:

    ´Kardinal Marx betonte, dass gelebte Solidarität die Anerkennung der Verschiedenheit des anderen voraussetze. „Der Respekt gegenüber der Verschiedenheit ist das Ja zum Nächsten. Die andere Person anzuerkennen, ist der einzige Weg für ein friedliches Zusammenleben zwischen Menschen, Kulturen, Kontinenten. In solidarischer Überzeugung muss ich Verantwortung für den anderen übernehmen. Das gilt auch in der europäischen Flüchtlingsdebatte.“

    oder

    ´Kardinal Marx erinnerte in seiner Rede vor mehreren hundert Zuhörern an den Begriff der Freiheit, deren Verwirklichung eine bleibende Aufgabe auch der Kirche sei. Freiheit bedeute immer auch solidarisches Handeln. „Der Mensch lebt in Beziehung. Es gibt keine Identität ohne eine Beziehung zum anderen. Solidarität, Identität und Personalität gehören untrennbar zusammen. Das meint der Begriff der einen Menschheitsfamilie, die aufeinander bezogen ist.´

    oder

    „Wir alle dürfen und sollen im guten Sinn des Wortes Patrioten sein. Aber wir müssen auch über den eigenen Tellerrand hinausschauen, um unserer Verantwortung für das gemeinsame Haus gerecht zu werden.“

    Hmm? „… im guten Sinn des Wortes Patrioten …“ Also nicht in einem seiner Auffassung nach schlechten sinne …
    Von dem, was wir unter „Patriotismus“ verstehen, bleiben bei Marx eigentlich nicht viel mehr als die Buchstaben übrig …

    Und die gute Enzyklika „Mit brennender Sorge“ mag ja kirchenrechtlich noch Gültigkeit haben, doch ist leider unübersehbar, dass sie heute sinngemäß von leitenden Kirchenfunktionären – mit Ausnahme Benedikts XVI – kaum je aufgegriffen wird …

    • Das ist die Frage, ob Kardinal Marx den Patriotismus würdigt, noch dazu auf der Grundlage des Solidaritätsprinzips der katholischen Soziallehre nach Johannes Paul II, oder ob es vielmehr der Versuch einer Umdeutung ist. Nach meinem Verständnis dient Patriotismus vorrangig der jeweilig angehörenden Nation, also der durch Geschichte und andere Faktoren identifikationsstiftenden Gemeinschaft. In der Überschrift des Artikels wird die Aussage getroffen, Patriotismus diene Europa, gemeint ist wohl die EU, die nicht (vielleicht lediglich noch nicht) an Stelle der Nation gesetzt werden kann. Dass Christlichkeit, eben auch christlicher Patriotismus aufgrund u.a. der Anerkennen Gottes in jedem Menschen über die eigene Nation hinaus allen dient, hier eben dann auch anderen Nationen innerhalb der EU, ist aber meiner Ansicht nach für Kardinal Marx nicht der primäre Würdigungsgrund des christlichen Patriotismus. Insofern mag trotz richtiger Kernaussagen seitens Marx die Botschaft dahinter eine andere sein.

      • Richtigstellung:

        Dass Christlichkeit, eben auch christlicher Patriotismus aufgrund u.a. der Anerkennung Gottes in jedem Menschen über die eigene Nation hinaus allen dient, hier eben dann auch anderen Nationen innerhalb der EU, sollte aber meiner Ansicht nach für Kardinal Marx nicht der primäre Würdigungsgrund des christlichen Patriotismus sein.

        Ich hoffe so wird es klarer und bitte um Entschuldigung

  3. „Mit anderen Worten: Kardinal Marx scheint jeweils das zu sagen, was seine Zuhörer hören wollen.“
    Nana, Morbrecht, Sie wollen doch wohl nicht sagen Ihre Eminenz redet mit „gespaltener Zunge“?!

  4. Meine Wenigkeit kann dem Kommentator Morbrecht nur zustimmen und danke für den Link. Das Gefährliche am Statement des Bischofs ist im Grunde, dass er eben demokratiefeindliche Kräfte, die immer stärker werden, entweder aus Naivität nicht im Blick hat oder aber sie bewusst negiert, eben wie unsere Politik ja auch. Und damit meine ich nicht die AfD, sondern die Kräfte, die sich an den politischen Rändern rechtsradikal wie linksradikal bilden, die explizit landesfeindlich daherkommen und nicht zu vergessen, die latente Gefahr der Islamisierung, die ja noch ein wenig dauern wird so ca. 20 Jahre. Dazu äußerte sich der Kardinal überhaupt nicht. Er äußert sich eher wie ein Politiker und will immer im Dialog bleiben, was ja auch grds. gut ist, aber eben ohne eigenen Standpunkt zu beziehen. Immer schön alles offen lassen. Wenn er sich aber – und das hat er auch mit den Politikern der etablierten Parteien gemeinsam – wie ein Politiker äußert, dann fehlt grundsätzlich der Hinweis auf die Gefahr des Erstarkens des Islams und dass durch diese Art der Flüchtlingspolitik genau diese Gefahr wesentlich gefördert wird. Er und die Politk fördern somit mit solchen Statements letztlich die islamische Position. Die christliche Nächstenliebe ist nicht darauf ausgerichtet, sie für das Erstarken des Feindlichen mit dem Ziel der feindlichen Übernahme zu missbrauchen. Und genau das geschieht jedoch in diesen Jahren, im Jetzt.

    Selbstverständlich muss immer im „Dialog“ geblieben werden. Der Dialog kommt jedoch nicht bei dem radikalen Teil der islamischen Basis an. Und genau da finden jedoch schon jetzt die mitunter blutigen Kämpfe wie dem Mord in Chemnitz statt. Der Mord an Einheimischen, die Angriffe auf Kirchen und Heiligenfiguren ist letztlich schon jetzt eine Form des Dschihads. Das Frauenbild des Islams äußert sich schon jetzt an der Basis durch eine erhöhte Anzahl sexueller Belästigungen und Vergewaltigungen -egal, ob jung oder alt. Dazu jedoch kein einziges Wort. Und wenn Ungarn und Polen diese Missstände in Westeuropa sehen, handeln sie gut daran, ihre Grenzen für vorprogrammierte Schwierigkeiten zu schließen. Und genau deshalb und aus diesem Grunde ist der Widerstand im Osten Deutschlands eben noch stärker, weil die Menschen dort die Verhältnisse in Westdeutschland nicht haben wollen. Die sind ja nicht auf den Kopf gefallen und noch nicht so links-politisch eingenordet. Die kennen noch Begriffe wie „Heimat“, „Patriotismus“ und halten das Nationale hoch, jedoch sind sie nicht in der Mehrheit nationalistisch. Die Nation als politische Organisationseinheit, wenn sie nicht durch das -ismus überhöht wird, ist eine gesunde Form der Demokratie.

    Respekt vor der politischen Meinung anderer ist zwar im Großen und Ganzen positiv zu werten, setzt aber voraus, dass diverse Meinungen dieser Art auf den Erhalt des Landes ausgerichtet sind und lediglich über die Wege gestritten wird, dieses Ziel zu erreichen. Wird aber die offene Ablehnung eines Staates als solchem (Deutschland, zu mieses Stück Sch..) oder aber eine Eroberungs- und Umformungsmentalität z. B. durch das Erkennen des Geburtendschihad erkennbar, so sollten alle Alarmglocken läuten, auch bei Kardinälen und Bischöfen. Wir haben jetzt durch die Alten noch um die 85 Mio Einwohner. In den nächsten 20 Jahren sind die weg, weil gestorben, dann sind es nur noch 50 oder 45 Mio. Die Zusammensetzung der Nachfolgegenerationen kann sich jeder an 5 Fingern einer Hand abzählen. Und wenn nach wie vor Muslime ins Land gelassen werden über den Missbrauch des Asylrechts wird die Zusammensetzung noch positiver für den Islam ausfallen und nicht nur für Deutschland. Das muss doch jeder, der in Politik und Gesellschaft tätig ist, merken, oder? Aber die vielen Verwerfungen durch Resettlement und Relocation, wie es im CDU-Wahlprogramm so schön hieß im Einklang mit den Mounk’schen Umwandlungsplänen auf dem Spielplatz des Gebietes Europas von einer multikulturellen in eine multi-ETHNISCHE Gesellschaft (da nicht mehr kulturelle, ethnische hört sich ja nicht so nach Vermischung von Kulturen an), beginnen schon jetzt und sind auch politisch einkalkuliert.

    Und zum Christendasein in islamischen Ländern und zu Maßnahmen zu deren Verbesserung habe ich wieder einmal nichts gehört. Es war allerdings auch nicht danach gefragt. Das ist jedoch die Frage des Überlebens nicht nur der Kirche. Wie behandeln andere Völker- und Religionsgruppen die Minderheiten, die hier volle Rechte genießen? Das Thema wird gern ausgespart, weil dort nämlich klare Kante gezeigt werden müsste, aber aus falscher Rücksichtnahme niemand „gekränkt“ werden soll.

    Alle Statements über politische Entwicklung sparen genau das Thema, also den Suzid des kulturell-religiös Identitären aus und solange dieses existentielle Thema ausgespart wird – und dieses Aussparen wird medial und politisch mit Klauen und Zähnen aufrechterhalten, weil es alternativlos ist und alles andere ist „nazi“, wird sich am Kurs des kulturellen Selbstmords Europas nichts ändern und das alles unter dem Deckmantel der christlichen Nächstenliebe, ganz schön perfide, der Plan.

  5. Kardinal Marx verwendet gegenüber unterschiedlichen Zielgruppen sehr unterschiedliche Botschaften. Gegenüber dem deutschen Publikum erwähnte er im gleichen Kontext nur die katholische Ablehnung von Nationalismus:
    http://katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/kardinal-marx-nationalismus-ist-nicht-katholisch
    Dadurch entsteht eine ganz andere Botschaft, nämlich die, dass er bzw. die Kirche nicht zwischen Patriotismus und Nationalismus differenziert, so wie es in Deutschland verbreitet nicht getan wird, während in Polen diese Differenzierung allgemein praktiziert wird.
    Mit anderen Worten: Kardinal Marx scheint jeweils das zu sagen, was seine Zuhörer hören wollen.
    Es bleibt aber immerhin positiv festzuhalten, dass seine Aussagen über die Inhalte der katholischen Soziallehre bei Aufenthalten in Polen vollständiger sind als in Deutschland. Wenn er sich demnächst wieder unvollständig äußern sollte, kann man ihn ja freundlich an seine begrüßenswerten Worte in Polen erinnern.

    • @Morbrecht
      Kardinal Marx hat einen Schritt in die richtige Richtung getan. In Jerusalem hat er das Kreuz noch abgenommen, aber in Danzig hat er sich an die Lehre der Kirche erinnert. Ich würde mich freuen, wenn das demnächst auch in München wagen würde.

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