Kulturelle Kontinuität

Gustav Seibt: Die Sehnsucht des Menschen nach Heimat

Der Historiker Gustav Seibt betrachtete kürzlich in der „Süddeutschen Zeitung“ das Konzept der Heimat, das nur in der deutschen Sprache vorhanden sei. Es beschreibe eine Grunderfahrung des Menschen und sei Ausdruck eines in der Natur des Menschen angelegten Strebens nach Bindung. […]

Kulturelle Kontinuität

Reinhard Merkel: Der Schutz der eigenen kulturellen Identität als Pflicht des Staates

Der Rechtswissenschaftler Reinhard Merkel lehrte Rechtsphilosophie an der Universität Hamburg. In einem in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erschienenen Aufsatz setzte er sich kürzlich mit den problematischen Folgen offener Grenzen und der Zuwanderung kulturferner Gruppen für das Gemeinwohl europäischer Gesellschaften auseinander. In diesem Zusammenhang betonte er vor allem die moralische Pflicht des Staates, seine kulturellen Grundlagen zu schützen und zu bewahren. […]

Kulturelle Kontinuität

Aleida Assmann: Achtung gegenüber der eigenen Geschichte als Voraussetzung kultureller Kontinuität

Die Kulturwissenschaftlerin und Ägyptologin Aleida Assmann lehrte unter anderem an der Universität Konstanz und hat sich vor allem mit Fragen der Erinnerungskultur auseinandersetzt. In einem in der „Frankfurter Rundschau“ veröffentlichten Gespräch äußerte sie sich unter anderem über der Achtung gegenüber der eigenen Vergangenheit als Voraussetzung kultureller Kontinuität. […]

Glaube und Ethos

Der heilige Stephanus: Erster Märtyrer des Christentums

Der 26. Dezember ist der Stephanstag, an dem die Kirche das Fest des heiligen Stephanus feiert. Er war der erste Märtyrer in der Geschichte des Christentums und einer der sieben Diakone der Jerusalemer Urgemeinde sowie einer jener Männer „von gutem Ruf und voll Geist und Weisheit“, die im Auftrag der Gemeinde Dienstvorhaben durchführten. Er wurde um das Jahr 36 n. Chr. getötet, nachdem er eine Verteidigungsrede zugunsten des Christentums gehalten hatte. […]

Glaube und Ethos

Jesaja: „Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein großes Licht.“

Der Prophet Jesaja äußerte um das Jahr 700 v. Chr. die folgenden Worte, die wahrscheinlich über viele Jahrhunderte lang unverstanden blieben, bis sich vor rund zweitausend Jahren endlich ihr Sinn offenbarte: „Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären […]. Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein großes Licht. Die im Land der Finsternis wohnen, Licht leuchtet über ihnen.“ […]

Glaube und Ethos

Hans Urs von Balthasar: Christ ist, wer im Dienst steht

Der katholische Theologe Hans Urs von Balthasar suchte 1965 in seiner Schrift „Wer ist ein Christ?“ nach dem Kern der christlichen Identität. Christ sei von Balthasar zufolge derjenige, der im Dienst stehe. Die Forderung nach Selbstlosigkeit und ständigem „Zur-Verfügung-Stehen“ im Rahmen einer dienenden Berufung würde die Identität des Christentums prägen. […]

Kulturelle Kontinuität

Angela C. Contzen: Mythen, Symbole und die Identität Europas

Die Literaturwissenschaftlerin und Philosophin Angela C. Contzen hat sich in ihrer Arbeit vor allem mit der abendländischen Kulturgeschichte und Symbolik auseinandergesetzt. Mit ihrem aktuellen Buch „Die Wurzeln unserer Kultur – Natur, Kunst, Mythologie, Feste und Bräuche im Jahreslauf“ will sie einen Beitrag zur Leitkulturdebatte sowie zu „Erinnerung und Selbstbewusstsein“ leisten. Sie betont dabei die Bedeutung des Christentums als Kern der Identität Europas und sieht in alten Mythen, Bildern und Symbolen Wege, um die Menschen Europas zu sich selbst zurückzuführen. […]

Herausforderungen

Papst Franziskus: Der „demographische Winter“ Europas als Folge von Egoismus und Materialismus

Papst Franziskus hat sich gestern in einer Predigt zum „demographischen Winter“ Europas geäußert und diesen als Folge der zunehmenden Durchdringung seiner Kultur von Egoismus und Materialismus bezeichnet. Der Geburtenmangel in Europa sei Teil einer „bösen Krankheit“, die sich auf kultureller Ebene ausbreite. Während Gott das Leben wolle, entspreche Unfruchtbarkeit dem Willen Satans. […]

Herausforderungen

Patrick Deneen: Die Selbstzerstörung des Liberalismus

Der Politikwissenschaftler Patrick Deneen lehrt an der katholischen University of Notre Dame in den USA. Sein neues Buch „Why Liberalism Failed“ wird hier noch ausführlicher vorgestellt werden. In einem Gespräch mit dem Magazin „Crux“ hat er vorab erläutert, worin er die wesentlichen Selbstzerstörungstendenzen im Liberalismus sieht. […]

Herausforderungen

Abdel-Hakim Ourghi: Juden- und Christenfeindlichkeit als wesenshafte Bestandteile des Islams

Der Islamwissenschaftler Abdel-Hakim Ourghi lehrt an der Pädagogischen Hochschule Freiburg. In einem in der „Frankfurter Rundschau“ erschienenen Beitrag setzt er sich mit den religiösen Hintergründen der zunehmenden muslimischen Judenfeindlichkeit in Europa auseinander. Dabei betont er, dass sowohl Juden- als auch Christenfeindlichkeit wesenshafte Bestandteile des Islams seien und nur durch eine Distanzierung von Teilen des Korans und der Tradition des islamischen Propheten Mohammed überwunden werden könnten. […]

Glaube und Ethos

Herfried Münkler: Europa fehlt eine Kultur des Heldentums

Der Politikwissenschaftler Herfried Münkler lehrt an der Humboldt-Universität zu Berlin und gehört zu den wenigen in seinem Fach in Deutschland, die sich mit Fragen im Bereich Strategie und Sicherheit auseinandersetzen. In einem aktuellen Aufsatz in der „Neuen Zürcher Zeitung“ schreibt er über die Verwundbarkeit der postheroischen Gesellschaften Europas und kritisiert, dass diesen „Heldenerzählungen“ und ein Konzept des Heldentums fehlen würden. […]

Kulturelle Kontinuität

Egon Flaig: Die Ehrung der Vorfahren als Voraussetzung kultureller Kontinuität

Der Althistoriker Egon Flaig lehrte an den Universitäten Greifswald und Rostock und ist unter anderem durch seine Gedanken zur Konfliktgeschichte des Islams bekannt geworden. In einem aktuellen Aufsatz setzt er sich mit kulturellen Auflösungserscheinungen in europäischen Gesellschaften auseinander die auch eine Folge des Verlusts der „kulturellen Dankbarkeit“ gegenüber den eigenen Vorfahren seien. Ursache dieser Entwicklung sei das Wirken postmoderner, neomarxistischer und liberaler Ideologien, die entsprechende Bindungen aus unterschiedlichen Motiven heraus bekämpfen würden. […]

Glaube und Ethos

Hans Urs von Balthasar: Der Ernstfall als Maßstab des Glaubens

Der Theologe Hans Urs von Balthasar veröffentlichte 1966 seine Schrift „Cordula oder der Ernstfall“. In ihr setzte er sich vor dem Hintergrund des kulturrevolutionären Geschehens der 1960er Jahre und dessen Eindringens in die Kirche in der Nachkonzilszeit mit der Frage auseinander, was der höchste Maßstab des Glaubens sei, mit dem man gute von schlechten religiösen Impulsen unterscheiden könne. Er kam zu dem Ergebnis, dass dieser Maßstab der Ernstfall und die eigene Bereitschaft zum Tod sei. […]

Glaube und Ethos

Rolf Dobelli: Krisenerwartung als Voraussetzung wirklichkeitsgerechten Denkens

Christliche Weltanschauung rechnet grundsätzlich mit der Möglichkeit krisenhafter Verläufe des Weltgeschehens. Sie unterscheidet sich dabei deutlich vom Fortschrittsoptimismus säkularer Weltanschauungen. In einem Beitrag in der „Neuen Zürcher Zeitung“ erklärt der Philosoph Rolf Dobelli, der vor allem durch sein Werk „Die Kunst des klaren Denkens“ bekannt geworden ist, warum solche Krisenerwartung eine Voraussetzung wirklichkeitsgerechten Denkens und guter Entscheidungen ist. […]

Herausforderungen

Sabatina James: Europa verspielt sein christliches Erbe

Die Menschenrechtsaktivistin Sabatina James stammt aus Pakistan und wuchs in Österreich auf, wo sie sich als junge Frau vom Islam abwendete und für das Christentum entschied. Sie gründete später eine Hilfsorganisation für Frauen, die islambezogenen kulturellen Risiken ausgesetzt sind. In ihrer Dankesrede anlässlich der Verleihung des Gerhard-Löwenthal-Preises warnte sie vor einigen Tagen, dass Europa sein christliches Erbe verspiele. […]

Herausforderungen

Paul Collier: Gemeinwohl, Solidarität und die Schwächen des Liberalismus

Der Ökonom Paul Collier lehrt Wirtschaftswissenschaften an der Universität Oxford. In einem in der Neuen Zürcher Zeitung erschienenen Aufsatz kritisiert er das Welt- und Menschenbild des Utilitarismus, der eine der weltanschaulichen Grundlagen des Liberalismus ist. Utilitaristisches Denken, das bestimmten Formen der Globalisierung sowie der Forderung nach offenen Grenzen zugrunde liege, führe tendenziell zur Entsolidarisierung mit der eigenen Gemeinschaft sowie zur Vernachlässigung ihrer Sorgen und Nöte und füge dem Gemeinwohl europäischer Gesellschaften dadurch großen Schaden zu. […]