Ludger Schwienhorst-Schönberger: Christentum, Gesinnungsethik und Migration

Ambrogio Lorenzetti - Die Gerechtigkeit (Ausschnitt aus 'Die Allegorie der guten Regierung', Wikimedia Commons/gemeinfrei)

Ludger Schwienhorst-Schönberger lehrt katholische Theologie an der Universität Wien. In der Maiausgabe der jesuitischen Kulturzeitschrift „Stimmen der Zeit“ setzt er sich mit dem Problem gesinnungsethischer Tendenzen in der Kirche auseinander. Diese hätten die rationale Ethik der katholischen Soziallehre in Deutschland weitgehend verdrängt und in der Migrationspolitik zu falschen Entscheidungen beigetragen.

Die Durchsetzung der Gesinnungsethik in der Kirche seit den 70er Jahren

Die Öffnung der Grenzen Deutschlands für irreguläre und illegale Migranten im Jahre 2015 habe einen Sieg der Gesinnungsethik über die Verantwortungsethik markiert:

Ausgerechnet bei den als konservativ geltenden Unionsparteien die – zumindest mit ihrem katholischen Flügel – in der Tradition der Katholischen Soziallehre stehen, hatte die gewöhnlich in linken Kreisen anzutreffende Gesinnungsethik über die in der Katholischen Soziallehre vorherrschende Verantwortungsethik den Sieg davongetragen.

Die überwiegende Unterstützung der deutschen Bischöfe für diese Entscheidung habe ihre Ursache nicht nur darin, dass viele von ihnen politisch nach links gerückt seien, sondern sei vor allem eine Folge der Durchsetzung der gesinnungsethischen, von der neo-marxistischen Ideologie der Frankfurter Schule beeinflussten neuen Politischen Theologie in Deutschland seit den 1970er Jahren.

Diese linksgerichtete Strömung der Theologie lehne die klassische katholische Soziallehre ab. Sie wolle die Gesellschaft nicht aus dem Geist einer christlichen Ordnungsidee gestalten, sondern nehme sich als „Stimme der Kritik und des Protestes“ gegen den Gedanken der Ordnung wahr. Gleichzeitig weise diese Theologie wenig Distanz zu politischer Macht auf.

Diese Strömung sei von einem  normativen Individualismus geprägt, der die Ansprüche einzelner Personen zum höchsten Maßstab ethischer Entscheidungen mache und die „Belange von Völkern oder Staaten […] demgegenüber nachrangig oder nicht beachtenswert“ empfinden würde. In diesem Denken könne es keine Obergrenzen für Migration geben, auch wenn diese den Staat und seine Ordnung gefährde. Eine Güterabwägung sei diesbezüglich nicht vorgesehen.

Der Philosoph Konrad Ott rechne die Kirche daher zu den gesinnungsethischen Akteuren, die ansonsten eher im linken Lager zu finden seien:

Gesinnungsethikerinnen findet man, wissenssoziologisch gesehen, in akademischen Milieus, in diversen politisch gesehen links orientierten Redaktionen, in Vereinen wie Pro Asyl, in kirchlichen Kreisen bis hinaus in Leitungsfunktionen, in sozialen Netzwerken sowie in etablierten politischen Parteien (Bündnisgrüne, DIE LINKE). Die dort vertretene Moral sammelt sich, Nuancen beiseitegelassen, um den Slogan Refugees Welcome und wendet sich gegen die ‚Festung Europas‘.

Kirchliche Stellungnahmen zu Migrationsfragen seien dementsprechend vor allem gesinnungsethisch geprägt. Verantwortungsethik, welche die Kardinaltugend der Klugheit und die Bedeutung des Verständnisses der Folgen des eigenen Handelns betone, fände sich eher außerhalb der Kirche, etwa im Rechtssystem, in einigen Behörden oder in der liberal-konservativen Publizistik.

Die Verantwortungsethik der katholischen Soziallehre und die Unterscheidung zwischen dem Nahen und dem Nächsten

Die katholische Soziallehre beruhe auf einer rationalen Verantwortungsethik. Die Deutsche Bischofskonferenz habe noch in den späten 1970er Jahren betont, dass die Soziallehre den Staat und seine Ordnung als schutzwürdig einstufe, weil die Alternative dazu ein Chaos sei, in dem auch der Einzelne nicht mehr geschützt sei und zugrunde gehen müsse.

Die Soziallehre gehe zudem von Vorzugsregeln aus, die den ethischen Universalismus des Christentums erst praktikabel machten. Diese Regeln ermöglichten eine Güterabwägung in Fällen, in denen die Ansprüche von Fremden mit den Interessen des eigenen Gemeinwesens kollidieren:

Vor diesem Hintergrund erscheint es angebracht, daran zu erinnern, dass die Vorzugsregeln zum Kern der katholischen Moraltheologie gehören und der biblischen Ethik nicht widersprechen. […] Ohne die Anwendung der Vorzugsregeln könnte niemand leben und würde das gesellschaftliche Zusammenleben kollabieren. […] Die […] Taten der Liebe bleiben „auf den abgestuften Kreis derer beschränkt, die der Hilfe am meisten bedürfen und für deren Wohl der Handelnde am besten zu sorgen imstande ist.“ […] Die Liebe als Tat bedarf einer Unterscheidung „zwischen dem Nahen, dem Näheren und dem Nächsten.“

Die gegenwärtige Debatte sei auch innerkirchlich durch den Irrtum geprägt, dass das Christentum unterschiedslose Nächstenliebe fordere:

  • Bei dem im Alten Testament als „Fremde“ bezeichneten Menschen, deren besondere Schutzwürdigkeit in Ex 22,2 und Lev 19,33f betont wird, handele es sich um Juden anderer Stämme und nicht um Angehörige anderer Völker, die im Alten Testament als „Ausländer“ bezeichnet würden und geringere Ansprüche genießen würden.
  • Im Neuen Testament handele es sich bei den „geringsten Brüdern“ in Mt 25,40 um andere Christen. Der Begriff „Brüder“ werde im Matthäusevangelium nur zur Beschreibung leiblicher Brüder sowie der Brüder im Glauben verwendet und nicht zur unterschiedslosen Beschreibung aller Menschen.

In Situationen, in denen die Ansprüche entfernter Menschen mit denen näherstehender Menschen konkurierten sei, es nach Lehre der katholischen Kirche „irreführend zu behaupten, die Bibel würde verlangen, allen Menschen unterschiedslos zu helfen“. Die Lehre der Kirche sei auch in dieser Frage realistisch und verantwortungsethisch geprägt.

Die emotionalisierte, von Gesinnungsethik geprägte Debatte habe „die starken, vernunftgeleiteten Traditionen der katholischen Moraltheologie“ jedoch in den Hintergrund treten lassen. Der Begriff des „Gutmenschentums“ sei zur Beschreibung gesinnungsethischer Positionen angemessen. Er bezeichne ein Verhalten, das zwar von guten Absichten geprägt sei, aber hinsichtlich seiner Wirkungen sittlich falsch sei, weil es aus mangelndem Verständnis der Lage heraus Unheil stifte. Angesichts der dadurch erzeugten Herausforderungen sei eine Rückkehr zur strengen Rationalität der katholischen Soziallehre erforderlich.

Hintergrund

Impulse der katholischen Soziallehre zur gemeinwohlorientierten Gestaltung von Migration haben wir hier zusammengefasst. Gedanken zur christlichen Kardinaltugend der Klugheit, die in verantwortungsethischen Entwürfen eine besondere Rolle spielt, finden sich hier.

Von Ludger Schwienhorst-Schönberger hatten wir bereit einen Text über das Christentum als normativer Grundlage europäischer Staaten und Gesellschaften aufgegriffen. (ts)

5 Kommentare

  1. Eine bedingungslose Nächstenliebe, verstanden als die Pflicht zur Alimentierung an unterschiedslos Jeden ohne Gegenleistung und im Grunde genommen unbeschränkt, widerspricht Vernunft und Rationalität. Im 2ten Johannesbrief sind wir als Christen im Gegenteil dazu aufgefordert, genau darauf zu achten, wen wir „ins Haus“ lassen. Es heißt dort im Absatz Ermahnung zum Wandel in Liebe und zur Ablehnung der Irrlehrer:
    „4 Ich habe mich sehr gefreut, dass ich von deinen Kindern einige gefunden habe, die in der Wahrheit wandeln, wie wir von dem Vater ein Gebot empfangen haben. 5 Und nun bitte ich dich, Herrin, – nicht als schriebe ich dir ein neues Gebot, sondern das, welches wir von Anfang an gehabt haben: dass wir einander lieben. 6 Und dies ist die Liebe, dass wir nach seinen Geboten wandeln. Dies ist das Gebot, wie ihr es von Anfang an gehört habt, dass ihr darin wandeln sollt. 7 Denn viele Verführer sind in die Welt hinausgegangen, die nicht Jesus Christus, im Fleisch gekommen, bekennen; dies ist der Verführer und der Antichrist. 8 Seht auf euch selbst, damit ihr nicht verliert, was wir erarbeitet haben, sondern vollen Lohn empfangt! 9 Jeder, der weitergeht und nicht in der Lehre des Christus bleibt, hat Gott nicht; wer in der Lehre bleibt, der hat sowohl den Vater als auch den Sohn. 10 Wenn jemand zu euch kommt und diese Lehre nicht bringt, so nehmt ihn nicht ins Haus auf und grüßt ihn nicht!“

    • Werter Morbrecht,
      während sich von Indonesien bis Nigeria die größte Welle der Christenverfolgung in der Geschichte des Christentums vollzieht, schweigt die EKD zu den Verbrechen und zieht es statt dessen vor, diejenigen an den Pranger zu stellen, die es wagen, die Täter beim Namen zu nennen. Verrat an den verfolgten Christen verbindet sich mit Boshaftigkeit gegenüber denen, die die Augen nicht vor dem Geschehen verschließen. Die Kommentarrichtlinien erlauben mir nicht die Worte niederzuschreiben, die mir zur Bewertung dieses Verhaltens der EKD in den Sinn kommen.
      Der Vollständigkeit halber muss erwähnt werden, dass diese Aktion sich ebenso gegen Protestanten richtet und auch idea.de der Verbreitung von „Haß“ bezichtigt. Ob der Tatbestand der Verleumdung vorliegt, müsste ein Gericht prüfen. Den Verantwortlichen empfehle ich einen Blick auf die zehn Gebote und eine intensive Gewissenserforschung:

      Du sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen.

      https://www.bibleserver.com/text/EU/2.Mose20,16

      • Werter Morbrecht, werter ts,
        es gibt offensichtlich Menschen, die sich christlich geben, sich christlich nennen und sich selbst mit moralisch überhöhter Überlegenheit ausstatten und ihre elitär wähnende Meinung als unhinterfragbar und alternativlos ansehen. Sie möchten gern nicht nur die moralisch-ethische, sondern auch die sprachliche Hoheit des Diskurses bestimmen. Was Hasssprache oder Hoffnungsssprache zu sein hat, dennn das zu beurteilen, bestimmen sie und wer sich nicht daran hält, wird gemäß christlich-evangelischem Regularien des Herrn Nolte eben verbal exkommuniziert, wenn es diesen „Persilchristen“ nicht in den Kram passen sollte. DDR 2.0 in christlicher Form. Abgeschaut vom Maaß’schen Netzwerkdurchsetzungsgesetz soll die gleiche Wirkung nun auch diejenigen treffen, die vor den Folgen der Islamisierung warnen. Zensur auf christlich. Wer den Islam sachlich kritisch beurteilt und seine Meinung kundtut, ist somit ein schlechter oder kein Christ und dieser ist des Dialogs mit diesen selbsternannten Besserchristen unwürdig.

        Es ist ja auch einfacher auf Fischfang der schwarzen Kreaturen im eigenen Becken zu gehen als die weißen Haie im islamischen Becken auszumachen und zu stellen. Oh sorry, schon wieder Hasssprech. So erzieht man innerkirchliches Denunzianten- und Spitzeltum, statt argumentative Diskussion, z. B. um die umfassende Christenverfolgung, die der oder die werte ts in dem Kommentar so trefflich aufgeführt hat. Da nämlich eröffnet sich das gesamte Totalversagen, leider nicht nur der evangelischen Kirche. Nun ist das eine Aktion der evangelischen Kirche. Wenn sich das herumsprechen sollte, wird die Anschlagszahl der Kirchenaustritte zu Recht erhöht werden. Die kath. Kirche sollte sich öffentlich von solchen Aktionen distanzieren und die Evangelische Kirche sollte ihre Geheimdienstmethoden als das erkennen, was sie sind, nämlich die Triebfeder oder er Antrieb für Stolz, Überheblichkeit, Zensur und Hass auf Andersdenkende. Sie führen mit dieser Aktion genau das aus, was sie bekämpfen wollen: gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit im Namen des christlichen Glaubens“

        Thema „antimuslimischen Rassismus“: Die Religion des Islams ist es selbst, die diesen Religionsrassismus mehr als ausgeprägt von Beginn ihrer Existenz an gelehrt und verkündet und hier in diesen Kontinent eingeführt hat. Die evangelische Kirche sollte sich daran erinnern, dass es nicht die Muslime um Prof. Khorchide oder Frau Ates oder andere moderate Führungspersönlichkeiten wie Prof. Tibi oder Herr Ourghi sind, die kritisiert werden, sondern Irrlichtgeister wie Mohammed und Allah selbst sowie seine orthodoxen Anhänger, die dafür sorgen, dass alle Nichtmuslime unter ihrem Religionsrassismus zu leiden haben. Und wenn hier korrekt und sachgerecht darauf hingewiesen wird, soll dass „antimuslimischer Rassismus“ sein? Umgekehrt wird ja wohl ein Schuh daraus. Ein Blick über kirchliche Stuhlkreise links-grün-hörige Diskussionsabende und Wohlfühlambiente-Dialoge um den eigenen Kirchturm hinaus auf die Situation von Christen in islamischen Ländern würde genügen, um die Realität mental etwas einfangen zu können.

        Wenn jetzt schon babylonische Begriffsverwirrung innerhalb der Christenheit entsteht, ist der Tiefpunkt unchristlichen Verhaltens wohl erreicht.

        Ein Trauerspiel: Wie gehen Christen miteinander um. So wird das nichts, weder mit der Ökumene noch mit dem gedeihlichen Miteinander im menschlichen Bereich. Stasi-Methoden sind nicht geeignet, Vertrauen zu schaffen.

        Beten wir für diese Christen, die meinen, besser zu sein als die Christen, die sich in diesem Lande offene Diskussionen über die dunkle Seite des Islams wünschen würden. Die Initiatoren dieser Aktion sollten sich mit dem Begriff des „Pharisäers“ einmal beschäftigen. Jesus hat dies übrigens auch getan.

  2. Im Grunde ein Artikel, den jeder voll unterzeichnen kann:
    Die (kath.) Soziallehre gehe zudem von Vorzugsregeln aus, die den ethischen Universalismus des Christentums erst praktikabel machten. Diese Regeln ermöglichten eine Güterabwägung in Fällen, in denen die Ansprüche von Fremden mit den Interessen des eigenen Gemeinwesens kollidieren:

    „Vorzugsregeln“ der Nächstenliebe stehen somit – so wie ich es verstanden habe- im Einklang mit der Leitkultur. Die kath. Soziallehre nach Thomas von Aquin, die hier verlinkt wurde, spricht sogar – was auch für das Zusammenleben der Menschen untereinander förderlich wäre – von Assimilation. Damit, so denke ich, ist nicht der Religionswechsel gemeint, sondern die Annahme der Aufnahmekultur, die einen einvernehmlich aktiven Umgang mit den Einheimischen und der Einheimischen mit den Fremden letztlich fordert.

    Die alte Forderung, dass sich Fremde anpassen sollen, scheint bekannt und damit auch richtig. Aber Nächstenliebe für alle verliert an Qualität und wird und wirkt sich auch auf das Ganze gesehen als ungerecht aus. Sie verliert an Qualität, weil sie dann zum Dauerzustand wird und vom Einzelnen nicht mehr getragen werden kann, vor allem dann nicht, wenn sich der Fremde eben nicht einmal integrieren will. Assimilation geht für mich ja noch ein Schritt weiter. Diese Nächstenliebe ist auch kontraproduktiv, weil sie Angriffsfläche zur Ausnutzung im großen Stil bietet. Da wird Menschen geholfen, die sich selbst helfen könnten, wenn sie nur wollten, z. B. beim Wiederaufbau in der Heimat. Im Gegenteil, die Vollversorgung hält die Menschen sogar davon ab, in ihrer Heimat beim Wiederaufbau zu helfen. Nächstenliebe nur da, wo akut echte Hilfe benötigt wird, sonst wird diese Nächstenliebe sogar zum Ärgernis. Hätte die Bundesregierung Geld in die Hand genommen und vor Ort in den Flüchtlingsheimen wirklich den Ärmsten der Armen geholfen, wäre die Zustimmung in der Bevölkerung suuper groß gewesen und auch geblieben oder man hätte bedrängt Familien mit Kindern aus den Flüchtlingslagern hierher geholt. Die Menschen wären auch heute noch begeistert gewesen. Da spielt sich vor unser aller Augen praktische Gesinnungsethik in Sachen Nächstenliebe ab und schon bewirkt sie das Gegenteil dessen, was beabsichtigt war. Die Zustimmung der Bevölkerung sinkt zu Recht, als ob es keine Armen in der hiesigen Bevölkerung gäbe.

    Zur Assimilation und Integration:
    Ausnahmen werden die Regel bestätigen: Warum sehen wir bewusst religiöse Muslime weder in Kirchen noch in Museen, in Konzerten oder in Ausstellungen, in denen europäische Kunst gezeigt wird. Warum sehen wir sie nicht in Schlössern oder in Burgen? Die Antwort ist einfach: Die Religion verbietet es, weil Kirchen (schon einmal nie betreten werden dürfen), Museen, Konzerte, Ausstellungen und aller anderen Kulturzentren oder -veranstaltungen vom Menschen gemacht sind und von Allah ablenken. Muslime der streng religiösen Art interessiert es nicht, welche Kulturen wie Liedgut, Wanderkultur, usw. in den Aufnahmeländern existieren. Sie sehen das alles letztlich als Teufelswerk an. Alles, was nicht islamisch ist, denkt, fühlt, handelt bis hin zur Wissenschaft, die den Koran zu bestätigen hat, wird abgelehnt. Das scheint dann auch der Grund zu sein, warum im Islam kaum Erfindungen gemacht werden, keine künstlerischen Höchstleistungen vollbracht werden bis auf die kunstvoll verzierten Schriftzeichen in Sachen Kalligraphie an Moscheewänden und Malereien, die aber alle auf den Koran, auf Allah hindeuten. Alles andere wird abgelehnt. Aus dieser Begrenztheit heraus bleiben dann menschliche Höchstleistungen aus. Diese sind ausschließlich im religiösen oder famliliären Bereich zu finden im Positiven (innerislamischer Zusammenhalt der Familien) wie auch im Negativen (Ehrenmord)

    Europäer haben sich wie Asiaten auch immer für die Kultur anderer interessiert und dabei Neues entdeckt und für sich möglicherweise genutzt und weiterentwickelt. Das wurde im Christentum gern gesehen und gefördert. Was gut war, wurde übernommen.

    Bei den Deutschen speziell wurde der Selbsthass kultiviert und damit waren andere Kulturen immer besser als die eigene.

    Zurzeit sieht es sogar so aus, als dass die jungen Europäer im Grunde kaum noch wissen, auf welch reicher Schatzkiste der Kultur sie sitzen. Sie sitzen darauf und beachten sie nicht, hören lieber minderwertige Spaß-und-Fun-Musik und toben sich am Handy aus. Es interessiert sie nicht, was in der Kulturkiste ist, auf der sie sitzen. Irgendwann verlassen sie diese Kiste und schneiden sich damit selbst die kulturellen Wurzeln ab, weil sie den Inhalt als antiquierten Plunder ansehen und wollen noch nicht einmal wissen, wo sie herkamen.

    Was interessiert die Jugend der Aufbau einer Fuge von Bach oder die tiefe musikalische Symbolik der Natur in der 6.Sinfonie (Pastorale“) von Beethoven. Selbst die Matthäus-Passion von Bach, eines der größten Werke oder des Messias von Händel, aus welcher Händel selbst keinen Gewinn zog (er komponierte dieses Werk für wohltätige Zwecke)ist von Interesse.

    https://www.youtube.com/watch?v=wV3JZ6ycHVc
    https://www.youtube.com/watch?v=VVSMNtTzy4U

    Und mehr als beschämend: Die Asiaten, z. B. die Japaner interessiert die deutsche klassische Musik. 10 000 Menschen, die absolute Laien sind, bereiten sich monatelang auf dieses Konzert vor und singen das nicht gerade einfache Gesangswerk von Beethoven.

    https://www.youtube.com/watch?v=X6s6YKlTpfw

    Wenn ich das sehe und höre, kommen mir die Tränen ob soviel Lethargie in Europa, die bis hin zur geistigen Missachtung des mehr als guten Eigenen reicht.

    Die Europäer sind kulturell somit von mehreren Seiten bedroht, ihre kulturelle Identität (die religiöse erst recht) zu verlieren. Der 1. Grund ist die Einverleibung des zunehmend relativistisch-beliebig-nihilistischen Europas mit der Monomachtkultur des Islams und 2. einhergehend damit das völlige und breite Desinteresse (selbstverständlich gibt es auch Ausnahmen, aber im Großen und Ganzen) an der eigenen Kultur und 3. nicht zuletzt die Autoaggression z.B. die der Antifa.

    Es ist ja nicht nur die Religion, sondern auch die durch sie inspirierte Kultur, die Europa verliert.

    Ich denke, dass nach der und durch die Gesinnungsethik die Nächstenliebe für alle isoliert und getrennt gesehen wird von der Gottesliebe und als Gottersatz herhalten muss. Die Verschmelzung von Gottes- und Nächstenliebe unter Führung der Nächstenliebe ist ein Irrweg. Die Nächstenliebe als Gott. Gott fällt nur noch auf durch seine einzige Charaktereigenschaft (nach deren Gesinnung), der Liebeserbarmen. Dass der dreieine Gott auch andere Eigenschaften hat, nämlich die der Gerechtigkeit, bleibt völlig außen vor. Und auf Jesus können diese Theologen dieser Gesinnungsethik schon einmal gar nicht zurückgreifen. Wäre Gott ein Gott der bedingungslos allumfassenden Liebe ohne Regeln, hätte Jesus die Dämonen, die er ausgetrieben hat, ans Herz geschlossen. Das hat er nicht getan. Er hat sie an den für sie vorgesehenen Ort verbannt. Er hat auch gegenüber Menschen Vorbehalte gehabt, z. B. bei der nichtjüdischen Frau, die ihn um ein Wunder um ihre Tochter bat und dann die Brotkrumen, die vom Tisch fallen herhalten mussten, um Jesus umzustimmen. Glaube an ihn war also der Schlüssel zur Wunder-Nächstenliebe, die er immer mit der Gottesliebe verband. Hätte Jesus auch das Wunder gewirkt, wenn sie nicht an ihn geglaubt hätte? Wohl kaum.

    Jesus hatte die göttliche Kraft der Heilung. Er hat nur einige, also eine begrenzte Anzahl von Menschen geheilt an Leib und Seele. Arme und Kranke habt ihr allezeit bei Euch.
    Jesus musste seinen Vater am Kreuz um Vergebung für seine Feinde bitten, denen er selbst bereits vergeben hatte. Ob der Vater im Himmel dies getan hat, wissen wir nicht. Das bleibt offen. Auch das Beispiel des Judas ist nicht gerade dazu angetan, von den Liebe Gottes umfasst worden zu sein.
    Gleichnis des barmherzigen Vaters: Der verlorene Sohn ist aus welchen Gründen auch immer, zurückgekommen. Wäre er nicht zum Vater zurückgekommen, hätte er ihn auch nicht in die Arme geschlossen. So kann die Liebe die Menschen nicht erreichen, die die Liebe Gottes bewusst ablehnen. So kann die Nächstenliebe auch die Menschen nicht erreichen, die sich nicht integrieren oder assimilieren wollen und die Kultur der Aufnahmegesellschaft oder die Menschen der Aufnahmegesellschaft von Religions wegen verachten, nicht erreichen. Und da ist die Nächstenliebe auch fehl am Platze. Höflichkeit und Freundlichkeit ja, aber nicht Nächstenliebe um jeden Preis.

    Der Gott der Liebe wurde für diese Theologen der Müllabladeplatz für alle, alles, selbst für alles Böse. Und damit war die Hölle außen vor. Das aber ist antibiblisch. Nächstenliebe ist denen vorbehalten, die wirklich in Not sind, den Hungernden, den Dürstenden, den Kranken und den wirklich Ärmsten der Armen.

    Mir hat einmal ein indischer Priester, als ich ihn auf darauf ansprach, dass die Hölle nicht existieren solle, sinngemäß erwidert: Na, dann ändert sich ja im Himmel nichts, dann haben wir ja im Himmel dann ja auch höllische Zustände wie hier auf Erden. Das ist dann nicht erstrebenswert.

    Die Nächstenliebe als Gott kann leicht zum Götzen mutieren. Darum sind Gottes- und Nächstenliebe m. E. zweieiige Zwillinge. Das eine nicht ohne das andere. Und die Nabelschnur zwischen ihnen sind Gottes Gebote, die nicht deformiert werden sollten.

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