Armin Lehmann: Der Verlust von Wehrhaftigkeit und Männlichkeit in postmodernen Gesellschaften

Spinello Aretino - Sankt Michael und andere Engel (Ausschnitt/gemeinfrei)

Der Historiker Armin Lehmann ist Redakteur beim „Tagesspiegel“. In einem aktuellen Aufsatz setzt er sich mit dem Problem des Verlustes von Wehrhaftigkeit und Männlichkeit in liberalen, postmodernen Gesellschaften auseinander. Entsprechende kulturelle Entwicklungen würden einen allgemein verdrängten wunden Punkt dieser Gesellschaften darstellen.

Deutschland sei in Folge der kulturellen Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte nicht mehr zu Selbstbehauptung oder auch nur Formulierung seiner Interessen in der Lage. Der Gedanke des Gemeinwohls sei zugunsten der Betonung von Minderheiteninteressen in den Hintergrund getreten. Parallel dazu gebe es auch einen individuellen Verlust an Maskulinitität, der mit dem Verlust wehrhafter Eigenschaften verbunden sei:

Die Entwicklung einer in jeder Hinsicht diversen Gesellschaft hat den Blick auf das Land individualisiert und auf eigene Interessen reduziert: Man zieht sich in viele Minderheitsgruppen zurück, in die diverse, gegenderte Gesellschaft, in der die Mitglieder nur für diese Minderheit eintreten, aber nicht mehr für allgemeine, grundsätzliche Werte und Überzeugungen. Die Gleichberechtigung der ausdifferenzierten Geschlechter und anderer Minderheiten führt zu einem Nebenher an Kleinstinteressen, aber nicht zu kollektiven Überzeugungen. „Wehrhaftigkeit“ und Kampf gibt es für Unisextoiletten. Siege bestehen etwa darin, dass Facebook die Möglichkeit eröffnet, bei der Anmeldung unter 60 verschiedenen Geschlechtern zu wählen.

Als große Gruppe, als Kollektiv, treten wir auch als Nation nicht mehr in Erscheinung: Wir überlassen Viktor Orbán die Grenzsicherung oder den Libyern. […] Wir liefern Waffen, ziehen aber nicht in den Krieg. Kriege wollen wir verhindern, wissen aber nicht wie, weil wir nie machtpolitisch argumentieren. Wir sagen, dass uns im Ernstfall die Nato verteidigen soll, wollen aber nicht wahrhaben, dass unsere Kinder selbst die Nato sind.

Vor dem Hintergrund der Herausforderungen, denen sie gegenübersteht, müsse die deutsche Gesellschaft Konzepte wie Männlichkeit und Wehrhaftigkeit erneuern, ohne dabei in die Extreme der Vergangenheit zu verfallen.

Deutschland brauche „neue Heldinnen und Helden, die die Gesellschaft im Alltag modernisieren und dennoch wieder wehrhaft machen.“ Diese neue Wehrhaftigkeit solle sich jedoch nicht durch „Kriegsbereitschaft“ definieren, sondern durch „den Willen der Gesellschaft, Werte und Überzeugungen überhaupt wieder gemeinsam verteidigen zu wollen.“ Ohne „das Wissen darüber, worin diese Werte eigentlich bestehen“, sei diese Wehrhaftigkeit jedoch nicht möglich.

Bewertung und Folgerungen

Der Politikwissenschaftler Herfried Münkler, der Sozialpsychologe Dieter Frey und der Kulturwissenschaftler Daniele Giglioli hatten sich zuletzt in eine ähnliche Richtung über die Probleme postheroischer, männliche Tugenden und den Gedanken der Selbstbehauptung ablehnenden liberaler Gesellschaften geäußert. Die Kulturwissenschaftlerin Camille Paglia sieht in der Ablehnung des Maskulinen ein Phänomen, das für die Spätphasen von Kulturen typisch sei.

Damit eine Gesellschaft dazu in der Lage ist, das Gemeinwohl anzustreben und zu verteidigen, sind aus der Sicht katholischer Soziallehre über das Vorhandensein männlicher Tugenden in der Gesellschaft hinaus eine Reihe kultureller Voraussetzungen erforderlich. Diese kulturellen Voraussetzungen lehnen progressive Ideologien jedoch weitgehend ab, weshalb die Prägung der Gesellschaft durch diese Ideologien neben anderen Problemen auch den von Lehmann beobachteten Verlust an Wehrhaftigkeit und Fähigkeit zur Selbstbehauptung zur Folge hat.

Solange die entsprechenden kulturellen Entwicklungen nicht korrigiert werden, sind von ihnen betroffene Gesellschaften nur dann zu ihrer Selbsterhaltung fähig, wenn es in ihnen kulturelle Untergruppen gibt, die ein traditionelles Dienstethos pflegen und auf dessen Grundlage für den Schutz des Gemeinwesens eintreten. Diese Gruppen müssen dazu bereit sein, diesen Dienst auch dann zu verrichten, wenn die dominierenden kulturellen Strömungen darauf negativ reagieren. Polizisten und Soldaten sind dieser Situation in Deutschland bereits seit längerem ausgesetzt.

Da sich die Utopie der durch Entmännlichung befriedeten Gesellschaft jedoch nicht verwirklicht, wächst der Bedarf an kulturellen Alternativen zunehmend. Wie diese Alternativen aussehen, hatte der französische Gendarmerie-Oberst und Katholik Arnaud Beltrame Anfang des Jahres im Kampf gegen islamistische Terroristen demonstriert. (ts)

6 Kommentare

  1. Die Beschreibung der Lage ist richtig. Unter den sie verursachenden Faktoren fehlt die Verdrehung der christlichen Lehre vom Staat. Nach Röm 13,4 muß der Staat nach Gottes Willen stark und scharf sein, und denen, die Böses tun, ein Zorngericht der Strafe bereiten. Da in der modernen Demokratie „wir“ der Staat sind, müßte es Männer ( und Frauen ) geben, die diesen Geist der Ordnung aufrechterhalten, repräsentieren und durchsetzen. Und dies – die Dialektik Jesu läßt grüßen – damit eben alle anderen Menschen, oder auch sie selber als Privatmenschen, geschützt und unbeschwert und frei leben können. Die Lüge unserer Intellektuellen, Akademien, Politiker, Medien, leider auch der Kirchenmänner, daß die christliche Nachgiebigkeit auch und gerade vom Staat zu praktizieren sei, hat – und ich schätze das als einen Hauptgrund ein – zur Verluschung und Verjammerlappung einer ganzen Generation ( bzw schon der zweiten ) maßgeblich beigetragen.

  2. Werter Waldgänger,
    den Text von Lehmann habe ich anders gelesen. Er umgibt m.E. die gehaltvollen Dinge, die er sagt, mit Signalen, die seinem Milieu sagen sollen, dass er zu den Guten gehört.
    Entscheidend ist aber, welche Botschaft er in dieser Verpackung übermitteln will. Auf die belanglose Füllmasse vor und nach seinem eigentlichen Punkt bin ich bewusst nicht eingegangen, da dieser Teil seines Artikels sich ja auch nicht an denkende Menschen richtet, sondern nur die Reizwortsucher ruhigstellen soll.
    Entscheidend ist aber, dass Lehmann hier eine tiefere Einsicht hatte, von der er ganz genau weiß, dass er sie in seinem Umfeld nicht ohne weiteres direkt aussprechen kann. Er ist das Risiko trotzdem eingegangen, was zeigt, wie sehr ihn diese Erkenntnis offenbar bewegt. Für ihn (und vielleicht auch für einige Tagesspiegel-Leser) hat sich eine Türe ein wenig geöffnet.
    Man merkt, dass bestimmte Gedanken für Lehmann noch neu und ungewohnt sind, aber da ihn dieses Thema offensichtlich bewegt sucht er vielleicht jetzt nach noch mehr solcher neuen Gedanken. Wenn er Glück hat, stößt er auf die richtigen Gedanken und erkennt, dass es eine sehr alte Tradition gibt, die Wehrhaftigkeit und Männlichkeit mit dem Ideal des Schutzes der Schwachen vereint. Vielleicht stellt er sich dann weitere Fragen, z.B. die nach der Quelle dieser Tradition…
    Ich erkenne im Text von Lehmann etwas wieder, was ich vor einigen Jahren selbst erlebt habe. So ähnlich fing es bei mir auch an, weshalb sein Text mich etwas sentimental werden ließ. Man sollte dafür beten, dass die Tür, vor der er steht, sich für ihn noch ein wenig weiter öffne.

    • @ ts

      Hmm, Sie machen mich etwas nachdenklich. Muss seinen Text nochmals lesen.
      Doch wieso empfiehlt er dann trotz seines vielleicht vorhandenen Ahnens einer künftigen Zusammenhaltsschwäche exakt die falsche Medizin?
      Das ist ja mehr als nur Anbiederei an seine Szene.

      Allerdings wirkte sein Text auch auf mich seltsam ambivalent, ja fast widersprüchlich, denn die von ihnen zitierte Mittelpassage ist ja schon bemerkenswert.

      • Werter Waldgänger,
        es gab auch noch andere Kritik, weil hier ja normalerweise die Gedanken führender Denker aufbereitet werden, zu denen Lehmann nun einmal nicht gehört, weil er sich entsprechenden Gedanken selbst ja noch annähert. Als widersprüchlich empfand ich den Text auch, weil er zum einen erkennt, dass eine Gesellschaft ohne innere Bindungen nicht zur Selbstbehauptung fähig ist, dann aber aus der Bindungslosigkeit wieder eine Tugend macht und von einer „Überlegenheit der diversen Gesellschaft“ spricht, ohne wirklich zu begründen, worin diese denn bestehen soll. Auch an dieser Stelle hatte ich den Eindruck, dass er nur oberflächlichen Glauben an den Enderfolg der Vielfalts-Utopie demonstrieren wollte, um bei allem Richtigen, was er sagt, auf sein Milieu nicht zu provokativ zu wirken.

  3. Der Archetypus Mann scheint in patriarchalischen Gesellschaften überlebt zu haben. Eine Gesellschaft, die sich über 60 Geschlechter „schenkt“, scheint nicht nur mit der Identität des Einzelenen, der sich diese täglich neu aussuchen kann, sondern dieses Prinzip scheint auch in der Gesellschaft und der Politik politkorrekten Ideologie der gesinnungsethischen Göttlichkeit eingeflossen zu sein. Alles ist erlaubt außer der Rahmen der Meinungsfreiheit, die die links-liberale Elite den Menschen zugebilligt hat. Mit in diesen links-liberalen-humanistisch-säkularen Ansatz wurden nicht nur gendergemäß 60 Geschlechter erfunden, sondern auch die Männlickeit des Archetyps insbesondere die des weißen Mannes wurde als extremes Hindernis, ja als Feindbild auf dem Weg der linken egalisierenden Ideologie erklärt. Und danach wurde dann auch gehandelt. Mädchen wurden gefördert, Jungs sich selbst überlassen und jede Balgerei auf dem Kindergartenplatz oder Schulhof als sträflich, weil gewaltfördernd sofort unterdrückt. Die Gesellschaft wurde verweiblicht bis hinein in die Regierung, weil die Familien vielfach auseinandergefallen sind. Die Jungen wurden und werden überwiegend von Frauen erzogen, weil sich die Männer leider vielfach davongemacht haben. Die Jungen haben kaum Männervorbilder. Männer, die vor der Verantwortung weglaufen, sind keine Vorbilder, sondern Flaschen. Frauenförderung in Schule und Beruf, Quotenregelungen, Gleichstellungsbeauftragte nicht nur im öffentlichen Dienst müssen jetzt letztlich dafür sorgen, dass jetzt auch Männer dort wieder Fuß fassen können. Der von Frauen begehrte Mann muss einfühlsam sein, Frauenversteher sein, natürlich auch noch in der Lage sein, die Reste von Männlichkeit, die ihm nicht aberzogen wurden, zeigen können, dazu noch beruflich erfolgreich und humorvoll sein. Superman ist nichts dagegen.

    Soweit zum „Mann“.

    Erfolgreich ist Mensch jedoch in der Regel nur, wenn er mit dem Strom schwimmt und möglichst nicht aneckt oder gar gegen den Strom schwimmt. Alles, was nicht pc-korrekt medienkonform agiert, wird gechasst. Eva Herrmann und Herr Matussek sind nur einige Beispiele von Menschen, die gegen den Strom geschwommen sind und noch immer gegen den Strom schwimmen. Das gilt nicht nur für Personen, sondern auch für politische Parteien.

    Und die Kirchen? Sie passten und passen sich zu sehr diesem Zeitgeist an, benutzen ihre moralische Stellung und grenzen letztlich auch Seelen aus, wenn es um bestimmte Parteien geht. Nur innerkirchlich finden Kämpfe statt, weil sie keine persönlichen Auswirkungen haben. Wir sind Kirchen oder ZdK fallen immer wieder durchaus kämpferisch durch Forderungen auf, die gegen das eucharistische Verständnis im weitesten Sinne der kath. Kirche gerichtet sind.

    Der Kampf, der seit Jahrezehnten tobt, ist ein Kampf in immer nur eine Richtung, und zwar in Richtung Auflösung all dessen, was die Gesellschaft zusammenhält und ein Kampf seit Jahrzehnten für die Individualisierung, Spaltung, Trennung und Selektion.

    Der Kampf, der jetzt geführt werden müsste, ist ein Kampf um Homogenität. Diese ist es, die eine Gesellschaft im Inneren zusammenwachsen lässt. Alle Vielvölkerstaaten wie z. B. Jugoslawien sind zerfallen und genauso wird es auch Europa ergehen, in welchem jetzt der geistige und auch der physische Kampf tobt, indem das globalistische Vielvölker-Multikulti-Experiment jetzt in der Praxisphase angekommen ist. Dieses Experiment wurde seit Jahrzehnten, beginnend mit der Frankfurter Schule über den Feminismus in die „Mein-Bauch-gehört-mir-Genderideologie“ einhergehend mit der Zerstörung des Christentums nicht ohne Mithilfe der Kirchen vorbereitet. Der Schuldkult nicht nur des Christentums, sondern auch der schon fast vergöttlichte Schuldkult der Kriegszeiten und des Holocausts sowie der europäischen Vergangenheit des Sklavenhandels und der Kolonialisation waren probate zusätzliche Mittel, die christliche Kernidentität der Bevölkerung der letzten Jahrzehnte zu schwächen und den weißen Boden bereit zu machen für den Islam, der sich diese Gelegenheit natürlich nicht nehmen ließ und lässt.

    Wenn der Mensch letztlich in einer kanten- und eckenlosen Blase existieren soll, dann hat er es verlernt, sich zu wehren. Das Sozialsystem in Europa ließ Menschen ohne arbeiten zu müssen, weiterexistieren. Sie brauchten um ihren Lebensunterhalt nicht zu ringen. Spaß- und Spiel-Mentalität wurden gefördert, um so dieses Lemming-Gen durchaus von Politik erwünscht, wirksam in die Menschen einpflanzen zu können. Denken war nicht mehr angesagt, wenn, dann nur betreutes Denken.

    Die Utopie-Vorstellung des „mündigen Christen“ war wohl das letzte Verzweiflungsanker-Logo, welches die Kirche ausgelegt hat nach dem 2 Vat., wobei diese „Mündigkeit“ polit- und pastoralkorrekt in eine Richtung verlief, nämlich entgegen den Willen Gottes und den der traditionellen Kirchen, nämlich in Richtung Sichgehenlassens, des Nichtgottesdienstbesuchs und der Nichtbeichte im kath. Bereich. Die Gnade und Liebe Gottes aus Judentum, Christentum und Islam sowie das Nirwana und die Götter aller Religionen werden es wohl zu verhindern wissen, dass die Seele in die Gottferne verbannt wird. Letzer Satzinhalt ist jetzt provokativ dargestellt, aber das ist eltztlich die Jenseitslehre der heutigen Priester und Kirchenführer.

    Der mündige Christ – dieses Logo ist wahrlich richtig! – muss heute mehr gegen den Strom schwimmen, sogar gegen den Strom der Verkündung der allgegenwärtigen Nächstenliebe und Barmherzigkeit, die sich verselbständigt haben.

    Der mündige Christ der Neuzeit muss wieder kämpfen, nicht mit Gut und Blut, sondern zunächst einmal mit der Findung der christlichen Identität, die dann hart vertreten werden muss. Nächstenliebe wird da zur Farce, wo sie ausgenutzt wird, wo sie missbraucht wird, nicht nur individuell, sondern auch politisch-gesellschaftlich. Kampf kann im Grunde nur stattfinden, wenn der Kämpfer weiß, wofür er steht und wofür er kämpft. Der Kampf kann nur im Verteidigungsfall mit Waffen ausführbar sein. Der erste Kampf muss immer ein geistiger sein. Kämpfe ich für die Kirche des Katechismus, die Gott noch in den Vordergrund stellt oder für eine Kirche der allgegenwärtigen Barmherzigkeit, die diese anbetet. Für welche Werte kämpfe ich? Für das Lebensrecht, also gegen Abtreibung und gegen Euthanasie, kämpfe ich gegen den Abtreibungsschein, kämpfe ich gegen die Ehe für alle, gegen Polygamie und gegen die Kinderehe?

    Das alles muss erst einmal verinnerlicht werden, bevor wir überhaupt ans „Kämpfen“ in geistiger Form denken. Das Christentum wird nie wieder so „einfach“, sondern es verlangt nach intellektureller Aufklärung nach bewusstem Handeln, nach bewusstem Glauben, nach bewusstem Glaubensleben. Ja, das Volkselement des Christentums gehört in Europa letztlich der Vergangenheit an. Die Christen, die jetzt nachwachsen, sind m. E. wenige, aber bewusste Christen, keine Taufscheinchristen oder christliche Agnostiker, die hier und da einmal mitlaufen und 1 x jährlich den Oster- oder Weihnachtsgottesdienst besuchen. Im Grunde muss sich das Christentum, jede Konfession für sich selbst erst einmal zu sich selbst ganz neu entdecken. Wie sehe ich Jesus? Sehe ich ihn als besseren Propheten oder als Sohn Gottes, der im Innern Gottes der Dreifaltigkeit die Liebe Gottes verdeutlicht oder sehe ich Jesus als zu vernachlässigende Größe an. Da reichen Nächstenliebe und Barmherzigkeit und der breite Weg aus.

    Lange Rede kurzer Sinn: Erst Selbstidentität finden, dann Gruppen bilden, die ähnlich denken und dann über das „Kämpfen“ Gedanken machen. Ja und der mündige Christ hat heute eine ganz andere Bedeutung, denn dieser Christ kann nur ein bewusst glaubender und aus dem Glauben lebender Mensch sein. Und diese Wenigen müssten sich finden, um ein Gemeinschaftsgefühl entwicklen zu können.

  4. Hat da womöglich wirklich jemand beim Berliner „Tagesspiegel“ – ausgerechnet diesem angepassten Regierungsblatt, das kaum je einen eigenen Gedanken publiziert – eine geistige Horizonterweiterung erlebt?
    Interessiert habe ich soeben den Link genutzt und den Text von Herrn Lehmann gelesen.

    Leider ganz rasch totale Ernüchterung. Zwar finden sich tatsächlich im Mittelteil irgendwo die hier von ts zitierten Passagen, aber deren Aussagen und Gedanken bestimmen nicht den Artikel.

    Lehmann geht es im Gegenteil darum, die diesbezüglichen Aussagen der „neuen Rechten“ zu kritisieren und zu beschimpfen. Da er aber irgendwie doch die Argumente hinsichtlich des Verlusts von Zusammengehörigkeitsgefühl und Wehrhaftigkeit zur Kenntnis genommen hat, konstruiert und behauptet er eine aberwitzige Theorie, wonach im Gegenteil durch ein Mehr(!) an „Gender“-Quatsch auch eine Festigung der Gesellschaft erfolgen sollte.
    Wörtlich: Zeigen, worin die „Überlegenheit der diversen Gesellschaft besteht“
    und
    „Die Lösung ist: Geschlechterbilder weiter auflösen“

    Das ist nun nicht bloß völlig gaga und unlogisch, sondern es zeigt auch, dass Typen wie jener Mittvierziger Armin Lehmann völlig unfähig sind, die eigentliche Dimension der Problemstellung auch nur zu erkennen.
    Und das bloß zwei Tage nach der Ausstrahlung von Houellebecqs „Unterwerfung“ … !

    Nebenbei demonstriert Lehmann mal wieder das typisch linke Dilemma, indem er glaubt, dass die bloße Postulierung eines Wunsches oder einer für gut gehaltenen neuen Norm auch bereits Beweiskraft habe.
    Sich die Welt denken!
    Haha!

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*