Frankreich: Der Opfergang des katholischen Offiziers Arnaud Beltrame

Christlicher Ritter - Aus dem Psalter von Westminster (Wikimedia Commons/gemeinfrei)

Der bekennende Katholik Arnaud Beltrame war als Oberstleutnant der paramilitärischen französischen Gendarmerie Nationale am vergangenen Freitag am Einsatz gegen einen islamistischen Terroristen im südfranzösischen Trèbes beteiligt.

Nachdem der Terrorist in einem Supermarkt Geiseln genommen hatte, entschloss sich Oberstleutnant Beltrame dazu, sich als Austauschgeisel zur Verfügung zu stellen. Er wurde dabei durch den Terroristen, einem aus Marokko stammenden salafistischen Muslim, tödlich verwundet. Seine Tat trug jedoch dazu bei, dass die meisten Geiseln gerettet werden konnten.

In Frankreich gilt Oberstleutnant Beltrame nun als „Märtyrer der Nation in ihrem Kampf gegen den islamistischen Terror“, wobei der katholische Glaube des Getöteten und seine damit verbundene Bereitschaft zum vorbehaltlosen Dienst am Nächsten hervorgehoben werden:

Beltrames Mutter sagte später: „Als ich gehört habe, dass sich ein Polizist hat eintauschen lassen, wusste ich sofort, dass es mein Arnaud war. Seit seiner Geburt hat er alles für sein Vaterland getan. Das war sein Grund zu leben. Zu mir sagte er immer: ‚Das ist mein Job, Maman.‘“ Sein Bruder Cédric Beltrame sagt: „Er gab sein Leben für jemand anderen. Obwohl er sicherlich wusste, dass er praktisch keine Chance hat. Trotzdem zögerte er keine Sekunde.“

Oberstleutnant Beltrame war 2008 im Alter von 33 Jahren Katholik geworden. Der Priester Jean-Baptiste, der ihn und seine Verlobte Marielle im Juni hätte trauen sollen und ihm vor seinem Tod noch die Krankensalbung spenden konnte, schrieb über den Gefallenen:

Als er an die Stelle der Geiseln trat, wurde er wahrscheinlich von seiner heroischen Auffassung des Dienstes als Offizier dazu bewegt, denn ein Gendarm zu sein bedeutete für ihn, zu schützen. Dabei war er sich der enormen Risiken bewusst. Er war sich auch seines Eheversprechens bewusst, das er Marielle gegeben hatte […]. Durfte er also dieses Risiko eingehen? Mir scheint, das nur sein Glaube die Verrücktheit seines Opfers erklären kann, das jetzt alle bewundern. Er wusste das, was Jesus uns sagte: „Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt“ (Joh15,13). Er wusste, das sein Leben begonnen hatte Marielle zu gehören, aber auch Gott, Frankreich und seinen Brüdern im Angesicht der Gefahr. Ich glaube dass nur ein von der Nächstenliebe bewegter christlicher Glaube dieses übermenschliche Opfer von ihm fordern konnte.

Oberstleutnant Beltrame werde niemals leibliche Kinder haben, aber sein Heroismus werde zahlreiche Nachfolger finden, die bereit sein werden, sich für ihr Land und sein Christentum zu opfern.

In einem anderen Artikel fügte der Priester hinzu, dass Oberstleutnant Beltrame häufig den hl. Erzengel Michael um Hilfe gebeten habe.

Der Erzbischof von Regensburg, Rudolf Voderholzer, erklärte zur Tat Beltrames:

Inmitten der Hölle dieses Geschehens blitzt ein Licht auf, das in seiner Größe und Menschlichkeit sprachlos macht, andächtig macht und jedenfalls für mich etwas vom Ostergeheimnis sichtbar macht, das zu feiern wir heute am Palmsonntag wieder begonnen haben. Da ist ein Mann, der im vollen Bewusstsein der möglichen Konsequenzen, für jemand anderen, in diesem Fall für eine fremde Frau, sein eigenes Leben einsetzt. […]

Das Lebensopfer des Arnauld Beltrame ist nicht nur ein Beispiel für militärische Tugenden, sondern macht etwas sichtbar vom Geheimnis der Pro-Existenz. Macht etwas sichtbar vom Geheimnis des Daseins-Für andere, der Stellvertretung, die im Zentrum der christlichen Erlösungsbotschaft steht. […]

In Trèbes hat ein Polizist sein Leben geopfert und auf diese Weise nicht nur eine Geisel befreit, sondern vermutlich noch größeres Unheil verhindert. Das laizistische Frankreich ehrt diesen Mann als Helden. Immerhin. Und weit über die Grenzen Frankreichs hinaus berührt die Tat des Arnauld Beltrame die Menschen und ruft Hochachtung und Bewunderung hervor. Im Licht des Glaubens dürfen wir in ihm wohl aber auch einen wahren Märtyrer sehen; einen Zeugen für die wahrhaft Leben schenkende und die Welt verwandelnde Kraft der göttlichen Liebe, die im Kreuz unseres Herrn Jesus Christus vollends sichtbar geworden ist.

Auch Papst Franziskus lobte die „heldenhafte Geste“ des Gendarmen und verurteilte die von radikalen Muslimen ausgehenden „verblendeten Gewaltakte, die so viel Leid verursachen“.

Hintergrund

Jedes Gemeinwesen braucht den Dienst von Menschen, die zum vorbehaltlosen Dienst am Nächsten bereit sind. Da dieser Dienst eine Form der tätigen Nächstenliebe in der Nachfolge Jesu Christi sein kann, gibt es im Christentum eine besondere Spiritualität des schützenden Dienstes. Auch der Dienst in Sicherheitsbehörden, Streitkräften und sonstigen Sicherheitsfunktionen kann somit eine christliche Berufung darstellen und man kann davon ausgehen, dass sein Dienst in der französischen Gendarmerie für Oberstleutnant Beltrame eine solche Berufung darstellte.

Einige Elemente dieser Spiritualität haben wir hier beschrieben.

  • Diese Spiritualität ist die des Apostels Paulus, der die ihm anvertrauten Menschen und Werke auf seinen mit Gefahren verbundenen Fahrten sicher durch den Sturm brachte (Apg 27,10).
  • Sie ist die Spiritualität des biblischen Nehemia, der die schützenden Mauern Jerusalems in Zeiten der äußeren Bedrohung und der inneren Auflösung erneuern, bewachen und verteidigen ließ.
  • Sie ist die Spiritualität des Ezechiel, den Gott im Angesicht von Gefahren und Bedrohungen zum Wächtertum berief (Ezechiel 33,2-7) und ihn aufforderte, sich zu rüsten und bereitzuhalten zur Abwehr der weltlichen Gegner des Volkes Gottes, damit dieses Volk in Sicherheit leben kann (Ezechiel 38,7-9). Gott beruft mit den Worten im Buch Ezechiel den zum Dienst bereiten Mann, damit er „eine Mauer baut oder für das Land in die Bresche springt“ (Ezechiel 22,30).
  • Diese Spiritualität strebt danach, „vertraut mit dem Schwert, geschult für den Kampf […] gegen die Schrecken der Nacht“ zu sein (Hoheslied 3,8).
  • Der dieser Spiritualität folgende Christ soll von sich sagen können: „Herr, den ganzen Tag stehe ich auf meinem Posten, die ganze Nacht halte ich Wache.“ (Jesaja 21,8)

Diese Spiritualität orientiert sich an den Erfordernissen des Dienstes in Grenzsituationen, unter Gefahr und im Angesicht von Risiken. Ihr zu folgen ist damit verbunden, Bedrohungen und Risiken aktiv zu suchen, auf sie zuzugehen und auf den Ruf Gottes zu antworten: „Hier bin ich, sende mich!“ (Jesaja 6,8). (ts)

Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 26.03.2018 mit den Äußerungen von Papst Franziskus und Erzbischof Voderholzer aktualisiert.

10 Kommentare

  1. Werter ts,
    selbstverständlich habe ich selbst immer dieses Argument benutzt, um das Schweigen der Kirche begründen zu können. Aber lassen wir ihn da nicht etwas aus seiner Verantwortung?

    Ich erwarte von der Kirche nicht, in totale Konfrontation zu den Islamgrößen zu gehen, aber etwas mehr Wahrheit sollte schon sein dürfen. Unter Freunden unter Menschen, die an „denselben Gott“ glauben (was ich selbst strikt ablehne), sollte es doch möglich sein, oder? Ja, und da beginnt dann auch schon das Dilemma. Damit ist dann wieder diplomatische Heuchelei am Werk. Ich unterstelle ihm das weiß Gott nicht, aber die Außenwelt wird es so sehen. Bis wann soll die Kirche denn warten? Es muss möglich sein, liebevoll in vollem Respekt deutlicher Kritik zu üben, wenn es Anlass dazu gibt und den bieten alle islamischen Staaten mehr als genug.

    Darum ist es mir auch völlig unerklärlich, warum Papst Franziskus sich so dafür einsetzt, die Schleusen in Europa aufmachen zu lassen, obwohl er weiß, dass vor allem junge muslimische Einwanderer hierher kommen. Und er selbst sollte doch wissen, welche Auswirkungen die Islamisierung auch für sich selbst und seine Kirche hat. Der Islam agiert doch wohl immer noch sehr christenfeindlich. Zypern, Bosnien, die No-go-areas in Malmö, GB, Frankreich und Deutschland sollten doch Warnung genug sein.

    Jahrzehntelanges Ignorieren und Verdrängen der Islamproblematik und der ewige Kampf gegen Rechts sorgten dafür, dass Antisemitismus und und ausgesprochen „rechte“ Gesinnung des Islams wieder fröhliche Urstände feiern dürfen, selbst jetzt in Schulen, wo 7-jährige Grundschüler schon ihre Lehrerin messern.

    • Werter Herr Kemmer,
      ich möchte dem, was Sie schreiben, gar nicht widersprechen. Mehr tun als diese Entwicklungen sorgfältig zu beobachten und auszuwerten und auf dieser Grundlage möglichst gut begründete Positionen zu formulieren und innerhalb von Kirche und Gesellschaft zur Diskussion zu stellen kann dieses Vorhaben aber nicht tun. So ist es in der Kirche ja auch vorgesehen, deren Hierarchie in den hier diskutierten Fragen keinen Anspruch auf Autorität erhebt, sondern sich auf qualifizierte Laien abstützt.
      Für unserer Vorhaben haben wir diesbezüglich die Grundsatzentscheidung getroffen, in der innerkirchlichen Diskussion Fragen nicht zu personalisieren, d.h. es wird hier nicht um die Frage gehen, ob Person A oder B ihr Amt gut ausübt, sondern darum, Ideen vor dem Hintergrund v.a. von Sozial- und Naturrechtslehre zu prüfen und zu diskutieren.

  2. Werter ts,
    leider entlassen Sie Papst Franziskus ein wenig aus der Verantwortung. Und Ihr Statement bezüglich der deutschen Bischöfe und Kirchenvertretern stimme ich voll zu. Selbst wenn hier und da ein islamisierungskritisches Wort von Papst Franziskus ausgesprochen wurde, dann könnte er schon dafür sorgen, dass auch die deutschen Medien hierüber berichten, wenn es ihm so wichtig ist. Er könnte z. B. als Staatsoberhaupt des Vatikan eine Pressekonferenz einberufen, wenn ihm dieses Thema so wichtig ist.

    Ich kann die Bedenken von Herrn Liudger Klein leider gut nachvollziehen. Zwar spricht Papst Franziskus sich für die Erneuerung und Stärkung des Christentums aus und verlangt von Zuwandern auch zu Recht die Achtung der Regeln des Aufnahmelandes – hier herzlichen Dank für die Links -, jedoch überwiegt seine „Barmherzigkeitslehre“ Jedermann gegenüber, obwohl gerade er, wenn er von „Kirche in Not“ und von den Bischöfen der Chaldäischen Kirche und anderen christlichen Führern die Not der verfolgten Christenheit gerade in islamischen Ländern zu hören bekommt, mit gerade solchen Forderungen vorsichtiger sein sollte und er müsste doch wissen, was auf die Christen und Katholiken seiner Kirche zukommt, wenn der Islam seinen Bevölkerungsdschihad weiterführt. Und wenn dieser Papst dann die Öffnung aller Grenzen für Flüchtlinge, von denen er genau weiß, dass sie aus ca. 90 % junge männliche Muslimen bestehen und auch Menschen, die eben keine echten Flüchtlinge sind, fordert und nur hier und da wei z. B. gegenüber Herrn Kurz anerkennt, dass darauf geachtet werden müsse, die Integrationsüberforderung in Aufnahmeländern nicht eintreten solle, dann müsste er doch wohl in der Lage sein, diese Forderungen klarer und unmissverständlich zum Ausdruck zu bringen.

    Wenn er als Papst nicht unterscheiden kann zwischen echten Flüchtlingen, die
    a) kein Geld haben, Schleuser zu bezahlen und für die die christliche Nächstenliebe gilt und
    b) Armutsmigranten, die sich lediglich ein besseres Leben in Europa erhoffen und insbesondere in Deutschland, weil dort die Sozialleistungen mit am höchsten sind, – was natürlich menschlich mehr als verständlich ist -, dann sollte er dies so auch sagen. Nicht jeder, der Afrika oder Nahost verlässt, ist ein Flüchtling. Er ist ein sehr gesprächiger Papst und hat wohl auch sehr viel Verantwortung hoffentlich in erster Linie für Christen. Dieser Verantwortung kommt dieser Papst leider – auch ich habe den Eindruck – nur unzureichend nach.

    Auch auf die Gefahr von Terrorismus, die mit so manchem radikalmuslimischen Einwanderer kamen, wurde nicht genug explizit hingewiesen. Auch hätte Papst Franziskus deutlich darauf hinweisen können, dass anstatt die Länder Europas Flüchtlinge aufnehmen, stattdessen das Geld hätte in die Hand genommen werden sollen und mit diesem Geld vor Ort x-mal mehr Flüchtlingen hätte geholfen werden können, als die Vielen hier in die Sozialsysteme einwandern zu lassen. Die Milliarden, die die hiesigen Einwanderer kosten, hätten bestens in den Lagern von Jordanien, in der Türkei und im Libanon für die tatsächlich Ärmsten der Armen ausgegeben werden sollen. Da wäre die Hilfe dringender vonnöten gewesen. Da aber haben die Weltgemeinschaft und Europa kläglich versagt. Auch hätte aus dem Vatikan ein klares Statement kommen müssen, dass Staaten, die in Nahost, also im Afghanistan, im Irak, in Libyen oder in Syrien die Flüchtlingsströme durch unangemessene Militäreinsätze erst ausgelöst haben, auch für deren Unterhalt der Vielen verantwortlich sein müssen. Da habe ich wenig gehört.

    Ebenso die Armut. Armut ist gerade in Afrika leider zum großen Teil hausgemacht durch Überbevölkerung, die durch islamische Regeln wie Kinderehe, Polygamie und Zwangs- bzw. arrangierte Ehe noch gefördert wird. Armut fällt nicht vom Himmel und der Papst sollte zumindest wissen, an welcher Problematik es liegt, dass die Armutsspirale nicht enden will. Die schlechteste Lösung ist die Auswanderung nach Europa, die die letzten Reste christlicher Identität in Europa zerstören wird, also auch zum Nachteil des Papsttums und damit der Kath. Kirche.

    Dazu bedarf es auch einmal klarer Stellungnahmen auch hinsichtlich der Verwendung von Entwicklungshilfegeldern.

    Afrika ist ein reicher Kontinent, der in der Lage wäre, seine Bevölkerung ohne Hilfe von außen ernähren zu können. Das aber sollte die afrikanische Gesellschaft selbst hinbekommen. Und wenn es überdies eine Mentalitätsfrage ist, dass die Menschen in Afrika den Begriff „Kismet“ Schicksal als viel zu passive Handlungsanweisung für aller Leben ansehen, dann wird ihnen wohl kaum jemand helfen können. Man muss auch mit der Gnade Gottes aktiv mitarbeiten und versuchen, Missstände, die selbst das eigene Leben betreffen, auch selbst ändern zu wollen mit ganzer Kraft und Engagement.

    Wenn aber dort noch immer Stammesdenken herrscht und die harte Feldarbeit noch immer Frauen- und Mädchensache ist und das kilometerweite „Wasseraufdemkofpschleppen“ eben auch, dann wird sich nichts ändern. Die Herren der Schöpfung scheinen in Afrika nicht besonders aktiv zu sein zu wollen. Die Frauen ackern und schleppen und die Herrn der Schöpfung hüten die Ziegen. Und wenn dann ein Brunnen versiegt, dann wird abgewartet, bis wieder Hilfe von außen kommt, anstatt sich selbst einmal um die Brunnenvertiefungstechnik zu kümmern, um selbst in die Gänge kommen zu können.

    https://www.youtube.com/watch?v=Y69VzAp67Fk
    (Keine Frage: Super Sternsingeraktion, die jede Unterstützung verdient!) Das System ist aber letztlich falsch.

    Das mag jetzt alles sehr hart klingen. Aber ich hoffe, dass es den Kern trifft. Auch da sollte der Papst einmal den Verkündigungshebel ansetzen, auch in Sachen Armut!

    Wenn Papst Franziskus die Armut und die Barmherzigkeit so in den Vordergrund stellt, so sollte er auch die negativen Seiten, die Ursachen der Armut beleuchten und die „Täter“ benennen. Aber geistige Unbeweglichkeit und die Erwartungshaltung vieler afrikanischer Länder und Menschen von unabänderlicher Hilfestellung für Jahrhunderte von außen sollten auch einmal kritisch in diese Armutsdebatte einfließen. Möglicherweise hat er das in seinen Enzykliken getan. Dann entschuldige ich mich selbstverständlich.

    Selbstverständlich kann hungernden Menschen nicht viel beigebracht werden und da muss geholfen werden, aber diejenigen, die nicht hungern in Afrika und da gibt es viele in korrupten Regierungen, sollten gezwungen werden, Lösungen für die Probleme ihrer Bevölkerungen selbst in die Wege zu leiten.

    Selbstverständlich hat Papst Franziskus in seiner christlichen Grundeinstellung in Bezug auf Barmherzigkeit und Armut völlig recht. Aber das heißt nicht, dass die Hilfsbedürftigen nicht auch in die Pflicht genommen werden müssen. Und mit den Hilfsbedürftigen meine ich jetzt nicht die Kinder und hungernden Erwachsenen, sondern diejenigen, die das Land politisch verwalten und offensichtlich bei der Gestaltung kläglich versagen, weil sämtliche Gelder in die eigenen Taschen oder aber in die Anschaffung von Waffensystemen fließen. Entwicklungshilfe nie an die Staaten zahlen, sondern immer in konkrete Projekte fließen lassen, von denen auch sichergestellt ist, das sie bei Beendigung der Hilfe von außen von Einheimischen weiterbetrieben werden.

    Auch die Helferindustrie ist kritisch zu begleiten. Wird sie aufrechterhalten, um Jobs zu erhalten? Die Frage muss auch einmal gestellt werden, nicht nur in Afrika, sondern insbesondere zurzeit auch in Deutschland.

    • Sehr geehrter Herr Kemmer,
      es gibt m.E. einen ganz wesentlichen Grund dafür, dass die drei letzten Päpste sich alle mit der Ansprache islambezogener Herausforderungen zurückgehalten haben. Dieser Grund sind gerade die Risiken, denen Christen in islamisch geprägten Gesellschaften gegenüberstehen. Vermutlich weil man den Ernst der Lage kennt, hält man sich mit Äußerungen zurück, die in Ländern wie Pakisan, Nigeria, Indonesien oder Ägypten garantiert die nächste Welle von Gewalt gegen Christen auslösen würden.

      • Ich fürchte, den Fanatikern in Pakistan, Nigeria, Indonesien oder Ägypten ist es herzlich gleichgültig, was der Papst sagt oder nicht. Selbst als Attentäter in England die Fans einer halbt nackt auftretenden, der Kirche abtrünnigen Popdiva abschlachteten, hieß es, es sei ein Schlag gegen die „Kreuzfahrer“ gewesen. Wenn die Kirche die Christen in Afrika und Asien schützen will, dann soll sie für echte Kreuzfahrer sorgen oder zumindest die päpstlichen Zuaven wieder aufstellen. Geld ist genug da und mit Sicherheit auch genügend Freiwillige- Europäer, Amerikaner, Kopten, Ibo, Chaldäer usw, die das Ganze inzwischen gründlich satt haben.

      • Sehr geehrter Herr Varga,
        da dürften Sie Recht haben. Hier wurde vor einziger Zeit auf Äußerungen eines nahosterfahrenen Jesuiten verwiesen, der davon ausgeht, dass man sich diesen Konflikten früher oder später auf jeden Fall stellen müssen wird: https://bundsanktmichael.org/2017/06/20/jesuit-henri-boulad-der-westen-muss-sich-islambezogenen-konflikten-stellen/
        Ich wollte nur sagen, dass ich nicht davon ausgehe, dass Papst Franziskus aus unlauteren Motiven sehr zurückhaltend mit diesem Thema umgeht. Dafür spricht m.E. eben auch, dass er es gegenüber einer österreichischen Besuchergruppe sehr direkt angesprochen haben soll, wohl in der Annahme, diese würde nicht öffentlicht darüber sprechen.

    • @Liudger Klein
      Diese Ansicht über Papst Franziskus ist leider recht verbreitet. Dabei hat er jedoch durchaus vor Islamisierungstendenzen in Europa gewarnt. Medien in Deutschland haben nur nicht darüber berichtet: https://bundsanktmichael.org/2017/10/22/papst-franziskus-warnt-vor-islamisierung/ .

      Wir haben hier Äußerungen zusammengestellt, die ein vollständigeres Bild über die Positionen von Papst Franziskus ermöglichen sollen:
      https://bundsanktmichael.org/kultur/denker/papst-franziskus/

      Es gibt leider eine Tendenz mancher deutscher Medien, nur nöchst selektiv über das zu berichten, was er sagt. Dieses selektive Bild wird dann von manchen politischen und weltanschaulichen Kräften genutzt um den Papst für die eigenen Zwecke zu instrumentalisieren. Dies trägt wiederum zu einer etwas verengten Wahrnehmung des Papstes gerade bei besonders glaubenstreuen Katholiken bei, was vorhandene Bruchlinien unnötig vertieft. Sicherlich kann man gerade als Katholik die Positionen des Papstes kontrovers diskutieren, aber dies sollte auf der Grundlage vollständiger Informationen geschehen.

      Zudem hat Papst Franziskus die Formen des Dienstes, wie sie Oberleutnant Beltrame praktiziert hat, deutlich aufgewertet. Gemäß eines 2017 veröffentlichten Erlasses ist nun auch die heroische Inkaufnahme des eigenen Todes bei der Verrichtung des Dienstes am Nächsten prinzipiell ein Weg, um als Heiliger der Katholischen Kirche anerkannt zu werden. Laut Franziskus sei dies eine „vollkommene und beispielhafte Nachahmung Jesu“ und „der Bewunderung würdig, welche die Gemeinschaft der Gläubigen denjenigen vorbehält, die freiwillig das Martyrium angenommen oder mit heroischer Tugend ein christliches Leben gelebt haben“.

      • Das sehe ich eben gerade nicht so und er verlangt ja immer wieder die ungehinderte aufnahme von sogenannten „Flüchtlingen“ die in Wahrheit keine sind, ich sehe es jeden Tag bei mir wie die mit Geld um sich werfen und wie frech und überheblich die auftreten. Deshalb kann ich das Gerede von dem Papst dazu nicht mehr ertragen, obwohl ich katholisch bin, der heilige Johannes Paul würde sich im Grabe rumdrehen!

      • @Liudger Klein
        Papst Franziskus hat selbst einmal gesagt, dass manche seiner spontanen Äußerungen gegenüber Journalisten auf seinen Reisen nicht immer hilfreich waren und zu manchen Mißverständnissen geführt haben. Ansonsten hat sich Franziskus aber vollständig im Einklang mit der katholischen Soziallehre geäußert, was das Thema Migration und die damit verbundenen Herausforderungen angeht. Hier seine entsprechenden Aussagen:
        https://bundsanktmichael.org/kultur/denker/papst-franziskus/#3_Papst_Franziskus_ueber_Migration_und_islambezogene_Herausforderungen

        Die wesentlichen Aussagen der Soziallehre zum Thema Migration haben wir hier zusammengefasst, wobei der hl. Johannes Paul II. eine wesentliche Rolle bei der Formulierung der entsprechenden Aussagen spielte:
        https://bundsanktmichael.org/impulse/gestaltung-von-migration-nach-den-erfordernissen-des-gemeinwohls/

        Wenn Sie mich persönlich fragen, so haben sich m.E. besonders einige deutsche Kirchenvertreter in dieser Frage besonders problematisch geäußert, weil ihre Aussagen zu diesem Thema ohne erkennbaren Bezug zur Soziallehre und z.T. im direkten Widerspruch zu dieser standen. Als Katholik muss man in solchen Fällen sogar angemessen widersprechen.

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