Cassian Folsom: Europa als Erbe und Auftrag

Fra Angelico - Der heilige Benedikt (gemeinfrei)

Der Benediktinerpater Cassian Folsom ist Gründer und ehemaliger Prior des Klosters San Benedetto im italienischen Norcia, wo eine junge internationale Gemeinschaft katholischer Mönche aktiv ist. In einem kürzlich veröffentlichten Aufsatz mit dem Titel „Erbe und Auftrag“ setzt er sich mit der „entmutigenden, so düsteren Lage“ Europas auseinander und untersucht, was „die innere Identität Europas wieder beleben könnte“. Er entwirft ein Modell von Netzwerken von Gemeinschaften, die um geistliche Kerne herum entstehen und diese Aufgabe leisten könnten.

Gestützt auf Überlegungen Joseph Ratzingers (Benedikt XVI.) definiert Folsom Europa als Versuch, den christlichen Glauben in Form kultureller Werke praktisch zu verwirklichen. Als Amerikaner sei er „erfüllt von Ehrfurcht vor der Schönheit, dem Reichtum, der Tiefe und Kraft dieses europäischen Erbes“.

Die Krise Europas

Mit dem weitgehenden Verschwinden des christlichen Glaubens aus Europa seien von diesem Erbe jedoch häufig nur „Museumsstücke“ übrig geblieben. Diese seien „immer noch sehr schön, aber abgetrennt von der Quelle der geistlichen Lebenskraft und deshalb unfruchtbar“.

  • Mit den Worten Benedikts XVI. erklärt Folsom, dass Europas „Kultur und sein Glaube, das also, was seine Identität ausmacht, am Ende seien“.
  • Zu den Symptomen, die dies belegten, gehöre „ein sonderbarer Mangel an Interesse für die Zukunft“ und „die Ablehnung von Kindern als Bedrohung für gegenwärtige Bequemlichkeit“ sowie „Hass und Leugnung unserer eigenen europäischen Vergangenheit“.
  • Europa sei auch demographisch ein „sterbendes Europa“. Sein Erbe drohe ein „Erbe ohne Erben“ zu werden und es bestehe eine „sehr reale Gefahr des Verlöschens“.

Europa habe seine Seele verloren und werde mittlerweile von einer „post-europäischen Kultur“ geprägt.

Eine Strategie zur Erneuerung Europas

In dieser „entmutigenden, so düsteren Lage“ stelle sich die Frage, was „die innere Identität Europas wieder beleben könnte“. Folsom verweist hier unter anderem auf Gedanken zur Strategie christlichen Lebens in post-christlichen Gesellschaften, die der Autor Rod Dreher in seinem Buch „Die Benedikt-Option“ beschrieben hatte, das kürzlich in deutscher Übersetzung erschienen ist und hier noch ausführlich vorgestellt werden wird.

Zur Rückgewinnung und Erneuerung Europas sei das Wirken einer „schöpferischen Minderheit“ von Heiligen erforderlich. Diese müssten als Hüter des christlichen Erbes in einer Kultur, die diesem Erbe „gegenüber indifferent oder gar feindselig ist“, zunächst missionarisch tätig werden und den Glauben bezeugen.

Wie zur Zeit der Entstehung Europas könnten dann von geistlichen Zentren ausgehend „Wellen christlichen Lebens und Praxis nach außen in konzentrischen Kreisen“ wirken. Um diese Kerne würden sich „gute Leute sammeln“, Familien ansiedeln und Gemeinschaften sowie Familiennetzwerke bilden. Es würden „Oasen der Gesundheit […] die über die Wüste des modernen Europa verstreut sind“ entstehen, welche international durch ein „effektives Netzwerk“ miteinander verbunden werden müssten.

Die Kräfte und Mittel dazu seien vorhanden. Eine Schwierigkeit sieht Folsom allerdings darin, dass gegenwärtig noch „die meisten Katholiken […] sich entweder der Gefahr nicht bewusst“ oder „machtlos zu antworten“ seien. (ts)

6 Kommentare

  1. Ich glaube, dasss wir an einem Scheideweg stehen i Bezug auf die Zukunft Europas. Veränderung kann aber nur aus Mennschen hervorkommen, welche Ihre Herzen von der Gegenwart Gottes verändern lassen und sich diesem Prozess stellen.

    Es gibt aber in diesem Aspekt auch sehr viel Hoffnung in all dieser Dunkelheit. Noch nie stand Europ so sehr im Fokus der Inetrnationalen Missionsbewegungen. Noch nie vorher habe es so viele unterschiedliche geistliche Aufbrüche für Mission auf unserem Kontinent. Noch nie vorher hatten Muslime in Europ so lebensverändernde Begegnungen mit Gott gehabt, die ihr ganzes Leben auf den Kopf stellten und sie bereit sind ihr ganzes Leben für den Gott der Liebe zu geben. Ja ich sehe die dunklen Wolken über Europa, aber ich sehe eien enorme Fokussierung des Heiligen Geistes auf unseren Kontinent. Ich bin davon überzeugt, dass es nicht nur eien Remission Europas aus den Ländern Afrikas und Asiens gibt, sondern auch direkt aus unseren Ländern heraus enstehen Bewegungen des Heiligen Geistes, wie z.B. eine Explosion von Gebetshäusern und Gebets- und Anbetungsbewegungen, wie z.B. das Gebetshaus in Augsburg. Dort wurde zur diesjährigen Mehr-Konferenz eine neue Missionsinitiative in Leben gerufen:

    https://www.missionmanifest.online/

  2. Eine tatsächliche Erneuerung Europas im Sinne von Folsom und Bund Sankt Michael ist vermutlich davon abhängig, dass das heutige System auch in der Wahrnehmung der Mehrheit hoffnungslos gescheitert und diskreditiert ist.
    Diese Situation ist (noch) nicht erreicht, jedoch durchaus vorstellbar.

    Hierauf vorbereitet zu sein – im Sinne des Bildens von christlichen Gemeinschaften, klosterartigen Kristallisationskernen wie z.B. San Benedetto – ist gut und wichtig, aber leider nicht allein ausreichend für eine Wende, sondern lediglich eine Vorbereitung und Hoffnung für den Fall x.

    Es bleibt die bittere Erkenntnis, dass es nicht nur der Krise, sondern der Not, ja des Desasters, bedarf, um Einsicht zu ermöglichen. Wir kennen das aus dem Alten Testament und den Warnungen der großen Propheten. Entscheidend ist (leider) erst der Eintritt eines epochalen Krisenereignisses, das allerdings nicht schleichend und nur allmählich eine neue Lage schafft, sondern das mit Wucht und Überraschung eintreten muss.

    Solche Ereignisse sind in unterschiedlicher Ausformung real möglich und nicht bloß Fantasie, auch wenn Politik und Wahrheitsmedien sie für ebenso abwegig halten wie etwa König Zedekia den Zusammenbruch des israelischen Südreiches gegen die Babylonier.

    Dem Kirchfahrter ist zuzustimmen, dass die heutigen Kirchen in einem solchen Ausmaß korrumpiert und auch theologisch verirrt sind, dass man von ihnen mehrheitlich nichts mehr erwarten kann. Kernfäule!

    • Werter Waldgänger,
      Zustimmung! Offensichtlich ist erst ein Bürgerkrieg oder eine Naturkatastrophe der Auslöser für eine innere Erneuerung. Schon jetzt die Dürre in ganz Europa zeigt bereits, wie anfällig die hoch moderne Gesellschaft ist, wenn die Natur nicht mitspielen will. Lebensmittel wie Wasser, welches aus dem Kran kommt oder anderer Art dürfen nicht mehr als Selbstverständlichkeiten angesehen werden. Kraftwerke müssen runtergefahren werden, Schiffahrt erliegt von Tag zu Tag mehr, Fische krepieren und Wälder werden durch Brand oder durch die Dürre möglicherweise dauerhaft geschädigt.

      Es gibt viele Möglichkeiten, die menschliche Arroganz in die Knie zu zwingen. Vielleicht sehen wir gerade vor unseren Augen eine Katastrophe.

      Danke für den Kommentar, der mich zu der Erkenntnis führt, dass nicht nur meine Wenigkeit die Lage so dramatisch beurteilt.

  3. Ja, ein Hauch eines Lösungsansatzes ist mit dem Artikelinhalt erkennbar. Ich denke, dass die europäische Kirchen kaum noch zu retten sein werden. Sie sind nur noch als Insolvenzverwalterinnen tätig. Hauptsache eine Hochzeit oder Goldhochzeit oder andere Events wie der links-durchsetzte Katholiken oder Evagelen-Tage werden zur Zufriedenheit aller gestaltet. Die Kirchen sehen sich letztlich nur noch als soziale Institutionen, die sich vor den linksgrünen politkorrekten Karren spannen lassen und packen ihre Lehre gerade einmal immer entfernter von Gott inspiriert und finden wohl nur noch als solche Anerkennung von einer weitgehend gottvergessenen und gottablehndenden materialistischen postchristlichen Gesellschaft. Der Caritasverband oder das Diakonische Werk bestimmmen, so scheint es mir, eher den Weg der Kirche, weniger mehr der Glaube an den Dreieinen Gott.

    So wie Europa damals Missionare in die „Dritte Welt“ ausgesandt hat, so werden wohl jetzt umgekehrt Missionare der Dritten Welt nach Europa kommen müssen, um uns zu missionieren. Den überwiegend senil gewordenen Christen fehlt der Nachwuchs und damit die Zukunft der Kirchen hier. Stattdessen haben sich die Christen – von Klerikern beider Konfessionen zu einem „Egal-Glauben-ohne-Konsequenz“ häuslich eingerichtet. Veränderungen hin auf den von Jesus propagierten „steilen Weg“ werden in den alten Seelen wohl kaum noch eingepflanzt werden können. Warum steinig, wenn es bequem auch geht.

    Dem Kommentar von Kirchfahrter A. ist durchaus zu folgen, was den Ist-Zustand der Christenheit anbelangt. Dank für Ihre niedergeschriebenen Gedanken.

    Ich denke jedoch, dass die Remissionierung zum Christentum jetzt erheblich schwieriger sein wird. Wir müssen uns für ein Christentum entscheiden:

    1. Welches Christentum darf es denn sein? Das mit dem breiten oder dem schmalen Weg, das mit oder ohne Jenseitskonsequenzen oder das mit dem verkündeten oder das mit dem historisch bibelüberlieferten Wort-Gottes-Jesus? Sehen wie im Dreifaltigen Gott mit integriertem Jesus-Geist unser Ziel oder in dem EINEN Gott mit allen möglichen guten und schlechten Eigenschaften, eher einem Allah ähnlich?

    2. Wir haben es im 21. Jhdt mit Menschen zu tun, die wissenschaftlich-atheistisch oder agnostisch orientiert und gleichmütig, ja lethargisch „mental-dickbauchig.beqem“ sind, die die Notwenigkeit an den Dreieinen Gott zu glauben, erst nicht wahrnehmen werden oder wollen. Diese Mission muss christuszentriert sein. Ja, der Glaube an Gottes Wunderkraft muss wieder lebendig werden wie in den ersten beiden Jahrhunderten nach Christus, und zwar „wie er war vor langer Zeit, so auch in Ewigkeit“.

    3.
    Die Ideologien und Religionen, die heutzutage mittels Meinungsdiktats und Kritikverbot hochgehalten werden, können wohl nur noch mit verbal-aggressiven Mitteln in die Schranken gewiesen werden. Nur die Spiegel-Methode, also das Vor-Augenhalten der Folgen des „Weiter so“ im religionslosen Nirwana kann da helfen.

    Wenn ich da an das Wort Jesu aus Matthäus Kapitel 23 denke und mir vorstelle, dass statt der jüdischen Schriftgelehrten und Pharisäer, islamisch lehrende Islamführer oder Führer von NWO bzw. Globalistenideologien und andere Radikale ersetzt würden, könnte diese Mission durchaus Erfolg zeitigen. Wer das gedanklich tut, kann durchaus aktuellen Bezug feststellen:

    Worte gegen die (EU/NWO und radikale Islamführer)Schriftgelehrten und die Pharisäer(EU/NWO und radikale Islamführer): 23,1-39

    231 Darauf wandte sich Jesus an das Volk und an seine Jünger

    2 und sagte: Die Schriftgelehrten und die Pharisäer (EU/NWO und rad. Islamführer) haben sich auf den Stuhl des Mose gesetzt.

    3 Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie tun; denn sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen. (hier wohl nur so zu verstehen, dass man nicht in den Knast kommt bei Zuwiderhandlung)

    4 Sie (EU/NWO und rad. Islamführer) schnüren schwere Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern, wollen selber aber keinen Finger rühren, um die Lasten zu tragen.

    5 Alles, was sie tun, tun sie nur, damit die Menschen es sehen: Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Gewändern lang,

    6 bei jedem Festmahl möchten sie den Ehrenplatz und in der Synagoge (Gesellschaftsräumen, in Moscheen und Tagungsräumen) die vordersten Sitze haben,

    7 und auf den Straßen und Plätzen lassen sie sich gern grüßen und von den Leuten Rabbi (Meister) nennen.

    8 Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder.

    9 Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel.

    10 Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus.

    11 Der Größte von euch soll euer Diener sein.

    12 Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

    13 Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer (EU/NWO und rad. Islamführer), ihr Heuchler(EU/NWO und rad. Islamführer)! Ihr verschließt den Menschen das Himmelreich. Ihr selbst geht nicht hinein; aber ihr lasst auch die nicht hinein, die hineingehen wollen.

    14 []

    15 Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer(EU/NWO und rad. Islamführer), ihr Heuchler (EU/NWO und rad. Islamführer)! Ihr zieht über Land und Meer, um einen einzigen Menschen für euren Glauben zu gewinnen; und wenn er gewonnen ist, dann macht ihr ihn zu einem Sohn der Hölle, der doppelt so schlimm ist wie ihr selbst.

    16 Weh euch, ihr seid blinde Führer! Ihr sagt: Wenn einer beim Tempel schwört, so ist das kein Eid; wer aber beim Gold des Tempels schwört, der ist an seinen Eid gebunden.

    17 Ihr blinden Narren! Was ist wichtiger: das Gold oder der Tempel, der das Gold erst heilig macht?

    18 Auch sagt ihr: Wenn einer beim Altar schwört, so ist das kein Eid; wer aber bei dem Opfer schwört, das auf dem Altar liegt, der ist an seinen Eid gebunden.

    19 Ihr Blinden! Was ist wichtiger: das Opfer oder der Altar, der das Opfer erst heilig macht?

    20 Wer beim Altar schwört, der schwört bei ihm und bei allem, was darauf liegt.

    21 Und wer beim Tempel schwört, der schwört bei ihm und bei dem, der darin wohnt.

    22 Und wer beim Himmel schwört, der schwört beim Thron Gottes und bei dem, der darauf sitzt.

    23 Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer (EU/NWO und rad. Islamführer), ihr Heuchler (EU/NWO und rad. Islamführer)! Ihr gebt den Zehnten von Minze, Dill und Kümmel und lasst das Wichtigste im Gesetz außer Acht: Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Treue. Man muss das eine tun, ohne das andere zu lassen.

    24 Blinde Führer seid ihr: Ihr siebt Mücken aus und verschluckt Kamele.

    25 Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer (EU/NWO und radikale Islamführer), ihr Heuchler! Ihr haltet Becher und Schüsseln außen sauber, innen aber sind sie voll von dem, was ihr in eurer Maßlosigkeit zusammengeraubt habt.

    26 Du blinder Pharisäer (EU/NWO und rdiakale Islamführer)! Mach den Becher zuerst innen sauber, dann ist er auch außen rein.

    27 Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler (EU/NWO und radialeIslamführer)! Ihr seid wie die Gräber, die außen weiß angestrichen sind und schön aussehen; innen aber sind sie voll Knochen, Schmutz und Verwesung.

    28 So erscheint auch ihr von außen den Menschen gerecht, innen aber seid ihr voll Heuchelei und Ungehorsam gegen Gottes Gesetz…

    Es ist schon verblüffend, welche Aktualität diese Worte Jesu, noch heute auf verschiedene Führungseliten angewandt, haben. Schon fast erschreckend.

    Das aber nur nebenbei. Die Art der Missionierung muss ein entweder oder sein oder sie wird keinen Erfolg haben, also vor allem in Einheit vorgetragen und verkündet. Wer das Christentum des konsequenzlosen Irrglaubens verkündet, läuft Gefahr, dass diese Mission ins Leere läuft.

    Vielleicht sehe ich da viel zu schwarz. Aber es war damals wesentlich einfacher, Menschen von Jesus-Gott zu überzeugen als heute in einer Welt der die Wundergläubigkeit voll abhanden gekommen ist. Ja, ob Heilungsgottesdienstemit charismatischen Priestern ein Weg sein mögen? Das Christentum hat sich in den ersten 200 Jahren ohne Gewalt ausbreiten können bis zur Einführung des Christentums als Staatsreligion durch Kaiser Konstantin. Damals war Jesus noch so gegenwärtig, dass die Apostel mit eigener Wundertätigkeit, die selbstverständlich durch Gott selbst gewirkt wurden, die Menschen überzeugen konnten. So leicht lassen sich die Menschen heute wirklich nicht mehr überzeugen.
    Die Mystik des Glaubens bedarf der Runderneuerung.

  4. „die meisten Katholiken […] sich entweder der Gefahr nicht bewusst“ oder „machtlos zu antworten“ seien.

    So ist es leider. Die überwiegende Mehrzahl der Noch-Kirchgänger stellt zwar mürrisch einen allgemeinen Sittenverfall in Kirche und Gesellschaft fest, bleibt aber im Großen und Ganzen passiv: mögen auch überall die kirchlichen Strukturen verkleinert, Kirchen geschlossen und der Priestermangel verwaltet werden, Hauptsache, ihr Kirchlein vor Ort bleibt offen und der Gottesdienst zu kommoden Zeiten erreichbar.
    Nimmt man die Zeit ab den 1970ern als Referenzwert, dürfte der Widerstand gegen die fortwährende Verwässerung des Glaubens in Zukunft nur noch in Promille zu messen sein.
    Damals gab es eine flächendeckende Bereitschaft der (ja ausschließlich „vorkonziliar“ geprägten) Katholiken, auf das Jahrhunderte alte Latein, den knienden Kommunionempfang und die altvertraute Liturgie zu verzichten und dafür als Statisten bei „liturgischen Experimenten“ dabeizustehen. Der Pfarrer sagt es, die anderen machen es auch – nur nicht alleine im Abseits stehen! Die träge Masse wird, fürchte ich, zur Verteidigung des Glaubens nicht bereit sein, solange ihr ein bequemer, allgemein respektierter „Notausgang für Helden“ bleibt, wie etwa die „ökumenisch-eucharistische Liturgie“ (https://www.schwaebische.de/ueberregional/politik_artikel,-vorbereitungen-für-eine-ökumenische-messe-_arid,10792630.html). Solange nur weiterhin einen „Gottesdienst“ – und sei er politisch-korrekt, ökumenisch und gendergerecht – in ihrem gewohnten Kirchengebäude bequem erreichbar ist, würde sie sich wohl mit allem murrend abfinden. Die DBK achtet ja bereits heute penibel darauf, jeweils tagespolitisch im „Wording“ gesellschaftskompatibel zu sein (siehe „Geflüchtetenpolitik“, „Geschlechtergerechtigkeit“ etc.) und allen politischen Anforderungen gerecht zu werden („Homo-Segnung“). Die lutherischen Landeskirchen haben die Kriecherei vor den Mächtigen sowieso bereits in ihrer DNA, hat man doch die Fürsten als sog. „Kirchenherren“ gehabt (https://de.wikipedia.org/wiki/Landesherrliches_Kirchenregiment), sog. evangelische „Bischöfe“ gibt es erst notgedrungen, als im altvertrauten „Bündnis von Thron und Altar“ der Thron (revolutionsbedingt) abhanden kam. Käme dazu noch ein sanftes „Nudging“ per „Sozialkreditpunktesystem“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialkredit-System_(VR_China)), bliebe der Erfolg wohl nicht aus – zumal man besonders bei jüngeren Jahrgängen oder generell Denkfaulen bereits von einer erfolgreichen Konditionierung ausgehen darf. Die Durchschnittskonsument ist ja bereits in Tankstelle und Supermarkt an „Bonuspunkte“-Systeme gewöhnt…

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