Jesaja: „Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein großes Licht.“

Geertgen tot Sint Jans - Die Geburt Jesu (Ausschnitt, Wikimedia Commons/gemeinfrei)

Der Prophet Jesaja äußerte um das Jahr 700 v. Chr. die folgenden Worte, die wahrscheinlich über viele Jahrhunderte lang unverstanden blieben, bis sich vor rund zweitausend Jahren endlich ihr Sinn offenbarte:

Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären […]. Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein großes Licht. Die im Land der Finsternis wohnen, Licht leuchtet über ihnen. […] Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und man nennt seinen Namen: Wunderbarer Ratgeber, starker Gott, Vater der Ewigkeit, Fürst des Friedens.

Der katholische Theologie Romano Guardini sagte über die Propheten und ihre Berufung:

Ein schweres Dasein, nur mit Kräften zu leisten, die von dorther kommen, woher die Aufgabe gestellt worden ist. Immer wieder sendet Gott Männer mit dem Auftrag, das Volk zum Verständnis seiner heiligen Geschichte zu bringen; ihm die Zeitereignisse her vom Bunde zu deuten; es zum Schritt in den Glauben und zu einem Leben aus dem Gottesbunde heraus zu führen – damit es aus solchem Wagnis eine Erfüllung empfange, die seine natürlichen Kräfte als winziges, von riesigen Staaten umgebenes Volk vollkommen überschreitet. […] Durch ihre Worte aber schimmert eine ferne Gestalt hindurch, der Messias; und ein weither kommender Zustand, das messianische Reich. Das ist das Ziel, dem die Geschichte zugeführt wird. Darauf geht, durch die dunklen Zeiten, die sie durchqueren muss, ihre Hoffnung.

In diesem Sinne wünschen wir allen Lesern, Unterstützern und Mitwirkenden gesegnete Weihnachten. (ts)

2 Kommentare

    • Ich habe auch noch nie begriffen, warum ein Mann, der mit seiner Familie seine Heimatstadt aufsucht, um etwas Amtliches zu erledigen, ein Flüchtling sein soll. Die Stadt war überlaufen, da mussten sie im Stall übernachten. So wohnten damals viele, Mensch und Vieh lebten meistens unter einem Dach.
      In Ägypten waren Jesus und die Familie wirklich Flüchtlinge und sie führten sich auch so auf, wie sich Flüchtlinge zu benehmen haben: Sie beantragten keine lebenslange Stütze, verboten Ägyptern, Griechen und Römern nicht den Genuss von Schweinefleisch, vertickten keine Drogen und gingen nicht zum Antanzen aus, Maria drohte nie den ägyptischen Kassiererinnen mit Prügel durch ihre Sippe. Kurz: Sie hätten problemlos als deutsche Juden in den 1930ern, Sudetendeutsche und Schlesier, 56er Ungarn oder vietnamesische Boatpeople durchgehen können.

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