Größerer Waffenfund bei Islamisten in Berlin: Langfristiges Konfliktpotenzial

Giulio Rosati - Arabische Reiter (gemeinfrei)

Bei der Durchsuchung der Wohnung einer Person mit Kontakten in die salafistische Szene wurden gestern in Berlin mehrere offenbar vollautomatische Waffen sowie größere Mengen Munition sichergestellt. Die Person war nach Angaben der Polizei auch im Umfeld der Organisierten Kriminalität aktiv.

Der Vorfall unterstreicht vor allem die langfristigen Risiken und Konfliktpotenziale, die von der Verbindung aus militantem Salafismus und Organisierter Kriminalität in Europa ausgehen.

Verbindungen zwischen militantem Salafismus und Organisierter Kriminalität in Europa

Das salafistische Spektrum rekrutiert sich in Europa verstärkt aus kulturell entwurzelten Muslimen aus ethnisch-sozialen Unterschichten, die häufig westliche Unterschichten-Lebensstile angenommen haben und oft im Bereich der Bandenkriminalität aktiv sind.

  • Dieser Personenkreis gerät oft in Gefängnissen in Kontakt zu Salafisten, die dort verstärkt aktiv sind. Diese geben den entsprechenden Personen eine Begründung für ihr Scheitern und erklären, dass westliche Kultur dafür verantwortlich sei. Der asketisch geprägte salafistische Lebensstil wird von vielen der angesprochenen Personen gleichzeitig als Befreiung von  westlichen Unterschichten-Lebensstilen und ihren zahlreichen negativen Begleiterscheinungen empfunden.
  • Salafisten erklären gegenüber den angesprochenen Personen außerdem, dass sie kriminelle Aktivitäten nach ihrer Entlassung fortsetzen könnten, solange diese sich ausschließlich gegen Nichtmuslime richteten und ein Teil der Gewinne zur Finanzierung salafistischer Aktivitäten abgeführt werde.

Entstehung salafistisch-krimineller bewaffneter Strukturen in Westeuropa

Dieses Phänomen ist in ganz Westeuropa zu beobachten und führt dazu, dass zunehmend dezentral organisierte, international vernetzte Strukturen entstehen, die sich zwischen militantem Salafismus und Organisierter Kriminalität bewegen. Über Netzwerke der Organisierten Kriminalität haben diese Strukturen Zugang zu Kriegswaffen, die vor allem über den Balkan und Nordafrika nach Europa eingeführt werden.

Diese Waffen werden gegenwärtig vor allem in Auseinandersetzungen innerhalb der Organisierten Kriminalität engesetzt, und aus geschäftlichen Gründen besteht derzeit kaum ein Motiv, sie auch für islamistische Anschläge einzusetzen.

Langfristige Strategien des militanten Salafismus in Europa

Dies könnte sich jedoch mittel- bis langfristig ändern, denn militante Salafisten verfolgen die ursprünglich von Abu Musab al-Suri formulierte Strategie, schlecht integrierte Muslime in westlichen Gesellschaften als Kämpfer zur Austragung größerer bewaffneter Konflikte zu mobilisieren.

Diese sollten zunächst in einzelnen Stadtteilen zur beherrschenden Kraft werden, um dann in einer späteren Phase die Konfrontation mit Staaten zu suchen und von ihnen kontrollierte Räume zu schaffen. Von diesen aus sollte dann die weitere Konfrontation geführt werden, bis in Europa größere, von Salafisten kontrollierte Räume entstehen.

Langfristiges Risiko bewaffneter Konflikte in Westeuropa

Dies ist zwar kurzfristig nicht zu erwarten, aber die sich gegenwärtig herausbildenden Strukturen an der Schnittstelle zwischen militantem Salafismus und Organisierter Kriminalität könnten militante Salafisten angesichts des zunehmenden Rückzugs des Staates aus sozialen Brennpunkten langfristig dazu in die Lage versetzen, die Machtfrage in bestimmten Stadtteilen in direkter Konfrontation mit dem Staat zu suchen.

Die langfristige Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Szenars wird gegenwärtig durch die Einreise großer Zahlen kaum integrierbarer junger männlicher Muslime weiter erhöht, worauf Salafisten bereits mit Rekrutierungsversuchen reagieren.

Viele dieser Migranten werden mangels Integrierbarkeit zunächst im Umfeld der Organisierten Kriminalität aktiv werden und dann über den oben beschriebenen Weg zu salafistischen Strukturen finden. Mittelfristig wird dies in Verbindung damit, dass der Salafismus vor allem unter jüngeren Muslimen in Deutschland die dynamischste islamische Strömung darstellt, die zudem in großem Umfang aus Staaten wie Saudi-Arabien, Kuwait und Katar finanziell unterstützt wird, zu einem weiteren Anstieg der bereits jetzt rasch wachsenden Zahl der militanten Salafisten in Deutschland führen. (ts)

3 Kommentare

  1. Wie einigen Foristen bekannt sein dürfte, habe ich bis vor kurzem im Bereich „Resozialisierung von Straftätern“ gearbeitet und konnte mir in diesem Zusammenhang einige Erkenntnisse „direkt an der Front“ verschaffen.
    Diese sorgten u.a. dafür, daß ich meine theoretischen Kenntnisse an dem Ausschnitt der Wirklichkeit, der sich mir eröffnete, abgleichen konnte.

    Ich kann bestätigen, daß es eine Verbindung aus „militantem Islam und islamischer Organisierter Kriminalität“ gibt.
    In Deutschland steckt diese Entwicklung wohl noch in den Anfängen, unabhängig von der als Einzelphänomen schon weit entwickelten islamischen Organisierten Kriminalität.

    Ich habe mich mit diesem Sachverhalt ausgiebig beschäftigt und sehe keinen Weg, wie wir mit den gegenwärtig zur Verfügung stehenden „Bordmitteln“ aus dieser Nummer herauskommen können. Dazu bedarf es eines grundlegenden Paradigmenwechsels, der mit dem hiesigen Establishment (zumindest gegenwärtig) nicht denkbar ist.

    Ob sich unerträgliche Zustände in Deutschland erst langfristig entwickeln oder doch bereits mittelfristig anstehen, vermag ich nicht zu prognostizieren.

    Hier auf dieser Seite (und auch Gunnar Heinsohn) sieht man eine Entwicklung in Richtung Brasilianisierung.

    https://www.youtube.com/watch?v=wyOf2ru7AAk

    Unerfreulich genug, doch Brasilien ist ein christliches Land (überwiegend katholisch), dort gibt es kaum Muslime.
    Die Verhältnisse dort kann man nicht valide mit dem Desaster vergleichen, womit wir es bei uns zu tun haben.

  2. „Da kann man wieder mal sehen wohin die laxen Waffengesetze führen, wenn solche Typen einfach so an Kriegswaffen gelangen.“

    Wer findet den Fehler?

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