Mouhanad Khorchide: Spannungen zwischen Muslimen und dem Westen waren „noch nie so stark wie heute“

Leander Russ - Sturm der Türken auf die Löwelbastei 1683 (Wikimedia Commons/gemeinfrei)

Der Soziologe Mouhanad Khorchide lehrt islamische Religionspädagogik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Bei einem Vortrag warnte er vor einigen Tagen, dass die Spannungen zwischen Muslimen und Nichtmuslimen in Europa noch nie so stark gewesen seien wie in der Gegenwart.

Vor allem für junge Muslime in Europa habe der Islam zunehmend eine „identitäre Dimension“. Junge Muslime würden häufig „ausgehöhlte Identitäten“ aufweisen und sich einem identitären Islam zuwenden, der sich vor allem über Feindbilder definiere. Dies habe negative Auswirkungen auf die Wahrnehmung des Islam durch Nichtmuslime  und erzeuge zunehmend eine identitäre Gegenbewegung unter Europäern. Laut Khorchide sei „diese Spannung zwischen Muslimen und dem Westen […] noch nie so stark wie heute“ gewesen.

Sowohl von den Islamverbänden in Deutschland als auch von den Denkern der vorherrschenden Strömungen im Islam seien keine positiven Beiträge für die Integration des Islam in Europa zu erwarten. Die Islamverbände würden vorwiegend Positionen des politischen Islam vertreten und aus dem Ausland gesteuert, etwa aus der Türkei. Durch die Kooperation mit diesen Verbänden würde der deutsche Staat „ungewollt den politischen Islam“ unterstützen.

Hintergrund

Khorchides Bewertungen bezüglich islambezogener Herausforderungen in Deutschland und Europa werden von einigen anderen Wissenschaftlern geteilt:

  • Der französische Sozialwissenschaftler Gilles Kepel hatte davor gewarnt, dass der Islam in Europa zunehmend die Grundlage einer Gegenidentität bilde, die sich über die Ablehnung europäischer Kultur definiere. Kepel geht davon aus, dass dies langfristig mit Konflikten in Europa verbunden sein werde.
  • Der Islamwissenschaftler Abdel-Hakim Ourghi hatte darauf hingewiesen, dass die Islamverbände in Deutschland Teil einer aus Staaten wie der Türkei und Saudi-Arabien finanzierten und kontrollierten globalen Infrastruktur des politischen Islam seien, welche die Durchdringung Europas mit islamistischer Ideologie anstrebe.
  • Die Leiterin des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam (FFGI), Susanne Schröter, hatte den Islamverbänden in Deutschland vorgeworfen, islamistische Tendenzen zu fördern. Teile des „Zentralrats der Muslime in Deutschland“ (ZMD) würden der Muslimbruderschaft nahestehen und die aus der Türkei geteuerte DITIB verfüge über „nachgewiesene Verbindungen in die salafistische Szene“.

Khorchide tritt für einen kulturell in Europa integrierten Islam ein und ist einer der Gründer des „Muslimischen Forums Deutschland“ (MFD), in dem sich pro-europäische Muslime zusammengeschlossen haben. Diese sind im islamischen Spektrum in Deutschland jedoch weitgehend isoliert.

Die Islamverbände in Deutschland lehnen die theologischen Positionen Khorchides geschlossen ab. Der Politikwissenschaftler Bassam Tibi, der zeitweise für die Schaffung eines in die Kultur Europas integrierten „Euro-Islam“ eintrat, hatte diesen Ansatz 2016 mangels Resonanz unter Muslimen für gescheitert erklärt.(ts)

17 Kommentare

  1. Wehrter Kirchfahrter Archangelus,
    Ich denke nur so für mich, dass es wohl Gründe hatte, dass der Islam in seiner Form und seinem Inhalt bei den nomadischen Wüstenvölkern um sich griff und nicht im zivilisierten Europa, hier wurde er nur „unter dem Krummsäbel“ verbreitet. Aber wie gesagt, ein rein subjektiver Eindruck ;-) .
    Dies habe ich oft auch gedacht und für mich herausgefunden, dass, wie auch heute zu beobachten der arabische Mann im Islam eine für ihn sehr bequeme „Religion“ gefunden hat, die den mohammedanischen Mann mit viel Macht (über die Frauen) (über andere Männer, wenn man der Clanchef ist) ausstattet, die seiner Neigung so wenig wie möglich selbst zu arbeiten (Sklaven, Frauen, Dhimmis, ein Raubnomade hat es leichter, als jemand, der die Wüste urbar macht) und schon gar nicht unter einem Chef, entgegenkommt, die ihm alle sexuellen Abarten ermöglicht, denn Allah sieht es ja nicht, wenn es dunkel ist etc. Die Beschäftigung mit der Sexualität scheint dort enorm hoch, wenn es ein Wunschziel ist, im Allah-Paradies 72 Jungfrauen zu besitzen. Die Früchte eines Islam-Leben sind hinsichtlich Wissenschaft, Technik, Erfindungen, sehr gering, denn es ist sehr bequem zu sagen, dass man außer dem Koran nichts brauche, weil dort alles geschrieben ist, was ein Mohammedaner braucht.

  2. Werter ts,
    Sie schreiben, …das Netz ist leider voll von fragwürdigem Material dieser Art, und man käme zu nichts anderem mehr, wenn man sich daran abarbeiten würde. Wichtiger ist es m.E. herauszuarbeiten, wie ein gemeinwohlorientierter Umgang mit dem Thema Migration aus Sicht der katholischen Soziallehre aussehen könnte und so einen positiven Beitrag zur Debatte zu schaffen.

    Zum ersten: Ich denke, dass durchaus erst einmal alles wichtig ist, auch verirrte Schafe in ihrer Einstellung versuchen zu erreichen, auch wenn es vielfach keinen Sinn hat. So jedoch wird jeder Leser dann das alles abnicken, was da steht ohne jeglichen Widerspruch und Nachprüfung. Ein kurzes Statement und ein paar Verlinkungen würden da wohl schon reichen, um so manchen Leser zu erreichen. Mehr nicht, aber eben auch nicht weniger. Aber völliges Nichtstun ist m. E. kontraproduktiv.

    Zum zweiten: Frage der Migranten im Sinne der kath. Soziallehre oder der christlichen Soziallehre:
    Dazu muss doch erst die Frage nach der Stellung des Islams hier im Lande geklärt werden. Gehört der Islam zu Deutschland und wenn nicht vollends, welcher Islam denn, der von Prof. Khorchide und Frau Ates, der ja kompatibel mit dem GG und den übrigen Gesetzgebungen hier, ist? Ich denke, dass es da keiner Diskussion bedarf.

    Jedoch weiß doch jeder hier im Blog, dass die beiden eben nur eine Sonderstellung innerhalb des Islams einnehmen. Auch die Sufi-Frage ist ja letztlich für den hier in der Hauptsache agierenden Islam wohl eher Nebensache. Die Sufi-Spiritualität und der liberale Islam einer Khrochide/ATes-Prägung werden wohl gern als Hauptschauplatz, die die Kompatibilität DES Islams mit der hiesigen Gesellschaft vorgaukeln soll, von den Synkretisten und Globalisten missbraucht, obwohl diese Zweige des Islams selbst innerhalb des Welt-Islams und auch innerhalb des hier etablierten Islams strittig ist und eher eine nebensächliche Bedeutung hat.

    Die Gefahr ist doch immer, dass bei einem Buch wie dem Koran eben gute wie schlechte Dinge anwendbar sind. Fest steht aus geschichtlicher Erfahrung doch auch, dass der Islam, solange er in der Minderheit ist, relativ ungefährlich ist. In der Mehrheit befindlich werden andere Religionen untergebuttert wie es anschaulich siet 1400 Jahren praktiziert wird, weil dann die Feldherren-Verse durch Politik in Gesetze gegossen werden.

    Die Kirche hier hat offensichtlich versagt, indem sie diesen Umstand und die heutige Christen- und Ungläubigenvberfolgung noch immer nicht ausdrücklich besondere Bedeutung beimisst und das alles als Marginalität ansieht, und somit eine Differenzierung vermissen ließ, zwar nicht in Theologenkreisen, wohl aber gegenüber dem Normal-Gläubigen, dem kaum noch vermittelbar ist, warum er nicht zum Islam übertreten soll.

    Einig sind wir wohl darin, dass ein Islam ohne Schariagesetzgebung und somit in voller Trennung von Politik befindlich, hier durchaus einen gesellschaftlichen Stellenwert bekommen könnte, wenn es die strengreligiöse Auffassung, die sich wortwörlich auf den Koran bezieht, nicht gäbe und die gibt es und die ist in den islamischen Ländern in der Regel führend. Auch die Muslimorganisationen bedienen sich wohl dieser Islamform. Es nutzt somit nicht viel, wenn im interreligiösen Dialog die Kirchenvertretung mit liberalen Muslimen in den Dialog tritt, um ein Gefühl der Selbstbestätigung zu bekommen und bei den Vertretern der Hauptströmung des sunnitischen oder schiitischen Islams die bestehenden Unterschiede letztlich ausspart und damit dann ein Wohlgefühl des erstrebten und gewünschten, aber vom Islam nicht gewährten „gleichberechtigen Nebeneinanders“ erzeugt. Damit ist wohl kaum jemandem gedient. Ist ein Prof. Khorchide der Verhandlungspartenr auf Seiten der Muslime oder ein Vertreter der DITIB. Damit beginnen doch schon die Probleme. Welcher Islam darf es denn sein?

    Bevor diese Frage nicht geklärt ist, ist es doch müßig, sich darüber weitere Gedanken zu machen.

    Theologisch letztlich: Unüberbrückbar in theologischen Fragen, sozial-christlich: Grundsätzlich Angebot der Hilfe auch für Muslime. Politisch: Jegliche Typen, die hier bereits kriminell geworden sind oder sich Zugang in irgendeiner betrügerischen und täuschenden Absicht verschafft haben, sind zurückzuschicken. Wo sind da die Grenzen? Ist diese Migrantenpolitik christlich? Wohl kaum.

    Das alles ist jedoch irgendwie völlig offen. Auch die Kirchen unterstützen diese Politik! Und m. E. ist das falsch. Sei unterstützen mit ihrem Handeln, welches sie als christlich ansehen und letztlich auch teilweise – die ehrenamtlichen Helfer nehme ich hier völlig aus – Teil der Asylindustrie sind, die Abschaffung des Christentums durch Import oder Verstärkung der hier schon ansässigen Gegengesellschaften.

    Während Christen in Muslimen gleichwertige Menschen sehen, was auch völlig richtig ist, sehen streng-religiöse Muslime in Christen eben nicht gleichwertige, sondern minderwertige Höllenbewohner.

    Ich meine nicht die säkularen oder liberalen Muslime, sondern diejenigen, die diese ausgrenzende Gedankengut in ihrer Seele implantiert haben und leider glaube ich, dass viele Muslimen genau das innewohnt.

    Das Problem ist, dass jede Moscheegemeinde innerislamisch anders „ticken“ kann. Was also im Dialog auf hoher Ebene abläuft, kann an der Basis schon völlig anders aussehen. Aber wenn es im Ernstfall gegen das Christentum geht, sind sich alle muslimischen Bewegungen (möglicherweise außer der liberalen) einig. Das war immer so und wird wohl auch immer so bleiben. Und dass die Gewalthemmschwelle bei radikalen Muslimen gering ist, dürfte ja wohl auch klar sein.

    M. E. ein von Menschen nunmehr unlösbares Problem. Wie soll radikales Gedankengut bei Muslimen zum Verschwinden gebracht werden, wenn es auf anderen innerdeutschen Blogs mit anderen Inhalten kaum klappt und nicht einmal versucht wird und jeglicher Versuch als ohnehin schon abwegig betrachtet wird.

  3. Etwas OT, hat aber schon vieles mit dem Islam zu tun: Nun es passt zumindest mittelbar: Kann sich hier jemand dazu äußern? Ich weiß nicht, was ich davon halten soll.

    [Link entfernt]

    Wenn das stimmt, ist das schon ein echter Hammer! Wurde diese Äußerung durch diesen Papst wirklich getätigt? Jeder weiß, dass jedes Kind, was aus dieser Beziehung entstehen würde, automatisch Muslim ist. Kann das im Interesse dieses Papstes sein? Das wäre dann die Auffordung des Papstes für den Islam das Christentum abzuschaffen? Diese Frage müsste dann wirklich ernsthaft gestellt werden. Wäre das nicht ein Grund für einen Kirchenaustritt, wenn der Papst schon den Islam so hofiert und unterstützt?

    Da ich der englischen Sprache nicht mächtig bin, bitte ich um Reaktonen.

    • Sehr geehrter Herr Kemmer,
      diesen angeblichen „Befehl“ von Papst Franziskus gibt es natürlich nicht.
      Der Autor der Seite, die Sie zitieren, hat diese Behauptung von einer Quelle übernommen, die eine entsprechende Äußerung eines salafistischen Predigers Papst Franziskus unterzuschieben versucht, was der Autor offensichtlich ungeprüft übernommen hat und zusammen mit anderen absurden Behauptungen verbreitet. Das ist ein gutes Beispiel dafür, dass das „Fake News“-Problem leider real ist.

      • Man darf da ruhiger etwas direkter sein. Mannheimer hat wie Stürzenberger und der Rest eines bestimmten Lagers der Islamkritiker-Szene den Bereich der Zurechnungsfähigkeit seit langem verlassen. Man tut gut daran, mit dergleichen weder verwechselt noch im gleichen Lager verortet zu werden. Noch aufschlußreicher als Mannheimers frei phantasierende Ausfälle sind allerdings die Kommentare in seinem Panoptikum des Wahnsinns.

      • Recht herzlichen Dank für Ihre Richtigstellungen. Das beruhigt mich doch sehr. Hatte schon echte Sorge, im falschen Film zu sein.

        Warum geht denn niemand aus kirchlichen Kreisen gegen solche Falschmeldungen vor? Es wäre doch eminent wichtig, auch auf solchen blogs Richtigstellungen zu verlauten zu lassen und solche Meldungen auseinanderzunehmen.

      • Werter Herr Kemmer,
        das Netz ist leider voll von fragwürdigem Material dieser Art, und man käme zu nichts anderem mehr, wenn man sich daran abarbeiten würde. Wichtiger ist es m.E. herauszuarbeiten, wie ein gemeinwohlorientierter Umgang mit dem Thema Migration aus Sicht der katholischen Soziallehre aussehen könnte und so einen positiven Beitrag zur Debatte zu schaffen.

    • Der unter dem Pseudonym „Michael Mannheimer“ schreibende Herr Karl-Michael Merkle (https://www.tagblatt.de/Nachrichten/Heilbronner-Amtsrichter-verurteilte-Michael-Karl-Merkle-Betreiber-des-Michael-Mannheimer-Blogs-zu-123660.html) ruft (gewollt oder ungewollt) mit seinen nur so von Fehlern und irrwitzigen Zuspitzungen strotzenden Beiträgen objektiv das Bild eines kriminellen und völlig irrationalen Widerstands gegen die Bundeskanzlerin hervor. Emblamatisch für dessen sowohl irrwitzigen als auch handwerklich mißlungenen Artikel ist seine Forderung am 20. Juli letzten Jahres nach einem Staatsstreich durch Polizei und Bundeswehr. Eine unterstützenswerte Sache kann man am nachhaltigsten schädigen, wenn man sie irrational verzerrt darstellt und so alle Unterstützer dieser Sache diskreditiert. Wer allen Ernstes die Bundeskanzlerin mit Adolf Hitler auf eine Stufe stellt oder (ärgerlicherweise politisierende) Bischöfe als „Diener Satans“ und „Handlanger des Teufels“ bezeichnet, hat sich für mich aus dem rationalen Diskurs verabschiedet. Wer allen Ernstes zum bewaffneten Aufruhr gegen die Regierung aufruft, diskreditiert den berechtigten Widerstand gegen die Transformation unseres Gemeinwesens als den pauschal nicht ernst zu nehmenden Amoklauf irregeleiteter Fanatiker und betreibt damit objektiv das Geschäft der Gegenseite.

  4. @ ts
    Gewiss ein erfreulicher Lichtblick, wobei natürlich die „soziale Mächtigkeit“ moderater Strömungen schon fraglich ist. Ich denke da an den Ende der 70er erfolgten Brain-Drain in Persien, bei dem eine fraglos hochkultivierte und gut ausgebildete muslimische (oder zumindest doch muslimisch geprägte) Elite ihr Land verlassen mußte, als mittelalterlich strukturierte Geistliche „die Straße“ mobilisierten. Wobei es natürlich so monokausal nicht war, gerade diese Vorgänge waren vielfältig und Uncle Sams Treiben (u.a. auch dort) nicht rühmenswert. Zu fragen wäre, ob eine zivilisierte Moslem-Komponente eventuell andere Möglichkeiten der Druckausübung und Willensbildung zur Verfügung hätte, etwa im finanziellen oder kulturellen Bereich.
    Wie auch immer: interessant ist Ihr Gesprächskontakt allemal.

  5. Werte Mitforisten.
    Wieder einmal waren Sätze dabei, die gramamtikalisch der Horror waren. Sorry. Ich muss mir angewöhnen, jeden Satz noch einmal gründlich vor Veröffentlichung zu überprüfen. Vielleicht schaffe ich dies noch einmal in der Zukunft.

  6. Ich denke, dass moderate oder die „Taufschein“- oder Säkular-Muslime nicht das Problem sind, jedoch die bewusst religiösen Muslime schon.

    https://www.islaminstitut.de/2018/aegypten-steht-die-bedeutendste-lehrstaette-des-landes-fuer-moderate-inhalte/

    Ich stelle einfach nur die Frage: Können sich diese Muslime gegen die Radkalen, die ja keine Hemmungen haben, zu erpressen oder sonstige Gewalt anzuwenden, effektiv wehren? Die Erfahrung lehrt, dass sie das eben nicht können.

    Auch hier werde ich sehr froh sein, wenn sich moderate Muslime hier engagieren. Wer aber führt hier das Wort? Nicht die Sufis, die vom orthodoxen Islam nicht einmal als Muslime anerkannt sind und werden, sondern die sunnitischen Muslimorganisationen wie DITIB und ZdM. Und aus dem Sunnitentum ging der IS und der Wahabismus des Arabien hervor. Solange der normale Muslim sich letztlich nicht gegen die radialen wehren kann, wenn ihnen von den Radikalen z. B. vorgeworfen wird, dass sie keine Muslime seien und in der Hölle landen werden, weil sie z. B. kein Kopftuch tragen, weil sie nicht den Ramadan einhalten oder nur nachlässig einhalten oder es zulassen, dass ihre muslimische Tochter einen Christen heiraten (was selbst für moderate Muslime schon fast ein no go ist).

    Sufis werden verfolgt durch die Orthodoxie.

    Laut Wikipedia:
    Im wahhabitisch beherrschten Saudi-Arabien wurden die Lehren der Sufis als Schirk (Götzendienst, Polytheismus) deklariert. Niederlassungen von Sufibruderschaften sind in Saudi-Arabien verboten. Insbesondere der Besuch von Schreinen sowie der Tanz und die Musik stoßen auf Ablehnung der wahhabitischen Fundamentalisten.[25] Die Wahhabiten zerstörten bereits vor Jahrzehnten konsequent alle Schreine, sogar die Schreine von Gefährten und Verwandten des Propheten, vordergründig um mystische Kulte zu unterbinden.[26]

    https://www.youtube.com/watch?v=ZoKP4HN55y0

    Und diese Frau Gabriel kann auch einiges erklären, was sich in ihrem Geburtsstaat Libanon zugetragen hat und wie die Entwicklung dort verlaufen ist und noch heute verläuft.

    Wie ich des Öfteren hier ausgeführt habe, halte ich streng religiös denkende Muslime als Opfer ihrer Religion und werde mich auch nie hassvoll gegen diese Muslime aussprechen. Mir machen immer nur die gewaltbereiten Radikalen Sorge, die jedoch bislang immer die Richtung des Gesamtislams vorgaben und auch heute noch vorgeben.

    Auch ich kenne moderate säkulare Muslime, die ich in ihrem Beruf ausgebildet habe und weiß, dass diese Menschen genauso ticken wir wir auch, nämlich friedlich. Ist alles bekannt.

    Konkret: Was unternimmt die Regierung hier gegen den radialen und mithin politischen Islam? Nichts, allenfalls Beobachtung durch Verfassungsschuzt. Etwas provokant: Das Kind muss erst in den Brunnen fallen, (Terrorausübung), damit hier überhaupt etwas ins Rollen kommt. Warum werden der Salafismus, die Muslimbruderschaften nicht verboten? Warum befinden sich die Gefährder noch hier? Warum werden Moscheen nicht geschlossen, die radikales Gedankengut verbreiten?

    Darum geht es doch hier! Der moderate Islam wird hier von den Radikalen doch nur als vorhandenen Humus missbraucht, in dem er rdikale Ideen einpflanzen, hegen und pflegen kann. Welcher moderaten Muslime würde einem radialen Muslim seine von mir eben in den Raum gestellten Strategiefragen widersprechen? Wohl kaum. Das radikale Spinnennetz, welche über normale Moscheegemeinden ausgeworfen wird, ist es doch, welche die flexible weiche Humuserde der Moderaten in einen steinigen Boden des starren ungeisterfüllten Dogmenislam verwandelt, weil die Radikalen hier völlig unhinterfragt und ungehindert weiter agieren können wegen der hier völlig missverstandenen „Religionsfreiheit“. Nichts wird ihnen in den Weg gelegt. Und dann bekommt halt der Videoinhalt der Frau Gabriel eine besondere Bedeutung, die sie aufgrund der Vielzahl ihrer angeführten Beispiele belegen kann.

    Die folgende Aufstellung der Kriege des Islams endet 1993.

    http://derprophet.info/inhalt/anhang34-htm/

    Wir sollten uns da keinen Illusionen hingeben, im Übrigen auch nicht die wirklich netten und liebenswerten msulimischen Zeitgenossen, die sich nicht scheuen, entgegen dem koranischen Gebot, Freundschaften auch mit Juden und Christen einzugehen.

    Aber sobald auch der netteste Muslim seine Religion ernst nimmt, weiß er, dass alle Nichtmuslime der Hölle anheim fallen werden. Auch diese Erkenntnis ist persönliche Erfahrung.

  7. Werter Kirchfaharter Archangelus,
    jedes Wort Ihres Kommentars gebührt Zustimmung. Das ist die eine Seite, nämlich die Identitätslosigkeit Europas. Ihre Beschreibung, die noch erweitert werden kann wie die nicht einmal mehr durch die Kirchenpropagierte Sünde bei vorehelichem Geschlechtsverkehr ist die Seite des identitätslosen blinden Flecks hier in Europa in der Form eines moralischen Vakkuums, eines Nichts, in den der Islam ohne jeglichen Widerstend eindringen kann. Die eigene Identitätslosigkeit führt auch dazu, Suchende, vor allem suchende Jugendliche zum Islam, der vor Identität nur so strotzt, zu ziehen.
    Im übrigen hat es Prof. Khorchide eben auch aus diesen Gründen gegenüber seinen innerislamischen Gegnern, den Islamverbänden, schwer, die Integration von Muslimen in ein moralisches Vakuum, ein ethisches Nichts bis Wenig schmackhaft zu machen. In was sollen sich Muslime hier in Europa integrieren? In ein Christentum, welches seine eigene Identität aufgibt, in dem Repräsentaten das Kreuz am Tempelberg ablegen, in dem die Kirche von unten in der kath. Kirche sowie die evangelische Kirche letztlich Vielem dieser Morallosigkeiten zustimmt und die sich religionskorrekt wie auch die politischen Kräfte wie Regierung, Opposition (außer AfD), Gewerkschaften, einem Großteil der Medien und politisch ausgerichteten NGO’en politkorrekt nicht trauen dem Islam bereits in seiner Lehre Kritik entgegenzubringen. Dabei wäre dies nicht einmal schwer und diese Kritik könnte durchaus auch sachlich sogar bis freundlich vorgetragen werden.

    Jede Gegenüberstellung zwischen Christentum und Islam, zwischen Dogmen der Kirche und den Dogmen des Islams, zwischen Jesus und Mohammed zeigen die Unüberbrückbarkeit theologischer Unterschiede und auch die Unüberbrückbarkeit im ethischen Bereichen.

    Während die Dogmen des Islams nicht nur das innere Glaubensleben seiner Gläubigen in ausgrenzender Weise betreffen und diese ausgrenzenden Glaubenswahrheiten des Korans in politische Gesetze gießt (darum auch kein Unterschied zwischen Islam und dem Kunstbegriff Islamismus) und damit in das Alltagsleben der religios-empfindenden Muslime eindringt und sogar mohammedanische Gewaltvorbildlegitimationen für Taten, die dem Islam „dienen“ bewilligt, beziehen sich die religiösen Dogmen der Kirche doch eher auf die freiwillige Annahme dieser, die in erster Linie den inneren Glaubenskreis betreffen und aus diesem Glauben heraus der Christ zum Wohle aller Menschen tätig zu sein hat, ja auch von außen in die Politik eingreifen kann, aber eben nur als eine Stimme unter Vielen.
    Lange Rede kurzer Sinn:
    Islam bedeutet Religion und Politik = innere und äußere Einheit
    Christentum bedeutet Religion und Politik = Trennung, jedoch der Versuch politischer Einflussnahme in Sachen Leben, Menschenrecht und Humanität für alle von außen ist legitim.

    Und da, so meine ich, greift Herr Prof. Khorchide zu kurz, denn er weiß genau, dass sein Glaube eben die Trennung von Staat und Religion nicht zulässt. Wie soll er wie Frau Ates auch, seinen Gläubigen klarmachen, dass Mohammed eben nicht der vollkommene Mensch war, als der er von allen sich als wahre Muslime empfindenden Gläubige angesehen wird.
    Wer Mohammed, seine Lehre und sein Vorbildleben und den Koran, der ja letztlich dieses mohammedanische Leben geprägt hat, aus dem Islam auch nur teilweise entkernen will, hat kaum Chancen. Das ist das Islamdilemma. Jeder auch noch so kleine Versuch – wie die liberalen Muslime ihn gehen wollen – werden von allen islamischen Rechtsschulen sofort verworfen, weil sich diese Rechtsschulen eben keine Trennung von Koran und Mohammed vorstellen können. Mohammed ist identisch mit dem Koran. Mohammed hat den Koran mit seinem Leben untrennbar verwoben. Und darum ist jede christliche Hoffnung auf innere Reformen m. E. lediglich ein Wunschdenken. Denn alle Handlungen, die ein religiöser Muslim tut, tut er im Hinblick auf seinen Gott, der niemals mit dem Dreifaltigen Gott in Einklang zu bringen ist, auch wenn viele dies meinen.

    Christen dürfen den Namen „Allah“ nicht einmal benutzen:
    https://www.kath.ch/newsd/malaysia-gericht-bestaetigt-allah-verbot-fuer-christen/
    Meines Erachtens eine völlig richtige Entscheidung, weil die Benutzung dieses Wortes für Gott nur synkretistische Werte und Vorstellungen vermittelt, die es nicht geben kann.

    • Geschätzter Herr Kemmer,
      in der Tat ist es mehr als fraglich, ob so etwas wie ein europakompatibler „Euro-Islam“ entwickelt werden kann – und ob dieser dann überhaupt mehr als eine blutleere Kopfgeburt sein kann. Ich bezweifle stark, dass man in der „Umma“ denklogisch die geistliche von der „weltlichen“ Komponente würde trennen können, ohne den gesamten Koran umzustülpen – aber da bin ich kein Fachmann.

      Ich denke nur so für mich, dass es wohl Gründe hatte, dass der Islam in seiner Form und seinem Inhalt bei den nomadischen Wüstenvölkern um sich griff und nicht im zivilisierten Europa, hier wurde er nur „unter dem Krummsäbel“ verbreitet. Aber wie gesagt, ein rein subjektiver Eindruck ;-) .

      • Werter Kirchfahrter Archangelus,
        kürzlich ergab sich ein Gespräch mit einem freundlich gesonnenen Muslim. Die Umstände dieses Gesprächs gebe ich hier im Interesse des Gesprächspartners etwas verändert wieder. Angesichts seines Engagements bestand aber kein Zweifel daran, dass er Europa und der katholischen Kirche sehr freundlich gegenübersteht.

        Er erklärte, dass in Westeuropa seiner Schätzung nach zwischen fünf und zehn Prozent der Muslime diese Einstellung teilen würden. Nicht wenige Muslime würden europäische Kultur sehr schätzen, wobei ein Teil darauf aber mit kulturellen Minderwertigkeitskomplexen reagiere. Andere Muslime hingegen würden nach Wegen suchen, Teil europäischer Kultur sein, ohne die Religion ihrer Vorfahren aufzugeben. In Bosnien habe es bis vor nicht sehr langer Zeit einen sehr europäisch geprägten Islam gegeben, der sich allerdings seit dem Bürgerkrieg und den verstärkten Aktivitäten arabischer Golfstaaten und der Türkei zur Verbreitung ihres Islambilds auf dem Rückzug befinde.

        Nun wäre natürlich auch einem solchen europafreundlichen Islam theologisch noch manches zu sagen, aber immerhin scheint dieser Islam sich bei allen Differenzen nicht als Feind des Christentums zu verstehen. Im Gespräch entstand bei mir der Eindruck, dass dieser europafreundliche Islam eher ein Kulturislam ohne tiefere theologische Fundierung zu sein scheint. Der Gesprächspartner bestritt dies und verwies darauf, dass dieser Islam eng mit dem Sufismus bzw. der islamischen Mystik verbunden sei. Der Eindruck eines bloßen Kulturislams entstehe, weil in diesem Islam das islamische Recht bzw. die Scharia im Hintergrund stehe und ein Großteil islamischer Theologie aus Scharia-Debatten bestehe. Auch in der Türkei sei diese Strömung v.a. unter proeuropäischen Bildungseliten verbreitet. Man höre in Westeuropa nur selten von ihr, weil sie nie für schlechte Nachrichten sorge und aufgrund des wachsenden Drucks durch andere Muslime auch nicht offensiv die Öffentlichkeit suche.

        Der Gesprächspartner teilte ansonsten die auch hier wiedergegebenen Sorgen über eine mögliche Eskalation islambezogener Konflikte in Europa. Er deutete aber an, dass die christlich-europäische Seite in diesen Konflikten möglicherweise muslimische Verbündete finden könnte. Wir werden unser Gespräch demnächst fortsetzen.

      • Karl I., Kaiser von Österreich, inspiziert seine bosnisch-muslimischen Soldaten:
        https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/bc/Bosniaks_in_Italy_1915.jpg
        Ein militärhistorisch bewanderter Bekannter kann stundenlang begeistert über die muslimischen Ulanen Österreich-Ungarns referieren…
        Jean Raspail, bekanntlich ein traditionalistischer Katholik, beschreibt in „Sieben Reiter verließen die Stadt“ ebenfalls das Motiv der treu dienenden Muslime. Als das (christlich beschriebene) Reich, dem sie dienen, untergeht, legen sie allerdings auch ihre im Roman als oberflächlich beschriebene kulturelle Anpassung an dieses ab und vereinigen sich mit den sich jenseits der Grenze versammelnden Scharen.

  8. Wobei man differenzieren muß, mit welchen Inhalten Begriffe wie „der Westen“ oder „das Abendland“ assoziiert werden. Während der Kreuzzüge war der Westen (über den ganz dicken Daumen ;-) ) für die Muslime „die Franken“, welcher u.a. mit seinen Mönchsritterorden gefürchtet, aber auch durchaus respektiert wurde, da die christliche Religion nicht (nur) Lippenbekenntnis war. Diesen Eindruck konnte man durchaus später bekommen, als sich „der Westen“ an Ländern und Bodenschätzen alles unter den Nagel riß, was zu bekommen war, Sklaverei inklusive. Der Opiumkrieg in China war, bei Lichte besehen, nichts anderes als eine offene Kooperation des britischen Staates, der internationalen Hochfinanz (in Form der Hongkong & Shanghai Banking Corporation (https://kirchfahrter.wordpress.com/2017/12/19/sehr-empfehlenswert-die-skandalbank-arte/) und eines Drogenkartells. Welche „Werte“ nehmen heute gläubige Muslime im „Westen“ wahr? Abtreibung, Homo-Ehe, irrationale Gender-Ideologie samt dutzender „Geschlechter“, kaum ein Film ohne Bettszene. Statt Nationalstolz (zumindest in Deutschland) ein für Fremdstämmige nicht nachvollziehbarer Selbsthaß, statt Solidarität im Familienverbund offene Promiskuität und „Lebensabschnittspartnerschaften“, statt Religion nur eine dumpfe Konsumhaltung. Von dieser Warte aus gesehen scheint eine „Integration“ wenig lohnend, will man nicht sehenden Auges seine Kultur, seine Familie und seine Religion aufgeben.

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