Abdel-Hakim Ourghi: Juden- und Christenfeindlichkeit als wesenshafte Bestandteile des Islams

Leander Russ - Sturm der Türken auf die Löwelbastei 1683 (Wikimedia Commons/gemeinfrei)

Der Islamwissenschaftler Abdel-Hakim Ourghi lehrt an der Pädagogischen Hochschule Freiburg. In einem in der „Frankfurter Rundschau“ erschienenen Beitrag setzt er sich mit den religiösen Hintergründen der zunehmenden muslimischen Judenfeindlichkeit in Europa auseinander. Dabei betont er, dass sowohl Juden- als auch Christenfeindlichkeit wesenshafte Bestandteile des Islams seien und nur durch eine Distanzierung von Teilen des Korans und der Tradition des islamischen Propheten Mohammed überwunden werden könnten.

Islamische Juden- und Christenfeindlichkeit hätten ihre Wurzeln im Koran sowie im Vorbild Mohammeds:

Um den Antijudaismus unter Muslimen zu begreifen, ist es ratsam, einen raschen Blick auf den in Medina (622–632) offenbarten Koran zu werfen. Dort werden Ablehnung bis hin zu Feindschaft und Gewalt gegen die Juden theologisch legitimiert. […] Auch der Prophet selbst, dessen religiöses und politisches Handeln als Vorbild für die Muslime gilt, ging erbarmungslos gegen Juden in Medina vor. Er ließ sie entweder vertreiben oder töten, nachdem sie sich nicht seiner Gemeinde anschließen wollten. Der Koran bildet gewissermaßen die Tiefenschicht des Antisemitismus islamischer Prägung.

Auch die im Islam verbreitete Christenfeindlichkeit gehe unmittelbar auf den Koran und die Tradition Mohammeds zurück und sei in Deutschland unter Muslimen stark verbreitet:

Der deutsch-türkische Moscheeverband Ditib etwa steht immer wieder wegen antisemitischer Hetze und Christenfeindlichkeit in der Kritik. […] Sätze wie etwa, das Weihnachtsfest sei „eine nach Blasphemie stinkende Tradition der Christen“ oder „Freundschaft und Beziehungen zu Ungläubigen sind verboten“, waren zu lesen. Solche Ansichten trifft man auch bei gebildeten, sogar westlich aufgeklärten Muslimen an.

Den „aktuellen pathologischen Zustand des Islam“ könnten Muslime nur überwinden, wenn sie aufhörten, andere mit Islamophobie-Vorwürfen und Verschwörungstheorien für die Probleme ihrer Religion und Kultur verantwortlich zu machen. Die Versöhnung mit anderen erfordere es, sich der „hausgemachten Sinnkrise“ des Islams zu stellen. Was problematische Inhalte des Korans angehe, rief er Muslime dazu auf, sich „deutlich von ihnen zu distanzieren“.

Bewertung und Folgerungen

Ourghi ist einer der Erstunterzeichner der „Freiburger Deklaration“ säkularer Muslime und Mitbegründer der Ibn-Rushd-Goethe Moschee in Berlin, die für einen säkularen und liberalen Islam eintritt. Diese Strömung versucht, problematischen Tendenzen im Islam entgegenzuwirken und dessen Integration in Europa zu fördern.

  • Die von Ourghi zur Überwindung der islamischen Juden- und Christenfeindlichkeit geforderte Distanzierung von Teilen des Korans und der Tradition Mohammeds durch Muslime ist aufgrund deren religiösen Stellenwerts im Islam unrealistisch bzw. würde diesem seine religiösen Grundlagen entziehen. Ein anderer Weg zur Überwindung dieser Tendenzen ist jedoch nicht erkennbar, was bedeutet, dass Szenare, die von der Möglichkeit der Integrierbarkeit des real existierenden Islams in jüdisch-christlich geprägten Gesellschaften ausgehen, ebenfalls unrealisisch sind.
  • Gerade die kaum integrierbaren und konflikthaft agierenden Strömungen im Islam, die sich eng am Koran und der Tradition Mohammeds orientieren und über enorme finanzielle Ressourcen und einen hohen Organisationsgrad verfügen, werden von einer wachsenden Zahl von Muslimen als Ausdruck einer starken kollektiven Identität begrüßt. Es herrscht die Wahrnehmung vor, dass die Durchsetzungsfähigkeit entsprechender Identitätskonzepte in Europa ein Argument für deren religiöse Richtigkeit sei.
  • Liberale Strömungen im Islam würden laut dem Islamwissenschaftler Loay Mudhoon in Deutschland dementsprechend nur von „Einzelpersonen“ unterstützt. Der liberale Islam sei eine „Schimäre“, auf den man unrealistische Hoffnungen setze. Seine Vertreter sind unter Muslimen weitgehend isoliert und stoßen bei diesen überwiegend auf ablehnende bis feindselige Reaktionen. Eine wirksame Ansprache der erwähnten Herausforderungen durch liberale Gegenströmungen im Islam ist somit kaum zu erwarten.

Im Zuge der demographischen Entwicklung und des Erstarkens problematischer Strömungen im Islam ist es daher wahrscheinlich, dass islambezogene Juden- und Christenfeindlichkeit in Europa und die damit verbundenen Konflikte langfristig weiter zunehmen werden. (ts)

3 Kommentare

  1. Liebe Freunde,
    es kommt darauf an,was ein Teil „unserer Eliten“ eigentlich vorhat. Besonders bei den unteren Rängen dürften die Realitätsverweigerer die Mehrheit bilden, doch ich fürchte, die Chefstrategen wissen genau, was sie tun.
    Der „Euro-Sozialimus/Kommunismus“ ließ sich problemlos in die globalistische Agenda integrieren, sehen wir uns nur mal Leute wie den Maoisten Baroso an, in den USA haben ehemalige (?) Trotzkisten ihren festen Platz in den Think Tanks eingenommen.
    Wenn wir uns die politische Karriere einiger Muslima und Muslime bei den Grünen, in der SPD und den Medien ansehen, dann wissen wissen wir, dass der Euro-Islam Realität ist.
    Dass die gläubigen Muslime diese Leute verachten ist momentan unwesentlich, denn sie werden von den Radikalen als Türöffner benötigt. Einige dieser Herrschaften legen den Visegrad-Staaten den Austritt aus der EU nahe, womit in der EU nur noch Staaten verblieben, in denen die Landnahme bereits weit fortgeschritten ist. Dabei sind zwei Punkte zu beachten:
    Entgegen der Hoffnung vieler Deutschen, bei Durchsetzung der Quote würde sich der Migranten-Anteil in Deutschland verringern, sollen hauptsächlich die Migranten in Griechenland und Italien verteilt werden; wollen die Landnehmer nicht in die ungarischen oder polnischen Sozialsysteme einwandern, sondern in die deutschen.
    Zweitens wird betont, dass die Visegrad-Staaten die finanziellen Vorteile der EU in Anspruch nehmen, nicht aber die ethnischen Nachteile der EU-Mitgliedstaaten mittragen. Dies ist sicherlich richtig, doch ein weiterer Grund für den Verbleib in der EU ist, dass die Staaten des Westens der Landnahme erliegen werden, wenn es so weiter geht. Man ist in Warschau, Prag, Bratislawa und Budapest durchaus in der Lage zu erahnen, welche Folgen die Existenz salafistischer Vorposten an Drina und Save, an Rhein und Seine für Zentraleuropa haben würde.
    Die Realitätsverweigerer werden nach und nach aufwachem, aber Euro-Islamisten haben längst ihren Platz an der Seite der Euro-Kommunisten und NGO´s eingenommen.

  2. Die islamische Ideologie ist so schlimm, dass es unsere westliche Vorstellungskraft übersteigt: Daher halten noch immer viele die banale Beschreibung der Realität für eine populistische Übertreibung. Und selbst die, die begriffen haben, dass der Populismusvorwurf gegen die Islamkritiker nicht gerechtfertigt ist, geben ihren Irrtum oft nicht zu – vor allem, wenn sie Politiker oder Kirchenvertreter sind. Angenehmer scheint es ihnen, die Illusion noch etwas länger aufrecht zu halten. Noch! Die Front der Realitätsverweigerer wird bröckeln.

  3. Gerne würde ich mal Mäuschen spielen und bei ehrlichen Hinterzimmergesprächen von Elitenvertretern und „Gutis“ lauschen, wenn sie – vielleicht nach dem dritten Glas Wein – doch mal auf das Thema „Islam“ kommen. Könnte ja sein, nein wirklich, ohne Spaß: könnte wirklich sein, dass so ein paar Traditions – und Überzeugungslinke und Gutis zu später Stunde doch mal ein bisschen darüber ins Grübeln kommen. Natürlich nur ein bisschen und sehr vorsichtig und mit dem mulmigen Gefühl, nun schon halb dekadent und verkommen zu sein …
    Nie würden sie laut und öffentlich zugeben, was sie da womöglich denken und sagen … aber nach dem dritten Glas Wein und nachdem womöglich die Freundin blöd angemacht worden ist von den willkommen geheißenen Kulturbereicherern … dann vielleicht doch mal zu später Stunde. Man müsste also Mäuschen sein!

    Ob da Zweifel artikuliert werden an der Integrierbarkeit des Islams?
    Ob es denen da womöglich zu dämmern beginnt, dass mit diesem Islam eben kein Staat zu machen sein wird, und zwar weder heute noch morgen und erst recht auch kein linksliberaler EU-Bundesstaat? Und auch, dass es eben keinen anderen Islam als den real existierenden geben wird?!

    Dass der obige Artikel zuerst in der Frankfurter Rundschau erschienen ist, gibt zu denken.

    Das völlig unrealistische Hoffen auf eine Art Euro-Islam, das den FR-Artikel prägt, gleicht dem Pfeifen im Walde.
    Es ist wie das erstaunte Aufmerken der kleinen Zaunkönige und Gartengrasmücken, wenn sie erkennen, dass das seltsam große Kuckucksküken sie bald aus dem Nest drängen wird …
    Zu sehr haben unsere Eliten und Linken sich geradezu größenwahnsinnig daran gewöhnt, ALLES planen und managen zu können: die Begrenzung der Erderwärmung, die Integration oder eben die „Implementierung“ eines „Euro-Islams“.

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