Walter J. Ciszek: Die Konfrontation mit dem Bösen in der Gestalt des Kriminellen

Die Streiter Christi - Darstellung auf dem Genter Altar (gemeinfrei)

Der katholische Priester Walter J. Ciszek (1904-1984) war von 1939 bis 1963 im verdeckten Einsatz als Missionar in der Sowjetunion tätig. Rund 20 Jahre dieser Zeit verbrachte er in kommunistischen Straf- und Arbeitslagern. Seine Erfahrungen schildert er in seinem Buch „Mit Gott im Gulag“.

Dem Bösen sei er während dieser Zeit vor allem in Gestalt von Mitgliedern der russischen organisierten Kriminalität begegnet:

[Ich entdeckte] die Anwesenheit des Bösen, aber nicht als abstrakte Idee oder philosophische Definition, sondern als hässliche Wirklichkeit, brutal, ungehobelt, kompromisslos grausam. Denn den größten Teil meiner Fahrt durch die endlose russische Steppe […] verbrachte ich zusammen mit Schwerverbrechern. Nicht politischen Gefangenen wie ich selbst, sondern mit den Banditen der russischen Unterwelt. Sie waren hart, zäh und gemein und hatten ihre ganz eigenen Grundsätze und Verhaltensregeln, ihre eigene Werteordnung. Gewalt und Betrug waren die ‚Tugenden‘, die sie am meisten bewunderten. Und wenn der Begriff ‚Gewissen‘ ihnen überhaupt etwas sagte, dann höchstens als Synonym für Feigheit und Schwäche. […] Bei der geringsten Provokation zögerten sie nicht, zu töten. Als das einfachste Mittel, andere zu kontrollieren und ihnen Angst einzujagen, griffen sie zu körperlicher Gewalt. Unter ihresgleichen herrschte eine bestimmte Hierarchie, die auf Stärke, Brutalität und blinder Grausamkeit herrschte. Aber gegenüber allen ‚anderen‘ waren sie völlig eins. Sie hielten zusammen wie Pech und Schwefel und verachteten jeden, der nicht zu ihnen gehörte.

Im Wesen des Kriminellen verwirklichten sich radikale Diesseitigkeit bzw. die Werte von Atheismus und Materialismus auf noch konsequentere Weise als im Wesen des Kommunisten:

Er war eine harte Wiedereinführung in die Wirklichkeit. […] Die Kinder dieser Welt waren zweifellos klüger als die Kinder des Lichts. Wie sollte ich bei ihnen überleben? Für sie gab es nichts über diese materielle Welt hinaus. Sie überlebten, weil sie es gelernt hatten; sie waren Meister in der Kunst des Überlebens. […] Was ich als Tugenden betrachtete, waren für sie nur Zeichen von Schwäche; nach ihrem Moralkodex galt alles als Tugend, was ich als Sünde ansah. Sie waren Atheisten, Materialisten, Opportunisten und völlig skrupellos.

Der Umgang mit Kriminellen habe für ihn eine besondere Herausforderung dargestellt, weil christliche Kultur auf dieses Problem nur in geringem Maße praktische Antworten entwickelt habe:

Die Welt und die Denkweise der Kriminellen waren völlig neu für mich. Sie war erschreckend und doch auch faszinierend. Zum ersten Mal erfuhr ich greifbar die Macht des Bösen, die die Macht des Guten total zu unterdrücken schien. Unter solchen Umständen waren die Menschen guten Willens einfach denen nicht gewachsen, die ohne Skrupel logen, stahlen, tyrannisierten, prügelten, fluchten, ja töteten. […]

Um mit diesen Männern konkurrieren […] zu können, müsste man das Beste in sich aufgeben und auf das Niveau des Instinkts, der Leidenschaft und des tierischen Hasses herabsinken. Und selbst dann wäre man ihrer rohen körperlichen Kraft nicht gewachsen. […] Es gab keine Ausfluchtmöglichkeit, außer man wurde selbst genauso bösartig und abartig und schlug mit den gleichen Waffen zurück.

Im weiteren Verlauf seines Buches setzt sich Ciszek unter anderem mit der Frage auseinander, wie das Böse zum wesensbestimmenden Merkmal der von ihm beschriebenen Bandenmitglieder werden konnte.

Bewertung und Folgerungen

Ciszek gibt in seinem Buch keine Antwort auf die Frage, wie „die Menschen guten Willens“ mit der Herausforderung durch die von ihm beschriebenen Akteure umgehen können, ohne „das Beste in sich aufzugeben“. Er erkennt jedoch an, dass Christen solche praktischen Antworten finden müssen.

Einen Versuch in diese Richtung hatte der amerikanische Militärpsychologe Dave Grossman unternommen, der in seinem Buch „On Combat“ unter Anknüpfung an christliche Gedanken ein praxisorientiertes Ethos des schützenden Dienstes am Nächsten und am Gemeinwesen entworfen hatte.

  • Grossman geht davon aus, dass der Polizist oder der Soldat denen, die den Frieden bedrohen, in mancher Hinsicht ähnlich werden muss, um die von ihnen ausgehende Bedrohung kontrollieren zu können. Der hl. Thomas von Aquin hatte in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass die Fähigkeit eines Menschen zur Anwendung von Gewalt nicht als solche böse sei. Die Beurteilung dieser Fähigkeit und ihrer Anwendung hänge von dem Ziel ab, auf das sie ausgerichtet würden.
  • Grossman vergleicht den im Dienst stehenden Menschen mit einem Schäferhund, der dem Wolf, der die Herde bedrohe, in vieler Hinsicht ähneln müsse, um diesen abwehren zu können. Der Unterschied zwischen beiden bestehe vor allem in den Zielen ihres Handelns. In den Dienst an den richtigen Ziele gestellt werde überlegenes Gewaltpotenzial sowohl im individuellen als auch im organisierten Rahmen zu einer guten, erstrebenswerten und notwendigen Eigenschaft.

Der hl. Thomas hatte in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass Feigheit sich zuweilen als Friedfertigkeit zu tarnen versuche. In der Regel (das Amt des Priesters stellt eine der wenigen Ausnahmen dar) sind der Wille und die Fähigkeit, im äußersten Fall auch Gewalt anzuwenden, jedoch Voraussetzungen dafür, als Mann Verantwortung in der Welt und für andere Menschen übernehmen zu können. Dies wird durch die Lehre der katholischen Kirche (siehe u.a. KKK 2321) ausdrücklich bekräftigt:

Die Notwehr ist für solche die für das Leben anderer oder für das Gemeinwohl verantwortlich sind, eine schwerwiegende Pflicht.

Der Begriff der „Notwehr“ wird in diesem Zitat nicht in seinem juristischen Sinne verwendet, sondern umfasst alle zum Schutz anderer und zur Verteidigung des Gemeinwohls eingesetzten angemessenen Formen von Gewalt. Aus dieser Pflicht ergibt sich für Christen, die Verantwortung für das Leben anderer Menschen tragen, gleichzeitig der Auftrag, zur Anwendung schützender und verteidigenden Gewalt psychisch und physisch tauglich zu werden. (ts)

8 Kommentare

  1. Lieber ts,
    Bürgerkriege stinken. Sie haben einen ganz eigentümlichen Geruch, den man schon vor dem Ausbruch des Blutbades wahrnehmen kann.
    Wir konnten es riechen in Jugoslawien, als die Zeit relativen Wohlstandes (Ende der 60er bis Anfang der 80er) endete und der Kriegsverbrecher Tito, der „einzige Jugoslawe“, starb.
    Wir konnten es riechen 2006, als Ungarn haarscharf am Bürgerkrieg vorbeischrammte und der Geruch bricht sich wieder Bahn, seitdem bekannt geworden ist, dass NGO´s ungeheure Summen nach Ungarn pumpen, um eine Allianz zwischen Linken, Grünen und der rechtsradikalen Jobbik gegen Orbán zu schmieden.
    Wir riechen es jetzt in Deutschland.
    Der „staatliche Umgang mit Bedrohungen“ wird koordiniert von Menschen, die 1968 mit erfrischender Offenheit die Unterwanderung und Vernichtung Deutschlands ankündidigten, und von einer bürgerlichen Elite, die so verblendet ist, wie jene französischen Aristokraten, die um 1780 jubelten, wenn in fortschrittilichen Theaterstücken ihre Ermordung gefordert wurde. Ich kann wirklich nicht sagen, welche dieser beiden Gruppen destruktiver ist.
    Ich persönlich bin froh, dass meine Söhne sich fit halten und die Osteuropäer unter meinen Nachbarn mit einem flüchtigen Lächeln, einem angedeuteten Nicken andeuten, dass man im Ernstfall zusammenhalten wird.

  2. Liebe Freunde,
    regen wir uns nicht auf, Opferbereitschaft ist völlig überflüssig, denn die Lösung ist bereits gefunden funden!
    Herbert Reul, Innenminister von NRW und als Soziologe Edelprodukt der Menschheit, weist uns den Weg: Wir müssen zur Vermeidung von Messerattacken, die im Moment ja unheimlich hip und trendy sind, lediglich „sensibler“ sein und vermeiden, uns ins Messer zu werfen („Man muss nicht Menschen nah an sich ranlassen“).
    Damit hat Herr Reul den Klassiker aus Köln („Ein Arm lang Abstand“ als wirksame Abwehrstrategie gegen liebeshungrige orientalische Prinzen) den Feinschliff gegeben.
    Zwar wird Herr Reul diesen listigen Kniff nie anwenden dürfen, da er von einem Peleton Leibwächtern umgeben ist, aber für uns wird das schon reichen.

    • Lieber Herr Varga,
      das scheint recht typisch für den staatlchen Umgang mit Bedrohungen zu sein, deren direkte Ansprache unpopulär und aufwendig wäre. Denen, die diesem Ansatz folgen, fällt es immer leichter, auszuweichen und vorübergehend Ruhe zu haben. Die hier kürzlich aufgegriffene Titelgeschichte des aktuellen „Cicero“ beschreibt, dass dies mittlerweile das Prinzip vieler Behörden im Umgang mit islambezogenen Herausforderungen sei. Wo die Durchsetzung von Gesetzen auf Widerstand stoße, verzichte man einfach stillschweigend darauf und ziehe sich zurück. Dies scheint mittlerweile so selbstverständlich geworden zu sein, dass Hr. Reul offenbar gar nichts mehr dabei findet, so etwas offen auszusprechen.

  3. Lieber Herr Kemmer,

    Unter dem Eindruck Mosebachs „Die 21“ und durch eine Störung beim Schreiben, befürchte ich mich selbst schlecht ausgedrückt zu haben. Ich habe Sie deswegen genannt, um an Ihrer Urfrage für Christen anzuknüpfen. Mir ging es dabei in der Tat zum einen um das Thema der Gewalt und ihrer Leugnung, wie ich sie in der „bürgerlichen“ Gesellschaft erfahre. Dabei meine ich weniger die Gewaltlosigkeit an sich, als vielmehr das Wegleugnen von existenten Bedrohungen und den daraus resultierenden Konsequenzen. Dies kommt insbesondere dann zu tragen, wenn die Gewaltaffinität anderer Gruppen geleugnet und die persönliche Verteidigungsbereitschaft und entsprechende Institutionen als anachronistisch und lächerlich betrachtet werden. Daher auch die Erwähnung des Militärs. Auch, um einen Bogen zu spannen, darf man in dieser Republik Soldaten als Mörder bezeichnen, was zugleich zeigt, dass eine Ahnungslosigkeit darüber herrscht, was das eigentliche Ethos des Soldaten war/ist oder sein sollte: zu dienen und eine Opferbereitschaft für das Eigene herzustellen.
    Ich habe auch nicht bei Ihnen eine Suche nach einem Martyrium festgestellt – wie gesagt, ich stand unter dem Eindruck o.g. Buches – sondern wollte dieses in den Zusammenhang der Opferbereitschaft stellen. In dem Sinne nämlich, dass es sich je darum handelt, ein Zeugnis abzugeben; was der zweite Punkt war, den ich vertiefen wollte. Aber man gelangt bald an eine Komplexität, die den Kommentarbereich hier sprengt.

  4. Werter Phiosil,
    danke für Ihre Antwort.
    Der Artikel ging nicht von militärischen Einsätzen gegen Extremunrecht z. B. des IS aus, die m. E. mehr als legitim sind, sondern von einem Pfarrer, der sich „dem Bösen“, um zu überleben, anpassen musste.
    M. E. habe ich nicht behauptet, dass ich den Märtyrertod suche, solange ich mich mit der Waffe verteidigen kann. Vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt. Aber wenn ich nichts mehr tun kann, die Hände gefesselt sind und mir die Machete an den Hals gelegt wurde und Jesus zu bekennen habe, so ist das Märtyrertum kein Egoismus, sondern da kommt der Mut Michaels ans Tageslicht.

    Ja, Verteidigungsarmee, die auch wirklich nur „verteidigt“, ist eine notwendige staatliche Einrichtung. Aber da geht es dann schon los. Präventivschlag und Co. kommen dann leicht ins Spiel. Da kann dann die Kriegsstrategie auch wieder Eigendynamik entwickeln, vgl. die Kriege unter Beteiligung der USA im Irak, das Eingreifen in Afghanistan oder Libyen.

    Der der mehr als zutreffende Kernsatz Ihres Kommentars scheint mir „Die sogenannte Freiheit, von der wir im Westen so überzeugt sind, gilt nichts, wenn man nicht für sie einstehen will und kann.“ Völlig richtig. Und welche Freiheit dann tatsächlich als Freiheit auch im christlichen Sinne wie definiert werden kann, ist dann immer noch fraglich. Ob wir für die Freiheit der Abtreibung, für die Freiheit der Geschlechterwahl und für die Euthanasie alter und behinderter Menschen, das als Religionsfreiheit getarnte islamaffine politisch-kirchliche Verhalten militärisch eintreten sollten= Oje, da eröffnet sich wieder ein breites Diskussionsfeld.

  5. @Kemmer, Hermann-Josef

    Jesus warnt vor denen, die die Seelen rauben wollen. Wenn ich mir vorstellen muss, wie der IS vor den Augen von Kindern gemordet hat oder Kindersklaven sexuell ausbeutet, scheint mir ein Märtyrertod sehr egoistisch. Gerade dort gilt es zu kämpfen, um die Freiheit des Menschen und vor allem der Schwachen, sich für wie auch gegen Gott zu entscheiden – und zwar im christlichen wie auch im geistig-humanistischen Sinne – zu verteidigen. Und gerade die Zerstörung menschlicher Seelen zu verhindern – was sehr zu Michael passt. Die sogenannte Freiheit, von der wir im Westen so überzeugt sind, gilt nichts, wenn man nicht für sie einstehen will und kann. Die Ablehnung alles Militärischen ist lächerlich, wenn ich weiß, dass so Argumentierende anfangen zu winseln, hält man ihnen eine Waffe an die Schläfe. So hatte ich als Wehrdienstleistender zu denken gelernt und gesellschaftlich viel Heuchelei wahrgenommen. Im Sinne des Schutzes darf man auch in der Verteidigung nicht in der Eigendynamik des Krieges verfallen und sich von Hass und Rachelust leiten lassen. Auf dieser Einstellung baut sich auch ein Verständnis für das Martyrium auf, wenn nämlich alle Möglichkeiten der Wehrhaftigkeit genommen sind, ist das Schicksal anzunehmen. Das Christentum fordert nicht auf, das Martyrium zu suchen – es käme einer Todessehnsucht und quasi Selbstmord gleich. Aber wenn es unumgänglich ist, hoffe ich, mich nicht gerade zu weit aus dem Fenster zu lehnen: Ich glaube, hilf meinem Unglauben!

  6. Wobei natürlich in unserer Rechtsordnung die Hilfe für andere, die einem gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff gegenüberstehen, als „Nothilfe“ Bestandteil der Notwehr ist. Auch die Verteidigung der verfassungsmäßigen Ordnung ist Grundrecht des Bürgers (Art. 20 IV GG).

  7. Ein Artikel, der provoziert und der wohl in keinen kirchlichen Stuhlkreis passt, aber dennoch mehr als vonnöten ist. Danke für diesen Artikel. In unserem unbeschwerten Wohlfühlchristentum ist für solche Diskussionen wohl kaum Platz.

    Der wichtigste Satz in diesem Artikel, in dem die beiden Gegenpole so toll ausgeleuchtet wurden, scheint mir zu sein: Der hl. Thomas hatte in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass Feigheit sich zuweilen als Friedfertigkeit zu tarnen versuche.

    Und ich glaube, dass dieser Satz die gesamte politische und kirchliche Situation hier in Deutschland mehr als treffend und punktgenau beschreibt. Feigheit, sich mit dem Islam sachlich auseinanderzusetzen.

    Zum Thema: Das Dilemma des Christentums ist, dass JESUS selbst sich nicht explizit gewehrt hat. Das Christentum sieht in der Schwäche die Stärke, in dem Tod des Gottes Jesu am Kreuz die Stärke des Lebens in der Auferstehung. Das macht die Sache hier auf Erden im Umgang mit „dem manifestierten Bösen“ nicht gerade einfacher.

    Jesus sah es wohl als legitim an, Messer mit auf den Weg der Verkündigung des Evangeliums zur Notwehr mitzunehmen. und wenn wir Petrus bei der Gefangennahme Jesu erblicken, sehen wir einen bewaffneten Mann, der dem Knecht Malchus sein Ohr abhieb zur Verteidigung Jesu, welcher dies jedoch vehement, um sein Erlösungswerk durchführen zu können, unter Heilung des Ohres ablehnte. Können wir uns möglicherweise beruhigt zurücklehnen und der Auffassung sein, dass nur Jesus diesen Tod am Kreuz für sich selbst in Anbetracht seines Erlösungswerkes wollte, nicht aber für seine Jünger?

    Auf der anderen Seite prophezeite er seinen Jüngern, dass sie um seinetwillen verfolgt werden würden. Von Abwehrmaßnahmen hat Jesus nichts berichtet. Er hat auch sie auch nicht zum Wehren aufgerufen, sondern das Martyrium durchaus als urchristlich angesehen und letztlich durch eigenes Beispiel vorgelebt. Selig, die um meinetwillen verfolgt werden, denn ihnen gehört das Himmelreich spricht nicht gerade für die Notwehr.

    Wie also wird mit diesem Thema umzugehen sein? Der Priester im russischen Gulag wurde ja nicht um seines Glaubens willen, zwar vom Staat, aber jetzt nicht von den Verbrechern selbst verfolgt. Er musste sich offensichtlich anpassen, um überleben zu können. Im Stillen wird er seinen Glauben ausgelebt haben. Nach außen musste er wohl oder übel auf das Niveau von Wölfen herabsteigen.

    Kann und darf ich es auf eine Art Formel herunterbrechen?

    Wenn ich wegen meines Glaubens insbesondere von der Staatsmacht oder von religiös-politischen Machthabern verfolgt werde, darf ich mich unter Bekenntnis meines Glaubens zu Jesus nicht wehren? Wenn ich aber als Christ und Mensch dem allgemein kriminellen Bösen ausgeliefert bin, ohne explizit wegen meines Glaubens verfolgt zu werden, darf ich mich wehren, um überleben zu können?

    Wenn mich ein Islamist abschlachten will und fragt: Entweder Konversion zum Islam oder stirb, wenn Du Jesus weiter als Gott ansiehst? Darf ich mich wehren, wenn ich eine Waffe in der Hand halte oder habe ich dann Jesus verraten. M. E. kommt es darauf an, ob ich mich noch wehren kann. Wenn ja, kann ich mein Bekenntnis zu Jesus aussprechen und ums Überleben kämpfen. Wenn ich aber in auswegloser Situation wie die koptischen Märtyrer in Libyen bin, bleibt nur das Bekenntnis.

    Ich denke, das wird für Christen die Urfrage sein

    Letztgültige Beantwortung traue ich mir nicht zu und ist mir auch nicht möglich.

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