Václav Benda: Warum es keinen guten Marxismus gibt

Ambrogio Lorenzetti - Die Allegorie der schlechten Regierung (Wikimedia Commons/gemeinfrei)

Der katholische Philosoph Václav Benda war einer der führenden Dissidenten in der kommunistischen Tschechoslowakei. In seinen Texten, die kürzlich unter dem Titel „The Long Night of the Watchman“ in englischsprachiger Übersetzung erschienen sind, lehnt er die Vorstellung, dass es einen guten Marxismus geben könnte, grundsätzlich ab.

Teile der Kirche hätten sich von marxistischer Ideologie korrumpieren lassen. Jede Annäherung an diese Ideologie sei jedoch falsch, da es nie zum Guten führen könne, wenn man sich am Bösen orientiere.

Die Korrumpierung von Teilen der Kirche durch antichristliche Ideologie

Das größte Problem des Marxismus sei die von ihm auf viele Menschen ausgeübte Verführungskraft, die auch manche Christen erfasst habe. Teile der Kirche hätten marxistische Ideologie übernommen und würden diese in eine christliche Sprache gekleidet anstelle der christlichen Botschaft verbreiten.

Dabei würden sie behaupten, dass der Marxismus von guten Ansätzen geprägt sei und seine totalitären Ausprägungen nichts mit seinem eigentlichen Inhalt zu tun hätten. Tatsächlich handele es sich beim Marxismus jedoch um eine ihrem Wesen nach totalitäre und vor allem auch antichristliche Ideologie.

  • Entsprechend beeinflusste Teile der Kirche würden behaupten, dass das marxistische Verständnis von Gleichheit Nähe zum christlichen Verständnis aufweisen würde. Das Gleichheitsversprechen des Marxismus gehe laut Benda jedoch nicht wie der christliche Gleichheitsbegriff von einer Gleichwertigkeit der Menschen vor Gott aus, sondern strebe die Auflösung von Gesellschaften in atomisierte, politisch steuerbare Massen an.
  • Die marxistische Vorstellung der Schaffung eines irdischen Paradieses durch die Kraft des Menschen beruhe außerdem auf einem antireligiösen Grundimpuls, der den Kern des Christentums verneine.

Der Marxismus sei darüber hinaus auch ein Feind der Kirche und der Familie, weil diese als autonome Bereiche der Gesellschaft seinem totalen Herrschaftsanspruch entgegen stehen würden. Er würde diese Institutionen daher überall bekämpfen, wo er politische Macht ausübe. Eine friedliche Koexistenz zwischen Christentum und Marxismus sei nicht möglich.

Marxismus als Ideologie der Vernichtung

Besondere Destruktivität erlange der Marxismus durch seine Vorstellung, dass zur Verwirklichung des Guten die Beseitigung von bestimmten Gruppen von Menschen erforderlich sei. Ideologien dieser Art würden stets zu „Hekatomben von Toten und Versklavung der Überlebenden“ führen, was auch die Geschichte des Marxismus präge.

Marx habe nihilistisch gedacht und nicht nur Gott, sondern auch das Konzept der Wahrheit abgelehnt. An die Stelle von Wahrheit seien in seinem Denken „objektive Klasseninteressen“ getreten, die dem Machtstreben der Ideologie und den von ihr angewandten Mitteln keinerlei Grenzen gesetzt hätten.

Die marxistische Vorstellung von Revolution sei ebenfalls nihilistisch. Sie beruhe ausschließlich auf der Negation des Bestehenden und dem Streben nach seiner Zerstörung. Dies habe in Osteuropa zur Vernichtung des über viele Generationen gewachsenen kulturellen Erbes geführt.

Die Geistes- und Kulturfeindlichkeit des Marxismus

Der von Marx vertretene radikale Materialismus habe die Bedeutung des Ökonomischen auf Kosten aller anderen Faktoren menschlichen Lebens verabsolutiert. Durch diese Verkürzung und Verengung scheitere er bei der Erklärung der Welt oder bei der Schaffung besserer Alternativen zum Bestehenden.

Dieser Materialismus ersticke zudem jegliches geistige Leben. Von den Naturwissenschaften abgesehen habe der Marxismus die Kultur der Gesellschaften vernichtet, die er beherrsche. Der Marxismus sehe in Bildung, Wissenschaft, und Kultur nur Instrumente der Macht und zerstöre in ihnen, was diesem Zweck nicht diene.

Das unsoziale Wesen des Marxismus

Der Marxismus könne auch seine sozialen Versprechen nicht halten. In fast allen der von Marx als „kapitalistisch“ bezeichneten Systeme gehe es den Ärmsten und Schwächsten der Gesellschaft besser als im kommunistischen Herrschaftsbereich.

Marxismus sei zudem unvereinbar mit der Vorstellung der Freiheit des Menschen. Es gebe kein einziges Beispiel für einen von Marxisten regierten Staat, der nicht totalitär gewesen sei.

Der christliche Umgang mit dem Marxismus

Marxismus sei eine bösartige Ideologie, aber ihre Anhänger seien Opfer des Bösen und nicht dessen Ursprung. Man müsse auf sie zugehen und um ihre Seele kämpfen.

Gleichzeitig müssten Christen sich innerlich von den Lügen des Marxismus fernhalten und auch die Kooperation mit Marxisten und marxistischen Staaten verweigern. Christen sollten zwar dem Kaiser geben, was des Kaisers ist. Wenn der Kaiser aber in seinen Forderungen keine Grenzen mehr kenne und auch die Seele des Menschen verlange, dann gebühre ihm nicht das Geringste.

Ein besonderes Problem stelle die Korrumpierung von Teilen der Kirche durch den Marxismus dar. Hier helfe es, auf den Rat Jesu Christi zu hören, denn die Korrumpierten erkenne man immer an ihren Früchten. Benda bezog sich hier vor allem auf staatsnahe tschechoslowakische Bischöfe der damaligen Zeit, welche den kommunistischen Staat bei seinem Kampf gegen das treu zu Tradition und Lehre stehende Christentum meist unterstützten. Diese sollten auf die Warnung Jesu Christi hören, dass nicht jeder Teil des Reiches Gottes sein werde, der sich als Christ bezeichne. Man könne nicht marxistischer Ideologie folgen und gleichzeitig Christ sein. (ts)

5 Kommentare

  1. es stimmt nicht, dass Religion und Familie nach Marx autonom seien und deswegen abgelehnt würden.
    Im Gegenteil spricht Marx von Aufhebung (im Hegelschen Sinne also).
    Desweiteren vermisse ich hier eine konsequente Differenzierung zwischen Marx und Marxismus, bzw. zwischen den diversen Marxismen.
    In dieser Indifferenz ist ein Unwillen zur Wahheit zu erkennen.
    [Moderationshinweis: Der Rest des Kommentars wurde entfernt.]

    • Sehr geehrter Herr Savia,
      es ist doch gerade das Argument Bendas, dass der Marxismus bereits bei Marx ein totalitäres Element aufweise, weil Marx keine autonomen Bereiche wie Religion und Familie zulassen und sie daher „aufheben“ wollte, wie es euphemistisch heisst.
      Falls Sie einen marxistischen Staat kennen, der sich von diesem Inhalt des Marxismus distanziert hätte und dies anders praktizierte, lassen Sie es mich bitte wissen. Wenn ich Sie richtig verstehe, dann meinen Sie ja, dass solche Formen von Marxismus gibt bzw. gegeben habe. Benda war zum Zeitpunkt des Entstehens seiner Texte jedoch kein solcher Marxismus bekannt, und ich wüsste auch kein Beispiel.
      Den Rest Ihres Kommentars habe ich entfernt, da dieser Ton hier nicht passt. Näheres zur hier gepflegten Diskussionskultur finden Sie unter diesem Link.
      Begründete Einwände sind hingegen sehr willkommen, und deshalb bin ich interessant an Beispielen der mutmaßlichen Formen von Marxismus, die für eine vom Staat unabhängige starke Kirche und Familie eingetreten sein sollen, so dass hier eine Differenzierung bei der Bewertung des Marxismus angemessen wäre.

      • Klonovsky schreibt heute ebenfalls über die Versuche, Marx von den praktischen Folgen seiner Ideologie reinzuwaschen. Er bringt dabei viele Zitate von Marx, in denen dieser genau das fordert, was die totalitären Regime, die sich auf ihn berufen haben, umgesetzt haben. Zum Beispiel schrieb Marx, dass die Familie „theoretisch und praktisch vernichtet werden“ solle („Thesen über Feuerbach“).
        https://michael-klonovsky.de/acta-diurna

  2. Der christliche katholische Glaube hat sich an Jesus im Dreifaltigen Gott zu orientieren und hat sich keinem System dieser Welt, schon gar nicht einem System, welches Gott ablehnt, anzupassen.
    Diesen Satz muss ich ergänzen:Der christliche katholische Glaube hat sich an Jesus im Dreifaltigen Gott zu orientieren und hat sich keinem System dieser Welt, schon gar nicht einem System, welches Gott ablehnt oder einen falschen Gott anbetet, anzupassen.

  3. Wieder ein hervorragender Artikel. Besser kann der Marxismus, dem Kardinal Marx doch Vieles abgewinnen kann, nicht beschreiben. Die Zertrümmerung des christlichen Zusammenlebens, welches völlig andere Maßstäbe setzt und die Atomisierung jeglichen religiösen, insbesondere des christlichen Glaubens sind die Grundpfeiler des Marxismus.

    Ja, es ist schon ein Unterschied, ob ich einem Menschen helfe, der nur durch Zufall entstanden ist oder einem Menschen helfe um Christi Willen oder, weil er Bestandteil der Schöpfung Gottes ist.

    Warum sollte ich einem Menschen helfen, der nur ein Zufallsprodukt ist und nur zufällig dem Kreislauf von Leben (welches ich natürlich wissenschaftlich noch immer nicht erklären kann) und Tod unterworfen ist. Warum sollten bei Schwerstverletzungen da aufwändige und teure medizinische Abläufe in Gang gesetzt werden; da haben wir dann doch ganz schnell das unwerte Leben. Warum soll ich einem ungeborenen behinderten Kind auf die Welt helfen, welches niemals dem Kapitalismus oder dem Werktätigen Produktiven von Nutzen sein wird?

    Warum also sollte ich einem ungeliebten Menschen helfen, der mich drangsaliert und einem süßen Kaninchen, das zur gleichen Zeit in Not geraten ist, nicht, nur weil er ein Kaninchen ist und der Produktion keinen Nutzen bringt? Das Kaninchen bringt sogar mehr Nutzen, denn es ist durch sein Dasein ein Streicheltier und bringt mich in seelisches Gleichgewicht, während dieser Mensch mir nur Schwierigkeiten bereiten wird. Also, wenn mich nicht Gesetze daran hindern würden, würde ich eher dem Kaninchen helfen, weil dieses mich glücklicher macht als der Typ.

    Wenn ich aber Christ bin, weiß ich, warum ich dem Menschen helfen muss und will, eben weil Jesus den Menschen als Gott geschaffen hat im und mit dem Vater, weil der Mensch ein Abbild Gottes ist, wenn auch ein mehr als klägliches, weil der Mensch von Gott gesegnet ist, obwohl er ein „A…“ ist.

    Viele Christen denken tatsächlich, der Marxismus sei Christentum ohne Gottesglauben, eine mehr als naive Vorstellung. Alle Systeme, die sich bislang auf Ma(u)rx berufen haben, waren gewaltsam, auf Klassenkampf ausgerichtet, ja, also auch auf Krieg innerhalb einer jeden Gesellschaft und Arbeitswelt bis in die Familie hinein, die Intelligenzia abschaffend, eine dumpfe Masse von gehorsam agierenden Menschen schaffend, die in Mord und Totschlag endeten.

    Dem Marxismus kam die Evolutionstheorie gerade recht. Denn diese implizierte die pseudowissenschaftliche Abschaffung der Schöpfung durch Gott, weil dieser endlich für tot erklärt werden konnte. Wenn es diesen Gott nicht gibt, dann sind wir ein Zufallsprodukt des Urknalls und dem reinen Materialismus des Diesseits unterworfen und dann gelten alle christlichen Regeln nicht mehr. Die Welt schafft sich selbst und dann kann auch eine Gesellschaftsform entstehen, wie die Natur diese vorgibt. Die Stärkeren fressen die Schwächeren. Alles, was reich ist, ist anzupassen und zu vergesellschaften, außer der Partei oder der Tyrann, die oder der gerade regiert. Die haben dann ein bisschen Gleichheitsmehrwert. Gleichheit über alles. Hier wird der Mensch vergöttlicht und an die Stelle Gottes gesetzt. Diese Tendenz ist leider auch innerhalb der Kirche wahrzunehmen. Da wird Gott zwar nicht abgeschafft, aber seine Gesetze werden gern einmal durch den Zeitgeist instrumentalisiert oder aber als störende empfunden, marginalisiert. Selbst in der Kirche wird hier und da der Marx herausgeholt, weshalb sein Namensvetter im Kardinalsgewand diesem ja auch einiges Positive abgewinnen konnte.

    Nun, der Edelkapitalismus ist auf der anderen Seite eben eine andere Spielart des Atheismus. Hier wir das Kapital, das Geld vergöttlicht und alles hat sich diesem Goldgott unterzuordnen. Allerdings lässt der Kapitalismus noch die Freiheit des Glaubens.

    Interessanterweise ist es auch wieder im Artikel ähnlich den heutigen Verhältnissen. Die Kirche hat sich in Teilen damals den Herrschenden angepasst.

    Was lernen wir daraus oder was lernt die Kirche wieder einmal nicht daraus? Der christliche katholische Glaube hat sich an Jesus im Dreifaltigen Gott zu orientieren und hat sich keinem System dieser Welt, schon gar nicht einem System, welches Gott ablehnt, anzupassen. Die Versuchungen im Materialismus hängen- und stecken zu bleiben, sind aber auch wirklich sehr hoch. Jesus als der Eckstein, der in kein Schema passt, kommt mir da in Erinnerung. Jesus war nicht reich, hat den Reichen den Spiegel vorgehalten wie den Rechtgläubigen, hat sich der Rechtlosesten wie den Leprakranken angenommen und lässt sich selbst – obwohl König und Majestät – am Kreuz abschlachten, um in göttlicher Manier aufzuertstehen, eine Sensation im Religiösen, noch nie dagewesen. Jesus steht sowohl Marx im Weg als auch den Bankstern und Mächtigen von heute. Kein Wunder, dass das Christentum, welches die Menschen nur fit machn möchte für das seelische Wohlbefinden im Jenseits auf freiwilliger Basis im Diesseits, von wem auch immer abgelehnt wird, ja sogar gehasst wird.

    Jede Ideologie und Religion ist erst einmal nichts anderes als Geist. Geist, der von guten oder eben von bösen Kräften eingeflüstert bzw. beeinflusst werden kann und ich glaube sogar, dass dies jenseitige Kräfte direkt steuern können. Das Engelchen und das Teufelchen, auf der Schulter eines Menschen sitzen, welche denselben beeinflussen können, halte ich für durchaus real, weil wir eben keine bloßen Körperwelten sind. Ich denke, wir sehen Ideologie zu materialistisch, weil wir selbst auch als Katholiken den Menschen als materialistisches Wesen wahrnehmen, weil die Schöpfung ja auch materialisierter Geist ist, nichts anderes. Das, was wir sehen, ist Material, Körper. Dass jeder Gegenstand vom Rad bis zum PC einmal auf Erfindungen basierte, nämlich auf Geist im Kopf eines Menschen beruhte, wird einfach verdrängt. Das Rad ist da und derjenige, der das Rad erfunden hat, kommt im Denkschema überhaupt mehr vor. Wer denkt bei Benutzung eines Rades an Herrn Freiherrn von Drais oder beim PC an den Erfinder Konrad Zuse? Niemand. Wenn wir eine herrliche Figur in einem Dom betrachten oder den Dom selbst, wer denkt da an den Bildhauer oder an den Architekten, den Bauleiter und die Arbeiter, die letztlich Geist in Material umgesetzt haben Niemand weiß, was ein Bildhauer sich dabei gedacht hat, als er diese Figur erschuf. Hat er lediglich an den Geldverdienst gedacht oder floss auch ein Vaterunser in diese Arbeit ein? Lediglich bei der Musik erinnern wir uns noch und wählen aus. Ich höre lieber Bach als Penderecki oder Schütz als Komponisten des 20. Jahrhunderts. Ich wähle also die Musik oftmals nach den Komponisten aus. Die Musik selbst ist auch wohl die flüchtigste aller Künste allen Geistes und doch beständig vorhanden, weil in der heutigen Zeit ständig abrufbar, weil nach dem Hören eines Tones derselbe bereits wieder verklungen ist. Musik kommt dem Geist am nächsten, weil er er nicht fassbar und doch hörbar, ja durch Instriemente und Wiedergabegeräte materiell ist und doch im Entstehen wieder verklungen ist, während Mensch, Tier, Rad, PC und andere Gegenstände materiell immer wahrnehmbar sind. Und das verführt uns eben nicht zum Staunen, sondern wird zu Selbstverständlichkeiten degradiert, die immer und fast überall verfügbar sind. Und genau diese Sichtweise verführt zu einer geistigen Herabwürdigung von Geist selbst.

    Und wenn das Schema zusätzlidh noch durchbrochen wird von einem Atheisten wie Marx, der Gesellschaftslehren ohne Gott, ohne den Schöpfer, eben die Welt und die Menschen darin als aus sich selbst erschaffende ständig verfügbare Masse als Zufallsprodukt ansieht, kann sich Menschenfreundlichkeit nur schwer einstellen, weil der Mensch ja nicht ein mit von Gottes Würde und von Gott gesegnetes Wesen ist, sondern nur dumpfes benutzbares Material, welches wie Knetgummi gelenkt, aufgehetzt und jederzeit in welche Richtung auch immer verführt werden kann ganz im Sinne derer, die gerade die irdische Macht haben und den 5-Jahres-Plan erfüllen müssen. Alles, was diesem Planziel entgegensteht, kann vernichtet werden.

    Die Menschen machen eben immer dieselben Fehler. Der Mensch, Tiere, Pflanzen und auch Gegenstände wie Steine, Wasser, Feuer, Luft und andere wahrnehmbare physikalisch feststellbare Einheiten und Elemente, bestehen erst immer als geistige Schöpfung, die wir allerdings als so selbstverständlich ansehen, weil wir ja selbst aus Material geschaffen wurden, dass der geistige, der seelische Teil des Menschen immer zu kurz kommen wird. Auch im direkten Zusammenleben, ohne Marx, Engels und die anderen Ideologien, ist es doch auch im Familienleben so. Sehe ich meine Frau, meine Kinder immer als seelisches Wesen, in jedem Augenblick als Schöpfung Gottes an? Ich glaube, dass ich bei dieser Sichtweise wahnsinnig würde, aber etwas mehr als jetzt wäre schon hilfreich. Ist auch nicht möglich. Bei Familienstreit ist Gott letztlich abwesend, da haben wir schon eher den anderen im Boot.

    Leider machen wir uns das viel zu selten bewusst. Das ist ein Willensakt, der einegübt werden muss. Wir müssen das Staunen wieder wie ein Kleinkind erlernen. Man schaue sich das Staunen eines Kindes an, wenn es ein Karussell noch nie gesehen hat und es dies das erste Mal sieht.

    Staunen und Dank sollten für Christen die ständigen Begleiter sein. Denn diese Sichtweise kann beständig sein. Sie kann über das Wohlleben vergessen werden. Aber wenn dieses Bewusstsein wirkmächtig wird, nämlich alles um uns herum eben nicht als selbstverständlich zu betrachten, vor allem Lebewesen nicht, dann steige ich einmal vom Rad herunter und hebe auch einmal eine Schnecke auf und lege sie, damit sie nicht überfahren wird, an den Wegesrand oder ich lasse ein Insekt aus dem Fenster oder ich zertrete ein Blume einmal ganz bewusst nicht, wenn ich spazieren gehe und ich sinniere einmal über die Schöpfung nach auf einer Bank am Bach und danke Gott sowohl in freier Natur als auch im Kaufhaus, wenn ich meinen Einkauf tätige, dass es mir möglich ist, diese freie Auswahl an Waren zu haben und Arbeit habe, die es mir ermöglicht, diese Waren legal zu erstehen. Oder ich richte ein besonders freundliches Wort an Kollegen, der mir schon immer unsympathisch war, weil ich ihn als den Teil der Schöpfung Gottes, als Seele, als geistiges Wesen sehe und das ist wirklich nicht immer einfach. Und dann tritt mit Sicherheit, wenn ich dies oft einübe, eine allmähliche Änderung der Sichtweise ein, die alles, aber auch alles mit anderen Augen sehen lässt und den Marxismus dann nämlich ganz natürlich als das entlarven lässt, was er ist, nämlich eine geistlose Masse an sinnlosen bis satanischen Gedanken aneinandergereiht, nicht wert, im konkreten Leben beachtet, aber wer als Gesellschaftsform bekämpft zu werden, ganz einfach, weil sie gottes- und menschenfeindlich ist.

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