Douglas Murray: Der Selbstmord Europas – Teil 4: Perspektiven kultureller Erneuerung

Karl Friedrich Schinkel - Gotischer Dom am Wasser (Wikimedia Commons/gemeinfrei)

Der britische Publizist Douglas Murray gilt als einer der wichtigsten konservativen Denker des Landes. In seinem kürzlich erschienenen Buch „Der Selbstmord Europas“ analysiert er kulturelle und gesellschaftliche Auflösungsprozesse in Europa. Der vierte und abschließende Teil unserer Serie über die Gedanken Murrays behandelt Perspektiven der kulturellen Erneuerung Europas.

Der erste Teil der Serie hatte Murrays Ausführungen zu den geistigen Ursachen der Krise Europas vorgestellt. Im zweiten Teil ging es um den in Europa verbreiteten Mangel an Willen zur Selbstbehauptung. Der dritte Teil betrachtete den allgemeinen Unwillen, die Lage zur Kenntnis zu nehmen und sich ihr zu stellen.

Europa steht eine Zeit der Verwerfungen bevor

Murray geht davon aus, dass die von ihm beschriebene Entwicklung eine Eigendynamik entwickelt habe, die mittelfristig eine Korrektur unwahrscheinlich mache. Angesichts der sich beschleunigenden Auflösung der noch vorhandenen kulturellen Substanz und dem Wachsen der Präsenz des Fremden werde auch der Zeitraum kleiner, in dem eine Korrektur noch möglich sei.

Die gegenwärtig zu beobachtenden krisenhaften Entwicklungen würden daher wahrscheinlich in einer Reihe von Katastrophen münden. Murray vermutet, dass der Auslöser dieser Katastrophen eine Wirtschaftskrise sein könnte, die alle die sozialen und ethnischen Konflikte hervortreten und eskalieren lassen könnte, die derzeit noch durch Wohlstand und Umverteilung überdeckt würden.

Die heilsame Kraft von Krisen

Diese bevorstehenden Verwerfungen könnten zum kulturellen Ende Europas führen, aber auch ein Auslöser für seine Erneuerung sein. In Zeiten großer Verwerfungen würden auch große Fragen gestellt werden:

Denn wie lange kann eine Gesellschaft überleben, wenn sie sich von ihren Gründungsquellen und ihrem ursprünglichen Antrieb getrennt hat? Möglicherweise sind wir dabei, es herauszufinden.

Die Antworten auf diese großen Fragen könnten Europa zu seinen Wurzeln zurückführen. Ansätze dazu seien bereits erkennbar. So würden sich viele Europäer angesichts der Konfrontation mit der fremden Religion des Islam wieder mehr für ihre eigene religiöse Tradition interessieren und erkennen, dass auch scheinbar säkulare Errungenschaften tatsächlich Teil dieser Tradition seien. Daraus entstehe eine zunehmende Offenheit für den christlichen Glauben sowie christliche Kultur und Weltanschauung.

Die Kirche als Akteur kultureller Erneuerung

Die Kirche stelle in Europa derzeit nur bedingt einen Akteur kultureller Erneuerung dar, weil sie immer weniger dazu bereit sei, den Menschen die Antworten auf die aufkommenden großen Fragen zu geben. Wesentliche Teile der Kirche seien von den korruptiven utopischen Ideologien erfasst worden, die Murray in seinem Buch beschreibt, und könnten daher keine kulturellen und weltanschaulichen Alternativen zu diesen Ideologien vermitteln.

  • Die „Botschaft des Glaubens“ sei oft „zu einer Form linker Politik, zu Aktionen für die Diversität und zu sozialen Projekten verkommen“. Entsprechend beeinflusste Teile der Kirche „befürworten die ‚offenen Grenzen‘, sind aber sehr vorsichtig, wenn es darum geht, die Texte zu zitieren, die sie einst als Offenbarung predigten“.
  • Murray betont, dass er selbst nicht gläubig sei und sich als Kulturchrist verstehe. Die wertvollen Dinge im Erbe Europas könnten aber nur eine Zukunft haben, wenn man dem Ratschlag Papst Benedikts XVI. folge, so zu leben, als würde Gott existieren, selbst wenn man nicht glaube.

In einem Gespräch mit der Basler Zeitung betonte Murray, dass Europa angesichts des Identitätsvakuums, das es präge, nur mit geistiger Führung durch ein starkes Christentum eine Zukunft haben könne:

Zumindest haben wir es mit einem Vakuum zu tun: Wem hören Sie zu, wenn es um moralische Fragen geht? Solche Stimmen fehlen heute in Europa. Die Kirche hat vor Langem aufgehört, irgendeinen Einfluss auf Politik und Gesellschaft zu nehmen. […] Uns fehlt in der Tat eine Kirche, die auf der Wahrheit ihrer eigenen Behauptungen beharrt. […] Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder werden anglikanische Vikare mehr wie Imame oder Imame mehr wie anglikanische Vikare. Aber ich sehe nicht, wie das Christentum bestehen soll, wenn der Islam die einzige geschützte Religion ist und die einzige, die ihre Prinzipien verteidigt, während alle anderen eine Art Greenpeace mit Gebeten werden.

Es hänge von Entwicklungen innerhalb der Kirche ab, ob Europa eine Zukunft haben werde. Vielleicht könnten mit ihrer Hilfe „die europäische Lebensweise, die Kultur und die europäischen Auffassungen in kleinen Enklaven überleben.“ Auch in diesem Punkt stimmt Murray weitgehend mit den Erwartungen der führenden katholischen Denker der vergangenen Jahrzehnte überein. (ts)

11 Kommentare

  1. Werter ts, werter Herr Kemmer,
    vielen Dank.
    Ich habe keine Ahnung von Fußball oder Autos. Mit irgend etwas muss ich dies ja kompensieren.

  2. Werter Attila Varga,
    in unserem Fall liegt es doch ein wenig anders, weil ein Hauch von Suizidstreben in diese Kultur eingedrungen ist. Wenn die dekadent gewordenen Etrusker sich von Rom und den von außen einfallenden Kelten zermalmen ließen, so verfaulen wir nicht nur im Inneren durch Dekadenz, sprich Morallosigkeit, welche Familie und damit Nachwuchs mithilft zu verhindern und zu zerstören, sondern laden uns zusätzlich noch den gesellschaftsfeindliche Kräfte, den Islam von außen ins Innere ein. Und da braucht es nicht einmal die List des Trojanisches Pferdes, wo der Feind noch durch das Holzpferd verborgen in die Stadt gekommen ist. Wir bauen dem Islam sogar noch feindliche Moscheen mit noch feindlicheren Namen.

    Ich glaube, dass dies ein historisch einmaliger Vorgang ist, halt ein Menschenexperiment auf dem Gebiet um Westeuropa. Noch nie waren sogar mehrere westeuropäische Völker so sehr um ihre eigene Abschaffung bemüht.

    Auf jeden Fall verfügen Sie über eine großes historisches Wissen. Danke, dass Sie uns daran teilhaben lassen.

  3. Sehr geehrter Herr Kemmer,
    Tod und Untergang können wahrhaftig eine ästhetische oder auch makaber humorige Seite haben.
    Interessant ist dabei die Entwicklung der etruskischen Kunst: Auf dem Höhepunkt ihrer Zivilisation widmeten sich die etruskischen Künstler gerne der Darstellung von Festen, Wohlleben und sexuellen Aktivitäten. Zu diesem Zeitpunkt hatte dieses Volk seinen Zenit erreicht. In der Endphase zeigten ihre Malereien Dämonen, blutige Opferungsszenen und jede Menge Makaberes- als die einst kriegerischen, tüchtigen und kreativen Etrusker so dekadent geworden waren, dass sie zwischen der aufsteigenden Militärmacht Rom und den einfallenden Kelten zermalmt wurden.

  4. Sehr geehrter Herr Kemmer,
    das Urteil über Viktor Orbán wird die Geschichte sprechen. Er hatte das „Glück“ ,eine Arminius-Karriere hinter sich bringen zu können. Damit besitzt er Insider-Kenntnisse über die Strategien der Global-Elite.
    Ursprünglich ein Liberaler und Schützling des Strippenziehers George Soros, erkannte er, dass dieser Weg sein Volk in die Katastrophe führen wird. Geleitet von seinem väterlichen Freund Zoltán Balogh, einem protestantischen Geistlichen, und unterstützt von einer kleinen Gruppe von Jugendfreunden, machte er sich ans Werk, die korrupten und das ganze Volk korrumpierenden Trümmer des Gulaschkommunismus aufzuräumen.
    In Deutschland sehe ich keine vergleichbare Persönlichkeit, ohnehin wird diese Nation eine andere Überlebensstrategie einschlagen müssen.

    • Danke, Herr Attila Varga, für die Zusatzinfos.
      Ihr letzter Satz ist im Grunde ein Schreckenssatz, denn dieser Weg wird nicht ohne Blutvergießen möglich sein oder aber die freiwillige Unterwerfung unter die Dogmen des Islams könnte genau dies verhindern. Der Geburten-Dschihad ist in vollem Gange und leider schlagen die politischen und geistlichen Lenker den Takt dazu an.

      Hoffentlich wird dies kein Totentanz. Wenn, dann ist der von Camille Saint-Saens zu empfehlen:
      https://www.youtube.com/watch?v=z0glOYQBlSA

      Ein wenig makabrer Humor muss sein. Leider würden bei einem Dschihad die Skelette ohne Kopf herumlaufen und im übrigen wäre diese tolle Musik wohl auch von den islamischen Herrschern wohl kaum noch erlaubt und wäre nicht mehr gern gesehen bzw. eher gehört.

      Nutzen wir die Zeit, die uns noch verbleibt.

  5. Werter Herr Kemmer,
    ich fürchte, Gyurcsány hat sich verplappert und offen ausgesprochen, was ein Teil der deutschen Eliten auch für Deutschland plant.
    Man kann Orbán ein wenig mit FJ Strauß vergleichen. In seiner Umgebung gibt es Amigos, die sehr reich geworden sind. Aber gleichzeitig wächst, auch Dank dieser Amigos, die Wirtschaft Ungarns, die Arbeitslosigkeit ist von 12 auf 4% gesunken, die Abwanderung ungarischer Arbeitskräfte nach Westen flaute in den letzten zwei Jahren deutlich ab.
    Orbán ist gläubiger Calvinist und pflegt selbst ein eher bescheidenen Lebensstil.
    Das wichtigste ist, zumindest aus meiner Sicht, dass seine Partei Fidesz nicht satt und faul wird und dass rechtzeitig ein charismatischer Nachfolger aufgebaut wird-ansonsten droht ihr das Schicksal der CSU.
    Das Geschwätz über Medienzensur und bedrohte Meinungsfreiheit können sie vergessen.
    Orbán verzichtete auf Revision der Friedensdiktate von 1920 und 1947, die Ungarn zwei Drittel seines Territoriums kosteten, strebt die Versöhnung mit den Nachbarstaaten an, ist aber ein strikter Verfechter der Rechte der Ungarn in den verlorenen Landesteilen.

    • Werter Attila Varga,
      danke für die Infos. Das, was Sie schreiben, imponiert mir. Da könnten sich unsere „Regierungsmitglieder“ eine echte Scheibe von abschneiden. Wie die Arbeitslosigkeit bekämpft wird, ist doch letztlich egal. Für mich eine enorme Leistung von 12 auf 4 % bei offensichtlichem Anreiz im Lande zu bleiben.

      Dazu scheint er dann auch ein gutes Beispiel dafür zu sein, dass Versöhnungspolitik auch bei Beibehaltung der Nationalitäten eines Landes möglich ist, wenn nur der politische Wille vorhanden ist.

      Dass ich auf einen Politiker neidisch werden könnte, hätte ich nie gedacht. Aber es ist möglich!

  6. Herr Kemmer,
    Ihrer Analyse kann man nichts hinzufügen.Eine einzige kleine Ergänzung: In Ungarn hat „der Feind“ allzu viele Fehler gemacht. 2015 forderte der ( natürlich schwerreiche) Sozialist Ferenc Gyurcsány, ein Liebling Brüssels, a) den Ungarn in den 1918-20 verlorenen Landesteilen das Wahlrecht in Ungarn zu entziehen b) Migranten aus Asien und Afrika anzusiedeln und ihnen SOFORT das Wahlrecht zu geben. Dies war einfach zu offensichtlich.

    • Werter Attila Varga,
      danke für die Zusatzinfos. Diese waren mir nicht bekannt. Durch die platten Radikalforderungen des Herrn Gyurczány wurden die Ungarn rechtzeitig wach. Da muss man ihm ja fast schon dankbar sein, dass er die Katze frühzeitig aus dem Sack gelassen hat. Ich hoffe, dass sich Herr Orban noch lange in Ungarn hält. Wir bekommen ihn ja eher als EU-Kritiker und Flüchtlingspolitikgegner von außen mit. Wie führt er denn im Übrigen die Politik Ungarns im Inneren? Gibt es da starke Probleme?

  7. Die Lösung:
    Europäische Identität als Inseldasein im Wasser islamischer und atheistischer Weltmeere nach den Verkündern führender katholischer Denker der VERGANGENEN Jahrzehnte.
    Nicht gerade eine tröstliche Vorstellung,

    „…Zumindest haben wir es mit einem Vakuum zu tun: Wem hören Sie zu, wenn es um moralische Fragen geht? Solche Stimmen fehlen heute in Europa. Die Kirche hat vor Langem aufgehört, irgendeinen Einfluss auf Politik und Gesellschaft zu nehmen…“

    Recht hat Herr Murray, wenn es die sexuelle Moral betrifft. Was für das orthodoxe Christentum selbstverständlich ist, zumindest als moralische Vorstellung und diese auch den Gläubigen verkündet wird, wurde im katholischen Bereich schamhaft verdrängt. Man wollte wohl ein wenig mit der Zeit gehen. Gemeint ist die Sexualmoral, die christgläubigen Katholiken hier nicht mehr von der Kanzel aus gepredigt wurde, sondern nur noch „im Katechismus“, den niemand liest, nachzulesen ist, wenn ein Katholik dieses wirklich dann auch will. Und wem wollte die Kirche das auch noch verkünden. Die Jugend bleibt fern.

    Die Kirche spricht sich nicht eindeutig genug gegen die Gendererziehungspläne der Länder aus. Nur bei Abtreibung und Euthansie ist noch eine klare Ablehnungshaltung zu erkennen.

    Die Kirchen, leider allen voran Papst Franziskus, sind gerade dabei, große Teile des älteren katholischen Denkens über Bord zu werfen. Ich denke, dass er seine Stimme sehr laut erhoben hat: Seine 21 Thesen in der Flüchtlingspolitik bringen es ans Tageslicht; denn auch diese Thesen betreffen die Barmherzigkeits- und Liebes-Moral, leider eine selbstzerstörerische. Auch er macht den Fehler, die Nächsten- und Feindesliebegebote Jesu aus dem Individualverhalten des einzelen Jesusnachfolger herauszukatapultieren und diese in politische Forderungen zu pressen, was nicht machbar ist:

    1. Schaffung von Möglichkeiten für eine sichere und legale Einreise in den Zielländern: vor allem durch die „Gewährung humanitärer Visa“, Schaffung von „erweiterten und vereinfachten Modi“ und die Förderung von Familienzusammenführung.

    2. Schaffung von mehr „humanitären Korridoren für die am stärksten gefährdeten Flüchtlinge“, damit diese keine illegalen Wege suchen müssten.

    3. Erstellen eines Systems von „speziellen temporären Visa“ für diejenigen, die vor Konflikten in Nachbarländern fliehen.

    4. Keine „kollektive und willkürliche Abschiebung“, vor allem nicht in Länder, die „die Achtung der Würde und die Grundrechte nicht garantieren können“.

    5. „Immer die persönliche Sicherheit der nationalen Sicherheit vorziehen“, die Grenzposten vernünftig ausbilden, damit der erste Empfang der Flüchtlinge „angemessen und würdig“ verläuft.

    6. Alternativen zur Haft für diejenigen finden, die illegal ins Land gekommen sind.

    7. Im Ursprungsland Lösungen finden, die eine legale Auswanderung zulassen, und so gegen Schlepper vorgehen.

    8. Im Ankunftsland „den Migranten konsularische Hilfe anbieten“, das Recht der Flüchtlinge achten, ihre Papier bei sich zu behalten, Zugang zum Rechtswesen schaffen, die Erlaubnis gewähren, Bankkonten zu eröffnen und ein „Existenzminimum garantieren“.

    9. Im Ankunftsland „Bewegungsfreiheit und Zugang zu Arbeit sowie Telekommunikationseinrichtungen sichern“.

    10. Für alle, die in ihr Land zurückkehren wollen, „berufliche und soziale Wiedereingliederungs-Programme schaffen“.

    11. Minderjährige Flüchtlinge schützen, „jede Form von Haft vermeiden“, Zugang zur Bildung sicherstellen.

    12. Jedem geborenen Kind die Staatsbürgerschaft verleihen.

    13. Kampf gegen die „Staatenlosigkeit“ von Migranten und Flüchtlingen durch die Schaffung eines „Bürgerrechts“.

    14. Unbegrenzter Zugang von Migranten und Flüchtlingen zu den nationalen Gesundheits- und Rentensystemen und „Übertragung ihrer Beiträge für den Fall ihrer Rückführung“.

    15. Garantie der Berufsfreiheit und Ausübung der Religion für alle im Gebiet anwesenden Ausländer.

    16. Förderung der sozialen und beruflichen Integration von Migranten und Flüchtlingen, einschließlich Asylbewerbern – Sicherstellung der Möglichkeit zur Arbeit, Sprachtraining und aktiver Bürgerschaft.

    17. Verhindern, dass minderjährige Flüchtlinge ausgebeutet werden.

    18. Förderung der Familienzusammenführung – einschließlich Großeltern, Geschwistern und Enkelkindern – „ohne Rücksicht auf deren wirtschaftliche Kapazitäten“.

    19. Mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung für Migranten, Flüchtlinge, Asylbewerber mit Behinderungen.

    20. Entwicklungsländern, die Flüchtlinge aufnehmen, stärker helfen.

    21. Integrieren, „ohne den Migranten ihre kulturelle Identität zu nehmen“, ein „Angebot der aktiven Bürgerschaft“ schaffen, „Wirtschaftskenntnisse von Sprachkenntnissen trennen“, und Flüchtlingen, die länger im Land leben, eine Legalisierung ihrer Verhältnisse anbieten.

    Da meine ich ja schon fast, Herrn Macron oder Frau Merkel oder Herr Yasha Mounk zu hören. Die katholische Kirche als Globalist und Menschenexperimentierer der ersten Sahne. Diese Thesen verstecken sich hinter der Barmherzigkeitsflagge. Aber die praktischen Auswirkungen sind im Grunde die Förderung des Islams und die endgültige Schwächung des Christentums einschließlich des Papsttums in Europa. Die Flüchtlingspolitik der EU und die Flüchtlingsthesen des Papstes – zumindest auf Europa bezogen – ähneln sich auffallend. Lediglich die Katholiken in Polen oder in Ungarn, die der entsprechenden Flüchtlingsagenda in Brüssel widerstehen, können noch in der Lage sein, die Zerstörung in ihrem Bereich aufzuhalten. Will dieser Papst sich wirklich selbst abschaffen?

    Nun, islamische Terroristen, z. B. diejenigen, die die 21 koptischen Märtyrer vor laufenden Videokameras getötet haben, faselten von der Eroberung Roms (als Zentrum der Christenheit). Und so wie es aussieht, trägt dieser Papst im Gegensatz zum Vorgänger zu genau dieser Forderung mit diesen Thesen bei. Babylonische Sprachverwirrung scheint ein gewollter Zustand zu sein. Da werden explizit christenfeindlichen Religionen und Ideologien durch päpstlichen Rat Türen und Tore geöffnet, die jegliches Christentum direkt angreifen, auch das katholische. Der Papst spricht nicht einmal mehr nur von Flüchtlingen, sondern auch von Migranten und letztlich von einer grenzenlosen Welt. Ja, utopisch wie bei linksorientiert denkenden Menschen. Der Papst müsste genau wissen, dass es bei der praktischen Umsetzung dieser Thesen zu „Verwerfungen“ kommt, die er aber offensichtlich unter dem Siegel der Barmherzigkeit billigend in Kauf nimmt.

    Auf dem amerikanischen Kontinent, wo das Christentum noch herrscht, mögen die Thesen vertretbar sein; in Europa sind sie die Aufforderung zur Zerstörung der restchristlichen Identität Europas. Sorry, so sehe ich das. Meine Meinung.

    Die derzeitige Führung im Vatikan scheint d’accord zu gehen mit den Plänen der UN, der EU und der Innenpolitik Merkels. Und die katholische Kirche in Deutschland scheint dieses Konzept dankbar aufgegriffen zu haben. Der Heilige Sankt Michael im Kampf gegen den Drachen. Ein schönes mystisches Bild. Da sind die Rollen noch klar verteilt und erkennbar. Jetzt frage ich sehr provokativ: Heruntergebrochen auf die irdischen Vertreter: Diese Akteure verschwimmen bei diesem Bild. Wer ist der Hl. Michael und wer der Drache?

    Diese Thesen des Papstes sind wohl m. E. der letztgültige Beweis, dass die kath. Kirche sich aus diesen politischen Fragen der Flüchtlingspolitik besser heraushalten sollte. Das Perfide an diesen Thesen ist, dass durchaus jede einzelne These im Sinne christlicher Nächstenliebe verstanden werden kann und eines Papstes durchaus würdig ist. In der Gesamtheit jedoch bilden sie ein tödliches Giftgemisch, welches geeignet ist, auch noch den Rest des sog. „christliche Abendland“ nachhaltig zu zerstören.

    Der Flüchtling und der Migrant wrid als eine Menschengruppe beschrieben, die als das absolut Schützenswerte angesehen und mit einem Heiligenschein versehen ist. Ja, und bei echten Flüchtlingen sehe ich das auch so! Aber von den Migranten und Flüchtlingen fordert er nichts. Er fordert letztlich nur Barmherzigkeit und Hochmoral von den Aufnahmestaaten und deren Bevölkerungen, obwohl er genau wissen müsste, dass gerade Muslime dazu neigen, ihre eigenen Parallel- oder Gegengesellschaften zu bilden und dass in Moscheen genau das Gegenteil dessen gepredigt und verkündet wird, was wir Integration nennen.

    https://www.stern.de/panorama/gesellschaft/constantin-schreiber-in-deutschen-moscheen–vieles–was-er-hoerte–entsetzte-ihn-7391238.html

    Niemand sollte besser wissen als dieser Papst, wie Christen in islamischen Ländern behandelt werden. Er sollte täglich davon hören aus den kath. Gemeinden in Pakistan, in Ägypten und in anderen Ländern, sofern es überhaupt Gemeinden dort gibt. Niemand sollte besser wissen als dieser Papst, wie Andersgläubige oder auch Atheisten in islamischen Ländern behandelt werden, wenn sie denn überhaupt welche aufnehmen. Saudi Arabien nahm keine auf, nicht einmal seine Glaubensgeschwister. Jeder Besucher muss sich den Regeln des islamischen Landes, in das er reist, anpassen. Von Einwanderern und Flüchtlingen fordert er das nicht.

    http://kath.net/news/63482
    Kardianl Tauran hat es kürzlich wieder einmal – natürlich unter Verweis auf christliches Fehlversagen – auf dem Punkt gebracht:
    Leiter des Päpstlichen Rates für den interreligiösen Dialog noch bis Freitag in Riad: „Uns bedroht nicht der Kampf der Kulturen, sondern der Kampf der Unwissenheit und Radikalismen“

    Vatikanstadt-Riad (kath.net/KAP) Bei einer Reise nach Saudi-Arabien hat Kurienkardinal Jean-Louis Tauran zu Religionsfreiheit und einem gleichberechtigten Miteinander aller Gläubigen aufgerufen. „Wir sagen nicht, dass alle Religionen gleich sind, aber alle Glaubenden wie Nicht-Glaubenden haben die gleiche Würde“, zitierte die Vatikanzeitung „Osservatore Romano“ am Dienstag aus einer Rede Taurans bei einer Begegnung mit der Islamischen Weltliga in Riad. Gleichzeitig verurteilte Tauran, Leiter des Päpstlichen Rates für den interreligiösen Dialog, jegliche Form von religiösem Fundamentalismus und Gewalt.

    Ende des Ausschnitts.
    Selbstverständlich droht der Kampf der Kulturen und der Islam ist radikal bereits durch seine Propheten als Feldherr in Medina, also von Grund auf, von Geburt an. Die Kirche muss den Propheten und sein Gottesbild in „Angriff“ nehmen, sonst sind diese wohlmeinenden und auch grundsätzlich richtigen Forderungen im luftleeren Raum getan. Ehrlichkeit in der Debatte muss schon sein.

    Wohl nicht umsonst sieht Herr Murray in der katholischen Erkenntnis VERGANGENER JAHRZEHNTE eine gewisse Lösung, wenn nicht die Lösung. Wenn da nicht Jesus Christus aktiv mithilft, Europa vor dem Islam und vor dem Atheismus zu retten, scheint es verloren, leider auch mit aktiver Mithilfe der kath. Kirche. Von der evangelischen ganz zu schweigen.

    Wieder einmal wird mehr als deutlich, dass Religion und Staat offenbar noch stärker zu trennen sind, insbesondere in der geistigen und geistlichen Dimension. Die Thesen dieses Papstes können politisch nicht umgesetzt werden ohne die Zerstörung des eigenen Kontinents in Kauf zu nehmen.

    Auf dem Grabstein Europas steht dann wohl einst zu lesen. Westeuropa wurde durch die falsch verstandene christliche Barmherzigkeit unter Mithilfe linker Idealisten sukzessive dem Tode zugeführt.

    Das Papsttum war früher einmal ein Bollwerk gegen den Islam. Mit dem 2. Vatikanum, so wichtig und auch gut dieses war, wurde diese Haltung begraben. Die Tür zum Synkretismus wurde mit wenigen Sätzen nur einen Spalt breit aufgemacht, durch den der gesamte Islam nunmehr eindringen konnte und damit dem Christentum zumindest in Europa den Garaus machen wird, wenn Jesus selbst nicht eingreift. Die Sache Jesu braucht Begeisterte. Die Sache des Islams braucht keine christlichen Begeisterten.

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