Bischof Hans-Jürgen Abromeit: Christen müssen bereit sein, für ihren Glauben zu sterben

Gustave Doré - Die christlichen Märtyrer (Wikimedia Commons/gemeinfrei)

Der evangelisch-lutherische Bischof Hans-Jürgen Abromeit hat in einer im Rahmen des ökumenischen Kongresses „Christenverfolgung heute“ gehaltenen Predigt dazu aufgerufen, die Worte Jesu Christi zum Martyrium ernst zu nehmen. Das Christentum sei keine „Wohlfühlreligion“, wie manchmal auf Kirchentagen behauptet werde. Christen müssten dazu bereit sein, für ihren Glauben notfalls auch zu sterben.

Im Ernstfall müsse man „um der Nachfolge Jesu willen bereit sein, auch diesen Weg zu gehen. […] Es ist schon ernst gemeint, wenn Jesus sagt: Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir, der ist meiner nicht wert.“

  • Abromeit sprach in seiner Predigt auch über den „Christozid“ an den Christen Syriens, wo das Christentum, dem dort vor wenigen Jahrzehnten noch fast ein Drittel der Bevölkerung angehört habe, vor der Vernichtung stehe.
  • Das Christentum sei gegenwärtig in besonderem Maße den Angriffen „widernatürlicher Kräfte“ ausgesetzt, die in religiöser Form auftreten würden, tatsächlich aber Ausdruck eines unbegrenzten Bösen seien.
Hintergrund

Der Weg Jesu Christi ist mit der Akzeptanz höchster Risiken im Festhalten am Gehorsam gegenüber Gott sowie im Dienst an anderen Menschen verbunden.

Laut einer Analyse der katholischen Hilfsorganisation „Kirche in Not“ hat die weltweite Christenverfolgung vor allem aufgrund verstärkter islamistischer Aktivitäten zwischen 2015 und 2017 einen neuen historischen Höchststand erreicht. In Staaten wie Syrien und dem Irak nehme Christenverfolgung dabei auch genozidale Formen an.

Weil die Täter dabei nicht zwischen den christlichen Konfessionen unterscheiden, sprach Papst Franziskus von einer „Ökumene des Blutes“, die alle vereine, die Jesus Christus als Herrn anerkennen.

Solche Verfolgung hatte Jesus Christus vorausgesagt und dabei deutlich gemacht, dass sie keine Ausnahme darstellen werde, sondern den Normalzustand der Kirche und des „Lagers der Heiligen“, gegen das bis zuletzt Krieg geführt werden wird. (ts)